00:00:06: Eine Produktion, die mir besonders am Herzen legt.
00:00:08: Das ist die Aufführung der Oper Françoise d'Assis von Olivier Messier.
00:00:31: von Olivier Mission in der Felsenreitschule im Festspielsommer, die zu einem großartigen Erfolg wurde.
00:00:40: Hören wir Markus Hinterhäuser, der das Programm dieses Festspielsommers vor seiner erzwungenen Beurlaubung zusammengestellt hat.
00:00:48: zur Oper Saint-François.
00:00:50: Das
00:00:51: ist ... Das einzige Werk, das Olivier Messin für die Oper geschrieben hat.
00:00:55: Und es ist ein gewaltiger Akt des Glaubens an Gott.
00:01:01: Messin überführt hier die individuelle romantische Liebe in eine vollkommen andere Sphäre der Transcendenz und Spiritualität.
00:01:10: Messir entwirft in dieser Oper in acht Bildern das Leben und die spirituelle Entwicklung von Franziskus.
00:01:18: Und jeder Akt Dieser Oper kombiniert in einem Wunder.
00:01:22: Der Höhepunkt des ersten Arktes ist die Heilung des Aussätzigen und Verwandlung des Menschen Franziskus zum Heiligen.
00:01:31: Der zweite Akt zeigt die spirituelle franziskanische Gemeinschaft, findet den Höhelpunkt in der berühmten Predigt an die Vögel.
00:01:41: Die Vögle, deren Gesang dieser heilige Franziskuss auf ganz wundersame Weise versteht.
00:01:49: Dritter Akt ist besonders, weil in diesem dritten Akt überwindet Franziskus die Grenzen des Menschen.
00:01:57: Er empfängt das Diegmatar, er stirbt und wird auferweckt.
00:02:01: Und erfährt am Ende dieser immensen spiritualen Reise, der er unternommen hat, erfährt ein neues Leben.
00:02:08: Und es interessiert sich sehr für die Spiritualität des Franziskos und seine Fähigkeit in allem Das wäre, Gottes zu erkennen.
00:02:19: In allem was die Schöpfung ausmacht und auch für seine Möglichkeit in allem im Tod, im Leid, im Aussätzigen das Eintritts-Gottes zu erkennen.
00:02:28: Am Ende weitet sich ja die Liebe von Franziskus zur Schöpfung geradezu ins All, in die Sterne, in den Himmel, in Stille, in Windien aus.
00:02:37: Das ist ein großer Moment in dieser Europa, das Ende.
00:02:40: Und es gibt einen anderen Aspekt in dieser Oper der nicht nur interessant ist sondern ganz wesentlich ist Und das sind die Vögel in dieser Opern.
00:02:50: Der Gesang der Vögle, der für Messia weit mehr ist als nur ein Naturklang!
00:02:55: Für Messia ist der Gesang des Vögles der direkte Vermittler zwischen Erde und Himmel.
00:03:01: Für Messias ist der gesang der vögle einen Resonanzraum der Wirklichkeit Gottes.
00:03:07: Vielleicht ist es sogar das Symbol des göttlichen überhaupt.
00:03:12: Sphärenklänge begleiten Franziskus auf seinem Weg in den Himmel.
00:03:16: Er hat sich all seiner Kleider entledigt, sich seiner Herkunft entsagt, seinen Ekel vor Libra kranken mit einem Kuss überwunden.
00:03:24: Der Regisseur Romeo Castellucci hat für das radikale Leben des Ordens Gründers Franziskus eine packende Inszenierung auf der Bühne der Felsenreitschule gebracht.
00:03:34: Klar, seine Formeln sprach kraftvoll das intensive Rot neben der Farbe weiß.
00:03:40: Beherzt verteidigt Romeo Castelloce die Würdekreatürlicher Erbärmlichkeit.
00:03:46: Der Schauplatz seiner Inszenierung ist das dreizehnte Jahrhundert jenerzeit in der Franz von Assisi lebte.
00:03:53: Wer war nun dieser Mann?
00:03:58: Nun zur Frage, wer ist Francesco eigentlich.
00:04:03: Das ist eine Frage die man sehr konzentriert eigentlich beantworten müsste und wofür man auch ziemlich viel Zeit haben müsste, die wir jetzt nicht haben diese Zeit.
00:04:13: Aber man kann sagen, dass Franziskus sich selbst nicht als Heiligen betrachtet hat.
00:04:20: Also San Francesco – das ist eigentlich erst später gekommen, denn Francisco selbst oder Franziskos hat sich als Mensch gesehen was generell die Erfahrung betrifft, die der Heilige Franziskus quasi mit sich bringt.
00:04:36: Was ist da interessant?
00:04:37: Es ist seine Sicht auf die Welt, weil das hat er den Körper für sich entdeckt und diese Details sind wichtig!
00:04:49: François Dassis macht seinen Körper zum Politikum, entkleidet sich vor seinen wohlhabenden Eltern, beschehen sie.
00:04:56: Woher der Wandel des Sohnes aus wohlhaubendem Haus?
00:05:00: Er soll im Gefängnis gewesen sein möglicherweise einen Mord begangen haben.
00:05:04: Im Gefängniss fand seine Verwandlung statt – er begann den Weg, der ihn nicht zum Kirchen gelehrten, nicht zum Mystiker werden ließ!
00:05:13: Was Saint-François Assis anstrebte war das Leben Jesus zu leben Radikal in Einklang mit den Vögeln, mit der Natur.
00:05:28: Nun ich fasse mich kurz denn wir haben jetzt nicht so viel Zeit.
00:05:33: es ist ja so dass da Der Körper wichtig war für Francesco.
00:05:38: Er wollte eben, dass dieses Christentum dann erlebt wird durch den Körper und das war seine revolutionäre Idee.
00:05:46: also da war der Körperzentrum der Schöpfung und zwar jeder Körper.
00:05:51: Und das Christenturm ist ja eine Religion bei der es um Inkarnation geht, also Fleischwährdung.
00:05:58: und als Franziskus sich ausgezogen hat vor dem Vater, da war das an einem öffentlichen Platz.
00:06:04: Und wenn man so will, dann hat das den Weg bereitet für den Humanismus.
00:06:10: Also auch grundsätzlich hat ihn als Mensch geprägt.
00:06:12: Für die Renaissance war es prägend, für die gesamte abendländische Kultur war das prägen.
00:06:18: Das war vielleicht eine einfache Geste aber doch revolutionär.
00:06:28: Gehört dazu auch, die Bitte einem Libra-Kanken begegnen zu dürfen um den Ekel vor den Seuchenträgern zu überwinden?
00:06:36: Franziskus wird ihn auf den Mund küssen.
00:06:42: Also das ist eine absolut gerechtfertigte Frage, also diese Frage nach dem Aussetzigen.
00:06:47: Diese Beziehung zum Aussetzung in der Oper spiegelt wieder einer Beziehungen zum Körper wider.
00:06:53: und der Körper ist nicht nur etwas Schönes, er ist auch etwas sehr Fragiles.
00:06:59: und dass es die Idee, die Franziskos vom Körper hat – das muss quasi von unten kommen!
00:07:06: Die Franziskaner nannten sich ja Minderbrüder, Frati Minori und eben minder.
00:07:12: Also von so tief unten wie möglich sollte das sein der Ansatz?
00:07:17: Da ist es eigentlich so, dass die Schöpfung auf dem beruht.
00:07:22: Und dieser Kontakt mit dem Aussätzigen ist extrem wichtig für Franziskus und ist auch extrem wichtig in dieser Oper.
00:07:31: Das ist
00:07:31: kein Kontakt mit einem Monster – nein!
00:07:35: Sondern das ist ein Kontakt mit einer Menschen, einem Fragilen Menschen.
00:07:41: Und das ist eben auch die Idee des Todes, des Körpers.
00:07:45: also wo das auch ein bisschen anknüpft.
00:07:47: und Franziskus war auch wirklich fanatisch was die Lepra-Kranken die aussätzlichen Betraf.
00:07:54: er verbrachte.
00:07:54: Also Zeit mit ihnen schlief an ihrer Seite und das ist auch ein großes Risiko denn die LEPRA war damals mit einem Steakmarr behaftet.
00:08:04: dann es hieß wer das hat der hat quasi sexuell gesündigt wenn man so will.
00:08:10: Das heißt, es war einfach unglaublich zu denken dass jemand einen Aussätzigen umarmt oder gar einen aussätzigen küst und noch dazu auf den Mund.
00:08:20: das war also ein Bruch mit den gesellschaftlichen Normen von damals eine Anarchie sozusagen, also da ist ein kirchlicher Ansatz da aber das kommt von außen.
00:08:31: Also man sagt ja den Kaiser geben was des Kaisers ist oder Gott geben was Gottes isst.
00:08:39: Aber da wurde etwas gegeben was eigentlich normalerweise abgelehnt wird.
00:08:44: nicht dass er so ein Aussitzig wird normalerweise abgelähn.
00:08:50: Anders als Romeo Castellucci, der von der katholischen Tradition seines Herkunftslandes geprägt ist – aber sich nicht im traditionellen Sinn als gläubiger Mensch versteht – war Olivier Messiau ein tiefgläubiger Katholik.
00:09:04: Fossard Assis ist seine einzige Oper sein Opus-Marknum.
00:09:08: Zwei Tausend Fünfhundert Seiten umfasst.
00:09:10: Departettur Der Dirigent Maxine Pascal trägt sie diesen Sommer mit sich und erzählt was ihnen dieser Oper fasziniert.
00:09:25: Jetzt
00:09:25: zu Ihrer Frage, was für mich und ich glaube für uns alle die Faszination an diesem Werk ausmacht.
00:09:30: Das ist ein Werk Sie haben es ganz richtig angesprochen wo ich gezogen bin einen Koffer mit zweitausendfünfhundertzeiten Partitur mit mir herumzuschleppen.
00:09:38: Und diese Partitur hat aber auch noch andere Besonderheiten.
00:09:41: Schon mal, dass Mission Zehn Jahre daran arbeitete und all die zehn Jahre, die er daran komponierte war, überzeugt das es sein letztes Werk sein würde, seine letzte Komposition sein Abgesang sozusagen.
00:09:57: Man erkennst darin eine starke autobiografische Dimension und merkt man, dass er uns hier ein Vermächtnis hinterlassen wollte.
00:10:05: Und es gibt eine, ich werde hiervon nachkommen, aber es gibt fast eine Dimension Autobiographie in der Arbeit und eine Testamente.
00:10:17: Und diese Arbeit realisiert eine Sintese.
00:10:22: In diesem Werk fahrt einen sich mehrere Aspekte dieses Gesamtwerk von Mission auszeichnen.
00:10:28: Zunächst der Ausdruck des menschlichen Glaubens – das findet sich in seinem gesamten Werk wieder!
00:10:34: dann sein Interesse für die Vogelkunde.
00:10:37: Er war ein richtiger Vogel-Kundler und zwar ganz ernsthaft hatte er das Betrieben.
00:10:42: einen großen, wenn nicht überhaupt den größten Teil seines Lebens hat der Vogel Kunde verschrieben was auch zur Folge hatte dass es seine Lebensmenschen insbesondere Yvonne Lario seiner Partnerin teilweise um drei in der Früh aus dem Bettjagd, damit sie gemeinsam in Südamerika in Japan und so weiter sich auf Vogelpirsch machten und laut ihr dann transkribierten.
00:11:06: Und der dritte Aspekt ist die Bedeutung der Farbe in seinem Leben, das ist auch ein Hauptaspekt,
00:11:12: d.h.,
00:11:12: sein ganzes Werk ist eine musikalische Ausdruckerfarbigkeit.
00:11:17: Die
00:11:17: ist eines des aspects principaux puisque toute la musique de messiant est une expression de la couleur en musique.
00:11:27: Das Herzstück der Oper ist die Vogelpredigt.
00:11:30: Der begeisterte Ornithologe Olivier Messian hat dafür eine Unzahl an Vogelstimmen transkrippiert und in einem riesigen Orchester-Aberat aufgefächert, Maxime Pascal?
00:11:46: Ein Wort wie er all dies umgesetzt hat, den Reichtum, die Tiefe des menschlichen Glaubens, die Bedeutung des Vogelsangsterfarben
00:11:54: usw.,
00:11:54: wie hatte das technisch umgesetzt?
00:11:56: Zunächst schon mit einem riesigen Orchester, insbesondere mit sehr vielen Schlagwerken.
00:12:01: Konkret Schlagstab-Instrumenten wie Xylophon und ähnliche die für den Vogelsang zum Einsatz kamen.
00:12:07: Die Oper ist bedeutend länger als vier Stunden auch das wieder ein Ausdruck der Tiefe und des Reichtums Und nicht weniger als ein Drittel dieser Zeit sind dem Vogelgesang gewidmet.
00:12:18: Ich würde sagen, dass es um den Thier geht
00:12:31: Insgesamt sechs Stunden.
00:12:32: da hat die Opernacht mit zwei einstündigen Pausen ederheilige Franziskos über das geöffnete Dach der Felsenreitschule ins Langersämte- und langbessungene Paradies aufsteigt.
00:12:44: Zuvor hatte er noch von Gott die Stigmata erbeten, um das Leiden Jesu selbst zu erfahren.
00:12:49: Begämmende Klasterflächen aus dem Chor erheben sich zu dieser beeindruckenden Szene.
00:12:55: Die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor hat hier ihre großen Momente, besitzt auch unsichtbar enorme Präsenz.
00:13:03: Gott spricht eben aus vielen Stimmen.
00:13:07: Ein Dernimo avant de passer la parole sur le fait qu'on a aussi messions à composé pour un coeur...
00:13:12: Nach einer letzten Anmerkung bevor ich das Wort weitergebe Auch der Chor ist sehr groß dimensioniert und die Worte die der Chors singt sind im Wesentlichen die warte Christi.
00:13:23: Und was hierbei wichtig ist, dass Christus nicht sichtbar sein soll.
00:13:29: Das Publikum soll seiner nicht ansichtig werden und deshalb ist der Chor – der ja die Worte Christi singt -, ein unsichtbarer Chor als solcher angelegt.
00:13:41: Während der ganzen Zeit ist Philipp Slei als heiliger Franziskos auf der Bühne wandelt sich vom Sünder zum Heiligen sinkt die herausfordernde Gesangspartee.
00:13:56: Was fasziniert den Bassbariton aus Kanada an dieser Rolle?
00:14:19: Und einige Tage vor seinem Tod fragte er mich, wie kommst du denn voran?
00:14:30: Wie geht's dir.
00:14:31: Ich hab ihm dann gezeigt, wie weit ich bin und habe ihm eine Stelle aus dieser Oper vorgesungen.
00:14:37: Er hat gesagt, du hast mir doch da einen Tipp gegeben.
00:14:40: Darf ich dir das jetzt mal zeigen, wie ich das umsetze?
00:14:44: Das waren dann auch schon meine letzten Worte, die ich an ihn gerichtet habe.
00:14:48: Es sollte eigentlich diesen Sommer hier sein.
00:14:55: Ja, es stimmt.
00:14:56: An diesem Stück habe ich sehr lange gearbeitet, sehr lange vorbereitet, sehr früh damit begonnen und man kann da eigentlich pro Tag nur eine Seite sich erarbeiten.
00:15:06: Und man muss aber wirklich jeden Tag dranbleiben
00:15:14: und weiter arbeiten.
00:15:21: Diese Arbeit wird noch am XXIII.
00:15:23: August in der Felsenreitschule zu sehen und zu hören sein, es ist ein unvergessliches Erlebnis über Bodersonne und Schwestern Sound wie Florian Oberhummer in den Salzburger Nachrichtenschrieb.
00:15:35: Karen Bergmann hat dafür optimale Bedingungen zur Verfügung gestellt und Markus Hinterhäuser die Prämierer mit seiner Anwesenheit begleite.
00:15:44: Am Ende ziehe ich Schafe über die Bühne.
00:15:48: Der heilige Franziskus ist gestorben und in der Tropennacht über das geöffnete Dach der Felsenreitschule in sein Paradies aufgestiegen.
00:16:00: Auf bald, sagt Elisabeth Juliane Nöstlinger.