wissensART

wissensART

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:04: Wenn das Werk lacht, weint der Dichter.

00:00:09: und umgekehrt hat Thomas Bernhard gesagt.

00:00:13: Wann weint und wann lacht Sven-Erik Bechtolf?

00:00:16: Das ist gescheit von Bernhard.

00:00:18: Können Sie das nochmal sagen wenn das

00:00:22: Werk weint?

00:00:24: Ich

00:00:27: wein's, wenn Erik Bichter im Zusammenhang mit dem Berg.

00:00:31: So schlau wie der Thomas Bernhard auch innerlich fühle ich nicht.

00:00:35: Das ist ganz unterschiedlich.

00:00:36: Manchmal wein' ich auch, wenn das Werk weint!

00:00:39: Herzlich willkommen bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.

00:00:43: Heißen Sie Elisabeth Juliane Nöstlinger und Sven-Erik Bechtholf anlässigter bevorstehenden Premiere von Thomas Bernhard Stück, Elisabet

00:00:52: II.,

00:00:53: bei den Salzkammergutfestwochen im Stadttheater Gmunden.

00:00:57: Insgesamt dreimal gibt der mehrmalige Nestorpreisträger und ehemalige Intendant sowie Schandspielchef, das Alsburger Festspielers Sven-Erik Bechtolf den großindustriellen Rudolf Hernstein.

00:01:11: Er spielt eine Figur die seit seinem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist.

00:01:16: Siebenundachtzig-Jährige lebt Herrn Stein mit zwei Hausangestellten in einem Appartement am Wiener Opernring Mitblick auf die Staatsoper.

00:01:25: Das langjährige Bonktheater-Assemblemitglied Sven Erik Bechtolf spielt Rudolf Herrstein nun bei den Salzkammergutfestwochen, auf einer kleineren Bühne als jene, der ihn in Wien bespielte.

00:01:37: Bespielt sie bereits das dritte Jahr infolge.

00:01:40: Ein kleines Format ist immer schön, vor allem für diese Texte hier.

00:01:43: Wenn man sie nicht verbrüllen muss, dann muss man auch versenden.

00:01:47: aber es sind nicht solche olympischen Dimensionen wie am Burgtheater sondern das ist mehr ein Kamerspiel.

00:01:54: das ist also schon mal sehr angenehm.

00:01:55: zweitens ist dieses kleine Theater natürlich fantastisch, das mich jetzt ein bisschen erinnert an das Theater in Meran als ich dort in Krammer bin.

00:02:03: Ich dachte hier möchte ich unbedingt enttendant werden, sämtliche Rollenspielen irgendwie in Strieße werden und bleiben.

00:02:09: Und das denkt man sich natürlich auch.

00:02:11: Es wird wunderschön und herrlich!

00:02:13: Gemunden kenne ich zu wenig.

00:02:15: Ich glaube, man müsste mal hier ein paar Monate leben und darüber irgendwas im Gescheites zu sagen.

00:02:20: Aber darüber hinaus ist das Ganze natürlich der Traunensee gemunden.

00:02:24: Ist das Biotop?

00:02:25: Der Bernhardschen wählt wenn man so will nicht.

00:02:28: Also dem Stück kommt natürlich Köcher vor, der hier ein großes Anwesen hatte und hat Die Wiener Juweliere.

00:02:34: Es ist sehr viel vom Paul Wittgenstein in dem Stück, das sich natürlich auch hier widert findet.

00:02:40: Die Wittkensteins haben mir eine große Besitzung gehabt.

00:02:42: Paul Wettgenstein dieser unglückliche Wittkennsteinsnähe, der ist ja sehr häufig gewesen.

00:02:47: Haben Sie ihn gekannt?

00:02:48: Nein ich habe ihn leider nicht gekannt.

00:02:49: Ist mir leider nicht gelungen und hatte keine Ahnung was es ihnen überhaupt gibt.

00:02:53: Ich weiß nicht ob ich ihn hätte kennenlernen können.

00:02:54: Ich hab vergessen wenn er gestorben ist aber muss er irgendwann in den späten siebzigern gewesen sein oder so wie auch immer.

00:02:59: jedenfalls ist das hier sozusagen das originäre Biotrobe, das dieses Stück ausmacht in vielerlei Hinsicht.

00:03:06: Mähen und diese Gegend

00:03:07: hier.".

00:03:08: Hier im Gwunden und in Wien war auch Thomas Bernhard zu Hause.

00:03:11: Paul Wittgenstein der Nervenkrankeneffe des berühmten Philosophen Ludwig Witt gen Stein war sein Freund – Und die kunstzinnigen Köcherts traf man dort wieder!

00:03:21: Im Streck Elisabeth

00:03:23: II.,

00:03:23: ist das siebenundachtzigjährige Großindustrielle Rodolf Hernstein die Hauptfigur.

00:03:29: Min ist ihm unerträglich, darum packt er seine Kofferwill nach Altossee auf den Sämmering.

00:03:35: Dort fühlt es sich zwar auch nicht wohl aber immerhin erträgt er sein Dasein in dieser Gegend besser als in der Stadt.

00:03:42: Kurz vor der Abreise laden sich alle möglichen Bekannten bei Herrn Stein ein um auf seinem Balkon den Besuch der Königin zu verfolgen.

00:03:51: Von dritten bis fünften Juli, zwanzig sechsundzwanzig gibt's wenn Erich Bechtolf Rudolf Hernstein auf der Bühne des Gmuntner Startheaters mit.

00:04:00: Zeitlos oder zeitgemäß ist dieses Stück.

00:04:04: Ist Thomas Bernhard heute?

00:04:06: Zwischen Zeitgemäßheit und Gültigkeit gibt es ja einen Unterschied.

00:04:15: Thomas Bernhard ist doch heute nicht zeitgemäß, sondern er war es nie.

00:04:19: Aber gültig war er früher und heute.

00:04:23: Und namentlich seine Außenseiterposition die er nun wirklich hat versichert ihm hoffentlich eine lange Gültigkeit.

00:04:34: Wie schwierig ist das einen Thomas Bernhardt Text zu lernen?

00:04:39: Mit dem Jahren wird's immer schwieriger.

00:04:44: Ich kann Ihnen das also nicht sagen.

00:04:46: Mit dreißig wäre meine Antwort anders ausgefahren.

00:04:51: Es ist ein langwieriges Geschäft, ja?

00:04:53: Das kann ich sagen.

00:04:54: Wir haben zweimal, dass wir genügend gehabt, ihn auswendig zu sprechen.

00:04:59: Nämlich einmal in Technoando der Wahnsinnige... ...das war schwieriger zu lernen als dieses hier und einmal hier.

00:05:07: aber da muss man sich doch schon monatelange mit beschäftigen.

00:05:10: Müssen Sie das nicht auch, wenn sie in die Rolle hineinspringen wollen?

00:05:14: Weil darüber

00:05:14: gibt es ja schon seit Anbeginn dieses Berufes erbitterter Auseinandersetzungen.

00:05:18: Da hat sich schon die Dero-Gedanken drüber gemacht.

00:05:21: Entweder man sich identifizieren soll mit dem was man tut oder ob man nicht das Publikum leiten soll.

00:05:28: Das ist ganz unterschiedlich manchmal identifiziert.

00:05:30: Man sich wirklich ganz stark und man vergießt Tränen.

00:05:34: aber es ist keine Bedingung das zu tun.

00:05:57: Ich hab mich mit Karin Bergmann immer wieder mal ausgetauscht.

00:06:01: Über die Salzburger Festspiele nie, übrigens.

00:06:04: Wir ratschen manchmal ein bisschen und ratscheln aber es ist nicht so wie jetzt ... beruflich fundierte Gespräche hätten.

00:06:12: Die Karin kennt das ja alles in und auswendig und hat sehr schnell begriffen, was es da geht.

00:06:17: Und seitdem ich dort war, sie saß vor sechszehn, ist ja auch viel Wasser die Salzsache heruntergegangen.

00:06:22: Das heißt er hat sich auch einiges geändert und ich habe viel vergessen.

00:06:26: also die Karin braucht meinen Ratschlag nicht und auch meine Expertise nicht.

00:06:31: Sie hat sie selber.

00:06:37: sind in Salzburg gewesen, haben dort am Mozartium studiert und waren jahrelang Burgtheater Ensemblemitglied.

00:06:47: Gibt es da eine Verbundenheit zu einer Gegend

00:06:49: auch?

00:06:50: Ähm ... Das ist schwer zu sagen.

00:06:53: Ich bin schon als Kind sehr viel umgezogen.

00:06:55: Und bin nirgendwo sehr lange geblieben.

00:06:58: Ich hab nirgendswo länger als vier bis fünf Jahre.

00:07:01: Insofern habe ich keine Heimatgefühle.

00:07:05: Das habe ich ja eine Zeit lang bedauert Und heute ist es mir eigentlich ganz willkommen, dass das so ist.

00:07:13: Ich bin überall ein bisschen

00:07:14: ungerm.".

00:07:16: Das konnte auch Thomas Bernhards gesagt haben.

00:07:18: Elisabeth II.

00:07:19: ist der vorletzte Stück – er sah es zu seinen Lebzeiten nicht mehr aufgeführt.

00:07:25: Man kann es als eine Art Vermächtnis sehen, schreitet das doch Bernhards ganzen Theaterkosmos nochmals aus heißt es im Programm Hefter Salzkammergut-Festwochen.

00:07:35: Von Hochkomisch bis zur tödlichen Verzweiflung spannt sich der Bogen.

00:07:39: wie gesagt am dritten vierten und fünften Juli im Stadteater gemunden.

00:07:44: In weiteren Rollen sind Christian Hieger Grunderschanderer und Lutz Zeidler zu sehen.

00:07:50: Und obwohl Sven-Erik Bechtolf überall ein bisschen ungern ist, kommt er diesen Sommer nochmals nach

00:07:57: Gemeinden.

00:07:57: Und zwar am achten August.

00:07:59: zur Kommödie von Thomas Bernhardt über allen Gipfen ist droh!

00:08:04: Ein weiterer Dichtertag um neunzehnachzig.

00:08:08: Es ist eine szenische Lesung.

00:08:10: Kurz zuvor erzählt Sven-Erik Bechtolf in einem weiteren Wissensartpodcast mehr über die Aktualität von Thomas Bernhard und ein bisschen was Über sich.

00:08:34: Was für mich steht?

00:08:37: Nein, aber das ist der Geschichte!

00:08:38: Ich glaube er muss dir jetzt wirklich mein Poesie-Album schatzplündern.

00:08:44: Ich glaube Churchill hat gesagt hold on tightly let go lightly.

00:08:50: Das finde ich ein klugem Herz.

00:08:52: Sven-Erik Bechtolf im Vorfeld der Theateraufführung Elisabeth II.

00:08:57: von Thomas Bernhard bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.

00:09:03: Auf Bahl sagt Elisabet Juliane Nöstlinger

Über diesen Podcast

wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint

von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

Abonnieren

Follow us