00:00:01: Kunst im Gespräch.
00:00:04: In Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion, im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:00:19: Mein Freundeskreis, mein Schaffenswelt, mein Adressbuch kennt keine Landesgrenzen.
00:00:24: Peter Lorenz, Regisseur, Performer, Autor und Hobbymusiker.
00:00:31: Im Prinzip ist die Kunst grenzübergreifend für mich und kann das nur so interdisziplinär- und international denken.
00:00:45: Mit sechzehn Jahren hat der junge Innsbruck-Capital Lorenz seine Eltern davon überzeugt, wie wichtig es für ihn sei, am United World College in Mosta zu maturieren.
00:00:55: Ziel der United World Colleges ist, in einem vom Krieg gezeichneten Land – in diesem Fall Bosnienherzi Govina zur Versöhnung beizutragen.
00:01:05: Verfeinderte Volksgruppen lernen gemeinsam in einer Klasse.
00:01:09: In Mostas sind es Bosniaken, Koharten und Serben sowie Jugendliche aus rund siebzig weiteren Nationen.
00:01:16: Dort in Mosta hat Peter Lorenz auch die Partisanennekropole von Bogdan Bogdanovic entdeckt.
00:01:23: Sie hat ihn geprägt!
00:01:27: Dieses Denkmal, muss man sich vorstellen ist ein riesiger Park eigentlich.
00:01:33: Ein Stück Architektur aber auch Landschaftskunst das in den Sechziger Jahren gebaut und eröffnet wurde teilweise mit mithilfe der lokalen Bevölkerung auch von den Menschen vor Ort in Auftrag gegeben Und zum großen Teil auch aus Stein gehauen.
00:01:49: Da waren extra Steinmetze aus den gratischen Inseln da, die jahrelang daran gehauen haben und immer nachts gearbeitet.
00:01:56: Es gibt ganz tolle Schilderungen von Bogdan-Bogdanovic selbst wie das gebaut wurde.
00:02:01: Die Legende sagt dass in dem Bauprozess auch die Materialien knapp wurden und sogar die einheimische Bevölkerung die Steindachtssiegel von den Häusern gespendet hat damit es weitergeht.
00:02:10: Das zum Thema Erinnerungskultur, zum Thema Denkmal.
00:02:13: Was ist ein Denk mal?
00:02:14: Wie kommt es zustande?
00:02:15: und wer erinnert weh'n?
00:02:17: Das ist wirklich eine Zivilgesellschaft!
00:02:19: Es war nicht ein zentral-jugoslawisches Auftragswerk wie manch andere Denkmäler aus der Zeit.
00:02:24: Das war von der Stadt Mosta die ihre antifaschistischen Kämpferinnen würdigen wollte.
00:02:31: Das sind circa siebhundertfünfzig Menschen, die dort gewürdigt werden... Wenn man sich die Erinnerungsplaketten anzieht, die alle aus Stein gehauen sind.
00:02:41: Die meisten waren zwischen achtzehn und sechsundzwanzig.
00:02:45: Also junge Leute, die ihr Leben für eine Zukunft ließen.
00:02:50: Und das hat mich inspiriert daran zu arbeiten auch mit der Frage was ist denn heute?
00:02:55: Was ist fast unvorstellbar dass so junge Leute ihr leben lassen?
00:02:59: für eine zukunft für die freiheit gehen den Faschismus.
00:03:02: und wie gehen wir damit um?
00:03:04: vor allem da dieses Denkmal nachdem es restauriert wurde, noch einmal starken Mandalismus ausgesetzt wurde.
00:03:12: Man muss sich vorstellen dass ich nach dieser Restaurierung durch EU-Geldern auch der Installation von Sicherheitskameras eines Nachts im Sommer Gestaltplot hingekommen sind.
00:03:24: und diese siebenhundertfünfzig Gedenksteine.
00:03:45: Welcome to Dreaming for a Future with Bogdanovic.
00:03:48: A starting point of our journey in the world.
00:03:53: Wir wollen Sie mit uns in die Kraft der Imagination und des Dreames
00:04:03: besuchen.
00:04:08: Drei Jahre später, im August, im Jahrzehnt, inszenierte Peter Lorenz seine Live-Performance Träumen für eine Zukunft mit Bogdanovic.
00:04:17: Dreihundert internationale und lokale Kunstschaffende kreierten an der geschichtsträchtigen Partisanen Necropole ein partizipatives audiovisuelles Erlebnis.
00:04:29: Das Werk verbindet Klang- und Bildwelten um Bogdanovic poetische Visionen von Städten und Denkmälern als Räume, Kollektiver Erinnerung und Zukunftsträume lebendig zu machen.
00:04:42: Inspiriert von der Philosophie und dem Werk des Architekten Bogdan Bogdanovic erweckt Peter Lorenz seine poetische Vision des Denkmals als Ort kollektiver Imagination, Erinnerungen und Transformation zum Leben.
00:04:58: Unterstützt wurde diese Arbeit vom österreichischen Kulturforum in Bosnien Herzikowina.
00:05:04: Man könnte dieses Projekt als Vorläufer der Erinnerung im Dialog-Initiative der Auslandskultur betrachten.
00:05:11: Dieses Projekt beleuchtet die Geschichte jener wie der Österreicherinnen, deren Vorfahren aus Österreich während der Nazizeit vertrieben wurden und die die österreichische Staatsbürgerschaft wieder angenommen haben.
00:05:24: In verschiedenen Kunst- im Gespräch Podcasts wird es darüber erzielt, Oral History sozusagen.
00:05:31: Das multidisziplinäre Werk von Peter Lorenz in Mostar war es darauf hin wie wichtig es ist kulturelles und historisches Erbe zu bewahren weil es einen künstlerischen Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft eröffnet.
00:05:45: ein künstlarischer Dialog auch mit Bogdan Bogdanovic?
00:05:49: Wer war dieser Meister?
00:05:50: der Denkmiller Bogdan Bogdanovic wurde am zwanzigsten August-Ninzehn-Zweiundzwanzig in Belgrad geboren.
00:05:58: Nach dem Architekturstudium und mehreren Bauaufträgen, wurde er an der BELGRADER Universität.
00:06:07: Er gründete eine Dorfschule für die Philosophie der Architektur und war von nineteenhundertzehnundachtzig bis neunzehundertsechsunddachzig Bürgermeister von Belgrad.
00:06:17: Neunzehnhundertsiebenunddachtzig begann sein Rückzug in die Dissidenz.
00:06:23: In einem sechzigseitigen Brief warf aus Lobodan Milosevic und seiner Partei Großzerbische Kriegsätze vor, und wurde mitbegründeter demokratischen Oppositionsgruppe Belgrader Kreis.
00:06:35: wegen politischer Wurde er aus dem Atelier vertrieben, seine Architekturschule geschlossen.
00:06:45: Aber schon am Rande der Frankfurter Buchmesse mit anderen, die Gruppe neunundneinzig.
00:06:53: Diese Gruppe setzte sich für die Rückkehr zu Menschenrechten und Meinungsfreiheit in den Nachfolgestarten Jugoslawiens ein.
00:07:01: Außerdem baute Bogdan Bogdanovich unter anderem die Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus auf dem sephatischen Friedhof in Belgrad sowie das Mausoleum im Vukovar.
00:07:14: das von den Serben zerstört wurde.
00:07:16: Bogdan Bogdanovic war aber auch Philosoph und Schriftsteller, in seinen kulturkritischen Essays rechnete er mit dem Stalinismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen ab – und in seinen städtebaulichen Texten spürte er poetologisch der Stadt als Metapher- und Abbild des Menschen nach Peter Lorenz.
00:07:37: was zusammen.
00:07:38: Bogdanovic war ein Architekt, war ein Philosoph, ich denke, ich kann allen nur empfehlen sich den Büchern von Bogdanovic zu widmen.
00:07:47: Welt, voller Fantasie.
00:07:49: Sehr spielerisch sehr poetisch philosophisch.
00:07:53: seine Herangehensweise erschafft es über Städte zu schreiben und dabei eigentlich über Psyche und Geschichte und Architektur mit Träumen zu verbinden.
00:08:03: das hat mich fasziniert und einerseits haben sich seine Schriften also eine Bücher faszineert alles mittlerweile gelesen, was auf Deutsch Maschinen ist.
00:08:13: Was man teilweise antiquarisch finden muss und sein Denkmal vor allem hat mich einfach fasziniert in meiner Zeit.
00:08:19: In Moster bin ich immer wieder hingegangen trotz der Widerigkeiten und jedes Mal neu entdeckt.
00:08:24: und jedes mal wo ich hingegangen bin habe ich etwas Neues gelernt.
00:08:27: weil es ist wie auch ein Rätselpark Mit Symbolen, die archaisch inspiriert sind.
00:08:33: Aber zeitlos wirken irgendwo zwischen einer historischen Ausgrabungsstätte und einer futuristischen Raumstation.
00:08:40: Entwickelt sich dieses Denkmal?
00:08:42: Schlängelt sich den Berg oder den Hügel hinauf in Einklang mit der Natur auch oder im Dialog damit?
00:08:48: Und man kann sich nur vorstellen wie das früher ausgesehen haben muss als es noch einen großen Brunnen gab, in dem mir erzählt wurde das Kinder dort schwimmen gelernt haben.
00:08:58: Viele Leute, mit denen man spricht die in der Zeit aufgewachsen sind oder dort waren, haben so starke Erinnerungen.
00:09:06: Das war der Ort wo die jungen Pioniere der jugoslawisch-kommunistischen Nachwuchsverband ihren Schwur geleistet haben.
00:09:13: es ist dort wo die Gedenkszeremonien abhalten worden sind aber auch hingegangen ist zum Spielen.
00:09:18: Die Pianistin Amela Daling, die jetzt in Berlin lebt aus Mosterstamt und auch beim Projekt mitgewirkt hat, hat mir erzählt.
00:09:26: Sie war sofort begeistert, dass wir das was dort machen.
00:09:29: Und sie meinte es ist der Ort wo ich meine Fantasie geschult habe.
00:09:33: Wo wir als Kinder schon gespielt haben alle möglichen Rollenspiele.
00:09:37: Haben
00:09:38: Sie auch dort Ihre Fantasies geschult?
00:09:41: Ja, es war wie ein Inkontakt treten mit einem Toten.
00:09:44: Es klingt ein bisschen mythisch aber auch so mythisch wie Bogdanovic ist.
00:09:49: ich war dort vor Ort Dann immer wieder, also das war so aus dem Zehn, dass ich es erst mal dort war und jedes Mal nachdem ich das Festival gegründet habe bin auch alle zwei drei Jahre zurückgekehrt mit anderen Projekten.
00:10:00: Erst mit dem Bundeskanzleramt dann mit der Botschaft, dann gab's das Kulturforum, dann mit dem Kulturforums.
00:10:06: Und ich bin jedes Mal mindestens einmal oder vielleicht sogar einmal am Tag zum Denkmal gegangen und habe wieder jedes Mal etwas Neues gelernt von, wie es die Menschen nützen.
00:10:15: Das ist in der Früh immer eine Gruppe an Hundesparziergern gibt.
00:10:18: aber auch von den Symbolen.
00:10:19: Es gibt zum Beispiel – das habe ich ganz spät erst entdeckt als ich zum Sonnenaufgang hingegangen bin – es gibt eine Seite mit ganz so sonnenartigen Symbols, aber sehr abstrakt, dass wir sie nicht sofort erkennen und auf der anderen Seite ist es nicht, es ist
00:10:34: asymmetrisch.".
00:10:35: Und das habe ich dann verstanden, weil das ist genau der Ort wo die erste Sonne des Tages den Stein küsst.
00:10:41: Das hat er für ewig dort wie ein steinastronomisches Stonehenge irgendwie auch und das ist das Faszinierende davon.
00:10:49: Zudem habe ich mich mit den Büchern von Bogdanovic auseinandergesetzt und seinen Gedanken, und seinen Schriften zum Träumen.
00:10:56: Und da hat er den Faschismus auch erlebt vor allem in den Neunzigerjahren.
00:11:00: Er hat auch bei den Partisanen gekämpft kurz und hat ja auch der viele Freunde.
00:11:04: Er sagt auch das ist die Stadt meiner Freunde, die dort begraben oder die dort an denen gehen.
00:11:10: gedacht wird und die Freunde, die er dort im Arbeitsprozess gemacht hat.
00:11:14: Aber er wurde ja auch dann von Milošovic schon den neofaschisten Nationalisten verfolgt.
00:11:20: Er hat sich in seine Wohnung in Belgard verbarrikadiert bis er nach Wien geholt wurde zum Glück.
00:11:26: Hat sie das auch politisiert?
00:11:28: Diese Auseinandersetzung – die frühe Erfahrung als Jugendliche an diesem Denkmalort?
00:11:34: Ja!
00:11:34: Auf jeden Fall.
00:11:35: Also es war nicht die einzige Einfluss, mich zu politisieren.
00:11:38: Ich war's glaube ich auch teilweise schon vorher, sonst hätte ich das vielleicht auch nicht so wahrgenommen weil die Politik dort sehr komplex ist mit den drei Ethnien.
00:11:46: Es gibt die bosniakischen Muslime, die kuratischen Katholiken und die serbischen Autodoxen als die drei Hauptethnen in Bosnien herzugehen.
00:11:55: Und in Mosta vor allem noch nach dem Krieg Quaten, also bosnische Quaten und bosnischem Muslime-Bosniakel ganz viel begraben von dem Konflikt, weil er Hügel zumindest behaupten, dass die kroatische Seite eigentlich unter Kirchen eben angehört und enteignet wurde.
00:12:14: Und sozusagen diese nationalistischen Narrative wollen sich nicht um dieses Denkmal kümmern.
00:12:19: Dieser panethnische Narrativ passt... nicht in die jetzigen nationalistischen, ultranationalistische, neo-faschistische Narrative.
00:12:28: Das ist meine Ethnie und wir müssen auf uns
00:12:30: schauen.".
00:12:31: Und deswegen war das auch politisch für mich total wichtig, dass wir was machen – nicht nur wegen des Vandalismus sondern wegen der Stimmung in der Stadt.
00:12:38: Also als Verbeugung von Pogtano wird schon seine Arbeit aber auch eine Erhebung, dass es wieder in die Sichtbarkeit rückt weil ich glaube jeder ganz Welt kann davon lernen, das zu erfahren!
00:12:48: Für Bogdan Bogdanovic verbergt Architektur verborgenen Botschaften und ist Ausgangspunkt für ästhetisch-theoretische, historische und philosophische Reflexion.
00:12:59: Wie wichtig ist Peter Lorenz bei seinem Performance der
00:13:02: Raum?
00:13:03: Ich überlege mir ganz genau wie ist dieser Raum, wie wirkt er, wie performt sich der Raum selbst und wie lässt sich der Ring beformen?
00:13:10: Und wer ist das Publikum?
00:13:12: Wer kommt und wie kommt man an?
00:13:14: Man kommt um zwanzig Uhr dreißig ganz anders an als um neunzehn Uhr.
00:13:17: Und wie ist die Aufmerksamkeitsspanne?
00:13:20: Die Aufmerksamkeits-Spanne heutzutage ein wichtiges Thema.
00:13:23: Das ist Teil meiner Arbeit!
00:13:24: Wo haben
00:13:24: Sie das gelernt?
00:13:25: Es
00:13:25: ist eine gute Frage, ich glaube viel unterschiedliches schaffen und scheitern und lernen und keine Angst davon scheiten eigentlich zu haben und keine angst von neuen Kontexten ins kontextspezifische Lösungen zu finden.
00:13:39: Sie beschäftigen sich mit den Themen der Vergangenheit, beschäftigen sie sich mit Nationalismen, die wir jetzt auch wieder überall sehen.
00:13:47: Wie kann Kunst dazu beitragen, das zu verändern?
00:14:15: Hänge ich natürlich oft auch bei der Zeit des Nationalsozialismus unter vor, aber eben auch zum Beispiel mit Balkan-Griegen.
00:14:21: Aber nicht nur Krieger sondern auch in meinem Theaterstück geht es nicht um den Krieg.
00:14:25: da geht's auch um die Zeit vor dem Krieg und wie sie das herangepahnt hat und wie Flucht Schritt für Schritt verunmöglicht wurde, wie alle Länder der Welt nach ihre Grenzen geschlossen haben.
00:14:37: Und das ist natürlich ein Punkt, wo man selbst angesprochen die Geschichte und vielleicht helfen kann zu verstehen was auch jetzt vorgeht.
00:14:46: Das Wiederaufkommen von Verschismen ist schon sehr beunruhigend für uns alle, unsere Gesellschaft, für die Kunst aber auch für die zukünftigen Generationen.
00:14:57: Schon während seine Studiums der angewandten Theaterwissenschaften in Glasgow arbeitete Peter Lorenz als Regieassistentin Schauspiel und Oper, entwickelte eigene Inszenierungen- und experimentelle Performances.
00:15:10: Zwarzigzwölf hat er ein Monster das Street Arts Festival gegründet.
00:15:14: Das Street Arts festival gibt es schon länger als das Kulturform in Sarajevo.
00:15:18: Ich bin zweitausendundzehn zum ersten Mal nach Monster gekommen und war dort auf einer internationalen Schule.
00:15:26: Und habe dort mein Abitur, mein Mantura gemacht mit Menschen aus der ganzen Welt zwischen sechzehn und achtzehn.
00:15:32: Und hab dort auch zum ersten Mal das Denkmal gesehen.
00:15:35: Wir haben im ersten Monat, als ich dort war, hundert-achtzig große schwarze Müllsäcke voll Müll vom Denk mal entfernt hauptsächlich Bier, Plaschen, Dosen – alles Mögliche!
00:15:46: Aber dieses Denkman war komplett ... Es war der Ort, wo auch heute noch die Menschen sagen, da geht man nicht hin.
00:15:53: Da geht man nachts nicht hin, da gehen eigentlich nur die Leute zum Drogen nehmen hin.
00:15:56: und es ist ein Ort, den man meidet obwohl so viele Menschen gibt, die tolle Erinnerungen haben.
00:16:03: Und dann zwei Jahre später habe ich einen gemeinsam mit dem Jugendcouncil von Mosta und Freunden von dort eines Street Arts Festival gegründet Das ist heuer, gerade zum fünften Jahrmal erfolgreich über die Bühne gegangen ist und lokal von einer Gruppe von ganz tollen jungen engagierten Frauen weitergeführt wurde.
00:16:24: Man muss sich vorstellen in Moster wurden schon manche Wände vier Mal übermalt – wir sprechen von Großen!
00:16:31: Versaden, Grafitis und Street Art Szene waren schon die meisten Größen bis auf Banksy.
00:16:37: Schon in Mosta.
00:16:38: aus Brasilien, aus Mexiko, aus den USA sind nach Mosta gekommen um sich dort auch zu verehen.
00:16:44: Welche Geschichte verbinden Sie mit Mosta mit ihrer ehemaligen Schule?
00:16:48: Der K&K-Geschichte der Verantwortung, die wir auch tragen für das Region unserer Schule war einem alten oder ist in einem alten K&k Gebäude mit der Geschichte vom Ersten Weltkrieg, mit dem Königreich.
00:17:01: Und eben auch die faschistische Geschichte sowohl im Zweiten Weltkrig als auch die Balkan-Griege in den Neunzigern, wo auch viele neofaschistischen Kräfte am Werk waren.
00:17:12: Das hat sie offenbar nicht losgelassen?
00:17:14: Ich habe zwanzig.
00:17:16: Einundzwanzig eine Performance gemacht mit dem Kulturforum.
00:17:19: Da habe ich so viele Kernteile kennengelernt zu No Monument to no Nation, also eigentlich Gegenmonumente im öffentlichen Raum in Mosta und da hab' ich dann so viele Kärnteile des Monumentgezeiten.
00:17:30: Dann haben wir gesagt okay, da müssen wir unbedingt was machen, mach mal!
00:17:32: Und als dann dieser Vandalismus noch einmal zu Tage gedreht ist das sind beim Eingang gleich zwei großes Vastikas darauf geschmiert worden.
00:17:39: Also ganz klar faschistischer Übergriff.
00:17:41: Da hab' Ich so viele kärnteiler sofort geschrieben.
00:17:44: Und dann bin ich nach Sarajevo gekommen auf ein Recherchetrip und bin durch ganz Bosnien gefahren.
00:17:48: Ich habe lokale Künstlerinnen kennengelernt, die Netzwerke vergrößert... ...und da auch recht schnell gesehen.
00:17:55: es gibt in der Kunstszene ganz viele Leute, die sofort wenn man den Namen Bogdanoids sagt, wenn man das Denkmal erwähnt endlich macht mal jemand was.
00:18:02: oder haben sich damit beschäftigt in verschiedensten Weise.
00:18:05: Und ich bin in offenen Türen gekommen und habe so viele unglaublich tolle Künstlerin vor Ort mit am Board holen können Aber auch lokale Künstler, die zum Beispiel in Vancouver leben und von dort mitgearbeitet haben.
00:18:17: Und so war für mich klar, dass es ein interdisziplinäres Gesamtkunstwerk sein muss, das dort barzizipativ mit dem Publikum aber eben mit diesen Kunstformen im Dialog, mit dem Denkmal und mit Bogdano Witzgedanken aufgeführt werden muss.
00:18:32: Wie
00:18:32: wichtig ist Ihnen diese grenzübergreifende Kunstgestaltung?
00:18:38: Unglaublich wichtig!
00:18:40: über meinen aufenthaltenden, zum frühen Aufenthalt in Bosnien und dann mein weiterer Lebensweg.
00:18:45: Ich war ein Jahr in Südamerika, dann vier Jahre lang in Schottland.
00:18:48: Dann vier Jahre ohne festen Wohnsitz und dann fünf Jahre in Berlin.
00:18:52: Und immer international tätig ist.
00:18:54: mein Freundeskreis, mein Schaffensfeld, meine Adressbuch kennt keine Landesgrenzen.
00:18:59: Es gibt sozusagen nur die Landesgrenze und Realitäten von Besse und Visa-Probleme, also dass man manche Künstler nicht einladen kann.
00:19:07: Und natürlich von Fördergeldern sind dann die Realitäten.
00:19:10: aber im Prinzip ist es die Kunst grenzübergreifend für mich und ich kann das nur so interdisziplinär und international
00:19:16: denken.".
00:19:17: Sie gehen immer wieder auf zurück nach Tirol?
00:19:20: Nach Innsbruck.
00:19:21: wie ist das nach Hause kommen des Weltdreisenden?
00:19:25: Also
00:19:25: ich war fünfzehn Jahre im Ausland fast in mein halbes Leben und bin vor kurzem wieder nach Turol gezogen mit meiner Familie.
00:19:33: Also ich habe zwei kleine Kinder und dann ist natürlich auch ein ganz anderer Kontext, also ich hab viel über mich selbst gelernt in der weiten Welt sozusagen und auch gelernt was sich schätze jetzt die Zeit auch mit meinen Eltern, letzte Zeit auch in den Bergen etwas, was ich erst in Berlin gelernt habe.
00:19:52: Das ist wirklich auch, weil es sowohl in Glasgow als auch in Moster-Hügel zumindest gibt, die man aus der Stadt zieht und wie sehr das doch in mir verankert ist, dass ich in den Bergen aufgewachsen bin und dass ich manchmal worauf gehen muss und worunter schauen und mich klein fühlen muss, was mir eine ganz flache Stadt schwerfällt auf die Dauer.
00:20:10: Was ist das nächste Projekt?
00:20:11: Als nächstes steht eine Lesungsreihe meines Stücks an.
00:20:14: Das hab' ich an den letzten fünf Jahren geschrieben.
00:20:18: Der Titel ist Reisebüro Schleich ein Dilemma.
00:20:21: Dahinter steckt auf historischen Recherchen, basieren das... Grenzschmuggeltrama.
00:20:28: Die Geschichte von Josef Schleich, also eine wahre Geschichte der in Graz für die Nationalsozialisten jüdischen Menschen über die Grenze geschmugglet hatten vor allem nach Yugoslavia und über die Grüne Grenze.
00:20:40: Für die National-Sozialisten?
00:20:42: Genau!
00:20:42: Das ist eine absolut absurde Geschichte weil er hat einerseits den jüdischem Menschen zu Flucht verholfen und andererseits dem Eichmannplan der Vorderendlösung verfolgt wurde.
00:20:53: alle jüdische Menschen.
00:20:55: Kostet es das Wolle aus dem Land zu schaffen und sie dabei noch so gut es ging, ihr Vermögenszug beraugen umgesetzt.
00:21:01: Und dementsprechend war er Lebensretter und Kollaborateur gleichzeitig.
00:21:05: Das ist mich an der Geschichte interessiert und deswegen ist auch ein Dilemma eine Gradwanderung wo man diese moralische Ambiguität erfahrt und sich hoffentlich als Publikum immer wieder fragt also hat das auch die Sympathien sich verschieben Richtig und was ist denn falsch?
00:21:23: Und gibt es das überhaupt?
00:21:24: Und dann diese Frage von Grenzschmuckel, von Schlepperei, von Fluchthilfe auch verbunden mit dem Heute.
00:21:32: Weil ich bin auf einige Dokumente aus diesem Gerichtsprozess gestoßen.
00:21:37: Berichte von Grenzerückführungen die sich genauso lesen wie zeitgenössische Berichte über Pushbacks an den Grenzen.
00:21:45: Sie haben gesagt sie haben kleine Kinder.
00:21:47: welche werden Möchten Sie diesen Kindern mitgeben?
00:21:50: Eine Offenheit für die Menschen.
00:21:54: Das durchzieht auch mein Leben und meine Arbeit, sondern auf alle Menschen mit einer Neugierde.
00:22:00: Und dem Versuch, sie zumindest zu verstehen, auf sich zugeht.
00:22:03: eine Bodenständigkeit und Verbundenheit mit der Natur.
00:22:07: Ich arbeite viel auch in einem Garten im Kleines Feld, also Pflanzen gemeinsam und Erden gemeinsam Gemüse und gehen in den Wald weil es mich selbst erinnert und weil ich glaube das ist wichtig für die Zukunft.
00:22:17: Sie sind noch so klein, dass ich jetzt noch nicht über politische Dinge mit ihnen spreche.
00:22:23: Musik
00:22:27: durchtrinkt mich und dementsprechend glaube ich durchzieht auch meine Arbeiten.
00:22:31: Und meistens arbeite ich mit Musiker innen zusammen oder arbeite mit Musik auf der Bühne.
00:22:39: im öffentlichen Raum habe und anderen bei No Monument and Nonation selbst mit clarinetter und looppedal Soundscapes gemacht zum Text.
00:22:48: Aber ganz bezeichnet war, als ich ein Stück gemacht habe ohne Musik.
00:22:53: Das war die U-Aufführung von guter Geständnisse besserer Menschen von Gerhild Steinbuch Und da wurde ich ihm angesprochen... des Berg, also die Aufführung von einer Musikalität durchzogen wäre.
00:23:03: Das liegt in mir, das liegt in meiner DNA, die Musikalitäter.
00:23:07: Sie ist ja
00:23:07: manchmal wie eine Partitur interdiskinär.
00:23:10: Genau, es ist auch eine Kunstform der Zeit und was dazukommt ist die Kunstform des Raumes, also Raum- und Zeitgestaltigtum.
00:23:16: Und ab einem gewissen Punkt macht's für mich keinen Unterschied ob ich jetzt Theater oder Open House arbeiten, in einer Galerie auf der Straße oder auf dem Denkmal.
00:23:27: Weil es ist für mich in gewisser Weise immer derselbe Prozess Zeit und Raum zu gestalten für die Menschen.
00:23:39: Peter Lorenz, der Theaterregisseur, Autor- und Performancekünstler bei Wissensart den Podcast der Wissenschaft und Kunstverein den Zusammenarbeit mit der Auslandskultur des Bundesministeriums für europäische und
00:23:52: internationale Erlegnheiten Das heißt, sich gegen den Faschismus zu positionieren.
00:23:57: Ich sage es bewusst so weil ich finde das Antifaschismus bei uns in Österreich und der Rechten erfolgreich diskreditiert wurde als dass man sich bei Antifascistinnen immer vermute schwarze Anarchistin vorstellt die irgendwie randalieren und Häuser besprechen oder so was einfach vollkommen verrückt ist.
00:24:15: weil wenn das das Bild ist ja antifascistenen dann läuft etwas schief weil ich glaube wir müssen alle antifacistinen sein.
00:24:22: Und das heißt eben nicht, wir müssen uns mit radikalen Botschaften versuchen zu überbieten oder zu randalieren.
00:24:30: Oder mit einem Galofeuer Demonstration machen.
00:24:32: Sondern es heißt, dass wir gemeinsam in jedem Aspekt unseres Lebens gegen Faschismus auftreten, sonst kriege ich da
00:24:38: herein."
00:24:44: sagt Elisabeth Julian Nöstlinger.