00:00:01: Kunst im Gespräch.
00:00:04: In Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion, im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:00:13: Auffällig in dieser Ausstellung des aktuellen Wolf-Sushitz-Gepreises ist eigentlich das fast alle Künstler sich mit Beziehungen beschäftigen.
00:00:22: Gottkeindl ist Mitbegründer des Fotohovers in Salzburg.
00:00:25: Es ist jener Ort, an dem die Fotoarbeiten der Preisträger und insgesamt acht nominierter Fotokünstlerinnen des diesjährigen Wolfs-Suschitzgepreises gezeigt werden – es ist ein Preis, der vom ECF London den österreichischen Kulturforum in London ins Leben gerufen wurde und dort auch vergeben wird.
00:00:48: Herzlich willkommen bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.
00:00:53: heißen Sie diese mit Juliane Nöstlinger, Kurt Keindl, Anna Jochamn und André Polokort.
00:00:59: Der österreichische Gewinner des Wolf so schiedsgepreis ist.
00:01:03: Er lebt in Vilnius und in Wien.
00:01:06: André polokort besuchte die Akademie der bildenden Künste in Wynne und studierte dort bei Günter Darmisch Grafik & Mollerei.
00:01:15: Seitdem arbeite ich zwischen Malerei, Fotografie, Video und Skulpturen.
00:01:21: Also für mich ist die Idee wichtigste und dann das Medium kommt nach einer Idee.
00:01:26: Kurt Keindl hat bereits gesagt dass sich die Künstlerinnen und Künstlern bei dieser Ausschreibung unter dem Motto all the world's estate mit Beziehungen beschäftigen.
00:01:37: Andere Polokarte setzt sich mit der Natur in Beziehung, dokumentiert die Abholzung der Wälder, setzt Baumstimme in den Fokus und macht sie zu einem Denkmal.
00:01:49: ein Initiator von dieser Situation drauf kletterst und steht auf diese Baumstäme.
00:02:14: Und das ist eine Dokumentation von Performances.
00:02:18: Ist es eine Anklage oder einfach nur eine Dokumentation?
00:02:22: Das ist
00:02:23: eine Dokumentation, also ich finde nur eine Situation.
00:02:27: und dann zeige ich die Situation und ja... Ich finde es absurd wenn man einen Wald schneidet komplett Und dann fühlt nicht mehr Wohl in dieser Wald.
00:02:38: Ist es ein Thema des Umweltschutzes?
00:02:41: Es könnte sein!
00:02:43: Sie ist aber nicht Ihre Intention.
00:02:45: Schon
00:02:46: etwas, schon... Aber ich würde sagen nicht dass Ich bin ein wirklicher Aktivist.
00:02:51: Ich finde die Situation passiert einfach und ich reagiere nur weil es passiert so und das inspiriert mich.
00:02:59: Ja, das ist eine Arbeit die eigentlich ganz symptomatisch für den ganzen Preis steht.
00:03:04: Es ist ja so.
00:03:05: die Fotografie wie sie Sushitzky betrieben hat war vor allem dokumentarisch reportagehaft.
00:03:10: Heute ist die Fotographie von dem etwas weggerückt und die wichtigsten Themen sind eigentlich Beziehungen, sind oft auch Skulpturelle, sodass sich der Skulptur annähert und auch Medienreflexive Arbeit.
00:03:26: Also das Dokumentarische ist jetzt momentan gar nicht so.
00:03:30: die dominierende kulturelle Richtung Und dieser Preisträger hat eben Stämme, Bäume, die beim Felden von Wäldern übrig geblieben sind ausgewählt Ist da relativ kompliziert.
00:03:41: selbst hinaufgeklettert Hat er selbst ein Selbstporträt von sich gemacht.
00:03:47: Einerseits ist er am ersten Blick eine Naturfotografie.
00:03:50: Das ist auch eines der großen Themen in der Fotografie im Moment, die Beziehung des Menschen zur Natur.
00:03:56: Er hat das so gelöst dass große Wälder, die gerodet wurden und wo einzelne Stämme übrig geblieben sind da hatte sich wie eine Statue draufgestellt man könnte auch sagen vielleicht ein Memoen Tumore auf den Wald.
00:04:09: Und das ist eben dann diese Beziehung zur Natur.
00:04:12: Gleichzeitig ist es aber auch genau diese moderne Sicht auf die Fotografie, wo vor allem Beziehungen, wo auch Skulpturales dargestellt wird.
00:04:22: Da geht's jetzt nicht mehr darum nur zu dokumentieren wie man das früher getan hätte als ein großer Waldstrich abgeholt wird sondern die Menschen und die Künstler setzen sich dazu in Beziehung, machen einen Kommentar daraus.
00:04:36: Und dadurch haben wir in der modernen Fotografie – und das ist jetzt beim Wolf-Sushitz-Gepreis ganz auffällig – immer wieder diese Selbstinszenierungen, diese Selbstdokumentationen, die Künstler selbst stellen sich im Bild
00:04:48: dar.".
00:04:48: Der Warnon-Wolf Sushitz geht auf Fotograf, Kameramann und Namensgeber des Preises!
00:04:54: Wie kam es zu Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum in London?
00:05:00: Wolf Suschitzki ist ja in einem sehr hohen Alter von hundertvier Jahren, die aus dem Jahr zwei Tausend Sechszehn gestorben.
00:05:06: Und er war ein ... muss man schon sagen so... beliebter, aber auch natürlich so berühmter Künstler.
00:05:12: Da hat sich das österreichische Kulturführung sehr häufig um ihn bemüht – die haben also schon wie sie noch nicht Kulturführungen geheißen haben mit ihm gearbeitet und die damalige Direktorin hat im Jahr zwei Tausend Achtzehn beschlossen, ihm zu ehren einen Preis herauszugeben.
00:05:27: Das war Schönde Huback!
00:05:28: Die hat gemeinsam mit ihrer Ausstellungs-Macherin, Mitarbeiterin Vanessa Fuster eine Ausschreibung gemacht, die sich gezielt an Österreich und Leute aus Großbritannien gerichtet hat, hauptsächlich junge Fotografinnen und Künstler die immer zu einem bestimmten Thema zu dem Preis einreichen sollten.
00:05:49: Und das war eigentlich die Gründung.
00:05:51: und es ist ein lustiger Zufall oder vielleicht mögen wir's auch Schicksal nennen dass gerade zu diesem Zeitpunkt der Fotohof, und ich war da selbst eben in London um das abzuwickeln den gesamten Nachlass von Wolszewski erhalten hat.
00:06:06: Und das waren natürlich dann sehr naheliegend, was wir gesagt haben, da sollten wir zusammenarbeiten also der FOTOHOF und das österreichische Kulturforum.
00:06:14: Und seit dieser Zeit machen wir diesen Preis eben gemeinsam,
00:06:18: d.h.,
00:06:19: den Preis ausschreiben, das geschieht durch das österreichische Kulturforum.
00:06:23: Dort wird er dann auch zuerst ausgestellt und anschließend wird er auch im Fotohofer
00:06:27: ausgestellt.".
00:06:28: Die jetzigen
00:06:28: Preisträger wurden im Jahr zwanzig fünfundzwanzig ausgestellt?
00:06:31: Ja richtig!
00:06:31: Der Preis findet ja zweijährig statt und immer nachdem es in London war – das war eben im Winter zweitausendfünfundzwandzig kommt es dann nach Salzburg und jetzt im Sommer haben wir das Glück, diesen Preis hier zu zeigen.
00:06:44: Das Glück auch deswegen weil ja neben den beiden Preisträgerinnen auch jeweils noch vier Runners abwieders in Englischen heißt also die Bestgereiten ausgestellt werden also zehn Künstler insgesamt und diesmal weil auch vielleicht eine gute Umgebung im Foto ist werden acht der Künstlers kommen.
00:07:04: zur Eröffnung was uns sehr freut
00:07:06: Anna Jocham ist eine der Nominierten des Wolfs zu Schitzgepreises.
00:07:10: Sie entschied sich bereits in der Ortweinschule in Graz für ihren Beruf.
00:07:15: Diese Schule bietet neben einer umfangreichen Allgemeinbildung auch eine fundierte Berufsausbildung.
00:07:22: Bautechnik und Konstantdesign sind dort Schwerpunkte.
00:07:26: Ich habe die Tagesschule an der Ortwennschule besucht, in GraZ Und habe fünf Jahre meine Berufsausbildung neben der Schulausbildung gemacht.
00:07:36: Das war ein sehr wichtiger Einstieg für mich in die Fotografie und hat mir auch sozusagen die Augen geöffnet, meinen Blick geschärft.
00:07:45: Also ich hab begonnen mein Leben zu hinterfragen...
00:07:48: Auch mit der Kamera?
00:07:49: Also mir war es zuerst gar nicht so bewusst dass sich in Richtung künstlerische Fotografien gehen möchte.
00:07:56: Meine Eltern haben keinen künstlerschen Bezug.
00:07:59: Ich dachte lange Zeit, dass ich in Richtung Modefotografie gehen möchte und habe dann nach und nach durch die Adventschule auch meinen Blick geschärft.
00:08:07: Mich stärker mit Fotografie- und fotografischen Positionen auseinandergesetzt.
00:08:12: Wir haben immer mehr bildenden Kunst angesehen und mein Fokus hat sich dadurch verschärft und ich hab mich an der Volkvang Universität der Künste für Fotografien beworben.
00:08:24: Ich war sehr froh, dass es geklappt hat.
00:08:27: Und er hat dort nach wie vor meinen Blick nochmal verändert auf die Welt, weil man mit der Industriekultur dann auf einmal in Berührung gekommen ist und das ja anders war als, wie ich in Österreich aufgewachsen
00:08:41: bin.".
00:08:42: Wie war die Fotografieausbildung in der Ortweinschule?
00:08:45: Wir hatten zwanzig Stunden in der Woche Berufsausbildung.
00:08:50: Also es gab Fotostudios, wir hatten freie Projekte die wir umsetzen sollten.
00:08:55: Ich habe mich sehr früh begonnen mit Literatur zu beschäftigen.
00:08:59: Sehr wichtig war für mich damals Oscar Wilde und ich habe mich begonnen Mit Nazismus zu beschäftige.
00:09:05: Ich hab da auch meine Abschlussarbeit in der Adventschule darüber gemacht und quasi eine Rehenszenierung von das Bild Necessarian Grey gemacht.
00:09:14: Das passt eigentlich auch ganz gut zu dem Preis All the World is a Stage, dass das Thema vom Wolf zu Schitzky Photography-Preis war.
00:09:23: Ich würde sagen ich beschäftige mich jetzt anders mit der Fotografie also schon auch teilweise sehr literarisch aber auch was das Medium kann und was vielleicht Fehler in dem Medium sein können beziehungsweise kein Fotografi überhaupt.
00:09:39: Die Realität abbilden ist alles irgendwie eine Illusion oder nicht.
00:09:43: Wie
00:09:44: stehen Sie dazu?
00:09:45: Ich finde es interessant, wenn man mehrere Fotografinnen in einen Raum schicken würde würden ganz viele verschiedene Bilder dabei rauskommen und ich glaube das ist so ne Faszination die ich immer schon mit der Fotografie hatte dass man durch die Wahl des Ausschnittes später auch ne ganz andere Bildbedeutung lenken kann.
00:10:06: zum Beispiel in der Kunstgeschichte.
00:10:08: bei den alten Malern gab es oft so eine klare Komposition, warum der Maler zum Beispiel einen Hund in das Bild eingebracht hat um dann vielleicht die ehrliche Treue einzubeziehen wie die Personen zueinander standen.
00:10:26: Und in der Fotografie ist es so eine Frage von Ist dieses Element noch Teil des Bildes oder ist
00:10:32: dieses
00:10:32: Element auf einmal quasi weggecroppt?
00:10:36: und das führt her zu einer ganz anderen Bildaussage.
00:10:47: Das ursprüngliche Motiv ist nicht mehr erkennbar, es hängt eine künstlerische Dekonstruktion an
00:10:53: der Wand.
00:10:59: Soziodokumentarischen Blick auf die Gesellschaft zu werfen, interessiere ich mich bzw.
00:11:06: nehme Alltagsfotografien, die ich analog fotografiert habe und verfremde die durch Kopier- und Scanprozesse und frage mich ist es noch eine Fotografie oder ist das keine Fotografi mehr?
00:11:19: Also bis wohin kann man eine Fotographie durch diese Prozesse quasi jagen bis es was anderes wird?
00:11:27: Kann es irgendwann nur mehr an der Grafik sein?
00:11:30: Wann wird das unkenntlich und ich finde es interessant, dass teilweise Bildelemente so verklärt werden, dass sie zu optischen Täuschungen führen können.
00:11:42: Wie das Bild mit dem Titel auf Regen folgt wieder des Sonnenschein.
00:11:47: In diesem Fall habe ich's eher auf die visuelle Ebene bezogen weil es eine Schwarz-Weiß-Serie ist, die ich analog fotografiert habe.
00:11:56: dann gescannt und kopiert habe ich mehrfach.
00:11:59: Und es ist leicht gräulich weißen Elemente im Beinhalter, die ich halt mit dem Titel in Verbindung
00:12:07: bringe."
00:12:08: Der wie eingangs erwähnt lautet All the World's Stage Die ganze Welt is deine Bühne und wird als Gemeinschaft verstanden Sei es die der Performer oder die der Betrachter.
00:12:21: Kurt Keindl
00:12:22: Ja, also auffällig in dieser Ausstellung des aktuellen Wolfs-Suschitzgepreises ist eigentlich auch das fast alle Künstler sich mit Beziehungen beschäftigen.
00:12:32: Nämlich mit Beziehungen zu sich selbst, d. h., sie vergewissern sich ihrer eigenen Gegenwart mit anderen Personen vor allem auch in der Genderfrage.
00:12:43: Also welche andere Person stehe ich da gegenüber?
00:12:46: und dann letztlich auch ihre Beziehung zur Umwelt.
00:12:50: Und dieses Ziehungen fotografieren, indem man sich selbst in die Position zu einem anderen Menschen oder zur Umwelt setzt ist glaube ich ein ganz prägendes Merkmal der zeitigen Fotografie.
00:13:03: Wolf Sushitzke hat sich vorerst für Tiere interessiert.
00:13:07: Inspiriert von seiner älteren Schwester besuchte er jedoch die höhere grafische Leer-und Versuchsanstalt für Fotografien.
00:13:34: Ja, das ist richtig.
00:13:36: Es ist wie oft im Leben.
00:13:37: seine ältere Schwester, die Edith Joda Hart hat ... schon Fotografie gelernt, hat auch am Bauhaus studiert.
00:13:44: Und er hat immer gesagt, er hat sich da so viel abgesehen und hat es so imponiert, dass er auch Fotografier studiert hat.
00:13:51: Er hat das dann in Wien gemacht an der Grafischen, die einen Versuchsanstalt.
00:13:56: Und seine besondere Liebe waren eigentlich immer Tieraufnahmen.
00:13:59: Das ist heute weitestgehend vergessen, aber wir haben ein Dokument von ihm.
00:14:03: Das gibt ihm in den neunzehnzwanziger Jahren noch die Möglichkeit im Tierpark in Wien exklusiv zu fotografieren und das hat sich später in seiner Arbeit ganz stark niedergeschlagen.
00:14:15: er hat mit dem berühmten Forscher und Direktor des Londoner Zoos, Julian Huxley.
00:14:21: Ein Bruder von Aldous Huxlay gearbeitet und es wird von ihm gesagt dass er die ersten wirklichen Porträts von Tire gemacht hat nämlich nicht ihre Gattung zu fotografieren sondern als Persönlichkeiten.
00:14:34: Zwölftausend Tierfotos sind von Wolf Suschitzky im Archiv des Fotohofs in Salzburg.
00:14:40: Er fotografierte aber auch die Straße der Buchleden in London.
00:14:44: Diese Serie gilt heute als Meilenstein der britischen Reportage-Fotografie.
00:14:50: Am Anfang war ja sozusagen während des Krieges ein Enemy-Alien, wie das geheissen hat.
00:14:55: Das ist ein feindlicher Ausleihen, der durfte wenig.
00:14:58: Aber er hat eben durch sein Geschick und seinen Können fotografisch sehr schnell Fuß gefasst.
00:15:03: Und ab Nuzehn-Zweiundvierzig hat er sich fast frei in England bewegen dürfen, was wirklich ungewöhnlich ist für jemanden der aus Österreich stammt in dieser Zeit.
00:15:12: Und nach dem Krieg hat er ganz massiv angefangen zu reisen und er war ein manischer Arbeiter.
00:15:19: Man muss auch sagen bei uns im Archiv ist das schön dokumentiert.
00:15:23: also wir haben keinen Künstler, und wir haben inzwischen schon fast hundert Künstlern dessen Archivarbeit so perfekt organisiert ist.
00:15:32: Also bis heute finden wir aus ca.
00:15:34: thirty-fünfunddreißig tausend Negativen innerhalb von drei bis vier Sekunden das zugehörige Bild und den zugehörigen Kontaktkopy etwas was eigentlich in der Regel ja Computer nicht zur Schnellschaft.
00:15:45: Wie
00:15:45: ist es ihnen gelungen den Nachlass zu bekommen?
00:15:48: Ja, das ist schwer zu sagen.
00:15:50: ich würde es als Glück, als Geschenk Vielleicht würde ich mir sogar versteigen, als Gnade sozusagen zu bezeichnen.
00:15:57: Denn man muss immerhin bedenken, dass die Hälfte der Sushitzki-Familie umgekommen ist durch die nationalsozialistische Herrschaft.
00:16:05: und trotz alledem hat Sushizki selbst auch gleich nach dem Krieg wieder begonnen Kontakt nach Österreich aufzunehmen nicht nur nach Österreich auch noch alle anderen Ländern auch nach Deutschland Und das haben eigentlich seine Kinder fortgeführt.
00:16:19: er hatte drei Kinder die das Erbe dann natürlich bekommen haben von Wolf Sushizki.
00:16:25: Und diese Kinder haben uns dann gelegentlich kontaktiert, auch wieder vermittelt durch einen Schriftsteller Peter Stefan Jung, der gearbeitet hat über die Sushitzky-Familie.
00:16:39: und so ist das zustande gekommen, dass sie uns das anvertraut haben mit der Verpflichtung oder mit der Bitte, dass wir das wirklich intensiv ausstellen und zeigen.
00:16:50: Und das tun wir, so gesehen erfüllen wir da in gewisser Weise eine Pflicht die wir als Nachkommen dieser Zeit auf alle Fälle hat.
00:16:58: Wenn nun jemand nachforschen möchte, wenn jemand ein Foto haben möchte beispielsweise die Löwin, die kenianische Löwin wie würde man davor gehen?
00:17:09: Ja also er hat von allen seinen Bildern der gemachte sogenannte kleine Kontaktgruppin.
00:17:14: das sind sehr kleine Fotografien die auf großen Blättern zusammen sind und die hat er wiederum nach inhaltliche thematische Systeme und nach Datum geordnet.
00:17:25: Wenn ich ungefähr eine Vorstellung habe, an welcher Zeit das war ... dann kann ich zu einem ganz bestimmten Album gehen, Blätter das Album auf, finde dort eine Nummer.
00:17:34: Mit dieser Nummer gehe ich in das Negativarchiv und habe bis jetzt seit Jahren ist es noch nie fehlgeschlagen, habe innerhalb von wenigen Sekunden das Negative.
00:17:43: Und davon kann ich dann was wir heute tun einen Scan herstellen und sie bekommen ein
00:17:48: Bild.".
00:17:48: Hat sich die Technik sehr verändert?
00:17:51: Ist die Qualität eine gleiche
00:17:53: geblieben?".
00:17:53: wäre sie jetzt wesentlich besser?
00:17:55: Ich muss sagen, wenn man wirklich nur die Technik betrachtet.
00:17:58: Wir kämpfen derzeit darum, die Qualität zu erreichen, die Wolf Sushizki selbst immer erreicht hat.
00:18:04: Er hatte auch sehr viele Bilder selbst abgezogen.
00:18:07: also wir wissen genau wie er sich gemacht hat und wir haben wirklich die modernste Technik und wir können heute noch genauer, noch tiefer ins Negative hinein sehen.
00:18:17: aber Das, worauf es ankommt ist ja nicht immer die Schärfe oder die Qualität sondern auch der Ausdruck.
00:18:23: Und der Ausdrück entsteht dadurch dass man in den Schatten und in den hellen Teilen etwas nachjustiert das man Ausschnitt verändert.
00:18:31: und das alles ist die wirkliche Kunst der Fotografie und das nachzumachen können wir wahrscheinlich immer noch nicht ganz.
00:18:39: Aber wer bemüht uns?
00:18:41: Sie sind selbst Fotograf, haben Kommunikationswissenschaft studiert.
00:18:45: Sind Mitbegründer des Fotohofs.
00:18:48: was fasziniert sie am Handwerk?
00:18:50: Ja ich muss sagen an Beginn meiner Karriere wenn man so sagen darf hat mich diese kommunikative Funktion der Fotografie begeistert Dass man Dinge sehen kann in der Welt, dass man Dinge festhalten kann und die dann in eine Ausstellung kommuniziert.
00:19:05: Also mir war einmal ganz wichtig wie reagieren die Menschen darauf?
00:19:08: Ich wollte nicht etwas festhalten nur damit es dokumentiert ist sondern ich wollte wissen wir sehen das andere und wollte denen etwas mitteilen.
00:19:16: Manche sagen ich habe einen sehr didaktischen Hang und dann gebe ich auch gern zu Ich bin jetzt etwas älter geworden und ich muss sagen, meine große Begeisterung liegt eigentlich jetzt im Archiv.
00:19:28: Vielleicht auch deswegen, weil ich jetzt erstmals sehe was für einen unglaublichen Schatz an fotografischen Dokumenten die Zeit widerspiegeln, das Leben dieser Zeit widterspiegelt, die Haltung der Menschen widerspiegeln.
00:19:42: wir haben.
00:19:43: Und ich bin momentan sehr damit beschäftigt diese Schätze zu bergen und aufzubewarten.
00:19:48: Und so schizkig gehört natürlich dazu.
00:19:51: Man muss sich vorstellen, mit einem Lebensarbeitszeit von ungefähr seventy-fünf bis achtzig Jahren.
00:19:57: Also seine ersten Bilder sind aus Mitte der neunzehnzwanziger Jahre und seine letzten Bilder hat er in den späten zweitausendzehnerjahren gemacht.
00:20:05: Digitalisieren Sie den Nachlass auch?
00:20:08: Ja prinzipiell ist es auf alle Fälle das Ziel... alle Negative zu digitalisieren, auch deswegen weil ihr negative zwar lange halten aber irgendwann eine Ablaufzeit haben.
00:20:19: und digitalisierend ist eine Möglichkeit sich sozusagen für die Zukunft sichern sofern wir halt hoffentlich unsere Computer in den nächsten hunderten Jahren noch haben.
00:20:28: Das Österreichische Kulturforum London hat unter der Initiative von Katalin Dündehuber den Wolf-Sushitzki-Preis initiiert, finanziert und unterstützt wieder vom österreichischen Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, vom Bundesministeriums für Wohnen-, Kunst-, Medien- und Sport und vom Fotohof.
00:20:52: Die Vergabekriterien folgen dem Lebenslauf von Wolf Sushitzky.
00:20:57: Die Idee des Preises ist ja, die Chirie muss gleich viel österreichische und englische Künstler auswählen jeweils fünf.
00:21:05: Zwei davon also ein Österreicher einen Engländer bekommen sozusagen den ersten Preis.
00:21:11: Das sind eben zehn Leute, die diese Ausstellung vertreten.
00:21:14: Und ich habe so eine kleine Statistik gemacht ist auch interessant denn im ersten Augenblick denkt man sich ja, na gut das ist ja ein sehr national festgelegter Preis wo man sozusagen Österreich und England gegenüberstellt so wie heute das Leben von Sushizki verlaufen hat.
00:21:29: aber wenn man sich das jetzt anschaut sind von den acht Künstlern die wir ausstellen sechs in ganz verschiedenen Ländern geboren.
00:21:36: also wir haben da Künstler die aus dem Iran stammen aus Litauen aus Russland, aus Nigeria und natürlich aus Österreich und Großbritannien.
00:21:45: Und ich finde das ist ein wahnsinnig schöner Befund weil er vielleicht zeigt dass was so schizgeselbst auch geschafft hat diese Überwindung der Spaltung und des Krieges dass das jetzt hier in Europa auch schon in gewisser Weise ein Stück lang gelungen ist.
00:22:01: wenn man einen scheinbar fast national ausgerichteten Preis ausschreibt und dann hat man sechs verschiedene Länder bei acht Künstlern
00:22:08: André Bolochort, was bedeutet es Ihnen der österreichische Preisträger des Sushilsgepreises, zu sein?
00:22:17: Das ist eine Rekognition.
00:22:20: Ich fühle mich wohl und das ist schon etwas Schönes.
00:22:25: Wir haben eine Ausstellung, wir dürfen das zeigen in einer schönen Galerie Auch mit anderen schönen Künstlerinnen und Künstlern.
00:22:34: Ja, das ist schon Rekognition!
00:22:38: Waren Sie auch in London im Kulturforum?
00:22:40: Leider... Damals fahre ich auf eine Reise und ich habe mein Ticket bestellt und ich hätte nur meinen ID-Kart.
00:22:49: Und ich habe meinen Passport vergessen.
00:22:51: Deswegen könnte ich nicht nach London fliegen.
00:22:54: Das war aber schade weil ich wollte es auch machen.
00:22:57: Und es passiert.
00:22:59: Mit dem nehme ich immer meinen Reisepass, wenn ich nach London fahre.
00:23:04: Sie haben schon gesagt, sie chanschieren zwischen den Medien, zwischen Fotografie, Malerei und Grafik?
00:23:11: Wo liegt jetzt der Schwerpunkt oder gibt es keinen?
00:23:14: Ich glaube,
00:23:15: es gibt keine Schwerpunkte!
00:23:16: Es gibt viele Ideen die brauchen eine Media.
00:23:20: Und dann kann das Media alles sein.
00:23:23: Das kann sein.
00:23:24: Einen Tag ist ein Performance.
00:23:26: Der zweite Tag wird das Malerei Und dritter Tag wird Fotografie usw.
00:23:32: und so weiter, weil für mich ist es mehr interessant zu experimentieren und dann bin ich nie im Boring also... Ich bin nie Belangwelt!
00:23:43: Der britische Preisträger ist der taiwanesische Künstler Jeremy Chihau Schwank.
00:23:49: Auch er hat einerseits eine Statuenhafte Arbeit Also er selbst ist immer im Bild Und eine zweite Person ist ein sogenanntes Tinder-Date, also die hat er sich gesucht mit diesem Partnerbörsen.
00:24:04: und hat sie dann nackt ihm gegenüber fotografiert.
00:24:07: Und da geht es ihm auch einerseits um Beziehungen, er nennt das ephemeral intimacy also sozusagen zufällige Intimität was ja genau der Effekt von diesen schnellen Tinder-Beziehungen ist oder häufig sein kann.
00:24:23: aber gleichzeitig bei Kunst kommt er immer auf die Form an sind das ganz stark skulptorale Formen weil er sitzt sehr unbewegt da könnte fast eine Statue sein, also ist hier wieder beides drinnen.
00:24:35: Ganz anders sind die Arbeiten von Anna Jocham.
00:24:39: Ihre Arbeit bezieht sich eigentlich auf die Reproduktionsfähigkeit der Fotografie selbst.
00:24:45: D.h.,
00:24:46: sie hat Fotos nur als Vorlagen genommen, man kann auch kaum mehr erkennen was das ist.
00:24:50: Das sind so verschwommene Porträtbilder, die sie dann aber durch technische Verfahren, also Reproduktion und Veränderung in dieser Reprodukation immer wieder aufgenommen hat und dadurch entsteht dann eigentlich ein Muster dass einerseits ein grafisches Muster ist, das als solches beständig ist und vielleicht interessant ist.
00:25:12: Aber gleichzeitig will sie meines Erachtens damit auch etwas über die Reproduktionsfähigkeit oder Unfähigkeit der Fotografie
00:25:19: vermitteln.".
00:25:20: Und was ist die Erfahrung mit dem österreichischen Kulturforum in London von Anna Jocham?
00:25:26: Die Zusammenarbeit mit den Kulturforen ist sehr wichtig weil Sie einen Austausch pieten also ich freue mich sehr, Künstlerinnen aus Großbritannien kennenlernen, die Möglichkeit hatte im österreichischen Kulturforum in London auszustellen und auch einen Austausch habe.
00:25:45: Einen internationalen.
00:25:47: Werden Sie denn fortsetzen?
00:25:49: Auf jeden Fall!
00:25:56: Anna Jocham anlässigt der Bernisage der Fotoarbeit und der Preisträger und den Nominierten des Wolfs zu Schizki-Preises, der seit Jahrzehntausendachzehn vergeben
00:26:09: wird.
00:26:10: Weiteres hörten sie in diesem Kunst im Gespräch den österreichischen Preisträger Andre Polokort und Kurt Keindl vom Fotohof Salzburg, sagt Elisabeth Julian Nöstlinger.