00:00:01: Kunst im Gespräch.
00:00:04: In Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:00:12: Es
00:00:13: gibt schon eine Publikation, wo zwölf Wiederösterreicherinnen und Wiederösterreicher vorgestellt werden.
00:00:19: Das Buch heißt Österreich Und Wir und ist eine Publikation die vor ein paar Jahren auch dank Helgarabel Stadler zustande gekommen ist.
00:00:27: Warum
00:00:28: setzen Sie sich so dafür
00:00:29: ein?
00:00:30: Weil mir die Demokratie in Österreich so wichtig ist und weil ich mit Bangen, Zuschauer
00:00:37: was
00:00:37: man heute alles schon sagen kann ohne dass die Menschen im Pörd sind.
00:00:44: Analessing
00:00:45: Was heißt es wenn junge Menschen wieder Österreicher wieder Österreichern werden?
00:00:50: Am Ende wenn sie den Pass in der Hand halten ist fast immer die gleiche Frage was würde meine Urgroßmutter oder mein Großvater darüber sagen wenn ich heute wieder österreicher wäre?
00:01:00: Herzlich willkommen bei Wissensartstem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.
00:01:05: Heißen Sie die Subitule Anne Nöstlinger, die Sektionschef in der Auslandskultur im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Regina Ros, Hannah Lessing, Vorständen des Nationalfonds der Republik Österreich und die langjährige ehemalige Präsidentin der Salzburger Festspiele Helgarabel Stadler in ihrer Eigenschaft als Sonderberaterin im Außenministerium zu den neuen Wegen der Erinnerungskultur.
00:01:34: Ich glaube, diese persönlichen Geschichten sind ganz wichtig.
00:01:40: Zum einen weil sie auch den Weg zu den Herzen der Menschen die jetzt leben finden und den Leuten aufgeht was das für Gresslichkeiten waren, die sich im Nationalsozialismus abgespielt haben.
00:01:56: Helga Raubestadler
00:01:58: Ich
00:01:58: habe gemerkt in den Gesprächen mit der dritten oder auch vierten Generation von Holocaust-Opfern, dass sie diese Anerkennung suchen das
00:02:13: ihre
00:02:14: Ahnen.
00:02:16: beigetragen haben zur Erfolgsgeschichte Österreich.
00:02:21: Ich glaube auch hier haben wir eine große Aufgabe und ich finde es toll, wie sich das Außenministerium und seine Mitarbeiterinnen da in die Sache
00:02:31: hineinwirft.".
00:02:33: Erinnerungskultur ist ja schon lange ein Schwerpunkt, auch des Außenministeriums und der Kultursektion.
00:02:40: Aber dieses Projekt knüpft an eine Personengruppe an die eben wie der Österreicherinnen und wieder Österreicher sind.
00:02:50: Und die Staatsbürgerschaft nach Achtundfünfzigzeh bekommen, viele von ihnen leben im Ausland und bekommen dann eben die Staatsbürgerschaft in einer Zeremonie an der österreichischen Botschaft oder am österreichen Kulturform
00:03:05: verliehen.".
00:03:06: Für
00:03:06: Sie ist klar was Achtunfünfzigzeh ist für unsere Hörerinnen vielleicht nicht?
00:03:12: Also das eine Personengruppe, die die Möglichkeit hat die österreichische Staatsbürgerschaft zu erwerben.
00:03:21: Viele von ihnen haben jüdische Vorfahren, die während des Krieges Flüchten mussten ins Exil vertrieben wurden.
00:03:31: eine sehr große Personengruppe findet sich beispielsweise natürlich auch in Israel aber auch in den Vereinigten Staaten Großbritannien und auch Argentinien.
00:03:41: Und mit der Verleihung dieser Staatsbürgerschaft entdecken diese Personen Österreich wieder neu für sich.
00:03:50: Und das Schöne daran ist, dass es eben nicht nur die Staatsbürgerschaft ist, die sie bekommen.
00:03:57: Viele von ihnen sagen uns, dass das für Sie auch zu einer Form der Vergangenheitsbewältigung – das ist vielleicht jetzt nicht das richtige Wort, aber Sie haben dadurch die Möglichkeit, auch Ihre eigene Familiengeschichte wiederzuentdecken und Sie gewinnen auch Österreich
00:04:16: dazu!
00:04:17: Also für viele ist es ein sehr emotionaler Akt Und wir haben auch entdeckt, dass gerade in dieser Personengruppe sehr viele einerseits Künstler-Künstlerinnen sind.
00:04:29: Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen, Intellektuelle die für die Auslandskultur auch eine große Bereicherung darstellen.
00:04:38: und daher die Idee des Projekts.
00:04:42: das Projekt setzen wir gemeinsam mit dem österreichischen Nationalfonds um weil es hier auch sehr viel Expertise in den Bereich gibt Und das Ziel ist, sie besser kennenzulernen.
00:04:53: Ihre Geschichten auch besser kennen zu lernen und auf diese Art und Weise auch wieder das Netzwerk und die Verbindung zur Österreich zu pflegen.
00:05:01: Das ist so die Grundidee des Projekts?
00:05:04: Ich glaube solche Projekte sind ungeheuerlich wichtig.
00:05:09: Analyzing!
00:05:10: Weil diesen Bogen zu spannen – das ist etwas so Schönes.
00:05:14: Wir haben im Nationalfonds uns mit den Überlebenden beschäftigt.
00:05:19: Wir haben uns im Entschädigungsfonds bereits mit den Nachfahren beschäftigt, im Nationalfonds haben die Überlebende sehr rasch und seinen Vertrauensvorschuss gegeben.
00:05:30: Die sind zu uns gekommen und haben sich bedankt bei uns dass wir ihnen endlich zuhören.
00:05:37: also es war beschämend eigentlich wie schön wir aufgenommen worden sind.
00:05:42: Beim Entschädigungsfonds, wo wir mit den Nachfahren meistens mit der zweiten Generation gearbeitet haben, waren sehr viele dabei.
00:05:51: Die gesagt haben ja ihr habt meine Großeltern ermordet und jetzt habt sie gewartet dass meine Eltern sterben und dabei sind die auch im Exil gewesen und ihr wollt uns jetzt mit irgendwas abspeisen?
00:06:02: Und erst in der dritten Generation ist wieder ein Sprung passiert wo diese nachfahren nach ihren Wurzeln suchen.
00:06:13: Es gibt verschiedene Projekte, wo man aus Israel Jugendliche hierher schickt aber wir haben in den letzten Jahren viel mit dieser dritten und teils schon vierten Generation zu tun gehabt und die sind
00:06:25: ganz
00:06:26: begeistert von Österreich.
00:06:28: eigentlich wollen dass die Eltern gar nicht weil die haben noch ein sehr schwieriges Verhältnis zur österreich.
00:06:34: Aber diese Jugendlichen sind sehr, sehr wichtig für uns.
00:06:38: Weil es einfach auch die Möglichkeit gibt einen Kreis zu
00:06:42: schließen.".
00:06:42: Die
00:06:42: Historikerin Lisa Rettl hat sich im Rahmen einer Erinnerungstialogresidenz mit der Familiengeschichte geflüchteter Vertriebener ermordeter Österreicherinnen und Österreicher beschäftigt.
00:06:55: In Tel Aviv sowie Haifa hat sie mit neuen österreichischen Staatsbürgern- und Staatsbürgerinnen Gespräche geführt – und diese aufgezeichnet!
00:07:04: Sie dienen für weitere Forschungen und künstlerische Projekte.
00:07:08: Doktorin Lisa Rettl ist die erste Historikerin, die im Rahmen des Erinnerungs-im-Dialogprojektes, welches von der Auslandskultur im Frühjahr zwanzig sechsundzwanzig ausgeschrieben wurde, gearbeitet hat.
00:07:22: Genau so ist es, also die Historikerinnen und Historiker bewerben sich.
00:07:26: Es gibt eine Ausschreibung, ein Ausschreibungsverfahren das wir natürlich gemeinsam mit dem österreichischen Nationalfonds umsetzen Und dann wählen wir Personen aus und die werden dann entzannt für circa zwei bis drei Monate sind.
00:07:40: dann vor Ort können diese Interviews die Gespräche führen und unsere Idee ist dabei dass dann aus diesen Gesprächeninterviewen auch wieder was Neues entstehen kann.
00:07:54: Regenerus, die Sektionsleiterin der Auslandskultur im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten bei Wissensart dem Podcast der Wissenschaft und Kunstvereint.
00:08:06: Es ist der Auftakt seiner Serie
00:08:08: von Kunst-im-Gespräch-Podcasts
00:08:10: zu Erinnerung – Im Dialog.