00:00:10: Als es dann ungefähr klar war, dass wir das mit Salzburg
00:00:14: machen
00:00:15: und dass das auch in Kobruzgrümel den Berliner Ensemble ist, erschien uns es doch als relativ wichtig bevor unsere Arbeit losging.
00:00:29: Jens Herzer, der Ifland-Ringträger gilt als einer der befundesten Kenner der Literatur von Peter Handke.
00:00:36: Bei den Salzburger Festspielen in dem Jahr die Uraufführung mit Marina Galić brilierte er nun im Schnee von gestern und morgen auf der Bühne.
00:00:47: des Landestheaters.
00:00:49: Siebzig Seiten stark ist das Büchlein von Peter Handke, das bereits vor zwei Jahren erschienen ist – nun war es an der Zeit Schnee von gestern, Schnee vom Morgen auf die Bühne zu bringen.
00:01:00: Josy Vila führte Regie.
00:01:02: Herzlich Willkommen bei Wissensout dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.
00:01:07: heißen sie Lisa Bicciola Nöstlinger, Josy Villa Marina Galić und Jens Harzer, der Peter Hand ke seit langem persönlich kennt.
00:01:16: Das ist eigentlich gar kein Geheimnis, mit diesem Menschenstreffement trifft sich man verbringt Zeit.
00:01:21: Man muss eben eigentlich gar keine Fragen stellen in dem Moment wenn man Kenntnis von dem Stoff hat.
00:01:29: es ist eigentlich meine Erfahrung dass die Autoren immer sehr glücklich sind das man sich überhaupt mit ihnen beschäftigt.
00:01:35: verstehen sie?
00:01:36: Man denkt ja immer oh Gott man muss da dienen!
00:01:39: Es ist eher andersrum.
00:01:40: ich denke dass die autoren froh sind, wenn sie auf Leute treffen die das mögen.
00:01:46: Das ist glaube ich für einen Autoren gar nicht so selbstverständlich.
00:01:50: und dann haben wir zwei sehr interessante Tage miteinander verbracht.
00:01:54: es ging immer wieder um das Stück aber es ging nicht im Speziellen dass wir unsere oder Jossi seine Konzeption oder wir beide dann Fragen an dieses Stück bestellt haben sondern man hat eher in den vielen Stunden die man miteinander verbrachte ein gewisses Terrain um dieses Stück miteinander gespürt, würde ich mal sagen.
00:02:16: Und das lag ja fast noch zehn Monate.
00:02:19: bis dann die Proben in Berlin begonnen haben war als Erfahrung von ihm die Dinge zu spüren, die auch diesen Text angeht ohne dass es um konkrete Sachen ging extrem wichtig.
00:02:31: Marina Galić.
00:02:32: Also für mich war das nicht das erste Mal, dass sich Peter Handke privat gesehen oder Zeit mit ihm verbracht habe.
00:02:39: Dadurch, dass Jens Harther ihn kennt schon länger haben wir uns das ein- oder andere Mal im Paris getroffen und haben da gemeinsame Abende verbracht auch mit unseren kleinen Kindern.
00:02:54: Und insofern war das jetzt für mich als wir nach Paris gefahren sind nicht dieses.
00:03:00: oh ich treffe den großen Peter Handke, also groß ist er schon für mich.
00:03:05: Aber es war schon diese Treffen oder die gemeinsamen Stunden, die wir in den Jahren davor miteinander hatten waren von ihm aus gegenüber Jens sowieso aber auch gegenüber mir sehr warm und liebevoll und offen und erst eine Person, die auch einen Schalk in sich trägt und sehr viel Humor hat Ein sehr gastfreundlicher Mensch, wenn wir ihn in Paris da in Saint-Germain diesen großen berühmten Restaurant treffen trafen.
00:03:39: Dann war das so ein heiteres Zusammensein und immer wieder kommt man dann durch ihn auf diverse Literatur zu sprechen.
00:03:48: aber es ist ein schönes Gemeinsamsein.
00:03:51: Jetzt war ich natürlich aufgeregt, dass ich da plötzlich mit im Spiel war bei diesem Stück.
00:03:57: Das kam aus dem Impuls von Jossi Wieler und ich hatte zuvor gespielt am Taliertheater die Stunde, da wir nichts voneinander wussten.
00:04:07: Da hatten wir auch ein Gaspiel in Wien vor vielen Jahren vier, fünf Tage gespielt und dann habe ich später eine Rolle immer noch Sturm übernommen.
00:04:18: Die habe bis zum letzten Jahr gespielt – die Ursula
00:04:21: Immer noch Sturm wurde bei den Salzburger Festspielern seit Jahrzehnteilf von Dimitra Gottscheff inszeniert.
00:04:27: Jens Herzer gab den unbenannten Ich-Erzähler.
00:04:31: Ja, ich bin mit großer Freude da zu diesem Treffen gefangen.
00:04:34: Das Schöne war, dass wir tatsächlich viel Zeit miteinander verbracht haben – das war das Schönen!
00:04:40: Er hat uns in seinem Haus als seine Gäste mitgenommen und sein Garten ohne ein Ziel, ein gemeinsames Sein.
00:04:49: und das war sehr berührend auch.
00:04:51: Als am siebenundzwanzigsten Juli, zwanzig sechs und zwanzzig im Salzburger Landeshärter nach der Premiere tosender Applaus aufbrandete und Peter Handke auf die Bühne kam, ging er zuallererst zu Jens Harzer und Marina Galec.
00:05:06: Das sei eines der berührensten Ereignisse in seinem Schauspielerleben, erzählte Jens Hartzer beim Künstlergespräch der Freunde der Salzburger Festspiele in der Universitäts-Aula – ein Augenblick, den er nie vergessen werde!
00:05:20: Mehr wird die Aufführung unvergessen bleiben.
00:05:24: Diese Erzählung des Kreuz- und Quergehers, der oft die Perspektive wechselt – es ist ein Text in Dim Peter Handke, die Innenwelt, der Außenwelt, da Innenwelt in Beobachtungen aufsplittert.
00:05:36: Gedankensprünge macht von den Jugendjahren zur Wehmut bis hin zum Allzein.
00:05:43: Alles passiert ständig als
00:05:45: Selbsterfahrung.".
00:05:47: Jesse Wheeler, der Regisseur der Inszenierung bei den Salzburger Festspielen?
00:05:51: Ja
00:05:51: also das ist ein sehr vielstimmiger Text und es ist fast dialogisch geschrieben.
00:05:59: Es ist ein innerer Dialog wie ein Bewusstseinstrom wo Stimmen von ihm einem Autor einen Menschen sich immer wieder ergänzen hinterfragen.
00:06:12: man könnte sagen es sind die früheren Stimmen, eben Schnee von gestern oder sind die späteren zukünftigen Stimmen der Schnee vom Morgen in Anführungszeichen.
00:06:25: Es ist die Erinnerung an die Kindheit es ist wie das Kind in ihm aber es ist vielleicht auch eine Stimme die aus der Zukunft zu ihm spricht und darüber kam dann der Gedanke dass auch wirklich vituativer miteinander, zumindest dialogisch entwickeln möge.
00:06:49: Jens Harzer?
00:06:50: Ich
00:06:51: kriegte den Text sehr früh von Handke persönlich und mir ... war ganz früh sehr wichtig, dass ich es wenn nicht dabei sein darf oder dabei sein soll das nicht alleine machen.
00:07:03: und überhaupt weil sie das erwähnten.
00:07:05: Dass ich immer noch sturmdass sich damals spielte auch schon damals ging es ja darum dass nichts mit alter ego zu tun hat.
00:07:13: aus ersten bin ich viel zu jung und zweitens ist das ganze ohnehin eine täuschung bei immer noch Sturm eine riesige Täuschung.
00:07:21: und auch in diesem Stück.
00:07:22: Das heißt, die Stimme, die vermeintlich in dem Buch womöglich Handges Ton, Handge als Person kam mir es als Jose auf die Idee, kann das im Wiesel?
00:07:33: Mir ist bestätigte, dass wir es auf keinen Fall alleine machen entsprach das meinem innersten Wunsch und der Notwendigkeit.
00:07:40: Dass man alle Sachen alles versucht so umzugehen, dass das nicht der Stellvertreter oder einer Art Nachvollzieher seiner Lebenssituation seinem Alter, seinem Beschäftigen mit dem Verschwinden- oder Fortleben in anderen Dingen.
00:07:57: Das bin ich nicht kann ich nicht sein und wäre auch falsch das zu denken.
00:08:02: und somit ist diese Vielstimmigkeit über die Jossi gesprochen hat, mehr als nur dass das Theater darauf anders reagieren will.
00:08:09: Dass man es nicht als Monolog macht entspricht eigentlich unserem Versuch dieser Sache auch fürs Theater überhaupt zu schöpfen, zu erfinden den Text vielleicht in gewissen Sinne auszutricksen für das Theater weil das Theater macht ja etwas anderes zwangsläufig als wenn man das Buch oder dieses Stück alleine liest.
00:08:42: Es ist Handgeswelt, die keinen Lärm kennt sondern in den Zwischenräumen und Zwischentönen gedeiht.
00:09:00: Vielleicht war es das letzte Stück von Peter Handge, dass in diesem Festspiel Sommer zur Ur-Aufführung kam – vielleicht auch nicht?
00:09:08: Man sollte sich jedenfalls nicht entgehen lassen.
00:09:11: noch bis fünften August sind Jens Harzer und Marina Galić in dieser großartigen Aufführungen im Landeshärter Salzburg zu sehen!
00:09:20: Man sollte den Worten lauschen die zum Schluss zutiefst berühren.
00:09:25: Sie lauten, der Kreuz und Quer- und Querfeld eingeher lebt nicht mehr hier.
00:09:31: Ich bin jetzt für sein letztes Wegstück und an seinen Chronist – und etwas später?
00:09:38: Angeblich soll er vor einiger Zeit noch gesehen worden sein als letzter Fahrgast hinten zusammengekauert im allerletzten
00:09:47: Nachtbus."
00:09:56: Sagt Elizabeth Julianne Nöstlinger.