Bernhard.Fest mit Sven-Eric Bechtolf
Ein Fest für Thomas Bernhard hat Karin Bergmann, die Leiterin des Schauspiels in Gmunden und Intendantin der Salzburger Festspiele für die Salzkammergut Festwochen Gmunden 2026 auf das Programm gesetzt. Das langjährige Burgtheatermitglied Sven-Eric Bechtolf spielt dabei mehrere Rollen. Gleich zu Beginn gibt der den Großindustriellen Rudolph Herrenstein. „Seit seinem Unfall ist dieser auf den Rollstuhl angewiesen. Mit zwei Angestellten lebt er in einem herrschaftlichen Appartement am Wiener Opernring, Blick auf die Staatsoper. Wien ist ihm unerträglich, darum packt er seine Koffer, nach Altaussee möchte er fliehen. Oder auf den Semmering. Weder den Semmering noch Altaussee erträgt er aber besser als die Stadt. Als die englische Königin auf Staatsbesuch kommt, laden alle möglichen Bekannten sich bei Herrenstein ein, um von seinem Balkon aus die Königin zu sehen.“ (Text Programmbuch Salzburger Festwochen)
„Elisabeth II“ ist das vorletzte Stück von Thomas Bernhard. Die Aufführung konnte er selbst nicht mehr miterleben. Claus Peymann hat es im Burgtheater 1988 zur Aufführung gebracht. Gerd Voss spielte die Hauptrolle. Spielte, bis der Luster von der Decke krachte.
Am 3., 4. und 6. Juli spielt nun Sven-Eric Bechtolf die Hauptrolle in Elisabeth II. Ein Stück, das als eine Art Bernhardsches Vermächtnis betrachtet werden kann, denn es schreitet den ganzen Theaterkosmos Thomas Bernhards aus. Hochkomisch und tödlich verzweifelt wird sich Sven-Eric Bechtolf drei Abende lang im Rollstuhl winden. Aussichtslos. Einsam. Verzweifelt? Man wird sehen. Jedenfalls: die alten Meister leben noch.
P.S.: Im Korrekturverlag ist eine Erzählung von Thomas Bernhards Halbschwester Susanne Kuhn erschienen. Drei Wochen mit Thomas Bernhard in Torremolinos. Auf wissensART erzählt sie davon.
https://wissensart.at/2026/02/thomas-bernhard-und-susanne-kuhn-in-torremolinos/
©Rudi Gigler
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