wissensART

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00:00:05: Kurz vor ihrem Rückzug als Leiterin des Theaters der Salzkammergut Festwochen erälte Karin Bergmann den Anruf aus Salzburg.

00:00:14: Sie sollte Intendant in der Festspiele werden.

00:00:17: Markus Hinterhäuser wurde beurlaubt, das Sommerstand vor der Tür eines der größten Festivals war eine künstlerische Leitung.

00:00:25: Tol Kühn Übernahm Karen Bergmann die Gewerke, warf sich mit Werff in das Geschehen.

00:00:31: Bis zu diesem Zeitpunkt mit Markus Hinterhäuser befreundet dachte sie an ein Zusammenspiel in irgendeiner Art und Weise.

00:00:39: Jedenfalls wollte sie das Programm dass der Pianist und Intendant programmiert hat umsetzen.

00:00:45: nun macht sie das auch bravourös wenn auch mit negativen Vibes ihres Vorgängers.

00:00:51: nach wie vor verweigert er ein Gespräch mit ihr meidet jede Begegnung.

00:00:55: Zur Freude der Festspielgemeinde.

00:00:57: allerdings spielte Markus Hinterhäuser seine beiden angekündigten Konzerte und erhielt dafür mit Gärne für das erste, und Igor Levitt für das zweite Standing Ovation.

00:01:09: Bravo Rufe!

00:01:10: Und einen Blumenregen auf der Bühne.

00:01:13: Also dass Marius das Konzert gespielt hat, erleichtert mich vor allem sehr.

00:01:18: Weil ich natürlich im Vorfeld sehr darauf gehofft habe, dass er diese beiden Konzerte hoffentlich spielt weil ich immer denke Das Publikum bedeutet ihm ja auch etwas und sein Publikums ist ihm wichtig.

00:01:31: Und vor allem hat bei diesem Konzern oder im Anschluss an dieses Konzerten etwas stattgefunden was ich ihm auch vor zu sagen mitgeteilt habe da sich gewusst haben Er wird sich bei diesen Gelegenheiten auch das abholen können, was ihm für seine zehnjährige Intendanz und für seine jahrzehntelange Mitarbeit und Zugehörigkeit zu den Salzburger Festspielen zusteht.

00:01:56: Nämlich das kann man so sagen Ovationen.

00:02:04: Herzlich willkommen zu einem Kunstregespräch der Freunde des Salzburger Festziele!

00:02:16: Das Herz hat Gründe, sehr geehrte Damen und Herren die die Vernunft nicht kennt.

00:02:24: Nun wissen wir, dass das Herz der Intendantin XXVI-XVII für die Kunst, für die Kultur, für das Theater und für die Musik schlägt.

00:02:34: Was aber sagt der Verstand von Karin Bergmann nach der ersten Eröffnungswoche des Salzburger Festspiele?

00:02:43: Also es kommt natürlich entscheidend auf den Verstand an in dem was ich sozusagen hier tue.

00:02:49: Aber nach dem Eröffnungswochenende hat doch hauptsächlich das Herz gesprochen, weil ich war eigentlich richtig glücklich.

00:02:58: Ich war natürlich auch erleichtert wenn ich jetzt an den Eröffnungfestag denke, weil letztes Jahr als ich noch nicht hier war gab es ja sozusagen diese Störung

00:03:10: und

00:03:10: Dadurch war der diesjährige Festakt im Vorfeld durch unglaubliche Sicherheitsauflagen und Vorbereitungen.

00:03:19: Und wirklich ziemlich viel sogenannte Krisenworkshops geprägt, das belastet einen natürlich doppelt wenn man Neulink ist und gleichzeitig weiß es eine so wichtige Sache und es geht um die Eröffnung des größten und schönsten Festivalsther Welt.

00:03:37: Aber insgesamt hat mich das Eröffnungswochenende beglückt.

00:03:42: Wir hatten zwei wirklich unglaublich schöne erfolgreiche Schauspielpremieren, den Faust und die Uraufführung von Peter Handges neuem Stück was für mich zusätzlich bewegend war weil Peter Handge endlich auch mal wieder vor Ort war und es großartig war ihn zu erleben Den österreichischen Nobelpreisträger, den seit Jahrzehnten eine Geschichte mit dieser Stadt verbindet.

00:04:10: Und wenn ich jetzt auf den Sonntag zurückkomme morgens dieser Festakt, der fantastisch war weil man eine so ungewöhnliche und großartige Festrednerin gefunden hat Und auch weil ich froh war, dass nach der sehr kurzfristigen Absage vom Klaus-Maria Brandauer mit Senta Berger eine wunderbare Frau gekommen ist um diesen Max Reinhardt Text zu lesen.

00:04:37: Aber das es am Abend dann eine so aufregende Neuinterpretation von Carmen gab die umjubelt wurde Ja jetzt komme ich wieder zum Punkt.

00:04:48: Das alles hat mich sehr erleichtert Und der Verstand war dann auch irgendwie klar und hat gesagt, das war ein guter Auftakt.

00:04:55: Jetzt müssen wir sehen dass wir uns in der Liga weiter bewegen aber das Herz war über voll!

00:05:02: Herzlich Willkommen sehr geehrte Damen und Herren.

00:05:05: Karin Bergmann ist ja das erste Mal bei Ihnen und ich freue mich, dass das Herz übergeht und sie sprudelt wie Sie sehen vor Freude Nach dem Mont Blanc im Burgtheater, der Überquerung des Höllengebirgens und einer geografischen Nährung.

00:05:22: jetzt zum Untersberg.

00:05:23: oder Karin Bergmann?

00:05:26: In welchen Quartier sind Sie gerade auf den Punkt zum nächsten Achttausender.

00:05:32: Also ich habe eigentlich keine sage ich jetzt mal Hochgebirgstour angestrebt.

00:05:38: aber natürlich wenn sie das Burgtheata erwähnen Ich habe immer gesagt, das Burgtheater war für mich der Mount Everest.

00:05:47: Das war aber damals in Relation zu meiner Zeit an der Volksoper wo ich mit Nikolaus Bachler gearbeitet habe weil ich immer gesagt hab die Volksoper war entspannter weil da komme ich zu einem ganz wichtigen Punkt es ist manchmal einfach viel einfacher und schöner mit Musik zu arbeiten obwohl ich natürlich von der Literatur komme, vom Wort.

00:06:12: Aber wenn ich jetzt bei dem Gebirgsbild bleibe dazwischen war dieser kleine Spaziergang in meiner eigentlich Retire Zeit um den Traunsee herum bei den Salzkammergutfestwochen gemunden und ich hätte mir in meinen Künstenträumen nie vorstellen können, dass ich eines Tages hier wirklich, nenn's jetzt mal in Sphären mich bewege die ich seit Jahrzehnten als Zuschauerin kannte.

00:06:39: Dass ich jetzt hier eine kurze aber für mich natürlich wahnsinnig wichtige Zeit verantwortlich bin ist extrem herausfordernd... Aber auch schön!

00:06:52: Der Nachhall wird bis zum Jahr zwanzig achtundzwanzig sein, weil ja auch die Programmierung für das Jahr zwantig acht und zwanzich bereits vonstatten gehen muss.

00:07:04: Wie geht's?

00:07:05: der

00:07:05: Tag?

00:07:06: Der Alltag von Karin Bergmann, die ab April eingesprungen ist ein fertiges Programm vor sich hatte jetzt bei Proben dabei ist viertausendfünfhundert Mitarbeiterinnen nicht nur persönlich betreut, aber dafür wohl verantwortlich ist.

00:07:26: Sie auch versammelt hat, ihnen allen gesagt hat.

00:07:30: sie will eine Atmosphäre des Respekts und des Vertrauens schaffen.

00:07:36: Nun ist Frau Lütkemann auch bei uns, die sie mitgebracht hat.

00:07:41: Die wird wohl wissen wann sie auch zur Stelle sein muss – ihr kennt eine andere lang genug!

00:07:47: Aber wie kann man wenn man so ein Pensum zu erfüllen hat?

00:07:51: Wie ein fertiges Programm darüber hinausdenken und für ...

00:08:02: Also erst mal muss ich sagen, ich wäre ja gar nicht angetreten wenn ich nicht gewusst hätte dass Markus Hinterhäuser hier ein großartiges Programm für zwei tausend sechsundzwanzig geplant hätte.

00:08:13: Ich habe das ja gewusst.

00:08:15: dann nicht nur weil Markus Hinterhauser und ich uns im Vorfeld eine ganze Zeit lang getroffen haben weil es den Plan gab dass wir auch zusammenarbeiten.

00:08:24: Aber das Bewusstsein, dass ich hier sozusagen auf etwas stoße was großartig vorbereitet ist von dem mich auch wusste, dass es vom Publikum bereits heiß erwartet wird weil auch das war ja bekannt, dass das Interesse im Vorfeld also sprich die Vorverkaufszahlen und so das alles für sich gesprochen hat.

00:08:45: Das war für mich natürlich gut sonst hätte ich mich auf dieses Abenteuer gar nicht eingelassen.

00:08:51: Aber natürlich ist es so, dass jetzt wo ich hier bin und auch wenn mein Vertrag nur bis Herbst siebenundzwanzig geht im Augenblick ganz klar ist.

00:09:00: Es muss bis achtundzwannzig geplant werden.

00:09:02: alles andere wäre fahrlässig.

00:09:04: das ist von vornherein so besprochen gewesen und ja das findet im Moment statt.

00:09:10: aber hauptsächlich ist natürlich die Arbeit jetzt im moment Die ganzen Produktionen am Start waren zu beginnen und die, die jetzt noch unterwegs sind.

00:09:21: Weil es erwarten uns ja noch eine Vielzahl von Premieren dass man die gut begleitet und gleichzeitig so einen Riesenbetrieb organisatorisch logistisch mit dem Team irgendwie führt.

00:09:36: aber das ist etwas stichwort team.

00:09:39: ich kann nur sagen das war mir natürlich klar dass es hier sehr viele Menschen gibt.

00:09:51: Ich bin extrem gut aufgenommen worden, sehr zugewandt und unterstützend.

00:09:57: Das ist natürlich wichtig!

00:10:15: steht dann da manchmal auch entweder Mitternacht oder Null Uhr Dreißig Rede der Intendantin.

00:10:21: Und dazwischen ist man nicht zu Hause und macht sich schön, sondern dazwingen ist man im Festspielhaus und geht von einem Termin zum nächsten.

00:10:29: Das ist komplex das ist herausfordernd.

00:10:32: ich bin ja auch angetreten und habe gesagt Ich habe einen Mords Respekt vor dieser Aufgabe und natürlich auch für den Menschen die hier arbeiten Vor allem vor den Künstlerinnen und Künstlern.

00:10:44: Aber ich bring auch vieles mit.

00:10:47: Nicht nur an Liebe und Leidenschaft, sondern auch an Know-how.

00:10:50: Und bis jetzt funktioniert es glaube ich ganz gut!

00:10:54: Ich habe das Kompliment das letzte Mal in Kommunen gemacht als wir einander sahen.

00:11:00: Sie schaut blendend aus.

00:11:02: Man merkt nicht dass sie zwischendurch nicht nach Hause gehen kann um sich schön zu machen.

00:11:11: Markus Hinterhäuser hat sein Konzert gespielt.

00:11:15: Macht sie das glücklich?

00:11:18: Dass Markus das Konzern gespielt hat, erleichtert mich vor allem sehr.

00:11:23: Weil ich natürlich im Vorfeld sehr darauf gehofft habe dass er diese beiden Konzerte hoffentlich spielt weil ich immer denke Das Publikum bedeutet ihm ja auch etwas und sein Publikums ist ihm wichtig.

00:11:37: Und vor allem hat bei diesem Konzert oder im Anschluss an dieses Konzern etwas stattgefunden, was ich ihm auch vorher mitgeteilt habe.

00:11:46: Dass ich gewusst hab, er wird sich bei diesen Gelegenheiten auch das abholen können, was ihn für seine zehnjährige Intendanz und für seine jahrzehntelange Mitarbeit und Zugehörigkeit zu den Salzburger Festspielen zusteht.

00:12:01: Nämlich das kann man so sagen.

00:12:03: Ovation

00:12:11: Haben die Eröffnung schon angesprochen?

00:12:14: Es war eine sehr politische Eröffnung.

00:12:17: Maria Calles-Nikawa hat die Festspielrede gehalten, die Ausrichtung dieses Eröffnungsfestes geht ja von der Landesregierung aus.

00:12:28: Ihnen war ganz wichtig ein Zeichen des Theaters und des Wortes mit hineinzubringen den bislang oder in den letzten Jahren bei eigentlich die Musik im Überhang.

00:12:40: Senter Berger, Sie haben es schon erwähnt.

00:12:43: Hat einen Text von Max Reinhardt gelesen, in seinem Todesjahr.

00:12:49: Er hat diesen Text Resignation genannt und er hat ihn in der Emigration geschrieben.

00:12:55: also auch ein politischer Hintergrund.

00:12:59: Wie politisch ist

00:13:00: Theater?

00:13:02: Wie politische sind auch die Festspiele?

00:13:07: Also um nochmal auf diesen Text von Max Reinhard zurückzukommen, ich muss ja gestehen dass sich den Titel den er selber gewählt hat oder das weiß ich nicht vielleicht weil der Text ist ja als Postum erschienen.

00:13:18: Vielleicht wurde auch so genannt Resignation.

00:13:21: Ich habe das unterschlagen und hab nur das Entstehungsjahr Weil ich das bemerkenswert fand.

00:13:29: in Europa war Krieg, er war in der Emigration und er hat eben beschrieben dass in einer Zeit wo die Menschen ganz andere Probleme haben wie schwer es ist sozusagen unser Metier zu präsentieren.

00:13:41: Und was Theater eigentlich vom Publikum erwartet und verlangt nämlich eine Offenheit, eine Durchlässigkeit auch ein eine Konzentration auf Dinge Theater oder in dem Falle Kultur, würde ich sagen.

00:13:56: Weil das betrifft auch Operkonzert

00:13:57: etc.,

00:13:59: ist nicht den erster Linie- oder bewusstpolitisch sondern es passiert das was man damit macht und wie man es programmiert, in welchem Kontext man es setzt, wie man die Geschichte erzählt, welche Interpretationen man wählt.

00:14:17: Ich persönlich finde, Festspiele dürfen sich auch den Luxus von Eskapismus erlauben.

00:14:23: Weil die Menschen, die zu uns kommen, Zehntausende von Menschen jeden Sommer, kommen natürlich auch weil sie was für ihre Seele tun möchten, weil sie etwas für ihr Herz würde ich jetzt wieder sagen und sich wünschen.

00:14:37: Und natürlich geht es darum dass wir uns auch dieses Gefühl erlaubt dürfen wegzutauchen und Ausflüge zu machen in Fantasiewelten.

00:14:47: Und das können wir mit der Musik, auch durch Poesie.

00:14:51: Aber dass man trotzdem, nennt es jetzt mal sozusagen den Blick für die Realität nicht verliert.

00:14:57: Das beweisen ja auch die Art und Weise wie dann die Künstlerinnen und Künstlern die Geschichten erzählen.

00:15:03: in Kamen war das deutlich zu erleben.

00:15:05: wir reden von Schwerstarbeit Wir reden von Migration Wir reden vom Gewalt.

00:15:12: Dass alles kann vorkommen aber Es kann einmal auf eine Art und Weise erzählt werden, dass man vielleicht die Chance hat anders über unsere Situation zu reflektieren.

00:15:24: Und ich habe mich dieses Jahr natürlich wegen des Jubiläumsjahres ja auch sehr mit Ingeborg Bachmann beschäftigt und sie sagt irgendwie, die Geschichte lehrt uns täglich aber sie findet keine Schüler.

00:15:37: oder hätten wir das Wort mehr?

00:15:39: Wir bräuchten die Waffen nicht!

00:15:41: Es geht immer wieder darum dass wir uns versuchen daran zu erinnern Die Menschen, die über die... Ich nenn es jetzt mal die Geschicke verhandeln.

00:15:50: Wir sind dafür verantwortlich, um wen es sich handelt und auch insofern ist alles was wir tun auch wie wir mit Kultur umgehen politisch.

00:16:00: Wir kommen aus einer Ausführung anders heraus als wir hineingegangen sind.

00:16:09: hat Kunst, Kultur das Wort

00:16:12: die Musik

00:16:14: ein völkerverbindetes Moment.

00:16:19: kann Kultur ähnliches leisten wie Diplomatie.

00:16:23: Also ich finde, Kultur kann enorm viel leisten und in früheren Zeiten – und ich wäre dafür dass das heutzutage auch noch verstärkt stattfindet wurde ja auch von der Diplomatie Kunst und Kultur immer wieder eingesetzt.

00:16:38: Es hat immer autoritäre Regime gegeben, mit denen man sich sozusagen natürlich politisch nicht gemeinmachen wollte.

00:16:46: aber wir hatten doch noch stärkeren Austausch.

00:16:49: das war natürlich Situation.

00:16:51: da gab es keinen Krieg, es gab halt einfach den Kalten Kriegtest

00:16:59: Und

00:16:59: es gab diese Chance, dass wir mit Konzerten und Theateraufführungen hingefahren sind.

00:17:06: Und dadurch eine Art von Dialog entstand, der ja auch gerade bei den Menschen

00:17:10: vor Ort

00:17:11: in den Ländern enorm wichtig war – der Austausch, die Diskussionen, die nach solchen Abenden stattfinden.

00:17:17: Ich glaube das war immer sehr bereichernd, nämlich für die, die hingereist sind und für die die Chance hatten, das dort zu

00:17:24: erleben.".

00:17:25: Sie haben die Carmen schon erlebt und diese wunderbare Inszenierung von Gabriella Carrizzo.

00:17:33: Sie geht ja auf die Femizide ein in einer subtilen Art und Weise, wenn man bedenkt, dass es in Österreich bisher fünfzehn ... Femizide passiert sind, Frau Carrizzo ist Halb-Argentiniererin und sie hat gesagt.

00:17:51: Einhundertsiebenunddreißig wären es in Argentinien bereits gewesen.

00:17:57: das heißt dass alle thirty Stunden eine frau ermordet wird aufgrund ihres Geschlechts.

00:18:05: auch faust finde ich ganz in der Zeit, nämlich in dieser Selbstbeschau.

00:18:13: Was Ulrich Rasche hier auf der Perner Insel auf die Brüne bringt ist auch ein Tanztheater und ich habe da so eine Verbindung gesehen zwischen den beiden.

00:18:23: Das ist ... Die Bewegung Carrizzo hat ja immer einen Doppelgänger.

00:18:28: Eine Doppelpengerin hat auch die Mutter als Verweis!

00:18:32: Und Ulrich

00:18:33: Rasche

00:18:35: lässt den Faust sehr um sich kreisen, was ja auch so ein Thema unserer Zeit ist.

00:18:43: Wie schaffen es Regisseurinnen und Regisseure aus diesen alten Texten, aus diesem alten Librette das zeitgemäße mit hineinzubringen?

00:18:59: Faust ist ja der Stoff, der uns seit seiner Entstehung bewegt.

00:19:04: Und es sind die zentralen Fragen, die nahezu jeder Mensch sich irgendwann stellt.

00:19:10: und Ulrich Rasche hat natürlich durch seine Art wie er solche großen Stoffe behandelt Das hat immer sehr viel auch mit Bewegungen zu tun.

00:19:21: Also Emotion ist bei ihm auch Motion.

00:19:26: Sie, gerade zu sagen darüber gesprochen haben ist mir dann trotzdem auch sofort wieder der Handge eingefallen.

00:19:32: Weil selbst in der Regiarbeit von Jossi Wieler mit Jens Harzer und Marina Galić Das ist ein Text, wo man gedanklich im Kopf von Peter Handke vielleicht mitwandern, mitspazieren kann.

00:19:45: Durch ein gelebtes Leben und gleichzeitig wird es unglaublich körperlich umgesetzt nicht nur weil es Musik gibt und die beiden quasi tanzen sondern auch weil ja das braucht man um überhaupt alles auszuhalten dass man sich regelmäßig nicht nur gedanklig sondern auch anders bewegt.

00:20:04: Aber die Stoffe, dass wir uns damit befassen haben wir das richtige Leben gelebt oder hätten wir was anders machen können.

00:20:13: Oder können wir noch mal neu starten?

00:20:15: Das sind glaube ich die zentralen Fragen und da wird uns der Stoff nie ausgehen!

00:20:21: Es kommt ja Elfride Jelinek noch eine Nobelpreisträgerin, die längere Zeit nicht in Salzburg war.

00:20:29: Salzburg gemieden hat nach einem Skandal Beleidigt war, Salzburger Boden nicht mehr betreten hat.

00:20:37: Peter Handke war ja bei der Premiere, worüber sich alle sehr gefreut haben.

00:20:43: Sie sich auch gemeinsam mit Christoph Franzmeier.

00:20:46: da kursiert ein Foto zwei strahlende Menschen die sich freuen.

00:20:51: Auch Elfriede Jelenek nimmt ein Thema unserer Zeit auf die Bühne mit

00:20:57: Wobei man Sie hat sich doch eigentlich die letzten anderthalb Jahrzehnte wirklich komplett aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen.

00:21:18: Man kann mit ihr Kontakt haben im Sinne von, man kann mit Ihr telefonieren... jederzeit mit ihr mailen, weil sie sofort antwortet.

00:21:27: Und natürlich gibt es Menschen die Sie seit langem kennen.

00:21:31: man kann sie auch besuchen.

00:21:32: aber dass hier nicht in die Aufführungen geht oder ganz selten vielleicht mal einen Probenbesuch macht das hat jetzt nichts sage ich jetzt mal mit Salzburg zu tun.

00:21:43: und zu Nikolas Stemann dem Regisseur der diesjährigen aufführung hat sie wirklich eine jahrzehntelange enge Verbindung weil Nikolas hat sehr viele stücke von ihr inszeniert Und ich freue mich sehr, erstens weil es mein altes Theater ist das mit dieser Co-Produktion auf die Perner Insel kommen eine tolle Besetzung.

00:22:03: Aber natürlich ist es wie immer bei Alfredi Jelynek ein unglaublich heutiger Stoff.

00:22:09: Themen, die uns alle gerade zu bewegen wenn wir entweder so wie ich Nachrichten junkies sind oder aber ja uns einfach für die Themen der Zeit interessieren ob bis jetzt Ich will es gar nicht so Platt Kapitalismus-Kritik nennen, weil es ist viel subtiler und auch viel mehr Entertainment wie sie diese Dinge behandelt.

00:22:32: Aber es geht natürlich um so vieles.

00:22:34: Es geht darum, wie wir gehen mit der Natur um?

00:22:37: Wie diktiert uns irgendwelche Autokraten gerade die Weltlage?

00:22:43: Wie reagiert die Wirtschaft darauf?

00:22:46: Aber es wird immer darum, was wir damit umgehen.

00:22:50: Unfassbar reizvollen Stoff und ich rechne ja mit vielen Überraschungen bei der Aufführung.

00:22:58: Karin Bergmann, Sie haben es schon gesagt?

00:23:02: Bei den heurigen Salzburger Festspielen sind die Themen, die uns zutiefst bewegen.

00:23:07: Jede von uns, jeden von uns in einer anderen Art und Weise.

00:23:12: Der wunderbare Schauspieler Jens Harzer sagt, in deprofund ist.

00:23:18: die Vergangenheit liegt vor mir.

00:23:22: Die Vergangenkeit reicht in unsere Gegenwart, in unser Sein herein.

00:23:29: auch die Verganganheit der Theatermehrerin Karin Bergmann die ja wie ich recherchiert habe seit Kindesbeinen an.

00:23:48: Also ursprünglich war das die Literatur und ich weiß es nicht, wahrscheinlich werden's eh die meisten von ihnen wissen.

00:23:56: Ich heiße nicht nur Bergmann, ich komme aus einer Bergmann-Familie.

00:23:59: Mein Vater hat vor Kohle gearbeitet.

00:24:01: bei uns zu Hause gabs keine, ich nenn's jetzt mal Kultur im Sinne von Bücher oder Musik.

00:24:08: also ja und das heißt Kind und dann natürlich extrem als Jugendliche in die Literatur versenkt.

00:24:18: Und habe mich da auch relativ früh mit überfordert.

00:24:23: Mit der Literatur ist man immer alleine, man stellt sich viele Fragen... Es gibt wenige Menschen, die man sich traut zu fragen ob es Antworten gibt.

00:24:34: Als ich als Teenager zum ersten Mal im Theater war und erlebt habe Man sitzt abends im Dunkeln zwischen Menschen und vorne auf der Bühne sind lebendige Menschen, die egal um welche Stücke es sich handelt.

00:24:53: über meinen Liebling Tschecheoff-Bespreche oder auch viel Zeitgenössisches.

00:24:59: Da geht es im Grunde genommen um die Themen, die unser aller Leben bewegt und es geht auch um die heikelsten und um die intimsten Dinge.

00:25:08: Es geht um Familienprobleme, es geht um die großen Fragen, wie man sich als junger Mensch stellt.

00:25:15: Und dass sie sich getraut haben das alles da vorne auszusprechen.

00:25:19: Das hat mich damals so... so begeistert und ermutigt, dass ich gedacht habe da muss ich hingehen.

00:25:26: Das kann für mich sozusagen lebensrettend sein.

00:25:29: Und ja das das geklappt hat ist immer noch etwas wofür ich sehr dankbar bin.

00:25:36: Ich hatte das Glück mit Mitte zwanzig mein erstes Engagement bei Klaus Peimann zu haben und bin dann zwar von ihm aus einige Jahre in ein anderes Theater nach Hamburg gegangen Aber ich hatte das Glück, dann ans Burgtheater zu gehen mit ihm und von dort aus sehr schöne Stationen zu haben.

00:25:55: Ich habe sie schon erwähnt einige Jahre an der Volksoper aber ich war auch im Theater in der Wien bevor ich dann zurückgekehrt bin in neuer Funktion als Burgtheaters.

00:26:06: Für mich ist ... aber ich möchte es noch kurz sagen für mich war eine der schönsten Phasen Als sich zu Beginn der Neunzigerjahre als Gérard Moitier hier gearbeitet hat.

00:26:16: Da hatte ich das Glück, mit Hans Landesmann eine freundschaftliche Verbindung zu haben und das heißt in den Jahren konnte ich hier schon so viel sehen.

00:26:25: So viele großartige Aufführungen, Opern, tolle Konzerte.

00:26:29: Claudio Abado – Das waren für mich die größten Erlebnisse, die Konzerte mit ihm.

00:26:34: Und im Grunde genommen kenne ich natürlich auch Markus aus der Zeit, aus Zeitfluss.

00:26:40: Also das war.

00:26:42: Ich habe damals sicherlich noch kein Rüstzeug bekommen für das, was ich jetzt hier heute mich kurzfristig traue.

00:26:48: Aber es war schon ausschlaggebend dafür dass ich mich auch mittlerweile seit vierzig Jahren in dieses Land dann doch so verliebt habe, dass ich immer hier geblieben bin.

00:27:00: Dass es hier so großartige Kunst zu sehen gibt?

00:27:03: Aber das Preußische hat nicht verloren und durchsetzungskräftig von der guten Zweiten zur Tollkühne Ersten in Salzburg leitet und zieht.

00:27:18: Thomas Bernhardt hat viele Uraufführungen hier in Salzburger Gehabt mit Klaus Peimann.

00:27:27: Wird es einen Thomas Bernhard vielleicht in nächster Zeit geben?

00:27:32: Vielleicht ein Desjavue mit Sven-Erik Bechtholz, der ja hier auch das Theater geleitet hat, da kurze Zeit eingesprungen ist als Intendant ... Als

00:27:43: Intendante!

00:27:44: Wie ihm

00:27:44: alles geschmissen

00:27:45: hat... Also Sven-Erik Bechtow schätze ich natürlich sehr, weil er war viele Jahre lang ein zentraler Protagonist am Burgtheater und ich hatte das Glück und das Vergnügen ihn.

00:27:59: in dieses sehr, sehr hübsche aber kleine Theater am Traunsee nach Gemunden zu verführen.

00:28:05: Wir hatten ja am dritten Juli Premiere von Thomas Bernhards Elisabeth

00:28:09: II.,

00:28:10: ich war auch ganz glücklich und richtig stolz, dass wahnsinnig viele Menschen aus Salzburg gekommen sind um sich das anzuschauen.

00:28:17: So wie heute ganz viele Menschen da aus Gemunden sind.

00:28:20: Herzlich

00:28:21: willkommen!

00:28:22: Ich möchte auch Sven-Erik Bechtolf für meine Zeit hier wieder nach Salzburg verlocken als Spieler.

00:28:30: Und das sieht auch ganz gut aus, da denke ich aber nicht an Thomas Berner sondern an was anderes.

00:28:35: Sie haben Mathieu erwähnt der die Salzburger Festspiele sehr, sehr geprägt hat.

00:28:42: Markus Hinterhäuser hat wie wahrscheinlich einige von ihnen auch Frau Sardarsissa gesehen Mathe nach Salzburg gebracht hat damals mit Peter Sellers, was ja so prägend war.

00:28:59: Es kommt heuer wieder!

00:29:01: Worauf dürfen wir uns da freuen?

00:29:04: Also Sainte-François-Dassise ist natürlich eines der Herzstücke des diesjährigen Festivalprogramms.

00:29:10: es ist eine unglaubliche Oper und eine wahnsinnige Herausforderung vor allem für Philipps Lai, Ein großartiger Sänger.

00:29:20: Ich freue mich auch sehr, dass Romeo Castellucci das macht.

00:29:23: Er hat doch eine starke Affinität zu solchen auch spirituellen Themen denke ich.

00:29:30: Ja, ich finde es natürlich auch schön Dass das in diesem Jahr stattfindet wo wir dieses achthundertjahr Jubiläum von Franz und Assisi haben.

00:29:39: Ich glaube Es wird ein toller musikalischer

00:29:42: Abend.

00:29:43: Es wird wie immer natürlich auch szenisch herausfordernd bei dem Regisseur.

00:29:48: Ja, das ist nach der Ariadne die jetzt noch vor uns liegt dann sozusagen die kommende Opernprämie.

00:29:54: Sie haben auch viele Konzerte bei der Overture spirituell besucht?

00:29:59: Haben die Disputationes begrüßt?

00:30:03: Sind sie ein spiritueller Mensch?

00:30:05: Ja sehr im Sinne von... Das für mich hat das hauptsächlich mit Natur zu tun.

00:30:12: ich gehöre jetzt Im Augenblick, weil das war auch mal anders als junger Mensch.

00:30:18: Ich gehör keinem fixen Glauben an der jetzt amtlich ist.

00:30:25: Aber ich würde mich nicht unbedingt als Agnostiker bezeichnen.

00:30:31: Ich bin schon jemand, der regelmäßig eine Art von innere Einkehr hat.

00:30:38: Weil er doch mit der Natur sehr im Dialog ist ... Ich glaube das hilft einem als Mensch einfach weiter, wenn man weiß wir sind Teil eines großen Ganzen und wir müssen sozusagen im Austausch mit dem sein was uns da geschenkt wurde.

00:30:59: Und vor allem das Allerwichtigste eigentlich sind wir verantwortlich Und das ist im Moment unser zentrales Problem.

00:31:07: Die Musik hilft ja auch sehr, in dieses Denken und die Trance zu tauchen.

00:31:14: Auch manchmal nach einem Tag wie bei den Salzburger Festspielen hören Sie da vielleicht noch Musik?

00:31:21: Also im Moment höre ich wenig Musik weil ich doch versuche relativ viel zu erleben.

00:31:27: Ich habe bei der Overtür spirituell nicht genug Konzerte mit erleben dürfen aber doch wunderschöne Und ich gehe natürlich auch in Proben und ich möchte mich nicht überladen.

00:31:40: Also zu Hause ist es eher so, dass ich jetzt noch ein bisschen Nachdenke mir Notizen mache und irgendwann ... Nachts nachschauen.

00:31:54: Wunderbar, vielleicht auch noch Ö-Eins

00:31:56: hören?

00:31:58: Ich wurde vor Kurzem gefragt was frühstücken Sie?

00:32:01: und da habe ich gesagt Radio und Café weil ö eins muss ich ganz ehrlich gestehen ist der Partner mit dem ich den Tag beginne.

00:32:09: Vielen vielen Dank!

00:32:11: Ich hab heute an sie gedacht in der Früh und die wunderbare Kritik nach Werther gehört diese Großartige Opa.

00:32:20: Sie lieben ja eigentlich Klaviermusik, da war er ein Pianist.

00:32:27: jetzt, denn sie besonders mögen im Programm.

00:32:31: Seine Dwege sind sie auch fröhlich und ...

00:32:33: Gregorys Okolov hab ich in all den ganzen Jahren, wo er nach Salz bekommt, war ich immer da.

00:32:42: Und seine Interpretationen liebe ich unglaublich!

00:32:47: Aber ich bin jemand, die überhaupt gerne Klaviermusik hört.

00:32:53: Wenn ich zum Beispiel Satie kann mich völlig entspannen!

00:32:57: Wenig entspannend ist das Frauen in Führungspositionen.

00:33:02: Wir haben eine Dirigentin, Joanna Malwitz die leider nicht alle Konzerte dirigieren kann wegen

00:33:09: eines sehr schönen Grundes weil sie schwanger ist?

00:33:12: Wegen eines sehr Schönen Grunds ist es auch immer noch ein Handicap warum Frauen nicht engagiert werden.

00:33:20: Also ich glaube vor allem, dass Frauen irgendwie viel mehr Mut haben müssen sich zu bewerben.

00:33:26: Ich war etwas schockiert als ich gehört habe das ich quasi für die langfristige Nachfolge in diesem Herbst installiert werden soll für die Intendanz der Salzburger Festspiele, dass von einundzwanzig Bewerbungen nur vier Frauen sind.

00:33:41: Andererseits hab' ich mir dann gedacht Da können sich noch keine jungen Frauen bewerben, weil um dieses Amt zu erfüllen braucht man doch gewisse Voraussetzungen und Erfahrungen.

00:33:52: Und natürlich kommt da die Generation dann zum Zug eine unter mir.

00:33:57: Und da gibt es noch viel zu wenig Frauen in Führungspositionen, weil sie halt auch nicht genug zum Zug gekommen sind.

00:34:05: Ich bin jemand gewesen, der eigentlich ... fast Zeit ihres Lebens immer gegen die Quote war.

00:34:12: Weil ich gesagt habe, in erster Linie geht es um Kompetenz wenn wir eine Funktion sozusagen anstreben.

00:34:19: Mittlerweile im Alter bin ich aber für die Quoten weil ich das Gefühl habe die Männer haben halt doch noch die bessere Netzwerke.

00:34:27: und ja zu sagen Ich will jetzt nicht sagen dass sie sich richten Aber wir brauchen sozusagen einfach viel mehr sichtbar Frauen in Ämtern.

00:34:37: und wenn ich jetzt daran denke, dass wir seit gestern wissen das ein Mann was hohe Zeit wurde endlich seinen Platz geräumt hat.

00:34:45: Wenn nicht an die Wiener Wirtschaftsdenke.

00:34:49: Auch da kommt jetzt wieder eine Frau und immer heißt es, die kommen dann wenn's ums Aufräumen geht.

00:34:55: nein wir müssen uns trauen uns auch vor schon den Dingen zu stellen und das kann ich nur an die jüngeren Frauen als Appell richten.

00:35:05: Ihnen liegt die Jugend sehr am Herzen?

00:35:07: Ja.

00:35:08: Sie sind, um noch einmal das Alzkammergut-Festwochen zu erwähnen ... Dort in die Schulen gegangen wollten jugendliche Kinder für das Theater begeistern haben jetzt vor ein Programm mit alten Regimeistern und jungen Regisseurinnen zusammenzubringen.

00:35:30: Das wird Früchte tragen.

00:35:31: Wie gehen sie das an?

00:35:32: wie machen sie das?

00:35:33: gibt's Geld dafür?

00:35:35: Nein, das ist natürlich noch ein, Sie sprechen jetzt einen wunden Punkt an weil ich ja immer noch dem nachhänge dass es hier mal eine fantastische Einrichtung gab nämlich dieses Young Directors Project.

00:35:46: Dafür gab es aber eine bestimmte Förderung mit zehn.

00:35:52: Ich würde mir wünschen und werde es auch weiterhin versuchen, dass wir eine verstärkte Förderung für das Schauspiel bei den Salzburger Festspielen finden.

00:36:03: Immerhin ist der jedermann eines der ganz wichtigen zentralen Säulen im Festspielprogramm und zwar in jeder Beziehung.

00:36:11: Die Festspiele hatten zu Zeiten als Peter Stein hier noch gearbeitet hat ein größeres Budget um Schauspiel sozusagen auch prominenter sichtbar zu machen.

00:36:21: Es gab die großen Aufführungen in der Felsenreitschule, ich finde es ganz extrem wichtig auch sozusagen zu zeigen worauf sie angesprochen haben dass es ganz ganz interessante begabte junge Regisseurinnen

00:36:36: und Regisseure

00:36:37: gibt Und auch im nächsten Jahr werde ich mich das bereits trauen, eine junge Regisseurin zu holen.

00:36:44: Aber um das vielleicht verstärkt zu machen wenn sie Menschen kennen die vielleicht die Chance haben sowas zu fördern bitte dafür Reklame zu machen.

00:36:54: Jugend für unser

00:36:55: Metier

00:36:56: ist extrem wichtig.

00:36:58: Ich meine, so wie die Salzburger Festspiele auch Tickets für Menschen unter sieben und zwanzig günstig anbieten.

00:37:05: etwas möchte ich auch noch thematisieren weil mir das ganz ganz wichtig ist.

00:37:09: manchmal hilft es als Einstieg manchmal kommt man auch sozusagen nur so dazu.

00:37:17: Ich finde die Festspielnechte, die Siemens-Festspielnechte eine großartige Einrichtung weil Partizipation in jeder Beziehung dass Menschen die vielleicht nur selten oder noch nicht die Chance haben sich ein Ticket für die Festspiele zu kaufen das alles ist enorm wichtig Und ich glaube, dass junge Leute zu gewinnen sind.

00:37:39: Auch wenn sie die Chance haben Menschen ihrer Generation als Macher zu sehen – als

00:37:43: Regisseur,

00:37:44: als Bühnenbildnerin und vielleicht im auch jungen Teams.

00:37:50: Nestra wird das Zitat zugeschrieben.

00:37:53: Die Phänizier haben das Geld erfunden aber warum so wenig?

00:37:58: Sie sind bekannt dafür, dass sie auch mit Sponsoren reden.

00:38:03: Dass sie das Burgtheater wieder in ruhigere Gefilde gebracht haben.

00:38:09: Auch bei den Salzburger Festspielen steht eine Herausforderung der Umbau.

00:38:15: Das geschlossene große Festspielhaus

00:38:22: Das große Festspielhaus kann noch bespielt werden, aber eingeschränkt.

00:38:26: Es wird nur eine große Produktion geben.

00:38:28: Die Schließung betrifft dann neunundzwanzig, dreißig und wahrscheinlich einunddreißig.

00:38:34: Gibt

00:38:34: es schon eine Idee für eine Spielstätte?

00:38:37: Nein, es gibt verschiedene Überlegungen.

00:38:39: Zum einen gibt's vielleicht die Möglichkeit einer interimistischen Spielstädte, aufgebaut wird.

00:38:49: Zum anderen gibt es auch die Überlegung vielleicht doch noch mal, die Messe zu bespielen.

00:38:54: das alles muss sicherlich im Herbst sehr sehr sorgfältig geprüft werden und die Entscheidung muss zügig fallen.

00:39:01: ich habe gehört dass sie gerne feste feiern.

00:39:06: Wir haben die primärisch und angesprochen von Peter Handgess Stück Schnee von gestern, Schnee vom Morgen.

00:39:15: War das eine tolle Premierenfeier?

00:39:17: Ja, das war eine sehr schöne Premieren-Feierfeierfeihe.

00:39:20: auch der Bundespräsident da den Sie besonders schätzen.

00:39:23: Ja, also Alexander van der Bellen schätze ich sehr und auch Doris Schmidauer weil sie eben auch nicht nur zu besonderen Ereignissen sozusagen Kultur besuchen.

00:39:34: Ich kenne Alexander von der Bellin noch aus meiner Burgtheaterzeit.

00:39:38: Da war das häufiger so, dass der Oberbiljeteuer abends ganz aufgeregt anrief.

00:39:43: Der Bundespräsident ist im Publikum und wenn ich gesagt habe wieso weiß ich davon nichts?

00:39:48: Dann hätte ich ihn begrüßt.

00:39:50: dann hat sich immer herausgestellt er hatte ein Wahlabonnement auf den Mädchen namen seiner Frau und sie haben die Karten auf Schmiedauer bestellt.

00:39:58: also er war regelmäßiger Theatergänger und er interessiert sich aber auch sehr immer für das gesamte Festspielprogramm.

00:40:07: Er war im unter anderem in der Handgeur-Aufführung, aber die Premierenfeier war deswegen schön.

00:40:12: Weil er dichter doch eine ganze Weile geblieben ist.

00:40:16: Obwohl er natürlich eingeschränkt war.

00:40:18: alle konnten es sehen, er geht mittlerweile am Stock.

00:40:21: Das muss man nicht, wenn man über Achtzig ist.

00:40:24: Aber er hatte natürlich einen Sturz.

00:40:26: Es war fabelhaft, dass er sich überhaupt diese Reise angetan hat aber ich glaube es hat ihm sehr viel bedeutet auch weil er mit Jens Harzer eine Verbindung

00:40:36: hat

00:40:37: der ja schon Stücke von ihm gespielt hat.

00:40:39: wenn ich jetzt dann immer noch sturm denke und es gibt nichts Schöneres als eine Premierenfeier für ein Schauspiel Wenn man einen lebenden Autor oder eine Autorin da

00:40:49: hat.

00:40:50: Ich möchte noch ein Zitat, das ich treffend gefunden habe von Karin Bergmann.

00:41:04: Im Standort bin radikal was Emotionen betrifft.

00:41:08: Offenheit ist meine Waffe!

00:41:11: Ich kann ziemlich hart sein, auch zu sich selbst ist Karin Bergmann.

00:41:16: Auch zu sich selber hart.

00:41:18: wenn zum Beispiel verlassene Liebhaber wie Klaus Peimann wütend dann durch die Gegend Rennen böse Briefe schreiben und das schlechteste der Welt wünschen Wie geht man damit um?

00:41:33: Also da weiß man natürlich, dass das aus einer sehr schönen Emotion heraus passiert.

00:41:38: Wenn man eine jahrelange enge gute Zusammenarbeit hat und jemanden nicht verlieren möchte, ja dann kann man sich schon mal im Ton vergreifen ist es schwierig, dass man das auch zu Papier bringt.

00:41:51: aber ich bin auch ein sehr großzügiger Mensch und das ist glaube ich das was mein Leben extrem erleichtert.

00:42:01: hart im Sinne, dass ich manchmal strenge Urteile fälle.

00:42:05: Ich bin ... Hart ist eine harte Vokabel!

00:42:08: Ich bin sehr streng und skeptisch, was mich persönlich betrifft.

00:42:12: Ich habe von Selbstzweifeln natürlich auch geprägt.

00:42:16: Klar stehe ich auch manchmal morgens vor dem Spiegel und denke, Bergmann du hast dich total übernommen, dass du dich das traust.

00:42:24: Und das wird mir immer wieder so wie ich mich beurteile zwischen durch gezeigt.

00:42:30: Aber ich habe es mich getraut, weil ich weiß die Begegnungen und die Kontakte.

00:42:35: Das sozusagen was ich mit großartigen Künstlerinnen und Künstlern hier erleben darf, das sozusagen entschädigt mich für vieles und ich kann mich dann auch wieder wahnsinnig freuen!

00:42:47: Und ich glaube das Entscheidende ist wirklich dass man eben – und im Moment gäbe es viele Situationen für die das ganz wichtig ist dass man großzügig ist.

00:42:56: Also, sehr geehrte Damen und Herren!

00:42:58: Ich hoffe Sie stimmen mit mir überein.

00:43:00: ich habe nichts davon bemerkt das Karen Bergmann sich übernommen hätte und sie selbst hat er gesagt Es hat sie nie auf die Bühne getränkt.

00:43:12: Sie hat keine Scheu anzusagen, zu begrüßen und reden zu halten.

00:43:17: Also es war nicht das schauspielerische Talent, dass das vorgegeben hat sich nicht übernommen zu haben.

00:43:22: Und ich freue mich sehr, dass sie die Herausforderung angenommen hat.

00:43:27: Nun haben wir schon ein bisschen über das neue Programm spekuliert.

00:43:32: Nestreu ... Ist er ein österreichischer Autodichter, den Sie schätzen vielleicht gerne auf die Bühne bringen?

00:43:41: Grillbarzer auch und sie träumen von den großen Stücken Herausforderungen.

00:43:49: Was könnte denn das

00:43:51: bringen?!

00:43:53: Ja also ich werde jetzt nichts über das Programm des nächsten Jahres verraten!

00:43:57: Das kann ich nun wirklich nicht weil ich möchte ja gern dass ihr neugierig bleibt Und ich habe ja schon das ein oder andere immer mal wieder Stückchenweise gesagt.

00:44:08: Man weiß, wir haben über Sven-Erik Bechtolf gesprochen.

00:44:12: Ich wurde nach ihr gefragt und hab immer mal auch über Andrea Breht gesprochen.

00:44:17: Ja, ich möchte einen tollen Spielplan machen der halt aber auch die richtige Mischung zwischen Zeitgenossenschaft und den großen Stoffen bringt.

00:44:26: Ich weiß aber auch dass das Publikum was nach Salzburg kommt auch eine Sehnsucht hat nach dem ganz großen Staufen.

00:44:33: Und ich persönlich finde halt Salzburg auch den richtigen Ort um ja die große österreichische Dramatik zu präsentieren nicht nur wie wir es mit Hofmannstahl jedes Jahr machen.

00:44:45: Da habe ich hoffentlich einiges im Köcher und bitte geben Sie mir noch etwas Zeit.

00:44:50: Weil Sie Hoffmannstall erwähnt haben, jeder Mann haben sie hier ein Stück neu schreiben interpretieren lassen fürs Burgtheater.

00:45:00: Wird dieses Stück vielleicht auch in Salzburg zu sehen sein?

00:45:04: Sie bringen mich auf Ideen!

00:45:06: Das freut mich ja... das ist ein schönes Kompliment.

00:45:10: Es ist Ihr großes Glück im Theaterbereich zu sein.

00:45:14: Sie haben als Jugendliche gewusst, hier bin ich Zuhause.

00:45:19: Hier bin ich angekommen.

00:45:21: sie haben schon mehrmals betont dass sie keine Position mehr anstreben nach dieser Zeit aber sie sind der Verantwortung gewöhnt.

00:45:33: Ich glaube ihnen nicht dass sie jemals sagen werden Theater das ist Schnee von gestern sondern ganz im Gegenteil mit Jens Harzer, der im Kreuz und Quergeher von Peter Handke gesagt hat was für ein Glück in deinem Leben.

00:45:52: Und was für einen Glück erst wird dich erwarten?

00:45:56: In deinem nächsten!

00:45:58: Die Salzburger Festspiele sind jetzt das nächste Leben uns.

00:46:02: dafür wünschen wir ihnen alles Gute.

00:46:04: Dankeschön

00:46:13: Vielen Dank für das Gespräch Karin Bergmann über ihren Anfang in der Festspiel-Saison, Saison zwanzig sechsundzwanzig.

00:46:45: Ihre Pläne für die nächste Saison anlässt sich eines künstlergesprächsster Freunde der Salzburger Festspiele bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstvereint

00:46:55: auf

00:46:55: bald bei einer Besprechung über Son France de Sis', da Opa von Olivier Mession in der Felsenreitschule inszeniert vom Romeo Castellucci sagt Elisabeth Julian Nöstlinger

Über diesen Podcast

wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint

von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

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