00:00:01: Kunst im Gespräch.
00:00:04: In Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion, im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:00:13: Macht wirkt überall!
00:00:14: Cornelia Reiner Theater-Regisseurin, Autoren, Grunderin des Festivals Bühne der Macht, Speakerin und Machtkompetenzcoach.
00:00:23: Ich verstehe Macht als eine Fähigkeit dass man seine Ziele und seinen Interessen gegen Widerstände durchsetzen kann.
00:00:32: Herzlich willkommen bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.
00:00:36: Heißen Sie die Subitulärne Nöstlinger Monika Kircher und Cornelia Reiner anlässig des Festivals Bühne der Macht das heue zum zweiten Mal in Sankt Daniel im Galtal stattfindet.
00:00:50: Vom fünften bis neunzehnten Juli wird dort in einem Zelt der Radetzgemarsch von Josef Roth aufgeführt.
00:00:56: Philosophische Gespräche und Spaziergänge werden angeboten, und Machtkompetenz
00:01:02: gelehrt.".
00:01:03: Wie gehe ich eben mit Machtbotschaften?
00:01:05: Und da gibt es unglaublich viele aber die muss sich erstmal lesen lernen.
00:01:08: wie gehe ich mit diesen Machtbotschaften um?
00:01:10: Und Übergriffe auch abzuwehren!
00:01:12: Wichtig ist aber mit einer gewissen ethischen Haltung und einer sozialen Verantwortung.
00:01:17: Wenn man erkennt dass man Macht hat im Beruf und in Beziehungen Und eben über klare Handwerke verfügt, dann kann ich das mit Klarheit und Kompetenz einsetzen.
00:01:28: Zum Beispiel ein Pokerface aufsetzen – so heißt auch ein Training des Kanäliereiner Mathire Mann dem Schauspieler Matthias Mamedov erarbeitet hat.
00:01:38: Poker face im Sinne von Kontrolle und Disziplin auch weil es ist nicht immer hilfreich in jeder Situation authentisch zu handeln.
00:01:46: Der Begriff der Authentizität ist in diesem Kontext nicht immer hilfreich, weil es würde ja bedeuten egal was mich aufregt ich trüllos oder ich vertrei die Augen und da tun sich viele Menschen sehr schwer das zu kontrollieren aber vor allem auch dass sie überhaupt ein Bewusstsein davon haben was sie selber aussenden.
00:02:07: wir gehen ganz oft davon aus der andere tut so und so und So Aber Was sende Ich persönlich Aus?
00:02:13: Ein Beispiel wäre, ich bin konzentriert und schau da bei Krantig aus.
00:02:18: Und ich habe aber gar kein Bewusstsein davon!
00:02:20: Und der andere mein Gegenüber meint, boah man ist wahnsinnig krantig.
00:02:23: dabei bin ich nur konzentriet.
00:02:25: und darüber ein Bewusstsein zu entwickeln ist unglaublich hilfreich weil es sind ganz ganz konkrete Werkzeuge Und das ist ein ganz wesentlicher Kern unseres non-wahrbaren Verhandlungstrainings, dass wir eben aufgebaut haben die letzten zehn Jahre.
00:02:40: Also der Matthias Mammerdorf Schauspieler gemeinsam mit der Machtexpertin und Wirtschaftskoach Christine Bajelinek.
00:02:48: Da haben wir immer als Schauspilmethoden und Filmmethoden gemeinsam mit dem Wissen aus Wirtschaft einen Training entwickelt – mittlerweile machen wir es jetzt schon seit zehn Jahren!
00:02:57: Und es ist unglaublich hilfreich, vor allem auch weil wir sehen dass die Menschen nicht mehr mit so einem diffusen Gefühl aus Verhandlungen und aus Situationen rausgehen.
00:03:06: Das heißt wir haben das entwickelt für Menschen die eben in gewissen Situationen nichts entgegenzusetzen haben oder immer ihre eigene Sprache und dies nicht immer die beste.
00:03:16: D.h.,
00:03:17: diese Erweiterung der Sprache der eigenen Grammatik – das ist der Kern dieses Trainings!
00:03:22: Non-Verbal, Mimic, Gestick Körpersprache.
00:03:26: Und dieses Wissen lassen wir jetzt auch bei dem Festival Bühne der Macht einfließen.
00:03:30: Bühnen der Macht im Sinne von, in welche Gestaltungsmacht kommen wie auch selber?
00:03:35: Das heißt, welche Situationen der Ohnmacht gibt es?
00:03:38: Wie begegnen wir dieser Ohnmarkt?
00:03:40: Welche Konflikte gibt es aber welcher friedlichen Verhandlungen gibt es auch?
00:03:45: also immer beides ja.
00:03:47: und was können wir hier entwickeln, selber entwickeln.
00:03:51: Welche Verantwortung können wir selbst für unser eigenes Handeln übernehmen?
00:03:55: Und das ist unglaublich hilfreich und auch erleichternend wenn man es eine eigene macht die man bisher vielleicht noch gar nicht kennt.
00:04:03: Wenn man den nützt und verantwortungsvoll einsetzt.
00:04:06: Könnte
00:04:06: das auch hilfreich sein für einen gesellschaftspolitischen Prozess, auch für Friedensgespräche die jetzt wirklich anstünden in dem Chaos der Welt dass wir gerade vor uns haben?
00:04:19: Selbstverständlich!
00:04:20: Und ich glaube wie müssen bei jungen Menschen ansetzen und genau das machen wir.
00:04:23: wenn Jugendliche früher kennen welche Macht sie haben und welche Machtbotschaften es gibt, welche Machtverhältnisse gibt es und wer man hier versucht ein Bewusstsein zu schaffen dann können Sie sehr früh schon Eigenverantwortung übernehmen.
00:04:36: Und gerade in politischen Situationen, in wirtschaftlichen Situationen aber eben nicht nur Macht spielt überall eine Rolle.
00:04:43: Jeden Tag finden Verhandlungen statt – bereits am Zebrastreifen!
00:04:46: Wer geht?
00:04:48: Wo auf welcher Seite?
00:04:49: Wer weicht wo wann aus?
00:04:51: und wenn wir hier ein Bewusstsein schaffen und erstmal jeder bei sich selber ansetzt und da helfen wir mit, da unterstützen Dann kann man, glaube ich vor allem eines schaffen.
00:05:01: Die Konzentration auf das was wirklich wichtig ist, auf das, was wir erreichen und weiterbringen wollen!
00:05:06: Schon früh im Leben hat Kanélia Reiner erreicht, was sie wollte.
00:05:10: Sie folgte ihrer Liebe zu Frankreich.
00:05:12: Sie ging von Liens in Osterol nach der Matura an die Universität Wien, studierte französisch Theaterwissenschaft und Philosophie, zog weiter nach Paris an die Novelle Sorbonne – Die Universität für Literaturwissenschaftssprachen, Schauspielkunst- und Europastudien.
00:05:29: Frankreich und Französisch ist es für mich tatsächlich wie eine zweite Muttersprache!
00:05:33: Ich habe das wie viele in der Schule gelernt.
00:05:35: Also ich bin jetzt nicht zweisprachig aufgewachsen, habe aber das Gefühl dass diese Zweisprache irgendwie in mir da war.
00:05:42: Ich kann es gar nicht selber so genau erklären.
00:05:44: Es hat immer eine sehr große Liebe zu diesem Land gegeben zur Sprache und den Menschen.
00:05:49: Meine erste Reise nach Frankreich war ein Austausch.
00:05:51: Ein Schüler-Austausch, da war ich fünfzehn.
00:05:53: Wir mussten damals in der Schule einen Brief schreiben und wurden dann ausgewählt von einer Gastfamilie.
00:05:59: Ich hatte damals das Glück.
00:06:00: bis heute besteht eine sehr innige Freundschaft mit dem Gastmädchen damals.
00:06:04: Es ist eine Liebe die über die Jahre gewachsen ist.
00:06:06: Ich bin dann an die Sorbonne studieren gegangen auch über Erasmus.
00:06:11: damals hatte die Möglichkeit dort hinzugehen Und es war nach der ersten Studienzeit hier in Wien.
00:06:18: Es war sehr praktisch.
00:06:19: Das war eine absolut neue Erfahrung für mich, die Theorie und die Praxis haben unglaublich doll hintereinandergegriffen.
00:06:27: Es waren damals tolle Lehrende, tolle Dozenten da.
00:06:30: Joshua Nüz zum Beispiel, absoluter Kenner von Peter Brook und bei Peter Brook durfte ich auch einmal ganz kurz in den Arbeitsprozess hineinschauen mit einer Gruppe von Studenten damals.
00:06:43: Das hat mich sehr geprägt die Art zu arbeiten, die Art zusehen zu hören – die Zeit, die man sich nimmt wenn es Szene führt Schauspielerarbeit.
00:06:52: Das hat mich schwer beeindruckt und ich kann rückblickend sagen, das waren Momente wo ich den Entschluss damals gefasst habe.
00:06:59: in diese Richtung möchte ich
00:07:00: gehen.".
00:07:03: In der Theaterinszenierung Lenz nach einer Erzählung von Georg Büchner bei den Salzburger Festspielen im Rahmen eines Young Directors Project Für diese Arbeit wurde sie für den Moplau Young Director's Award nominiert.
00:07:17: Es war eine Arbeit, in der Sie sich auch mit Ihrer eigenen Herkunft auseinandersetzte – Mit ihrer Kindheit in den Tiroler Bergen, dem Musikieren in der Kirche!
00:07:27: was die Zuschauer in Republik zu sehen bekamen, war eine Achterbahn.
00:07:31: Cornelia Reiner inszenierte die Natur des Steintals und die Innenwelt von Lenz als akustische Landschaft, harmonisch verstörend uns mit einer dem Lenzstoff immanenten radikalen Widersprüchlichkeit.
00:07:45: Mit dieser Inszenierung verbindet mich tatsächlich eine spezielle Geschichte.
00:07:50: Einerseits eben die damalige Premiere bei den Salzburger Festspielen, bei mir hangt da durch das Project.
00:07:55: Lenz wandert durch die Landschaft einsam und alleine und versucht seinen Weg zu finden.
00:08:00: Verstoßen von Goethe!
00:08:03: Und diese Inszenierung haben wir damals in einer Achterbahn zur Aufführung gebracht und sehr musikalisches war.
00:08:08: Ein Musiker dabei, ein Schlagzeuger der diese Welt zum Klingen gebracht hat und zwar nicht nur die innerliche Welt sondern tatsächlich auch mit den Requisiten gespielt hat.
00:08:18: Es war ein musikalischer Ereignis würde ich sagen.
00:08:21: Und was sehr besonders war für mich, vier Jahre später hat das Festival D'Avignon unter der Leitung von Olivier P. damals die Institution eingeladen.
00:08:30: und diese Reise dorthin war besonders weil einerseits habe ich das sagen selbst als Produzentin damals dort hingebracht in weiterer Folge und das Kulturforum war eine ganz wichtige Kooperationsstelle.
00:08:44: Die haben mich sehr bestärkt hier diesen Weg auch zu gehen und das nach Frankreich zu bringen, haben das ideell und finanziell auch unterstützt und in Frankreich selbst ist die Inszenierung dann viermal aufgeführt worden unter freiem Himmel also auch wieder in der Landschaft.
00:08:59: Also diese Inszenierungen sind durch den Geist der Landschaft und durch dieses Gehen, durch diese Wanderung, durch die Wanderschaff geprägt.
00:09:07: Und hat eben selber diese Reise auch gemacht.
00:09:10: Zuerst von Salzburg dann eine Zwischenlagerung an einem Bauernhof in Südtirol weiter nach Frankreich.
00:09:18: Jetzt lagert das Bühnenbild im Übrigen zwischen Berlin und Hamburg!
00:09:23: Zwanzig Tage verbrachte Lenz im Steintal.
00:09:26: Georg Büchner beschreibt diese Tage in atmosphärischer Dichte, Cornelia Reiner lässt sie zum Sinnbild einer lebenslangen Suche werden, in denen sich wiederkehrende Themen und Zustände verdichten – allmählich verrückt die Wahrnehmung!
00:09:41: Das Einwirkende Natur wird dargestellt, das Ausgeliefertsein gegenüber der eigenen Stimmung, die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Gemeinsamkeit mit
00:09:51: anderen.".
00:09:51: Büchner hat hier meiner Meinung nach eine Partitur geschrieben.
00:09:55: Es ist für mich eine Komposition, Sondergleichen und diese Innenwelt so zum Klingen zu bringen.
00:10:01: über die Sprache.
00:10:03: das hat mich damals unglaublich inspiriert und es auch etwas was ich sagen auch im Alltag begleitet.
00:10:08: also wie hört man Dinge?
00:10:10: Wie hört man die Welt draußen?
00:10:12: Wie gehört man einen einzelnen Satz ein einzelnes Wort?
00:10:17: und wenn man sich hier Zeit nimmt dann Passieren auf Dinge, die man vielleicht im Lärm des Alltags nicht immer hört und dem man vielleicht überhört.
00:10:25: Und dieses genaue Zuhörn ist für mich auch in der Arbeit wichtig – auch jetzt beim Radetzke-Marsch wieder!
00:10:30: Es ist eine Arbeit des Zuhörens und hineinhörens in die
00:10:34: Texte.".
00:10:35: Was heißt das wenn eine deutschsprachige österreichische Inszenierung nach Frankreich geht?
00:10:40: Die Auslandskultur hat dies bei drei Inszenierungen mit ermöglicht.
00:10:44: Balance, sieben Sekunden Ewigkeit von Peter Torine und Jean Dacke.
00:10:49: Die Bedeutung des Kulturforms liegt für mich vor allem daran, es wurde erst mal was möglich gemacht auch oder geholfen etwas möglich zu machen.
00:10:55: Nämlich dass man mit Produktionen die erstmal im Österreich produziert wurden das man auch ins Ausland damit gehen kann.
00:11:01: Dass es hier auch eine Wirkung gibt und eine Resonanz eben auch mit anderen Spielstätten.
00:11:08: Und in dieser Adaption basierte er etwas.
00:11:12: Es ist eine Möglichkeit etwas weiterzudenken, weiterzuentwickeln.
00:11:16: Im Grunde ermöglicht es einem, Stoffe Produktionen Geschichten noch einmal neu zu denken.
00:11:23: Weil es eine Verlängerung der Arbeit ist und das ist unglaublich wichtig weil es so wie mit einem Buch ein Buch dass ich vor zwanzig Jahren gelesen habe hat heute eine ganz andere Bedeutung für mich.
00:11:35: und genauso ist auch mit Geschichten und Produktion und Kreationen die man selber macht.
00:11:39: Lenz würde ich heute noch einmal vielleicht ganz anders inszenieren.
00:11:43: Und diese Möglichkeit, die das Kulturform oder die Kulturform da schaffen sind eben eine Möglichkeit einer tieferen und längerfristigen Beschäftigung zu meinen.
00:11:52: Und natürlich auch dass man sich überlegt welche Bedeutung hat jetzt der Stoff in Österreich?
00:11:59: Und welche Beteutung hatte ein Stoff im Frankreich?
00:12:02: Im konkreten bei Schandag ist es ja so.
00:12:05: Bei uns hat sozusagen die Instrumentalisierung der Schandag nicht so eine große Bedeutung wie in Frankreich.
00:12:11: In Frankreich wird die Schandage von der Front National instrumentalisiert, wie geht man dann mit einem Stoff?
00:12:17: damit in Frankreich um.
00:12:19: Das heißt, man muss sich sozusagen auch überlegen welche kulturellen Unterschiede gibt es oder welche kulturellen Gemeinsamkeiten gibt es auch?
00:12:26: und da tritt man automatisch sowohl im Prozess des Erarbeitens an den Austausch und natürlich direkt vor Ort.
00:12:32: wir hatten unglaublich spannende aufregende Diskussionen dann.
00:12:36: Da kommen Menschen mit ganz anderen Erfahrungen zusammen.
00:12:39: ich sage immer jeder Mensch bringt seine eigene Situation mit und wir alle schaffen gemeinsam eine Atmosphäre.
00:12:47: ich noch mal ganz was anderes als hier in Österreich, weil wir alle ganz verschieden geprägt sind.
00:12:51: Aber hier einen Austausch zu schaffen gemeinsam in Resonanz zu gehen und hier Dinge weiterzuentwickeln erachte ich für ganz wichtig und essentiell für eine künstlerische Arbeit aber auch für ein Dialog und eine Begegnung mit den Menschen.
00:13:05: Den erarbeitet Cornelia Reiner.
00:13:08: nun in einem kleinen Ort namens St.
00:13:10: Daniel in
00:13:11: Kärnten,
00:13:12: wie gesagt steht vom fünften bis neunzehnten Juli der Radetz-Gemarsch von Josef Rothamper kam eine Inszenierung mit professionellen Schauspielern und Schauspillerinnen.
00:13:24: aber auch Jugendliche und Erwachsene aus der Region sind beim Festival eingebunden.
00:13:29: Das spielt die filmische Produktion eine ganz wichtige Rolle.
00:13:32: wir haben ja Eines als Theaterstück, aber eben die filmische Produktion ist ganz wichtig.
00:13:36: Ich selbst habe ja auch schon einen ersten Film realisiert, Gilles und Dole, der damals in Toronto aufgeführt wurde, in der Tief-Belleitbox und ausgezeichnet wurde mit den Honoural Menschen damals.
00:13:48: Der Film ist für mich ein wesentliches Mittel der Archivierung, aber auch eines eigenständigen künstlerischen Werkes.
00:13:56: Die Menschen, die hier vorkommen, das sind Menschen aus der Region vor allem auch junge Menschen.
00:14:01: Und wir haben letztes Jahr angefangen, eben auch Szenen zu drehen.
00:14:05: Immer rund um das jeweilige Festival-Dema.
00:14:07: Letztes Jahr war es glaube liebe Hoffnung heuer ist der Radetzki Marsch und rund um diese Theaterstoffe entwickeln wie eben ganz eigenständige neue Geschichten die in unsere Zeit hineinragen und die in unserer Zeit hineingewachsen.
00:14:23: Das heißt es treffen sich verschiedene Zeitebenen.
00:14:27: einerseits hält man fest Das Gesicht eines jungen Menschen vor einem Jahr ist ganz anders nach einem Jahr.
00:14:33: Wir alle verändern uns und das halten wir auch fest, und es entsteht doch parallel hier sukzessive ein kleiner Festivalfilm.
00:14:42: also wir planen sozusagen nicht nur die Aufführungen sondern Es entsteht parallel eine Art von eigenständigem filmischen Dokument.
00:14:50: Und das wird ganz wichtig sein für die Fortführung und für die Weiterentwicklung des gesamten Festivals auch.
00:14:56: Möglicherweise auch für die Wanderschaft
00:14:58: in ein
00:14:59: Kulturvorraum mit Übersetzung, wie auch immer oder für das deutsch- sprechende Publikum dort?
00:15:05: Der Gedanke ist ja auch von der Region hinaus in die Welt.
00:15:09: Das war damals auch der Gedankel der Ausschreibungen, die wir gewonnen haben – damals durch die Kernekulturstiftung St.
00:15:16: Daniel ist ein Ausgangspunkt und ein wichtiges Herzstück unseres Festivals, weil wir – also ich mit Lienz und Matthias Mamedoff mit St.
00:15:24: Danel haben eine persönliche Verbindung einerseits.
00:15:26: Wir kennen die Gegend.
00:15:27: Wir sind dort aufgewachsen und kennen gewisserweise dorthin auch zurück.
00:15:32: Und gleichzeitig ist es aber so dass alle diese Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben hier in Österreich Ich verstärkte eben in Frankreich und im Ausland das wir hier auch einen Dialog schaffen wollen zwischen einem kleinen Ort und vielleicht der größeren Welt.
00:15:47: Und es gibt natürlich auch Pläne bezüglich Kooperationen, vielleicht auch in Frankreich – und da würde ich mich natürlich sehr freuen wenn ein Kulturforum wieder mit dabei
00:15:56: ist.".
00:15:56: Im vergangenen Jahr und auch heuer wird das Festival maßgeblich von der Kärntner Kulturstiftung finanziert.
00:16:03: Monika Kircher ist eine der Gründerinnen dieser Stiftungen.
00:16:06: Ja, vielen Dank für dieses Gespräch.
00:16:09: Ich bin eine der Gründungsstifterinnen in der Kärntner Kulturstiftung die erste und bisher auch einzige allgemeine Kulturförderstiftungen Österreich
00:16:20: ist.
00:16:21: es gab mehrere Anläufe auf Bundesseite aber es kam bisher zu keiner Stiftung wie wir den Sinn hätten nicht nur eine Künstlerpersönlichkeit zu vertreten, wie zum Beispiel Lassnig oder Schönberg oder Berg sondern die allgemeinen Kunstkulturförderung als Stiftungszweck hat.
00:16:44: Entstanden ist die Idee aus zweierlei Richtung – zum einen weil Kernen extrem reich ist an künstlerischem Schaffen an Künstlerpersönlichkeiten im bildenden Bereich, im Literaturbereich in der Musik und zum anderen weil Kärnten in einer finanziellen Lage war als wir die Stiftung sozusagen vorgedacht haben.
00:17:11: Die diesem Reichtum an Kunstkultur nicht gerecht werden konnte kann sie auch heute nicht wirklich.
00:17:18: aber damals was noch prekärer Und wir wollten einfach das Potenzial nutzen, indem wir private Menschen-, Firmen-, Organisationen eingeladen haben beizutragen gemeinsam mit der öffentlichen Hand die Stiftung zu dotieren oder zu sponsoren und damit... auch wertvolle Kunstkultur zu ermöglichen.
00:17:44: Wir sind drei Frauen, drei Kerntnerinnen die in Führungspositionen tätig waren oder tätig sind?
00:17:50: Ja wir sind.
00:17:51: wie so oft in der Kultur haben wir einen Überhang an Frauen, die ehrenamtlich im Vorstand sind jetzt meine Kollegin Inna Lehrbama und Gabriele Semmelrock-Werzer.
00:18:03: davor war Adolf Rausch einer der Gründungsstifter außerhalb des Stiftungsvorstandes um das Thema Vor- und Nachlässe kümmert.
00:18:14: Und wir drei Frauen werden unterstützt von einem kleinen, aber sehr engagierten kompetenten Team.
00:18:22: Das heißt, wir versuchen wirklich möglichst viel des Geldes an Künstlerinnenkünstler auszuschütten.
00:18:29: In den letzten Jahren waren das fast zwei Millionen Euro möglichst sparsam und schlank in der Organisation zu sein.
00:18:44: Ich glaube, das Thema ist in Österreich historisch nicht so verankert wie in anderen Ländern zum Beispiel in Großbritannien wo der National Trust quasi zum Allgemeingut gehört jederweils dass die wertvolle Gebäude erhalten Absichern.
00:19:04: In Österreich hat so das soziale, kulturelle Engagement von wohlhabenden Menschen oder Firmen nicht eine Verankerung wie in anderen Ländern und es wird meistens verwechselt das Thema Privatstiftungen, wo es wirklich darum geht in der Familie über Generationen zum Beispiel ein Unternehmen abzusichern indem sie eine Stiftung gebracht wird und gemeinnützige Stiftungen.
00:19:32: Wir reden hier eindeutig von Gemeinnützigkeit.
00:19:36: Der Unterschied zu vereinen ist, dass das auf langes Sicht konzipiert ist.
00:19:41: Eine Stiftung sollte ja ein gewisses Vermögen haben – idealerweise auch ein wachsendes Vermögend um langfristig, langjährig die Arbeit abgesichert zu haben.
00:19:53: So weit sind wir noch nicht?
00:19:54: Wir sind immer eine junge Stiftungen!
00:19:57: Aber es ist uns mit vielen anderen gelungen, dass Österreich im letzten Jahr das Gemeinnützigkeitsförderungsgesetz verabschiedet hat.
00:20:06: Was doch Zuwendungen zu gemeinnützigem Zwecken erleichtert – im Vergleich zu davor!
00:20:14: Die Bühne der Macht ist ja ein Beispiel dafür.
00:20:17: Ich möchte aber noch kurz zur Stiftung kommen.
00:20:19: Sie haben mit Zähnen einen Sponsoren und Sponsorinnen.
00:20:24: Wie sprechen sie die an?
00:20:25: Ich würde vielleicht sogar noch eine Kategorie hinzufügen.
00:20:28: Das waren unsere Mitstifter zu beginnen, sowie die Haselsteiner Privatstiftung und die Lehrbama-Stiftung, die Kehlack des Landkernten, die einfach von Beginn mit einem Beitrag beim Stiftungskapital mit dabei waren.
00:20:43: Dann gibt es die Metzene, Metzeninnen ohne ... dass das Geld einem Projekt zweckgewitmet wird, die Stiftung unterstützen.
00:20:53: und dann gibt es Sponsoring oder Partnerschaften für ganz konkrete Projekte.
00:20:59: Das heißt sie müssen immer wieder um Geld werben?
00:21:03: Ja!
00:21:03: Das ist leider eine der nicht so leichten Aufgaben für den Stiftungsvorstand, weil wie bereits vorher erwähnt in Österreich das Engagement privater.
00:21:13: Ich kann das auch durchaus nachvollziehen.
00:21:15: wir sind ein Land mit relativ hohen Steuersätzen.
00:21:18: Das heißt viele sagen ich zahl viel Steuern und warum soll ich dann auch noch... Aber ich glaube es steht uns gut an vor allem in Zeiten wo das Vermögen immer ungleicher verteilt ist, dass sich die, die es leichter tun oder denen Geld quasi über Kapitalerträge zufließt auch der Gesellschaft gegenüber verpflichtet fühlen.
00:21:42: Wir würden uns wünschen idealerweise das zum Beispiel Privatstiftungen Genossenschaften in ihren Statuten einen bestimmten Prozentsatz verankern der vom jährlichen Ergebnis der Gemeinnützige zufließt.
00:21:57: Ich glaube dann, wer auch das Verständnis Privatschriftungen gegenüber ein anderes als es jetzt ist,
00:22:04: könnte steuerlich hier entgegen gekommen werden.
00:22:07: Steuerlich wurde bereits ein wirklich guter Schritt gemacht.
00:22:11: im vergangenen Jahr.
00:22:13: Vorher war die Deckelung der absoluten Beträge und der prozentuellen Betriege sehr niedrig.
00:22:20: Das wurde angehoben, also ich glaube es liegt im Moment nicht zu sehr an der steuerlichen Komponente weil zehn Prozent ist schon viel Geld das man steuerbegünstigt jetzt aufbringen kann gegenüber gemeinnützigen Einrichtungen.
00:22:36: Es ist einfach noch ein kulturelles Thema Und wenn ich mir denke, wir hatten ein OECD-Symposium in Wien wo wir Modelle aus anderen Ländern uns angeschaut haben.
00:22:48: In der Schweiz die Mikrostiftung gibt pro Jahr drei Prozent des Umsatzes für Gemeinnützigkeit aus.
00:22:56: das ist natürlich der Idealfall weil damit eine sehr professionelle langfristige Kultursozial Bildungsinitiative gemacht werden kann.
00:23:07: Nun haben Sie davon gesprochen, dass die Stiftung in den letzten Jahren zwei Millionen Euro hatte.
00:23:13: Wie viele Einreichungen haben sie pro Jahr?
00:23:16: Wer wählt sich die Projekte aus?
00:23:18: Es geht ja von Theater zu Bildern der Kunst zur Literatur zu Performances.
00:23:24: also sie bilden die ganze Bandbreite ab.
00:23:26: Wir
00:23:27: sind entstanden kurz vor dem Corona-Jahren das heißt wir hatten einen eher ruckeligen Start Und mussten die erste große Ausschreibung, den ersten Call auch dadurch verschieben.
00:23:41: Weil ein Treffen von einreicher Gruppen nicht möglich war durch die Lockdowns und haben improvisiert – das ist der Vorteil vom privaten Initiativen!
00:23:51: Wir konnten durchaus in Abstimmung auch mit der Landeskulturpolitik Solidaritätsdicke auflegen, wo Menschen die sonst Eintritte in Theaterkonzerte gezahlt hätten diese jetzt als Solidarität den Künstlern gegenüber an uns überwiesen haben.
00:24:12: Wir waren wirklich ganz schnell in wenigen Monaten hundertdreißigtausend Euro ausgegeben für direkte Hilfen der freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern.
00:24:23: Und für die Produktion von zwei CDs, Kernten literarisch, wo Autorinnen und Autoren Texte verfasst haben, die dann von Profis Schauspielerinnen und Schauspielen gelesen wurden mit Musik unterlegt, produziert.
00:24:41: Also wir versuchen derzeit entsprechend das Beste draus zu machen.
00:24:46: und wir schreiben zweijährig.
00:24:48: es hat sich bewährt weil jedes Jahr schaffen wir es weder finanziell noch von der Arbeit her.
00:24:54: zweijährige Calls aus mit einem Thema.
00:24:57: Der erste war das Thema Umbrüche der zweite das Thema Jugend und Kultur und heuer geht's um die Peripherie.
00:25:05: Wir hatten Beim ersten Mal hundertneunundfünfzig Einreichungen, also unglaublich viele.
00:25:11: Heuer sind es.
00:25:12: vierundsechzig Einreichungen beim dritten Kohl.
00:25:15: Also auch sehr viele.
00:25:17: die werden von unserem Office vorgeprüft auf die formalen Kriterien.
00:25:24: aber wir haben eine Fachschirie jetzt unter der Leitung von Frau Prof.
00:25:29: Barbara der Vorwahrs-Martin Traxl, der den Schiriforsitz inne hatte, die Schiris auch interdisziplinär besetzt.
00:25:39: Und diese Fachschiri wählt eine Shortlist aus den Einreichungen aus, mit denen wir dann gemeinsam mit der Schiri-Interviews führen.
00:25:50: Um sozusagen zu hinterfragen ist dieses Team in der Lage das engerechte Projekt auch wirklich so umzusetzen wie es am Papier oder im Video versprochen wird und auch in der Zeit Schäne umzusetzen?
00:26:05: und dann gibt es die gemeinsame Entscheidung, wer das Geld bekommt.
00:26:09: Im Vorjahr waren es zwei Projekte zum Thema Jugend- und Kultur mit denen wir beiden sehr glücklich sind.
00:26:17: einerseits das Theater im Geldteil ein neues Theaterfestival von Cornelia Reiner und Mamedov ist das Urban Playground Team, das aus Jugendlichen besteht.
00:26:32: Die Jugendarbeit machen Breakdance-Sprayern also Jugendkulturformen jeder Art die aber sehr eingeschränkt waren weil sie nicht mobil waren und denen haben wir einen Bus gekauft haben den umgebaut ausgestattet mit DJ Equipment mit Sprühwänden Und die fahren jetzt durch Kärnten, auch zum Teil schon überkernten hinaus und stehen für Workshops zur Verfügung vor allem in Orten wo es keine Jugendzentren gibt.
00:27:01: Nun hat Cornelia Reiner die Regisseurin, Filmemacherin Theaterkünstlerinnen gemeinsam mit ihrem Mann die Bühne der Macht kreiert.
00:27:13: Die Bühnen der Macht ist, meines Erachtens insofern so interessant weil sie schon im Vorfeld die umliegende Bevölkerung filmt, interviewt sie zu den aktuellen Fragen.
00:27:27: Und die Bühne der Macht hat nicht nur heuer den Radetz-Gemarsch auf der Bühnen, sondern es werden auch Sympossiengespräche mit Philosophen
00:27:38: etc.,
00:27:39: etc.
00:27:39: angeboten und die Jugendlichen spielen mit.
00:27:44: Das Faszinierende an diesem Projekt – ich bin überzeugt, dass das deshalb ein Siegerprojekt wurde – ist hier mit Jugendlichen Kultur entwickelt wird.
00:27:55: Also Jugendliche sind nicht zu sehr, zu sehr erinnern sondern Teilhabende des kulturellen Prozesses und im Vorjahr war es glaube liebe Hoffnung also Themen die die Jugend auch total bewegen und in den Workshops in Oberkernten, Geldtal aber auch in Osterol wurde zu diesen Themen gearbeitet.
00:28:17: und dann so wie Sie es erwähnt haben gibt's auf der Bühne der Macht die gemeinsame Aufführung vielmehr schon unterstützt von diesen jugendlichen und professionellen Schauspielerinnen und Schauspillern.
00:28:31: Das ist überhaupt etwas was uns sehr wichtig ist nämlich den niedrigschwelligen Zugang zur Kunst- und Kultur.
00:28:37: wir lehnen es ab dass Kunst und Kultur etwas Elitäres ist, etwas was nur in großen Häusern für wohlhabendes Publikum stattfindet.
00:28:47: Sondern es ist ein Lebensmittel, ein Überlebensmittel.
00:28:50: ohne Kultur wäre unser Leben egal wer.
00:28:54: wir sind arm!
00:28:56: Und dieser niedrigschwellige Zugang wird in dem Projekt Bühne der Macht in einem Theaterzelt in St.
00:29:02: Daniel im Geltal wunderbar gelebt.
00:29:05: Auf der Bühne der Macht geht es auch darum, Machtkompetenz zu erwerben.
00:29:10: Da drängt sich die Frage auf welche Machtstrategien Cornelia Reiner anwendet um Förderungen zu erhalten?
00:29:17: Über eine Leidenschaft!
00:29:18: Ich kann mich da nicht verstellen dass ich an gewisse Dinge einfach glaube.
00:29:23: dieses Festival ist sehr lange in mir herangereift.
00:29:26: das entsteht nicht von heute auf morgen.
00:29:28: ein ganz wichtiger Punkt war tatsächlich bei den Salzburger Festspielen als Menschen aus dem Dorf, wo ich herkomme gekommen sind.
00:29:37: Die ich auch kenne persönlich und die sind zum Festival gekommen und haben unter anderem gesagt werden wir das überhaupt verstehen was hier sich abspielt?
00:29:47: Und immer wieder ist mir aufgefallen dass Menschen eine sehr große Angst vor der Hochkultur haben vor der sogenannten Hochkultur Dass sie das Gefühl haben Sie dürfen hier nicht teilhaben.
00:29:57: Und das waren kleine Momente für mich in meiner eigenen beruflichen Laufbahn, wo ich mir immer wieder gedacht habe – Das kann es nicht sein.
00:30:04: Für welches Publikum inszeniert man?
00:30:06: Für welche Menschen inszenieren wir?
00:30:09: Für mich geht es darum, dass möglichst viele Menschen in einem Theater zusammenkommen können und möglichst viele Leute teilhaben können an etwas.
00:30:19: Das hängt ganz stark damit zusammen, dass man tatsächlich in die Region auch gegangen ist.
00:30:23: Ich in dem Fall in einem ganz kleinen Ort.
00:30:27: Wir sind um Menschen zu gewinnen.
00:30:29: Matthias Mameloff und ich sind ins Lesachtal zum Beispiel letztes Jahr gefahren in das hinterste Tal was es gibt im Osterol und in Kärnten und haben Leute angesprochen.
00:30:38: Haben ihnen erzählt, was wir machen?
00:30:40: Und ich glaube, das ist ein möglicher Weg um Echeräume, um gewisse Machträume aufzubrechen!
00:30:51: Cornelia Reiner, die Regisseurin und Festivalgründerin und Monica Kircher.
00:30:55: Die langjährige Spitzenmanagerin und Mitbegründerin der Kärntner Kulturstiftung bei Wissenshouts dem Podcast der Wissenschaft und Kunstvereint.
00:31:11: Elisabeth Julianne Nöstlinga.