00:00:01: Kunst
00:00:02: im Gespräch, in Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:00:12: Wir wollen Elfriede Yellenek feiern in diesem Jahr!
00:00:15: Universitätsprofessoren Doktorin Pia Janke anhiel es sich des achtzigsten Geburtstagester Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriedee Yellenegg am zwanzigsten Oktober twenty-sixundzwanzig.
00:00:27: Man kennt sie ja als die österreichische Artorin, als die Ness-Beschmutzerin.
00:00:31: Die sich kritisch mit Österreich beschäftigt, aber dann plötzlich durch den Nobelpreis eine von uns geworden ist, die man auch sehr schnell vereinnahmt hat.
00:00:40: Aber wir wollen eigentlich diese globale Dimension zeigen!
00:00:43: Nichts eignete sich dafür besser.
00:00:45: also die österreichischen Kulturforen und zwar weltweit.
00:00:50: Herzlich willkommen bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein bei Kunst im Gespräch.
00:00:56: Heißen Sie ihr dieser Petjuliane Nöstlinger Pia Janke, Nikola Stehmann und Karolina Peters?
00:01:02: Frau Pia Jankes, sie sind die Gründerin des Elfriede Yellenegg-Institutes, machen Forschung über Elfriedee Yellenek und haben natürlich auch mit dem Nobelpreis eine große Aufmerksamkeit auf das Institut bzw.
00:01:18: auf Elfriede Yellenett gewonnen.
00:01:21: und jetzt zum achtzigsten Geburtstag noch einmal die Nobelpreisträgerin hat auch ein neues Theaterstück geschrieben und tatieren, dass bei den Salzburger Festspielen heuer auf der Perner Insel Ur-Aufgeführt wurde.
00:01:36: Freut Sie diese Anerkennung für Elfrieden Yellenet?
00:01:41: Freut Sie auch die Aufmerksamkeit auf Ihr Institut.
00:01:45: Sie haben ja auch ein eigenes Symposium ausgerichtet in Salzburg?
00:01:49: Ja, natürlich freut uns das!
00:01:51: Wir wollen auch Elfriede Jelinek feiern in diesem Jahr mit verschiedenen Aktivitäten und wir haben eigentlich zwei oder drei große Aktivitäten dieses Jahres.
00:02:02: Die erste Aktivität nennt sich Weltautorin Jelineck als Weltartorien auch entdecken oder präsentieren.
00:02:11: Man kennt sie ja, als die österreichische Artorien und Ness-Beschmutzerin, die sich kritisch mit Österreich beschäftigt, aber dann plötzlich durch den Nobelpreis eine von uns geworden ist, die man auch sehr schnell vereinnahmt hat.
00:02:24: Aber wir wollen eigentlich diese globale Dimension zeigen – also dass sie ein Artorin ist, der weltweit wahrgenommen wird, weltreitrezipiert wird.
00:02:33: Und wir machen eine internationale Reihe in Kooperationen mit dem Ausministerium.
00:02:38: Und der zweite Schwerpunkt war jetzt auch zu den Salzburg-Festspielen.
00:02:42: Das war aber auch eigentlich fast ein Zufall, weil wir schon seit ein paar Jahren zu den Salzburger Festspielen arbeiten.
00:02:49: Auch wir fragen nach dem Frauen bei den Salzburger Festpielen und dann war eben diese erfreuliche Konstellation das genau in diesem Jahr auch im Text von Elfriede Yellenegg aufgeführt wurde.
00:03:00: Wir haben dazu eine große Veranstaltung gerade eben.
00:03:04: Lassen Sie uns ein bisschen bei der Internationalität bleiben.
00:03:10: Sie haben das Außenministerium, die Auslandskultur schon angesprochen.
00:03:14: Sie arbeiten mit verschiedenen Kulturfohren zusammen, waren in Warschau, waren im Paris und gehen jetzt nach New York.
00:03:25: Was bedeutet das für Sie?
00:03:27: Was bedeutet es für Elfriede Yellenek, die ja eher zurückgezogen lebt.
00:03:32: Freut sich das international dann so präsent zu sein und wie ist die Aufmerksamkeit in den unterschiedlichen Kultur vorn?
00:03:41: Wir haben viele Fragen jetzt!
00:03:43: Vielleicht zunächst mal.
00:03:45: wir arbeiten also schon seit fast zwanzig Jahren zur Elfriedee Yellenegg und wir sind sehr stark international vernetzt.
00:03:52: ein internationales Gremium, unsere internationalen Partnerinnen weltweit.
00:03:57: Die haben wir eigentlich bekommen durch unsere Recherchen.
00:04:01: Wir machen große Werk- und Rezeptionsdokumentation.
00:04:04: schon seit Jahr zwei Tausend Zwei eigentlich also vor dem Nobelpreis haben wir schon begonnen Und haben gemerkt, dass Jelenek eben international stark rezipiert wird zunächst im europäischen Raum und dann auch im außereuropäischen Raum.
00:04:17: Deswegen haben wir auch über fünfzig internationale Partnerinnen weltweit das geht von China Japan Indien Mexiko Südafrika USA also wirklich international.
00:04:31: Und wir haben auch jetzt in den letzten zehn, fünfzehn Jahren stark schon international gearbeitet.
00:04:36: Wir waren zum Beispiel dreimal schon in China und haben dort über Jeleneck gesprochen...
00:04:40: Auch im Kulturforum?
00:04:42: Ja!
00:04:42: Auch im Kulturforum.
00:04:43: Wir sind sehr stark in Kooperation mit der österreichischen Botschaft, österreichischem Kulturforums.
00:04:49: Wir war in Shanghai, zwei Mal im Peking.
00:04:52: Wir haben vor eineinhalb Jahren in Tokio schon einen Tag gemacht, auch dort in österreichischer Kulturform.
00:04:58: Wir hatten vor fünf Jahren Ich glaube, ungefähr fünf Jahre in New York auch schon etwas gemacht.
00:05:04: Leidergottes dann nur online weil da gerade Corona war aber es war schon eine Kooperation.
00:05:08: wir haben in Europa schon zusammengearbeitet mit Nachdenken also mit Rumänien und Bucharest.
00:05:15: Wir haben mit Madrid, Rom... Also das ist auch immer unterschiedlichste Orte.
00:05:21: Also schon in den letzten Jahren Und in diesem Jahr haben wir gedacht Ja, was machen wir zum achtzigsten Geburtstag?
00:05:27: Und da haben wir die Idee gehabt von einer Städte quasi zur nächsten zu wandern.
00:05:33: Also es ist wie ein Parcours.
00:05:34: Das hat doch einen ganz besonderen Sinn welche Orte wir ausgesucht haben.
00:05:39: Wir haben in Paris gestartet also eigentlich in Wien haben wir gestartet.
00:05:43: aber der erste internationale Ort war Paris das österreichische Kulturform dort weil Frankreich das erste Land war, wo Jelinek auch rezipiert wurde schon in den nachtziger Jahren.
00:05:54: Auch sehr stark über das Thema Gender-Frau-Imancipation.
00:05:58: Auch sie hat auch sehr stark diese französische Philosophie rezipiert.
00:06:02: Dann waren wir im Juni in Wascha auch im österreichischen Kulturforum und da waren wir vorher aus, aber ich habe es vorher vergessen, weil wir auch schon mehrmals ... Polen ist das Land, wo jelinek am stärksten rezipirt wird außerhalb des deutschsprachigen Raums gerade im Theater.
00:06:15: Aber Sie haben auch eine sehr intensive Germanistik und eine sehr starke Auseinandersetzung mit Yellenek.
00:06:21: Jetzt sind wir unmittelbar vor New York, weil USA einfach ein Land ist, mit dem sich Yellenak stark auch beschäftigt.
00:06:29: Das ist nämlich auch zu bedenken.
00:06:30: Yellenack ist nicht nur eine Artur an die sich mit österreichischen Themen beschäftigt sondern auch international Themen gerade in den letzten zwanzig Jahren.
00:06:38: Und nur um das abzuschließen Wir sind dann im November in Sao Paulo, in Brasilien.
00:06:44: Dort wird gerade ein großer Yellenegg-Schwerpunkt aufgebaut.
00:06:47: Es gibt viele Übersetzungen und dann die Lesserstation ist Tokio, Japan im Dezember.
00:06:54: Zu diesem Land hat Yellenek eine besondere Affinität.
00:06:57: also einfach zur Kultur zum Mode auch und ja doch ein Stück über Fukushima.
00:07:03: man sagt Fukushima es ist nicht wirklich so ich spreche es nicht falsch aus geschrieben das war zb sehr bewegend.
00:07:10: wir waren vor einem halben Jahr schon in Tokio Und die japanischen Kolleginnen, die eigentlich sehr distanziert sind, sehr höflich sind und sehr formal orientiert sind auch bei solchen Tagungen haben plötzlich gesagt.
00:07:25: Dieses Stück, das sie über Fukushima geschrieben hat, diese Atomkatastrophe, hat ihnen quasi die Sprache gegeben darüber zu fühlen und zu denken.
00:07:35: Also sie hat ihnen die Sprachige gegeben.
00:07:37: Elfriede Yellenick, die nie in Japan war, die aber sozusagen eine andere Wahrnehmung hat und diese Trauer formuliert hat in diesem Text und deswegen war Den dieser Yellenek Text sehr emotional auch nahe.
00:07:53: Kennen Sie Elfriede Yellenik persönlich?
00:07:56: Ja, ich kenne sie schon sehr lange.
00:07:58: Ich habe sie kennengelernt in der Jahre und bin mit ihr per E-Mail auf einen Kontakt.
00:08:05: Und ich besuche sie gerade wieder in den nächsten Tagen.
00:08:09: Und erzähle ja natürlich davon!
00:08:11: Und sie interessiert gerade diese internationale Reihe ganz besonders.
00:08:16: Sie sagt immer, sie lebt so zurückgezogen... zu Hause und bekommt eigentlich ihre ganze Rezeption nicht mit.
00:08:22: Und dass sie eine weltweite rezipierte Artorin ist, das kann sich gar nicht glauben und sehr gerührt davon.
00:08:32: Sie werden ihr von der Uraufführung berichten.
00:08:35: Sie waren ja auf der Perner Insel, ich hab sie gesehen wie sie hinausgegangen sind.
00:08:40: es war ja keine Pause.
00:08:42: Ich bin in der Mitte sitzen geblieben weil ich mir gedacht habe ich weiß nicht ich will da nichts stören.
00:08:47: neben mir hat niemand den Platz verlassen.
00:08:49: Es ist ja draußen weiter gegangen und das wurde draußen gespielt.
00:08:53: Caroline Peters geht darauf ein Und Nikolas Stemann den wir dann auch noch im Podcast hören werden.
00:09:01: Haben Sie darüber schon mit Elfriede Jelleneck gesprochen?
00:09:04: Werden sie ihr erzählen und wie haben sie die Premiere erlebt.
00:09:09: Unter Tieren heißt er das Stück!
00:09:11: Ja, am Donnerstag bin ich bei ihr zu Besuch und ich werde davon erzählen auch von unserer Tagung für unsere Festspiele Academy weil wir ja da auch dieser Spannungsverhältnis Elfriedee Jellennecks-Halsburger Festspieler zentral uns angeschaut haben und diskutiert haben.
00:09:27: Die Premiere war für mich eine Art von Event zu angelegt, auch von der Inszenierung her.
00:09:33: Von diesem ganzen Drumherum also dass diese Pernerinsel als Ort auch einbezogen wurde.
00:09:39: Ja mir war die Form eigentlich sehr vertraut.
00:09:42: das ist eine Form die Nikola Stehmann ja schon öfters verwendet hat begonnen bei den Kontakten des Kaufmanns.
00:09:48: Es ist eine Möglichkeit, mit jenen Texten umzugehen.
00:09:51: Eine Möglichkeit halt das sehr wie eine Revue zu veranstalten, sehr angereichert mit sehr viel Materialien und Video anderen Texten mit Musik.
00:10:03: Das wird ein Spektakel daraus etwas was wahrscheinlich sehr stark auf das Publikum zugeht, das Publıkum ja auch bewusst adressiert und einbezieht.
00:10:11: Ja es ist ein sehr schwieriger Text finde ich.
00:10:14: Also, ich habe ihn mir erarbeitet und es ist eine Möglichkeit auch gerade dieses Thema von Kapitalismus, Verwertungsgesellschaft einfach in interessanter Form auf die Bühne zu bringen.
00:10:27: Bei einem Künstlergespräch für die Freunde der Salzburger Festspiele habe Ich mit Nikola Stemann dem Regisseur der Uhr-Aufführung von Elfrieda Yellenick Stück untertieren bei den diesjährigen Salzburger Fechtspielen und Caroline Peter seine Schauspielerin in diesem Stück gesprochen.
00:10:43: Nikola Stehmann gilt als Jelene Kenner und als ein Experte, der ihre Stücke auf die Bühne bringt.
00:10:49: Mindestens elf Theaterstücke hat er bereits inszeniert – darunter die Kontrakte des Kaufmanns.
00:10:55: Dieses Theaterstück sieht er als Vorläufer des neuesten Berges untertieren.
00:11:00: Inhaltlich vor allem.
00:11:02: Also Kontrakten des Kaufmanns.
00:11:03: da ging es auch um verschiedene Wirtschaftskandale, österreichische, meine Skandal, meine Bank, BAWAK….
00:11:12: Und dann kam der Lehman-Crash, nachdem sie eigentlich große Teile des Stückes fertig hatte.
00:11:16: Dann kam man nicht um hinzudenken, dass dieses Stückenkommentar zu der Wirtschaftskrise ist.
00:11:22: und als das haben wir es auch gemacht, da zum ersten Mal diese Form gesetzt hat ja so ein bisschen was für eine Aktionärsversammlung.
00:11:29: also die Gänge beschalt werden, dass man rausgehen kann.
00:11:32: bei Aktionäresversammlungen müssen ja selbst auf den Toiletten muss der Text höherbar sein Die geht halt immer weiter und die Pausen werden individuell eingelegt usw.
00:11:43: Und ich wollte formal da immer wieder anknüpfen, nachdem ist dieses Stück inhaltlich tatsächlich der Anknüft.
00:11:50: also es geht wieder um sehr viele Wirtschaftskandale an denen in irgendeiner Form auch immer Österreicher beteiligt sind egal wie global die sind Wirecard oder Denko und aber verschiedene andere Containerskandale.
00:12:03: Aber ist Friede
00:12:04: Jelenek legt die Finger in die Wunde?
00:12:06: Legt die Fingernwunde findet dann auch
00:12:08: wirklich
00:12:09: eine ganze Menge, recherchiert die auch ziemlich gut diese Skandale Und deswegen kann man das auch lesen wie so ne Chronik was seither geschah.
00:12:17: Also man hätte ja denken können dass dann vielleicht ein Umdenken stattfindet nach der Wirtschaftskrise.
00:12:24: Und wenn man sich jetzt anguckt, okay das ist alles nach zwei tausend neun.
00:12:27: Diese ganzen Skandale sind nach zwei Tausend Neun haben die stattgefunden da hat kein Umdenken stattgefundet.
00:12:33: also es ist immer noch so dass die Menge der Werte die gehandelt werden um so ein Vielfaches die Menge der realen Werte übersteigt, die es in der Welt gibt und dass das alles nur passieren kann.
00:12:43: Es kann nur weiter wachsen wenn enorme Ausbeutung stattfindet – in alle Richtungen, in alle Dimensionen, in Richtung der Zukunft, die jetzt schon für Rendite ausgesogen wird indem man einfach in Kauf nimmt, dass man völlig zerstörten Planeten hinterlässt.
00:12:59: in Richtung der Vergangenheit, auf die die KI sicher irgendwie stürzt und so.
00:13:02: Der ganze Kulturschatz alles was angehäuft ist ein Wissen jetzt da irgendwie verwertet wird und ausgesogen wird.
00:13:09: Und das ist inhaltlich das Grundthema des Stücks
00:13:12: und
00:13:13: darin ist es der zweite Teil.
00:13:14: Frau Peters, dass wir dir auch besonders in der Schweintchenszene evident wie alles zur Ware geworden ist.
00:13:21: Die Schweine werden geschlachtet und empfinden, dass sie Ware sind.
00:13:28: Was zeigen Sie hier?
00:13:29: Was ist das für ein
00:13:31: Prozess?".
00:13:32: Das ist einfach ein ganz toller inhaltlicher Move von Elfriede Heleneck, dass sie die Schweine und die Kühe über sich als wahre Reden und Nacht denken lässt.
00:13:40: Weil sie den Tieren damit ja auch eine Würde zurückgibt, dass die nicht in der Position sind, in der wir Menschen sie behandeln nämlich ihr seid Kreaturen, die weit unter uns stehen und deswegen haben wir gar kein Problem damit Gewalt auf euch anzuwenden in welcher erdenklich brutalen Form auch immer Weil wenn die das selber wissen, dass es so ist.
00:14:01: Wenn die Mitwisser sind von der Gewalt, die wir an ihnen anwenden dann ist es eigentlich noch viel schockierender als wenn ich etwas mal trittiere was gar keinen Bewusstsein und keine Seele und sowas hat und ich finde die beide sehr gut konzipiert.
00:14:15: Das sind ganz besonders lange Texte, wie ganz viele Aspekte davon eben noch mal ins Bewusstsein rufen.
00:14:22: auch was ist überhaupt nicht Industrie?
00:14:24: Was passiert eigentlich mit der Milch um den Zucker der da rein?
00:14:27: also es hat so viele Aspekte auf dem die Futures oder das Schweinebäuche besonders stark gehandelt werden an Börsenkursen was mit zu sagen haben und dass das doch eben Lebewesen sind.
00:14:38: und ich bin jetzt kein radikaler Veganer oder sowas, aber ich finde es eben Unterschied ob das eine Massenware ist.
00:14:46: Oder anders behandelt wird er sich tatsächlich einen Unterschied.
00:14:50: und hier das arbeitet sie in ganz vielen Aspekten heraus indem Sie diesen Tieren einer Stimme und eine Würde gibt tatsächlich.
00:14:58: Die Auseinandersetzung mit den Texten hat das Ihr Verhältnis zu Tieren verändert?
00:15:04: Ja, ich habe eigentlich überhaupt kein Verhältnis zu Tieren.
00:15:06: Ich hatte nie Haustiere, ich hatte noch nie einen Hund oder ich reite nicht oder irgendwie so... Ich hab da ganz wenig Berührung außer eben genau wie sie das Stück anfängt dass man die Tauben auf seinem Fensterbrett beobachtet und auch erst seit der Pandemie wenn ich ehrlich bin und da hatte ich genau das Erlebnis mit diesem Pikety-Pikety ewig am Schreibtisch gesessen habe, weil ich sonst nix zu tun hatte.
00:15:29: Und eben auf dem Fensterbrett von meinem Fenster waren diese Daken angebracht und die sie auch beschreibt in dem Stück um das die Tauben aber immer so drum rumgegangen sind.
00:15:41: Und auch einfach ziemlich laut.
00:15:43: Die sind ja nicht leise oder Taktak-Taktack und irgendwie so vorbei und man guckt die dann so an ist so was macht ihr hier?
00:15:49: nervt total?
00:15:50: Und die gucken wir mal nur zurück so meine Stadt.
00:15:53: Kannst du mir gar nichts sagen?
00:15:55: Und da war das auf einmal, dass man so eine Kommunikation hat.
00:15:58: Also ich fand es super, dass sie diesen Ansatz wählt!
00:16:00: Dass man eben mit Tieren, wenn man mit denen kommuniziert ja, wo man anders kommuniziert als unter Menschen weil wir eben ja ne Sprache erfinden müssen um uns gegenseitig zu deuten und zu lesen.
00:16:14: Die deuten ein eindeutig und die haben auch einen eindeute eigenen Leben und ne Sicht auf uns und ne Umgang mit uns.
00:16:23: Die Germanistin und Theaterwissenschafterin mit einer außerordentlichen Professur für neuere deutsche Literatur, tut mit ihrem Team durch die Welt.
00:16:32: Vernetzt die verschiedenen Einrichtungen, die zu Elfriede Yellenek forschen.
00:16:37: Da drängt sich die Frage auf wie man in den verschiedenen Sprachen mit den Yelleneg-Texten umgeht?
00:16:43: Das ist eine große Frage!
00:16:45: Und das fragt sich Elfriedi Yellenec immer selbst auch – Wie kann Diese Sprache, die ja sehr klanglich ist, die sehr mit Sprachspielen arbeitet.
00:16:54: Mit Rhythmus arbeitet, mit Intertexten und Zitate weiter deformiert bearbeitet.
00:17:01: Wie kann man das eigentlich übertragen in eine andere Sprache?
00:17:04: Im Grund genommen müsste man sagen es geht überhaupt nicht!
00:17:08: Wir machen seit zwanzig Jahren so ein Art Verzeichnis der Übersetzungen von Jelenex Werken globale Dimensionen, ich weiß jetzt gar nicht wie viele Sprachen.
00:17:18: Ich glaube wir haben einmal gezählt das sind sicher dreißigvierzig Sprachen.
00:17:20: ja es ist eine riesige Liste und ich glaube jeder Versetzerin muss seine eigene Form dafür finden.
00:17:28: Man muss möglicherweise auch diese Sprachspiele mit eigenen kulturellen Kontexten neu schaffen.
00:17:35: Also, eins zu eins die Übersetzten funktioniert nicht.
00:17:38: Wir haben das gemerkt in China wo das versucht wurde und natürlich total gescheitert ist.
00:17:46: Ich habe zum Beispiel nach dem Nobelpreis das Gesamtwerk von Jelenegg in kürzer Zeit versucht zu übersetzen.
00:17:52: Sie haben Gott sei Dank Kinder der Toten nicht übersetzt weil es wirklich das schwierigste Werk.
00:17:56: Aber ich glaube, man kann sehr kreativ sein.
00:17:59: Und wir merken auch mit dieser internationalen Reihe dass diese Themen und auch die Verarbeitung dieser Themen eigentlich überall einen Art von Nerftreffen.
00:18:09: Wir haben gerade in dieser Reihe jetzt das Thema Demokratie, antidemokratische Entwicklungen, auch die Position von Frauen innerhalb dieser neuen politischen Entwicklungen.
00:18:22: Das ist überall ein Thema und unser Ansatz ist auch diese verschiedenen Länder, die ja auch sozusagen auch verschiedene Kontinente sind.
00:18:30: Auch miteinander zu verbinden und den Dialog zu bringen.
00:18:34: Das heißt das sind jetzt nicht so Einzelveranstaltungen an bestimmten Orten sondern wir schalten immer aus anderen Ländern Leute dazu oder es reisen auch Leute an sodass wir eigentlich einen globalen Austausch haben über diese aktuelle Thematik und wie Jelene quasi in dem einen Land wirkt und in dem anderen und wie das vergleichbar ist.
00:18:54: Wenn Sie jetzt zum Kulturforum nach New York reißen, wird die Veranstaltung in deutscher oder englischer Sprache sein?
00:19:03: Das ist auch eine große Frage!
00:19:04: Es gibt viele logistische Überlegungen.
00:19:07: Die erste Überlegung sind immer die Zeitzonen.
00:19:11: Wie schalten wir Leute zusammen?
00:19:13: Das funktioniert manchmal, manchmal funktioniert es gar nicht.
00:19:16: Dann nehmen wir zum Teil die Sachen schon per Video auf und spielen sie ein.
00:19:20: Manchmal ist es eine Videokonferenz.
00:19:22: Wir haben auch immer Livestreams.
00:19:23: Man kann alle diese Veranstaltungen im Live verfolgen.
00:19:28: Und die Sprache der Sprache ist entscheidend.
00:19:33: manchmal gebeten von der Kultur vorn ist, bewusst auch in der Landesprache zu machen.
00:19:38: Da haben wir zum Teil simultan Übersetzungen, zum Teil haben wir auch Vorträge in den Landesprachen von den Expertinnen dort – wir kommen ja auch überall unsere internationalen Partnerinnen oder es ist auch auf Deutsch.
00:19:50: also das sind ja zum Teil Germanistinnen und Germanisten ein wichtiger Punkt immer am Abend haben wir ein künstlerisches Programm noch.
00:19:59: Also das ist sozusagen ein ganzer Tag, wo wir auch einen Grundmuster haben was der Stadt findet.
00:20:06: und am Abend ist etwas Künstleriges.
00:20:08: und da versuchen wir zum Beispiel im Polen haben wir das versucht eine österreichische Arttoren Rafaela Edelbauer mit einer polnischen Arttore in Dialog zu bringen und das wird aber dann zum Teil auch denn übersetzt.
00:20:20: also das muss bei jeder Veranstaltung mitgedacht werden.
00:20:24: Oder macht man es englisch, weil alle Englisch können.
00:20:27: Aber wir haben für jeden Programmpunkt sozusagen schon ein Motiz.
00:20:31: Welche Sprache das dann ist?
00:20:33: Das Gesicht und die Augen von Pia Janke Leuchten
00:20:37: –
00:20:37: Sie haben ja auch in Salzburg gesagt!
00:20:40: Das macht Freude, das macht Spaß.
00:20:43: Es steckt ja wahnsinnig viel Arbeit dahinter.
00:20:45: Sie sind Gründerin des Instituts.
00:20:48: Wie viele Mitarbeiter Ihnen haben sie jetzt?
00:20:52: Ja, also im Moment sind es vier fixe Mitarbeiterinnen.
00:20:55: Also das ist im Moment die Konstruktion auch glaube ich sehr interessant.
00:20:59: Wir sind ein inter-universitäres Zentrum einerseits in der Universität Wien andererseits die MOOC, Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien Und das sind beide Universitäten an denen Ellenek studiert hat.
00:21:11: Die MOOC war früher das Konservatorium Da hat sie ja Musik studiert
00:21:16: und ist Organistin
00:21:17: auch?
00:21:17: Genau!
00:21:17: Organistina und Kavir hat sich studiert Der Abschluss ist dort gewesen und an der Universität Wien hat sich auch Theaterwissenschaften- und Kunstgeschichte studiert.
00:21:26: Das heißt, die Konstellation ist eigentlich eine Wissenschaftsunistät und eine Kunstunistät wirken zusammen – es geht auch immer um diese Vernetzung von Wissenschaft und Kunst bei uns!
00:21:37: Und wir haben zwei Mitarbeiterinnen quasi, die an der MOOC angestellt sind und zwei an der.
00:21:43: Und wir sind aber alle hier zusammen in der Hofburg und haben dann auch noch zusätzlich freie Mitarbeiterinnen, Praktikantinnen.
00:21:51: Also zur Zeit sind wir für zehn Leute!
00:21:54: Wir haben auch viele Internationale Gäste, Stipendiatinnen, Leute die recherchieren, forschen – wir haben ja zugleich ein großes Archiv auch.
00:22:03: Das heißt es ist sehr lebendig und wir arbeiten vor allem stark mit Kunstinstitutionen zusammen, mit Künstlern und Künstlern.
00:22:12: zum Beispiel haben wir eine Veranstaltung mit den Festwochen gehabt.
00:22:16: Jetzt kommt eine Veranstalte mit dem Burgtheater, zum achtzigsten Geburtstag.
00:22:20: Wir kooperieren mit Wien-Modern und Musikverein.
00:22:23: Da gibt es auch einen großen jährlichen Geschwerpunkt.
00:22:25: Und auch in den Salzburger Festspiele waren wir auch präsent... Also das ist eigentlich eine große, große Plattform die auch international stark präsend und vernetzt ist.
00:22:36: aber es war sehr anstrengend großer Kampf, das aufzubauen.
00:22:41: Über diese zwanzig Jahre ist es quasi organisch gewachsen eigentlich aus einer studentischen Geschichte weil ich gesagt haben, wir machen mal keine Prose mehr nacharbeiten.
00:22:51: Sondern wir machen gemeinsam ein Buch!
00:22:53: Sie sind Germanistin?
00:22:54: Ich bin Germanistiner und habe Germanistinskienterat der Wissenschaft studiert.
00:22:57: Und ich hab mich über Festspiele erhabilitiert deswegen auch meinen Bezug zu Festspielen.
00:23:01: Ich habe eigentlich über Handge den zweiten großen Nobelfreisträger meine Dissertation geschrieben und bin dann eigentlich durch Zufall zur Gelände gekommen.
00:23:10: also es geht bei mir immer um Wissenschaft und Kunst Tag mit Künstlern im Künstleren zusammenzuarbeiten.
00:23:18: Ja, das ist eigentlich möglichst lebendig und nahe sozusagen am Geschehen auch ist.
00:23:25: Nun gibt es mit den Salzburger Festspielen eine Geschichte?
00:23:29: Und Elfrieda Yellenek, Sie haben das Heuer auch wieder thematisiert.
00:23:34: Auch Nikolaus Stehmann hat im Künstlergespräch für die Freunde der Salzburger Festspiele gesagt.
00:23:41: Yellenegg hat gezögert, denn sie hatte ja eigentlich einen Boykott gegen die Salzburger Festspiele ausgerufen und wollte damit nichts zu tun haben.
00:23:52: Die Meinungen gehen ein bisschen auseinander, sie hatten Frau Rabel Stadler – die langjährige Festspielpräsidentin auch eingeladen – versucht zu beweisen, dass es der Wind war weil das Plakat vor einer Dachrinne gehangen sei.
00:24:09: Was gibt's dazu zu sagen?
00:24:12: Ja, man muss dazu wissen, dass es in den großen Schwerpunktsäle Friedigeline gegeben hat.
00:24:17: Das war damals in der neu gegründeten Reihe Dichter zu Gast – das war in der Intendanz von Gérard Motier, Schauspielchef über Nagel und es war eigentlich bis heute der größte Schwerpunkt zu einer Frau überhaupt in der Geschichte der Festspiele.
00:24:33: Und es war zum ersten Mal, dass ein Text einer Frau aufgeführt wurde bei den Festspielen.
00:24:38: Also die erste Mal ein Datastück von einer Frau bei den Festspielen.
00:24:43: Wir haben uns sehr intensiv mit diesem Schwerpunkt beschäftigt, wir haben ihn auch dokumentiert, wir waren aufgearbeitet und wir haben festgestellt dass er eigentlich enorm zukunftsweisend war.
00:24:53: Innovativ war von den Formaten eine Frau, die ins Zentrum der Festspiele gerückt wurde.
00:24:59: Sie konnte damals einladen, sie hat die sichtbar gemacht, die sonst keinen Ort gehabt hatten bei den Festspielen.
00:25:05: Das heißt das ist auch einen Anspruch der eigentlich zukunftsweisend ist und es war Schwerpunkt, der damals sehr umstritten war.
00:25:14: Skandalisiert wurde, kritisiert wurde von unterschiedlichen Gruppierungen und es hat damals einen Leserbrief gegeben vom Weibischof Laun, der sich sehr abfällig darüber geäußert hat auch über dieses Plakat das da hängt an der Wand des Festspielhauses und dass sie quasi im besten abreißen soll.
00:25:32: und plötzlich war dieses Plakat weg!
00:25:35: Und dann hat es verschiedene Erklärungsversuche gegeben.
00:25:39: Der offizielle Erklärungssuch war, dass das ein Sturm war, der das Plakat an der Fassade gerissen hat.
00:25:45: Haben Sie mit Elfriede Jelinek zu Salzburg zur Uraufführung von Untertieren schon gesprochen?
00:25:52: Sie sehen sie nächste Woche aber ich gehe einmal davon aus, dass sie im Vorfeld schon mit ihr darüber gesprochen haben.
00:25:59: Ich habe sie bar mal besucht in diesem Jahr.
00:26:01: Ich hab immer wieder darüber gesprochen über Salzburg ... die Urführung.
00:26:05: Ich habe ja jetzt nur per E-Mail kurz berichtet, auch von unserer Festspiele Cademy und ich glaube es gibt ein großes Spannungsverhältnis zwischen Yellenegg und den Festspielen.
00:26:15: nach wie vor ist,
00:26:16: glaub' ich schon!
00:26:24: für sich beschlossen.
00:26:25: Und das war also vor zwei Jahren, habe ich hier ja Uristie gemacht und als die Anfrage kam aus Salzburg ob ich was machen wollte, hab' ich Elfriede gefragt, ob sie nicht Lust hat etwas zu schreiben und da hat's ihm das abgesagt.
00:26:37: mehr und gesagt so bei aller... einem Interesse für mich, was zu schreiben und dass ich ein Stück von ihr mache.
00:26:42: Sie hat halt diesen Salzburg-Boykott und bestimmten Prinzipien muss man doch treu
00:26:45: bleiben.".
00:26:46: Natürlich ist Yellenegg jetzt etabliert, sie ist die Nobelpreistregel und es wäre eigentlich selbstverständlich das in Salzburg ihren Ort hat.
00:26:52: nur
00:26:53: auch unsere Recherchen haben schon auch dokumentiert und das war auch das Thema unserer festspiele Academy dass Frauen bei den Festspielen überhaupt keine Selbstverständlichkeit sind und, dass die Festspiele trotz allem immer noch stark – also das ist unsere Befund auch aufgrund unserer ganzen Analysen – stark gratirikalisch geprägt sind.
00:27:15: Von der Gründung bis heute und dass man bislang eigentlich kaum ein Bewusstsein entdeckt diese Dinge aufzuarbeiten und auch Frauen mehr ins Zentrum zurück.
00:27:26: Also wir haben ja auf unserem Gaber quasi eine Statistik, auf der man sieht das siebenundneunzig-kommasieben Prozente Werke die bei den Festspielen bislang aufgeführt wurden von Männern Stahmein und nur zwei Komma drei Von Frauen.
00:27:40: Bei der derzeitigen Festspielleitung ist man sich dessen bewusst.
00:27:43: Karen Bergmann, Intendantin für die Jahre twenty-six und zwanzigzwanzig siebenundzwanzi – Sie wird auch das Programm für zwanzichachtundzwanzig vorbereiten handelt daher und wird bereits im kommenden Jahr verstärkt Regisseurinnen einladen, Theaterinszenierungen zu übernehmen.
00:28:01: Der Anfang ist also gemacht!
00:28:04: Gehen wir aber nun zurück zu Elfriede Helleneck und ihrer Musikalität der Sprache.
00:28:09: Diese ist nicht zuletzt auf ihre Ausbildung zur Pianistin und Organistin zurückzuführen, außerdem verbindet sie mit der Komponistin Olga Neuwert eine enge Freundschaft.
00:28:19: Können Sie darüber ein bisschen erzählen?
00:28:22: Ja da kann ich viel erzählen.
00:28:23: das war auch lustigerweise mein Ansatz bei Elfriedi Hellenecks.
00:28:26: Ich war ja vorher Musik-Data-Tramaturgin an der Staatshop in Deutschland dann In meiner ersten Universitätszeit immer noch Beiträge für Programmhefte geschrieben, wurde auch gefragt über die Festwochen damals.
00:28:41: Was ich gerne möchte hat ein paar Werke zur Auswahl und ein Werk war damals Bélam's Fest.
00:28:47: Fahrt vorher schon bereits zusammengegeben aber es war die erste größere Oper auch zwischen El Fridielenek und Olga Neuwert und ich habe damals über das Libretto eben fürs Programm auf deinen Beitrag geschrieben und dadurch ist auch keine Kontakt zu jenem Neck entstanden, also eigentlich über diese in Beschäftigung mit Olga Neuwert.
00:29:04: Und das Spannende ist, dass sie sehr lange jetzt nicht zusammengearbeitet haben – auch im Kontext des Salzburger Felsspieles war ein gemeinsamer Opa ja geplant, so eine Anton Giovanni-barer Phrase die dann gescheitert ist, die war für Salzburg-Sex geplant.
00:29:23: und jetzt gibt es wieder eine Zusammenarbeit, die wir auch in New York jetzt vorstellen werden.
00:29:28: Und zwar Monsters Paradise.
00:29:30: heißt das – es ist eigentlich eine Oper über Trump, eine groteske satirische Oper und wie haben gesagt wen?
00:29:38: Dann müssen wir das in New-York präsentieren!
00:29:41: Wir werden einen kurzen Ausschnitt zeigen und wir haben ein Gespräch schon im Vorfeld aufgenommen mit Tobias Grazer dem Regisseur der Oper.
00:29:49: Ja und das ist natürlich total spannend wenn zwei Frauen so politisch präsente Musiktheaterwerk schreiben.
00:29:58: Also diese Kombination, zwei Frauen dieses Thema und eine neue Form auch des Musiktheaters.
00:30:05: ich glaube das was aufregenderes gibt es fast nicht.
00:30:08: Wo
00:30:08: wird das aufgeführt?
00:30:10: Die Urführung war schon die Urführungen in Hamburg Anfang des Jahres.
00:30:14: Sie wurde dann übernommen nach Zürich Und sie kommt nächstes Jahr nach Graz.
00:30:20: Ich meine jetzt in New York?
00:30:21: In New York.
00:30:22: Nein, also aufgeführt wird es nicht!
00:30:23: Wir werden das per Video nur zeigen leider... Also es wird im Rahmen dieses Helleneck-Tagst quasi die Abendveranstaltung sein, dass wir kurze Ausschnitt zeigen, dass dieses Video mit Tobias Grazer eingespielt wird und dass wir dann ein Gespräch mit einem armenkanischen Helleneckexperten und einer Expertin, die von uns mitreißt, dann so ein Gespräch führen darüber.
00:30:44: Im Abraham Haus.
00:30:46: Genau Genau, in diesem österreichischen Kulturfonds.
00:30:48: Sie reisen weit?
00:30:50: Sie reißen viel?
00:30:51: Wie finanzieren sie sich?
00:30:52: Also ich persönlich reise nicht überall hin!
00:30:55: Das wäre mir viel zu anstrengend.
00:30:57: Ich war ein Warscher und bin Paris.
00:30:59: Ich will mich zuschalten dann auch online... Ja wie finanziert wird das?
00:31:02: Das ist natürlich eine große Frage.
00:31:03: Wir haben ein Budget von den Universitäten für Veranstaltungen aber da sprengt jeden Rahmen.
00:31:10: Es müssen ja diese Flüge bezahlt werden die Aufenthalte bezahlt Und freulicherweise kooperieren wir mit der Sektion für Auslandskultur im Ausministerium und haben da eine Extrafinanzierung für diese Reihe bekommen, was natürlich sehr erfreulich ist.
00:31:26: Wir kooperiern mit den österreichischen Kulturforen das heißt es findet immer vor Ort auch statt und wir haben auch eine Eröffnungsveranstaltung im März hier gemacht in Kooperation mit der Auslandskultur.
00:31:39: Das heißt, das ist unsere Finanzierungsquelle vor allem für diese Veranstaltungsreihe.
00:31:45: Nun
00:31:45: sind Ihre Themen sehr politische Themen.
00:31:49: Es sind Zeitgeistthemen es sind feministische Themen und es sind sehr stark – Sie haben es schon gesagt – Themen die die Demokratie betreffen.
00:32:03: Waren da immer Themen von Elfriede Jelinek?
00:32:08: Ja, also ich glaube Elfrieda Jelineck man kann sie fast als Seismografin bezeichnen.
00:32:13: Also das beginnt in den Siebziger-Achtzigerjahren.
00:32:18: großen politischen Themen fast seismografisch verweggenommen.
00:32:23: Ja, es hat begonnen schon Anfang der Achtzigerjahre zum Beispiel sich mit dem... Mit der Verdrängung des Nationalsozialismus zu beschäftigen.
00:32:31: das war ja eigentlich erst bei Waltheim dann in österreichem Thema also ist sechsohnachtzig oder achtundachtzig war Helschenplatz aber sie hat's schon Einenachtzig, Zweihrenachtzig gemacht.
00:32:40: Also man kann eigentlich so Achtzig und Neunziger Jahre Die Geschichte Österreichs verfolgen anhand der Texte von Jelenek.
00:32:47: Womit hat sie sich beschäftigt?
00:32:48: Im Aufstieg der FPÖ, was ich den Morden von Oberwart mit Jörg Heider.
00:32:55: und das Spannende ist seit ungefähr zwei tausend, zweitausendzwei, zweitausendtrei ... hat sie alle großen globalen Konflikte auch thematisiert.
00:33:04: Also das geht vom Irak-Krieg über die Wirtschaftskrise, Migration und jetzt diese intensive Auseinandersetzung mit diesem neuen Faschismus mit neuen antidemokratischen Entwicklungen.
00:33:17: Das heißt da gibt es natürlich eine große Linie schon von den Achtziger und Neunzeiger Jahren bis heute.
00:33:23: aber sie thematisiert sozusagen die globalen Verwerfungen in die Globalen Krisen Und deswegen haben wir auch dieses Thema gewählt.
00:33:31: Wie macht sie das?
00:33:33: Und bei ihr ist es aber nie sozusagen nur eine oberflächliche journalistische Auseinandersetzung, sondern sie bindet das eigentlich immer rück an großer historischer Dimensionen und auch ästhetische Formen die von der Antike also z.B.
00:33:47: chorische Form ein Botenbericht.
00:33:49: Also traditionelle... dramatische Formen, die sie neu prägt und diese Schichten, die dann in so einem Werk drin sind.
00:33:57: Diese Intertexte, die sich verarbeitet... Das macht das halt dann auch so vielschichtig und so anregend, sich damit auseinanderzusetzen.
00:34:07: Woran
00:34:07: arbeiten Sie jetzt für ...
00:34:11: ja wir müssen mal schauen dass wir diese internationalen Reihe hier wirklich zu einem guten Ende bringen, dass wieder bis Dezember gehen.
00:34:18: Wir haben auch noch einen Nachwuchsworkshop, wir haben am XXIII.
00:34:21: Oktober eine Veranstaltung hier in Burgtheat im Casino also so eine eine Veranstalten zum Geburtstag Und das läuft parallel, aber es ist eigentlich der totale Fazit.
00:34:32: Wir sind in der Schlussphase eines großen Portals, das heißt Jelenik Online und das ist eine Dokumentation des Gesamtwerks an der Gesamtrezeption von Elfriedi Jelenek – eine Art Bibliografie, alle ihre Werke.
00:34:46: Sie hat hier ein monumentales Werk Theaterstücke Romane, Drehbücher ... Librette über achthundert Essays und in diesem Portal werden die alle verzeichnet sein.
00:34:56: Alle Übersetzungen, alle Aufführungen, die gesamten Sekunde der Literatur aber alles in kommentierter Form.
00:35:01: das heißt wir schlüsseln alles inhaltlich auf jedes Interview wird aufgeschlüsselt.
00:35:06: Alles wird vernetzt miteinander wie eine Datenbank aber ganz einfach zu bedienen wie eine große Webseite im Grund genommen Und das ist ein Projekt da arbeiten wir auch schon eigentlich Jahrzehnte dran.
00:35:17: Wir haben zweimal schon das Buch von heraus gebracht Aber jetzt ist es dann wirklich online, weltweit verfügbar und da werden wir wahrscheinlich im Frühjahr fertig werden.
00:35:28: Elfriede Yellenek hat ja die postdramaturgische Theaterwelt mitbegründet ins Leben gerufen.
00:35:36: Was
00:35:38: würden Sie sagen als Germanistin?
00:35:40: Heißt das auch für die Theaterwelt, was heisst das möglicherweise für das Land Österreich und unsere Sprache.
00:35:48: Ich glaube Erhard Friedrich Helleneck hat nicht nur die Dramatik neu gefasst indem sie diese sogenannte Textflächen schreibt wobei ich sehr vorsicht bin mit diesen Begriffen weil in ihren Texten eigentlich die gesamte Dramantradition drinnen ist.
00:36:07: Also das geht eben von dem antiken Drama über, sie hat sich sehr stark mit dem klassischen Drama beschäftigt.
00:36:13: Mit dem bürgerlichen Drama und mit dem Volkstheater.
00:36:15: Das ist alles in dieser dramatischen Form drinnen aber sie hat auch die Theaterästhetik entscheidend mitgeprägt, die Theater-Aesthetik der nächsten zwanzig dreißig Jahre weil man sich zu diesen Texten verhalten muss.
00:36:28: Man muss eine neue Form springen zentrale Regisseure wie Nikola Stehmann oder eben einer Schleif, Christoph Schlingensief.
00:36:38: Alle großen Theaterpersönlichkeiten haben sich abgearbeitet aus Syvila und haben dadurch auch die Theaterestätik eigentlich weitergebracht und weitergeführt.
00:36:51: für Österreich Weiß ich nicht.
00:36:54: Es steht sicher auch in starken österreichischen Traditionen, der Sprachkritik ist das folgste Art des satirischen Literatur.
00:37:06: Man kann starke Bezüge von Neströber Karl Graus über Bachmann zu Helleneck herstellen.
00:37:11: Dann hat sie leise gesagt ihr letztes Stück möchte mit Tieren im Zusammenhang sein und den Tieren spielen?
00:37:22: Ist es das letzte Stück?
00:37:25: Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gehört habe.
00:37:29: Also es ist hundertprozentig nicht das letzte Stück!
00:37:31: Ich glaube, weil Friedrich Heleneck hat inzwischen schon wieder ein bis zwei neue Stücke geschrieben.
00:37:36: Ja vielleicht sagt sie das mal ab und zu aber... Nein, also sie schreibt weiter.
00:37:42: Es sind wirklich große, große Werke die laufen entstehen und unsere Aufgabe ist immer hinterher zu sein und die versuchen all das quasi zu dokumentieren.
00:37:53: Und danke Ihnen sehr für das Gespräch und wünsche Ihnen wunderschöne Reisen!
00:37:56: Ja
00:37:57: vielen Dank, dankeschön!
00:38:07: Insofern wird Juliana nöstlinger.