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Mit Gefühl und Empathie: Tania Singer im Gespräch

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Es könnte einem das Herz brechen, wenn man erfährt, dass Empathie und Mitgefühl eine Angelegenheit des Gehirns und nicht der Seele sind. Genauso ist es mit der negativen Seite der Gefühle, dem Hass. Tania Singer die Neurowissenschaftlerin und Psychologin leitet innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin die Forschungsgruppe soziale Neurowissenschaften. Dort beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit Emotionen, Empathie und Mitgefühl und schaut sich an, wie aus Hass Fürsorge werden kann. Leidenschaftlich baut sie Brücken zwischen jenen Bereichen, die normalerweise nicht miteinander interagieren. Besonderes Augenmerk legt Professorin Dr.in Tania Singer dabei auf die hormonellen, neuronalen und entwicklungsbedingten Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens. Dazu gehören auch negative Emotionen wie Hass und Wut.
Durch eine der bislang größten Studien über soziales Verhalten hat sie festgestellt, dass Empathie, Mitgefühl und Fairness durch mentales Training formbar sind. Auch der Umgang mit Hass und Wut. Dafür hat Tania Singer das Dyaden Gespräch entwickelt. Dabei sitzen zwei einander fremde Menschen gegenüber und hören einander achtsam zu. Dabei wird auch das Körpergefühl in der jeweiligen Gefühlswelt angesprochen. Nach fünf Minuten erklingt ein Gong und die Rollen werden getauscht. Nun hört der andere Partner achtsam und empathisch zu, ohne zu unterbrechen. Man könnte das als Meditation zu zweit betrachten, meint Tania Singer. Wie effektiv diese Übung ist, um das empathische Zuhören, aber auch das Wahrnehmen und Ausdrücken der eigenen Gefühle und den Umgang mit schwierigen Emotionen wie Stress zu verbessern, zeigt sich im Gehirn. Es zeigt sich auch, wo Empathie und Mitgefühl verortet sind. Um den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl herauszufinden, hat Tania Singer, einen buddhistischen Mönch in den Scanner gelegt. Schon vorher hat sie die große „Mind and Life“ Konferenz mit dem Dalai Lama mitorganisiert und die daraus erzielten Erfahrungen in ihre Studie miteinfließen lassen.
Mehr über den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl sowie über das Dyadenprogramm und die Anwendung in der Medizin aber auch bei Friedensprozessen, erzählt Tania Singer bei den diesjährigen Disputationes im Rahmen der Ouvertüre Spirituelle zum Auftakt der Salzburger Festspiele am 22. Juli 2026, von 15.00 bis 18.00, in der Festspielkulisse in der Hofstallgasse in Salzburg. Anmeldungen sind erbeten unter schmidhahn@disputationes.at
Das Gespräch über das Dyadenprogramm habe ich mit Tania Singer bei den diesjährigen Goldegger Dialogen geführt und sie auch gefragt, ob sie selbst noch das Dyadentraining macht. Hören Sie rein, denn Tania Singer macht das Training auch selbst.

©Max-Planck-Gesellschaft
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Weiterführende Links:
https://wissensart.at/
https://www.social.mpg.de/tania-singer
www.taniasinger.de
Auskunft: wissensart@wissensart.at/


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von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

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