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Jeannette Fischer: Reflexionen über Angst, Hass und das Monster in uns

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Krieg mitten in Europa. Gewalt im Iran. Hass an allen Ecken und Enden und eine Schweizer Psychoanalytikerin, die beim 25. Philosophicum Lech sagt: Hass sei immer auch Selbsthass.
Anders Breivik war 3 Jahre alt, als ihm seine Mutter gesagt haben soll, dass er ein Monster sei. 29 Jahre später hat er auf einer norwegischen Insel 77 Menschen ermordet. Was hat dazu geführt, dass sich dieser Mann so allmächtig fühlte, über Leben und Tod so vieler junger Menschen zu entscheiden? Unter ihnen 69 Teilnehmer:Innen eines sozialdemokratischen Zeltlagers. Die jungen Menschen pflegten ihre Freundschaften, spielten mitsammen, betrieben Sport. Führte die Lieblosigkeit von Andres Breivik´s Mutter zu diesem Hass? Ja, sagt Jeannette Fischer, aber nicht nur und führt ihre Begründung im wissensART Podcast aus.
Folgt man nun der Aussage der Psychoanalytikerin, wonach Hass immer auch Selbsthass sei, dann ist der Andere, der gehasst wird, quasi ein Spiegel des eigenen Selbst. Folgt man diesem Bild, tötet sich dann derjenige der mordet im Ermordeten quasie selbst?
Jeannette Fischer's Arbeiten drehen sich um die Dynamiken einer Beziehung, nicht zuletzt als Ausdruck im Kunstwerk oder als deren biografischer Antrieb. Immer wieder spielt Angst eine wiederkehrende und nicht unbedeutende Rolle; Angst als Folge von Missachtung und Verkennung eines sich selbst bestimmenden Subjektes. Bei allemi spielen das Nachdenken und Forschen über Macht, Gewalt und Angst die Grundlage ihrer Arbeiten.
Seit den 1990 Jahren beschäftigt sich Jeannette Fischer, nachdem sie eine Ausstellung kuratierte, verstärkt mit Kunst. Impliziert dieses Nachdenken auch ein hineinfühlen in den Künstler um zu verstehen, was der Künstler, die Künstlerin durch die Kunst sagen will? Kann dies Erklärung, ohne Vorkenntnisse über die Kunst des Künstlers, der Künstlerin möglich sein?
Hier - wie auch beim Thema Angst und Hass - weist die schweizer Psychoanalytiker, Filmemacherin und Ausstellungskuratorin auf die Anerkennung der Differenz hin, umzu einer breiten Erkenntnis zu gelangen. Mehr darüber ist in ihrem Buch „Angst, vor der wir uns fürchten müssen“, und im Buch „Hass“. Bei Bücher sind bei Klostermann / Nexus erschienen..
Foto: (c) Florian Lechner

Svenja Flaßpöhler im Umgang mit Hass

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Svenja Flaßpöhler wurde einem breiten Publikum in der #me to Debatte bekannt. Es waren nicht die Positionen der Mißhandelten die sie vertrat, sie verteidigte auch nicht jene, die Frauen vergewaltigten oder sexuell missbrauchten, sondern fokussierte ihren differenzierten Blick auf die Opferrolle, die sie zugleich infrage stellte. Solange sich Frauen als Opfer sehen, argumentierte Svenja Flaßpöhler, werden sie als solche behandelt werden, in dieser Rolle gefangen bleiben. Das hat ihr in den Sozialen Medien einen Shitstorm beschert. Trotzdem ließ sie sich nicht entmutigt, argumentierte weiterhin gegen den mainstream Diskurs. Beim 25. Philosophicum in Lech am Arlberg stellte sie ihren Widerstandsgeist erneut unter Beweis. Hassen, so begann die Philosophin und Chefredakteurin des Philosophie Magazins Svenja Flaßpöhler, hassen, gehört in liberalen Gesellschaften dazu und deswegen müssen wir uns damit auseinandersetzen. Das wichtige jedoch sei, ob des Hasses nicht zu versteinern, sondern sensibel zu bleiben, auch gegenüber jenen, die uns hassen.
Foto (c) Florian Lechner

Dasy Hoch: Die Schneemalerin von Lech

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Wenn in Lech dunkel gekleidete Menschen, meist in ein Gespräch vertieft, durch den Ort schlendern, dann beginnt das Philosophicum. 5 Tage lang wird ein Thema interdisziplinär diskutiert. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben in ihren Vorträgen oft eine steile Vorlage für das anschließende Gespräch. So auch der wissenschaftliche Leiter des Philosophicum Lech, Konrad Paul Liessmann bei seiner Eröffnungsrede im September 2022 über den Hass. Konrad Paul Liessmanns Eröffnungsvortag über den Hass, dieser dunklen Leidenschaft, gibt es bereits in einem wissensART Podcast auf meiner Website und überall dort, wo´s Podcasts zu hören gibt.
Mehr als 20 Jahre fuhr ich im Frühherbst nach Lech am Arlberg; machte Interviews für meine einstündige Radiosendung auf Ö 1. Kaum waren die letzten Worte beim Philosophicum gesprochen, war gesagtes auch schon im Radio zu hören. Für meinen wissensART Podcasts gehe ich es gemütlicher an, denn hier löscht die Zeit keine Fakten, ist das Wort nicht flüchtig. Zugleich eröffnet sich ohne Zeitdruck ein anderer Blick auf den 1444m hoch gelegenen Ort.
Dieser Ort schmiegt sich auf 1750 m Höhe in die Landschaft ein. Lech und Oberlech sind eine Gemeinde. Die Einwohner eint aber nicht nur ein gemeinsamer Bürgermeister sondern auch ein Gespür für die Kunst. Skyspace Lech beispielsweise ist ein besonderes Werk von James Turrell. Der international renommierte Künstler schuf einen Lichtraum im Berg und lädt dort zu einem einzigartigen Erleben von Licht und Raum bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang ein. „Wir sind uns nicht bewusst, dass wir selbst dem Himmel seine Farbe geben“ sagt der der US-amerikanische Künstler damit auch, wie und aus welcher Perspektive wir in den Himmel blicken.
Erwin Ortner hat mit seinem Schönberg Chors in großartiger Art und Weise die "Nachthelle" von Franz Schubert eingespielt. Hört man dieses Lied, kann man sich Dasy Hoch und ihre Schneebilder vorstellen. 6 Monate im Jahr blickt sie auf Schnee, malt ihn in allen Nuacen und Farben.
Fast täglich geht Dasy Hoch den Waldweg von Oberlech nach Lech hinunter und wieder hinauf. Das sei ihr Meditationspfad, erzählt die Künstlerin, die viele Jahrzehnte mit ihrem Mann das Hotel Sonnenburg geführt hat. 2004 erfolgte die Übergabe das großen Hotelbetrieb an Sohn Georg und dessen Frau Waltraud. Seither widmet sich Dasy Hoch nur noch ihrer Kunst, gestaltet damit das Hotel aus.
Foto (C) Elisabeth J. Nöstlinger

Heinrich Glücksmann: Brückenbauer in neue Zeiten

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Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Karl Schönherr, waren Weggefährten von Heinrich Glücksmann. Der Publizistikhistoriker, Autor von Sachbüchern und Biografie Dr. Gerhard Friedrich hat nun eine Biografie über den „Brückenbauer in neue Zeiten“ vorgelegt. Erschienen ist das Buch beim „korrektur verlag pen austria“.
Mit diesem Buch steht die Welt der alten Habsburger Monarchie wieder auf. Ebenso das Wien im 2. Weltkrieg bis zur Flucht des viel beachteten Kulturjournalisten, Dramaturgen und Redakteur der damals wöchentlich erschienenen Freimaurerzeitung.
Geboren 1863 in Mähren, machte Heinrich Glücksmann als Autor, Übersetzer, Lyriker und Vortragender auf sich aufmerksam. Seit den 1890er Jahren als Lektor und dann ein Vierteljahrhundert als Dramaturg am Deutschen Volkstheater trug er wesentlich zum nachhaltigen Erfolg zahlreicher Dramatiker und deren Stücken bei – unter ihnen Arthur Schnitzler, Karl Schönherr, Franz Molna´r und Anton Wildgans. Sogar als Hitler an der Macht war, konnte der geborene Jude Hermann Blum bis 1941, - wertgeschätzt vom Wiener Statthalter - seine Arbeit fortsetzen. 1943 starb er im argentinischen Exil.
Foto: (c) Heinrich Glücksmann von Atelier Willinger, Wien (Fotograf/Urheber) - 1934 - Theatermuseum (Wien), Austria - CC BY-NC-SA.

Konrad Paul Liessmann über den Hass

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Wenn wir hassen, fühlen wir uns stark. Anders als beispielsweise der Ekel, erlaubt es uns der Hass nicht, uns vom gehassten Objekt abzuwenden. Wir haben es ständig im Visier. Irritiert uns der Hass, so ist es immer der Hass der anderen. Der eigene Hass, so schreibt Konrad Paul Liessmann, ist davon stets ausgenommen. Der eigene Hass, so der Philosoph weiter, ist eigentlich kein Hass, sondern ein Aufschrei, ein Protest, eine kleine Provokation, eine notwendige Empörung, ein Diskussionsanstoß. "Wollen wir dieses Gefühl verbieten?"
Foto (c) Florian Lechner

Hass, die tödliche Energie

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"Der Hass ist allgegenwärtig. Hasspostings überschwemmen die sozialen Medien, „Hate Speech“ ist zu einem beunruhigenden Phänomen geworden, Hassprediger treiben nicht nur im Netz ihr Unwesen, Hass und Hetze sind so weit verbreitet, dass manche Staaten mit Rechtsmitteln und Verboten dagegen vorgehen, verschiedene digitale Plattformen üben eine freiwillige Zensur aus und versuchen, den Hass aus ihren Foren zu verbannen.
In der Ablehnung von Hass und Hetze sind sich alle einig. Aber selten wird gefragt, was Hass eigentlich für ein Gefühl ist, aus welchen Quellen es sich speist, was das Aggressive, Verletzende und Verstörende am Hass ausmacht, aber auch, was das Befriedigende, vielleicht sogar Lustvolle am Hass sein kann." Der Philosoph Konrad Paul LIessmann schrieb diesen Einleitungstext für das Programm des 25. Philosophicum Lech. Gestartet hat er es traditionell mit dem philosophisch-literarischen Vorabend. Eine Erzählung handelt vom Urmord, die uns an den Beginn der Menschheit führt. Sie führt uns zum Mord von Kain an seinen Bruder Abel.

Foto (c) Elisabeth J. Nöstlinger

Kurt Hüpfner: "Eine abseitige Existenz".

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Lebenslauf einer "abseitigen Existenz", geschrieben von Kurt Hüpfner
Geboren 1930 in Wien. Obwohl das Interesse der Malerei gilt (Besuch der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt) komme ich bald zu der Einsicht, als Gebrauchsgrafiker nie Fuß fassen zu können (Schriftphobie). Friste in der Folge das Dasein als Zeitschriftenillustrator und Karikaturist. Gelegentlich auch als Hilfsarbeiter.
Als sich Anfang der 60ger Jahr die finanzielle Situation bessert, erwacht der alte Ehrgeiz wieder. Unter anderem malte ich ein Bild, 128x128 cm groß, weiß und leer: DIE VERSTIEGENHEIT DES WINTERS. Von da ab hätte ich am liebsten bis in alle Ewigkeit leere weiße Bilder gemalt, der ZANGENBEWEGUNG vom Fleisch und Bein entzogen. Die Malerei war kein fliegender Teppich mehr, auf dem man reisen konnte, sondern ein Begräbnisplatz für Farbe und Linien. Nun, sich KEIN Bild zu machen setzt voraus mit der Würde der Anonymität ausgestattet zu sein.
Ich lag in meinem Zimmer auf dem Bett, plattgedrückt wie eine Wanze von den Tatsachen. Die Dinge schwitzen Langeweile aus, die Konturen waren schweißnass, wie ausgequetscht und dieses unübersehbare Feld der Langeweile präsentierte sich Tag für Tag. Nach einer gewissen Zeit wuchs eine Art Flaum auf der Haut, trocknete aus und verkrustete. Ich war sozusagen eingegipst in die Gegenwart wie ein Vogel in seinem Ei und ich begann die Welt nach einem schwachen Punkt abzuklopfen.

Der Not gehorchend verlegte ich mich auf den Diebstahl von Bauholz. Jeder wahre Künstler ist ein Dieb. Mir blieb kein anderer Ausweg, als einen gestohlenen Holzpfosten, in dem sich Weisheit verewigt hatte, blind wie eine Fledermaus, zu einen Fetisch zusammen zu hacken, dabei ganz Ohr, nur von Schallwellen dirigiert.
Mit Seegras aus einer gestohlenen Matratze komplettiert und mit bemalten Wäschefetzen, auf Rahmen genagelt, verfügte ich nach einer gewissen Zeitspanne über eine Anzahl von Bildwerken, darunter auch OMEN. Ein Omen ist das Los das uns zu Teil wird, UNVERKNÜPFT mit der ARGUMENTATIVEN Beweiskraft des reflektierenden Bewusstseins, das substantiell nicht verwertbar ist. Neubeginn mit Naturstudien und nach Modell, um nicht mehr den Depressionen ausgeliefert zu sein. Erfahrung mit automatischen Zeichnungen, einer Praxis, die auch in der Zukunft beibehalten wird. Verfertigung im Winter 1962/63 DER ersten Plastik aus Gips kombiniert mit Seegras. In der Folge entstehen eine Reihe von bemalten Holzreliefs.

Anfang der 70ger Jahre Kontakt mit der Galerie in der Blutgasse, welcher infolge Wechsels in der Leitung IM Sand verläuft. Hänge alle Bestrebungen an den Nagel, werde Hilfsarbeiter und schließlich Privatchauffeur. Schlittere in immer ärgere Depressionen, quittiere nach einem Jahr den Dienst und unternehme einen neuen Anlauf, wieder mit Naturstudien, der sich als sehr schwierig gestaltet. Die Geldfrage spielt wieder eine Rolle. Malerei intensiv ausgeübt war zu teuer. Conzept-Art kostete fast nichts, STELLTE sich aber als Holzweg heraus. Blieb die Verfertigung fetischartiger Figuren aus Bauholzresten, Seegras und Vogelfedern. Auch Gips kam in Frage.
Um 1980 weniger Depressionen, die Malerei beginnt wieder eine Rolle zu spielen. An Stelle von ABFALLHOLZFETISCHEN tritt die LINDENHOLZSKULPTUR. Und die Imitationen von STEINBILDHAUERARBEITEN durch Herausschlagen von Figuren aus gegossenen Gipsblöcken. Anfang der 90ger Jahre beenden Beschwerden der Nachbarn wegen Lärmbelästigung diese Periode und zwangen zu einer lautloseren Beschäftigung. Hinwendung zur Malerei und zum Modellieren in Ton.
Wenn Kunst beschreibbar ist, wird sie an das Fußende des Bettes gekettet, wo das Wort missbraucht wird. Die Ideologie brütet ein Windei. Aber ich engagiere mich nicht.
Ich habe meine Götzen gefunden, die dem Nichts seine Tarnkappe entreißen und als Wirklichkeit bloßstellen.
Dies zur gefälligen Beachtung (bei entsprechender Nachsicht).
Foto (c) Selin Stütz

"Du Opfer!" eine Analyse von Reinhard Haller

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"Iphigenie" das ist das Opfer in einer antiken griechischen Tragödie, geschrieben von Euripides. Auch Johann Wolfgang von Goethe hat sich des Themas aus dem 5. Jahrhundert vor Christus angenommen. Bei den Salzburger Festspielen 2022 wurde "Iphigenia" in die Gegenwart geholt.
Der Mensch in seiner Opferrolle hat mehrere Seiten. 25% der Sexualtäter wurden selbst missbraucht. Manche Menschen gefallen sich in einer aufopfernden Rolle, andere wiederum sind glücklich in einer masochistischen Beziehung. Nicht unerwähnt bleibt das unsägliche Leid der traumatisierten Kriegs- und Vergewaltigungsopfer. Unter Jugendlichen ist es verpönt; ein Opfer zu sein sogar ein Schimpfwort.
Seit der Antike kennen wir den Opferbegriff und seine zahlreiche Arten der Beschreibung. Auf der Pernerinsel feierte die Premiere des Theaterstücks "Iphigenia" am 18. August 2022 Premiere. Die Dramaturgin Joanna Rednarcyzk hat mit der Regiseurin Evelina Marciniak die mythenbehaftete Figur in die Gegenwart geholt. Dafür haben die beiden unterschiedliche Kritiken hervorgerufen. Vom "großen Nachdenkstück" und "gelungenem Theaterabend, bei dem alle Register gezogen wurden" (ORF at., Gerald Haidegger), war ebenso zu lesen, wie vom langweiligen Therapieabend ( Die Presse, Norber Mayer), bei dem das Publikum zum Opfer wurde. Das große "Philosophicum und Theaterereignis" (Gerald Haidegger) wurde auch im Feuilleton der FAZ als triviale Therapiesitzung beschrieben, die zum völligen Fiasko geriet.
Das Opfer Iphigenia ist eine einundzwanzigjährige, die Starpianistin werden will. Darunter tut sie es nicht. Was verhandelt wird, ist eine #meToo Debatte.
Bei Euripides steht Iphigenie als ideales Opfer vor uns. Sie wird von ihrem Vater Agamemnon getäuscht, bekommt nicht Achill zum Mann, willigt aber in ihre Opferrolle ein, damit der günstige Wind für Troja wehen kann. Von Artemis wird sie von der Schlachtbank gerettet, doch der Preis ist hoch. Er bedeutet Exil. In der Inszenierung auf der Pernerinsel wird die „Opfer-Tat“ therapiert. Bleibt die Perspektive der Illusionslosigkeit. Es ist ein Theaterabend der von der Innenschau des Opfers erzählt und die Außenperspektive entwertet. Bei aller Kritik: "Ein starkes Stück".
Der Opferbegriff bedarf also einer genauen Betrachtung.
Der Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut in eigener Praxis in Feldkirch, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller, löst diese Anforderung in seinem Vortrag ein.
Die Produktion der Salzburger Festspiele in Kooperation mit dem Thalia Theater Hamburg, ist bis 28. August 2022 auf der Pernerinsel in Hallein zu sehen.
Foto: (c) Krafft Angerer

Rolando Villazo´n und sein Feuerwerk der Emotionen

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Rolando Villozo´n ist ein Multitalent. 2005 eroberte er, gemeinsam mit Anna Netrebko, das Salzburger Festspielpublikum. Der Tenor aus Mexico gab den Alfredo in Guiseppe Verdis La Traviatta unter der Regie von Willy Decker. Es dirigierte Carlo Rizzi. Seither ist er der Mozartstadt verbunden. Als Intendant der Mozartwoche seit 2017 und seit er künstlerischer Leiter der Stiftung Mozarteum ist, hat er auch Wurzeln in der Festspielstadt geschlagen. 2022 führt er für die Rossini Oper Il Barbiere di Siviglia Regie. Die Inszenierung für die Pfingstfestspiele, geleitet von Cecilia Bartoli, war der Anlass, und von den Salzburger Festspielen wurde sie übernommen.
Rolando Villazo´n hat ein Feuerwerk der Emotionen inszeniert und das Publikum in die Filmwelt entführt.
Das Künstlergespräch führte der Journalist Hannes Eichmann. Die Einladung erfolgte durch die Freunde der Salzburger Festspiele
Foto: © Monika Höfler, Salzburger Festspiele

Opfer, Täter, Kämpferin - Festspieldisputationes

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Babij Jar, das ist eine Schlucht in der Nähe von Kiew. Innerhalb von 36 Stunden wurden dort Ende September 1941 33.771 Menschen ermordet. Kinder, Frauen, Männer. Die meisten von Ihnen waren sowjetische Juden. Lange Zeit wurde über dieses Massaker geschwiegen. Erst 20 Jahre danach schrieb Jewgeni Jewtuschenko sein berühmtes Gedicht, das Dmitri Schostakowitsch in seiner Symphonie Nr. 13 vertonte.
Intendant Markus Hinterhäuser setzte das Werk zur Eröffnung der Ouvertüre Spirituelle, im Vorfeld der Salzburger Festspiele, auf den Spielplan. Im großen Festspielhaus spielte das Werk das Gustav Mahler Jugendorchester unter dem Dirigat von Theodor Currentzis. War das auch ein Gedenken an die Opfer des Massakers?
Opfer, das ist ein Wort mit vielen Zuschreibungen und Eigenschaften. Im religiösen Kontext sprechen wir davon ein Opfer zu bringen, wir sprechen von Menschenopfern, wir kennen den Opfergang, das Opferritual, den Opferstock und wir sprechen von Aufopferung.
Der Schriftsteller und Dramaturg Doron Rabinovici referierte bei den die Ouvertüre Spirituelle begleitenden Disputationes über den Opferbegriff und befand, dass es „kein Heil im Opfer“ gäbe. Er verwies auf den doppelten Sinn dieses Begriffes und zeigte dabei die für ihn unzulässige Verbindung auf, das Opfer, das Jesus in der christlichen Religion mit seinem Opfertod vollbracht hat, mit dem Massaker von Babij Jar in Verbindung zu bringen. In der englischen Sprache hat man dafür das Wort „victim“, Gewaltopfer.
Der Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser stellt seine Überlegungen zur Ouvertuere Spirituelle an den Beginn des Vortrages von Doron Rabinovici und an der anschließenden Diskussion beteiligen sich der Erzbischof von Salzburg Dr. Franz Lackner, der Theologe und Literaturwissenschaftler DDr. Karl-Josef Kuschel, Redakteur Dr. Josef Bruckmoser und die Kunstvermittlerin Marion Koch.
Foto ©Disputationes Salzburg/Franz Neumayr

Über diesen Podcast

wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint

von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

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