00:00:14: Die Pfosten sind, die Bretter
00:00:14: aufgeschlagen und jedermann
00:00:16: erwartet
00:00:16: sich ein Fest.
00:00:32: von Johann Wolfgang von Goethe.
00:00:34: Der Dichter hat diesen Satz dem Theaterdirektor zugeschrieben, wie passend für die ehemalige Burgtheaterdirektoren, die die Festspielen und zwei Saisonen lang leiten wird.
00:00:46: Zum Terrassentalk hat sie mitgebracht – Valarice Planova, Sie gibt in der Inszenierung von Ulrich Rasche den Teufel.
00:00:54: Steven Scharf, der den Farscht spielt sowie Ulrich Rasche, der neben der Regie auch für die Bühne verantwortlich zeichnet.
00:01:03: Alle denken, die Maschine kommt!
00:01:05: Ich habe mich bemüht diese Erwartungshaltung zu durchbrechen.
00:01:11: Es ist mir teilweise gelungen nicht vom Preis kann ich verraten.
00:01:16: eine wunderbare Arbeit, die hier geleistet wurde wieder um das Team von Andreas Zechner.
00:01:20: Das ist wirklich herausragend was diese Werkstätten diese technischen Leitungen vollbringen können.
00:01:27: Und das meine ich wirklich ernst, ich sage das nicht hier um mich beliebt zu machen, das ist ganz
00:01:31: außerordentlich.".
00:01:32: Filia erinnern sich an die Operninzzenierung von Marius Tuarda im großen Festspielhaus zwanzig fünfundzwanzig – Die Unvergessen bleibt!
00:01:40: Nun isst Ulrich Rasche mit Forst I von Goethe auf die Pernerinsel zurückgekehrt — die Theaterbühne, auf der auch die Perser inszenierte.
00:01:50: Bei Göttersforst I verdichtet Ulrich Rasche in dieser Inszenierung das Geschehen zu einem zeitgenössischen Kammerspiel.
00:01:58: Die Welt zieht sich in einen inneren Raum zurück, indem die Figuren als Manifestation wie der Streit in der Kräfte
00:02:05: erscheinen.".
00:02:06: Das ist eine Bühne, die den Maschinencharakter nicht in den Vordergrund stellt.
00:02:10: Es ist eine Bühne, aber die Bewegung des Motorstands stammt nicht von einer Maschine, die offengelegt wird sondern von dem inneren Trieb, Antrieb der Haupt- und Titelfigur von Faust selbst.
00:02:26: Und diese Bühne – das ist der wichtige Punkt – bildet einen Korridor.
00:02:31: Da habe ich mich vom amerikanischen Künstler Bruce Nauman inspirieren lassen, der in den Sechzigerjahren und auch später diesen Korridoren in die Museen gestellt hat.
00:02:41: Die Erfahrung, die man als Besucher in diesem Raum machen konnte war eine Konfrontation mit sich selbst.
00:02:48: Das sind Gänge, in die sie hineingegangen sind, die sehr schmal sind und dann einen erstaunen Läster drüber wie allein man sein kann in der Welt.
00:02:59: Und wenn man alleine ist und mit sich konfrontiert wird, dann kommen die schwankenden Gestalten auf einen zu aus Dunst- und Nebel.
00:03:09: Es ist also der Ort wo Faust konfrontieren wird mit Anteil in seiner selbst, die er zuvor verdrängt hat.
00:03:17: Und das ist die Spielsituation, die den ganzen Abend strukturiert, denn alle Figuren, die erscheinen sind Anteile Abspaltung seiner Selbst.
00:03:26: Ulrich Haschel bringt also nicht jenen Fonds, den wir aus der Geschichtsschreibung kennen auf der Bühne.
00:03:31: Jenen Fonz, der nach Erkenntnis sucht.
00:03:34: Jeden, der Wissenschaftler isst, der sich ins Studierzimmer zurückzieht, der durch Wissen, Erfahrung und Erfüllung strebende Mensch sondern er bringt
00:03:46: ach
00:03:46: die zwei Seelen von Faust auf der Bühne.
00:03:50: Ulrich Asche zeigt einen rastlos und verzweifelten Suchenden, der hin- und hergerissen ist zwischen extremer Selbstbehauptung und drohendem Selbstverlust.
00:04:01: Im berühmten Satz zwei Seeln wohnen.
00:04:04: auch in meiner Post formuliert sich Fausts Grundkonflikt, formuliert sie seine innere Zerrissenheit zwischen Erkenntnis und Begehren, zwischen Geist und Sehlichkeit.
00:04:15: Was ihn antreibt ist jedoch nicht der Wunsch nach Ausklärung sondern noch Überschreitung.
00:04:22: Melfisto ist für Ulrich Asche der Gegenspieler die Schattenseite des
00:04:26: Faust
00:04:27: – Sie verfolgt ihn ist immer
00:04:29: anwesend.".
00:04:30: Mephisto ist die Verführung, der Triebstruktur.
00:04:33: Der Rausch des Erlebens von Welt.
00:04:35: Das umarmen im Gegensatz zu dem, was Faust bisher getrieben hat.
00:04:40: Nämlich die Suche nach Erkenntnis und Rückzug in die Wissenschaft.
00:04:45: Weil Laredge Planova spielt den Mephisto.
00:04:48: Es ist eine Wunschrolle von ihr!
00:04:50: Ich habe den Faust mit vierzehn zum ersten Mal gelesen ... Und schon da war ich ... Unglaublich fasziniert davon, dass ein Autor einen Nichtmenschen formuliert.
00:05:04: Das muss man erst mal tun und auch warum?
00:05:07: Und warum geht man an so ein Ort?
00:05:10: Warum will man das denken?
00:05:13: Ich hab den Mephisto nie kirchlich gesehen oder christlich.
00:05:17: Sogar als junges Mädchen dachte ich es ist eben wie er selber sagt ein Teil von jener Kraft die stets das Böse will und stets dass gute schafft.
00:05:29: Das war für mich so eine Öffnung und Abgrund zugleich, und es verhieß auch etwas sehr beunruhigendes was mir immer wieder später begegnet ist mit den besten Absichten erschafft man manchmal furchtbarstes Und in Beiläufigkeit und durch Unaufmerksamkeit manchmal schönstes der für mich immer wissenschaftler ist.
00:05:57: Das heißt natürlich Autor, aber ich habe das Gefühl dass es der Autor der auf Leben mit einer erstaunlichen Kenntnis von Psychologie schaut die viel später aufgetaucht ist hier schon.
00:06:11: also es gibt eine Beschreibung in der Waldburges Nacht wo ja Gretchen als Idol beschreibt als leblos ein Idol das heißt etwas was wir uns vorstellen.
00:06:23: und dass er in dieser Zeit diese Dinge formuliert hat, das hat mich irgendwie ergriffen.
00:06:31: Und ich dachte ... Ich habe nie den Teufel weiblich oder männlich gesehen.
00:06:36: Also ich sah da kein Geschlecht,
00:06:38: d.h.,
00:06:38: ich hielt es dann schon sehr früh für möglich.
00:06:41: Dann hab' ich mich gefragt wie gut muss ich mich kennen oder kennengelernt haben im Verlauf meines Lebens um so eine Kraft darzustellen?
00:06:54: Und das ist die ungeheure Neugierde, die ich natürlich vor mir selber habe und natürlich auch dem Publikum gegenüber.
00:07:00: Wie begegnen wir uns da in der Erschaffung dieser Kraft?
00:07:04: Weil ich finde diese Kraft wird eigentlich durch die Betrachtung erschaffen was diese Kraft ist also wie positiv oder negativ sie konnotiert wird.
00:07:15: Das hab' ich das Gefühl es ein ganz privater Vorgang in jedem einzelnen Körper der mir dagegen übersetzen wird.
00:07:22: Also was projiziert der Zuschauer auf mich an Ängsten, Sehnsüchten oder was auch immer?
00:07:28: Ich glaube diese Figur trägt das.
00:07:31: Wenn man es ernst nimmt, was der Mephisto sagt er will das Böse aber schafft das Gute!
00:07:36: Dann muss man ihm das erst mal glauben denn für meine Begriffe ist er eine Nähliste, er glaubt daran dass alle Glaubenswerte, alle Institutionen und Dinge an denen Menschen festhalten.
00:07:48: Wenn diese zerstört werden, dann entsteht erst das Gute wenn wir alle frei sind.
00:07:53: die Frage ist, die mir Fistol uns leider nicht beantwortet was ist denn wenn wir frei sind?
00:07:58: Was erkennen wir wenn wir freis sind?
00:08:00: Das ist eigentlich die Krux dieser Figur.
00:08:03: Interessant
00:08:04: dass du sagst nicht beantwortet.
00:08:05: dich finde er muss es beantworten.
00:08:07: durch sein Sein Die Art wie Im Nicholismus existiert und die Art, wie er in der Enttäuschung existiert.
00:08:17: Das ist für mich die Antwort auf das was er verheißt.
00:08:20: also ich muss das schon leisten.
00:08:22: Deswegen hast du so viel Spaß in der Rolle oder?
00:08:24: Richtig!
00:08:26: Nach dem Faust seines Seele und mit Fisto verkauft hat findet ihn ein Wandel statt.
00:08:32: Steven Schark spielt den
00:08:33: Faust.
00:08:34: Na gut also jetzt im Rahmen unseres Abends gesprochen ja taucht ja aus dem Fausst eine wie wir es jetzt schon oft genannt haben, Abspaltung auf die ein klares Bekenntnis fordert.
00:08:47: Zu einer ganz bestimmten Richtung, die es ja in jedem Menschen gibt, nehmen wir es Todes-Trieb, nennen wir es eine bestimmte Brutalität, eine Ruchlosigkeit, eine ganz radikale unbeschränkte Selbstbezogenheit.
00:09:01: und das wird vom Mephisto eingefordert und angeboten als Lösung auch für die totale Zersplitterung in der man den Faust ganz am Anfang antrifft.
00:09:13: Und von daher ist es eben erst mal ein total verlockener Ausweg, also man wird auf der Bühne kann man eigentlich schon sagen ja wirklich eine Aufrichtung sehen.
00:09:26: Also damit wirst du richtet den FaUST erstmal auf.
00:09:30: Infolger einer Forderung von FaUST was er bestellt.
00:09:33: Er bestellt das.
00:09:34: Dieses berühmte Zeige mir die Frucht die fault bevor sie reift.
00:09:39: Ich bin dann mit meinem Leben, mit allem was man als vermeintlich erstrebenswert in unserer Welt betrachtet nicht weit gekommen.
00:09:46: Zeig mir etwas, das mich nie in Ruhe lässt.
00:09:48: Zeigt mir den ewigen Rausch und sobald ich wirklich zur Befriedigung kommen würde in dem, was ich nicht glaube, dann okay, dann hast du gewonnen, dann bin ich vorbei
00:09:56: her!
00:10:02: Steven Scharf, der Faust in Ulrich Rasches Inszenierung Faust I auf der Perner Insel.
00:10:07: Der ersten Primär des Salzburger Festspielsommeres zwanzig sechsundzwanzig am fünfundzwannzigsten Juli um neunzehn Uhr auf der Perner Insel.
00:10:16: bis zum sechsten August wird Faust außer dem siebenundzwanzigsten Juni täglich gespielt.
00:10:22: für einige Veranstaltungen sind noch Karten erhältlich und bald sagt Elisabeth Julian ein Nöstlänger.