wissensART

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00:00:01: Kunst im Gespräch, in Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.

00:00:12: Wenn ich Menschen dabei zusehe wie sie putzen, was sie essen oder im Einkaufswager liegen haben dann kann ich mehr ziemliches Blit machen über ihre Herkunft, über ihre Meinungen, über ihr politischen und Lifestyle auseinandersetzungen.

00:00:27: Vielleicht sogar über ihren sozialen Background, über Ihre Kultur

00:00:30: usw.,

00:00:31: usw.

00:00:32: Herzlich willkommen bei Wissensamt dem Podcast der Wissenschaft- und Kunstvereint.

00:00:36: heißen Sie Lisa Bittschulianne Nöstlinger und Martin Hablis Reiter.

00:00:40: zu einer Folge von Kunst im Gespräch über die Kulturtechnik des Putzens.

00:00:45: Es gab damals in Ebensee ein Festival der Regionen Es wurde ein Open-Call ausgegeben, für Künstlerinnen Projekte einzureichen und das Thema war Huckling.

00:00:55: Und ich fand das irgendwie nicht gut!

00:00:59: Also in meiner völligen Ignoranz habe ich nicht gewusst dass ihn ebensehr der erste ArbeiterInnenaufstand Österreichs stattgefunden hat und es dort eine sehr rege Bewegung gab und sich auch darauf bezog.

00:01:13: Aber jedenfalls habe ich mich irgendwie so provoziert gefühlt von diesem Thema Hucklingen dass ich nichts anderes gemacht habe als das Korridorium, als die Schüre dieses Wettbewerbs zu provozieren.

00:01:23: Also das war mein Ziel.

00:01:25: Ich hab mir dann einfach einen halbseitigen Text geschrieben über unbezeite Arbeit.

00:01:29: Die andere Weise des Hacklings, weil weibliche Arbeit ist nicht Hackling also nix wert.

00:01:36: und dann habe ich vorgeschlagen als Witz, dass wir vier Tage von Haus zu Haus gehen und fragen ob wir ein Zimmer putzen dürfen und das wurde dann genommen.

00:01:44: Damals schrieben das Jahr, dass sind Martin Hablisreiter und seine Frau Sonja Stummerer die sich Hanni und Banni nennen.

00:01:56: Es gab eine Zeit um zwei Tausende herum.

00:01:59: da haben sich alle Architektinnen und Architekten lustige Namen gegeben und nachdem wir selbst Architekten sind jetzt haben wir uns darüber lustig gemacht.

00:02:08: Und dann haben wir allen erzählt wir sind Hannian Banni.

00:02:11: das war nur ein Witz aber das haben sie alle gemerkt.

00:02:14: Man wusste damals nicht, dass es ein Friseur oder ein Architekturbüro ist.

00:02:18: Viel später, im Jahr zwölf, wurden wir dann das erste Mal bei einer großen Konferenz in Amsterdam als Hani und Pani vorgestellt – seitdem sind wir's!

00:02:27: Harnierendbanne haben sich längst von der Architektur ab und künstlerischen Projekten – und Performance ist zugewandt.

00:02:34: Aus der Putzaktion in Ebensee ist bereits ein Bildband den Deutscher Sprache bei Böhler erschienen, und die englische Ausgabe wird Ende Juni-sächsen-sechsundzwanzig im Kulturforum London präsentiert.

00:02:48: Das Buch erzählt mehr als die Geschichte über die Tracksarbeit in fremden Haushalten.

00:02:53: Es veranschaulich Zauberkeit als einen Essen selten Bestandteil von Zivilisation.

00:02:59: Also die Putzaktion neben sie war sicher die extremste Arbeit, die wir jemals gemacht haben und sie war in dem Sinn extrem dass sie mein Bild der Österreicherinnen und Österreicher radikal geändert hat.

00:03:12: Die Aktion fahren statt im September zweitausendfünfzehn.

00:03:15: das ist sehr wichtig zu sagen weil im September zweiitausen fünfzehn auch der Höhepunkt der angeblichen Flüchtlingskrise aus Syrien war.

00:03:26: Die Aktion hat so funktioniert, dass ich geputzt hab.

00:03:29: Also ich gemeinsam mit einem Freund, Tom Hanselmeier, einem Dancer aus Linz und Sonja in der Zwischenzeit die Hausfrauenintervierte zum Thema ...

00:03:37: Sonja ist ihre Frau?

00:03:38: Sonja

00:03:38: is meine Frau genau!

00:03:40: Und wir haben wahnsinnig viel von diesen achtundzwanzig Frauen, es waren nur Frauen zu Hause erfahren.

00:03:48: Und diese Interviews waren grandiose.

00:03:50: also da war alles drin Sorgen Ängste Politische Meinungen Ideen, Meldungen über die Ehemänner, wir haben Material für mindestens fünf Scheidungen zu Hause.

00:04:02: Aber keine einzige Frau hat im September twenty-fünfzehn in einem Wort Migration, Ausländer, Problem Flüchtlinge erwähnt.

00:04:12: Niemand und wir wissen das zu dem Zeitpunkt bereits.

00:04:15: Achtundsechzig syrische Flüchtlingen ebenso gelebt haben.

00:04:18: aber es ging um Demokratieverlust um Konsumzwang, um Nachhaltigkeit und soziale Probleme.

00:04:26: Um ein Ungerechtigkeitsgefühl gegenüber der Justiz, um Korruption – also ganz viele politische Themen, ganz viel auch um soziale kulturelle Themen.

00:04:38: Also wirklich viele Sorgen gethematisiert wurden aber nicht die von denen wir im Radio hören in der Zeitung lesen und vor allen Dingen nicht die vom denen uns politischen Entscheidungsträgerinnen erzählen Und das fand ich bemerkenswert.

00:04:52: Natürlich war es nicht so, dass in einem Dorf mit fünftausend Einwohnern wir überhaupt dazu kamen von Haus zu Haus zu gehen und der Tür zu klingeln, weil die wussten schon nach drei Minuten, dass wir da sind!

00:05:03: Wir haben ja Smoking- und Abendgläut getragen und einen Staubsauger über den Schulter... Das hat sich im Dörferum gesprochen wie ein Lauffeuer und nach zwei Stunden waren wir gebucht Wobei es ging nicht darum, dass ganz wichtig ist.

00:05:16: Es ging den Menschen nicht darum uns zu holen damit wenn wir in die Wohnung putzen und die meisten haben vorher geputzt bevor wir gekommen sind, sondern es ging um diese Performance, um diesen Akt das wir mit diesen Menschen reden und dass wir auch etwas hineinbringen.

00:05:32: also wir haben zum Beispiel bei einer Frau geputst die Putzfrau ist und sie hat gesagt sie hätte sich das ihr Leben lang nicht vorstellen können dass jemals jemand zu ihr in die wohnung kommt und putzt.

00:05:42: Und sie musste das unbedingt einmal erleben.

00:05:45: Sie war so gerührt von dieser Idee, und diese Frau war derartig politisch reflektiert – das war unfassbar!

00:05:51: Sie sind in den Abendgläutern Smoking Putzen gegangen.

00:05:55: Warum haben Sie diese Kleidung gewählt?

00:05:58: Um dem Ganzen auch einen gewissen formalen Beigeschmack zu verleihen, putzen ist die wahrscheinlich wertloseste Arbeit, die wir haben.

00:06:06: Und putzen hat mit Schmutz zu tun.

00:06:09: Deswegen werden Menschen putzen auch gesellschaftlich total entwertet.

00:06:15: Mir ist das das erste Mal aufgefallen, wirklich aufgefallen kurz vor der Geburt unseres älteren Sohnes.

00:06:22: Das war in einer mittlerweile geschlossenen Geburtsklinik in Wien und direkt mir ging über.

00:06:28: in dem Wartezimmer war ein Schild da ist drauf gestanden Eintritt strengstens verboten außer für prima irgendwas.

00:06:35: Und dann kam eine Frau die keiner kennt.

00:06:38: wahrscheinlich packt ein Schlüssel aus, sperrt die Tür auf und wischt da drinnen.

00:06:43: Und das ist so eine Geisterarmee sozusagen, die dafür sorgt dass ein Spital nicht zu einer Todesfalle für alle PatientInnen und Patienten und wahrscheinlich auch für Teile des Pflegepersonal wird.

00:06:56: aber niemand weiß wer das ist!

00:06:58: Das ist ganz oft so.

00:06:59: auch wenn man in Hotels schaut gibt es oft Listen von Menschen die dort arbeiten und alle haben einen Nachnamen außer die Putzfrauen, die haben nur einen Vornamen.

00:07:07: Und das durchzieht sozusagen alle Bereiche der Gesellschaft.

00:07:10: und wir haben dann gesagt, okay, wir müssen diesem Akt ja so wichtig ist eigentlich.

00:07:14: Der dafür gesorgt hat – also diese Idee des Putzens hat er spätestens in den Achtzehnhundertsiebzig dafür gesorgt, dass bis dahin totbringende Pandemie aus Europa verbannt wurden und sich auch die Städte und die Architektur und das Design komplett verändert haben in Europa.

00:07:32: Dass dieser Akt aber trotzdem etwas ist was... Komplett von der Gesellschaft, von der männlich dominierten Gesellschaft ignoriert wird und in den Schmutz gezogen wird.

00:07:41: Und deswegen haben wir dann gesagt okay, wir erheben diesen Akt jetzt zumindest mit unserer

00:07:46: Kleidung.".

00:07:46: Da gibt es dann Fotos von Susanne Stummerer und Martin Haublesreiter zu sehen wie das Tour mit Staubsaugern und Besen ausgerüstert im Stall arbeitet.

00:07:56: Barney trägt dazu ein weißes Kleid, weiße Stiefel, weißte Handschuhe und eine weiße Pilzkappe macht den H-Bissreiter.

00:08:04: Arbeitskleidung ist eine weiße Hose und ein weißes Soko.

00:08:08: Eine Badezimmerputzaktion zeigt die beiden im Bikini und Badehose.

00:08:13: Also, ein wesentlicher Treiber unserer Arbeit ist etwas falsch zu machen.

00:08:18: Wir haben das in Japan sehr stark gelernt.

00:08:21: dass wir eigentlich in Japan alles falsch gemacht haben weil wir diese Kultur nicht kennen Das ist aber in Wahrheit auch egal ist Aber... Und das ist ganz essentiell!

00:08:30: Wir sind als Menschen von Kulturen dominiert.

00:08:34: Kultur legen uns, wenn man so will, Regeln auf und wir befolgen diese Regeln in fast allen Fällen vom Essen bis zum Putz mit die Frage was ist Schmutz und was nicht?

00:08:45: Mit welchen Geräten tun wir dieses und jenes?

00:08:47: wie pflegen oder pflegnen wir nicht unsere Wohnung

00:08:50: etc.,

00:08:50: etc.?

00:08:51: Das folgt alles kulturellen Regeln!

00:08:54: Und wenn man diese Regel bricht passiert eigentlich nix.

00:08:59: Also wenn man etwas mit den Fingern isst oder wenn man was falsch putzt, dann macht das nix.

00:09:05: Es verletzt niemand.

00:09:07: Es bricht keine Tabus in Wahrheit.

00:09:09: Ich denke, in entsprechender Gesellschaft mit den Finger zu essen werden sie wahrscheinlich nicht mehr eingeladen werden?

00:09:15: Das ist richtig aber vielleicht will ich das auch gar nicht!

00:09:19: Also, das sind Elemente die wir ganz bewusst einsetzen.

00:09:22: und dann überlegen wir uns immer wie kann man und da spielt auch Humor eine ganz große Rolle.

00:09:26: Wie kann man Regeln brechen?

00:09:27: Und damit ein bisschen zum Lächeln anregen aber gleichzeitig auch klar machen dass viele dieser Regeln in gewisser Weise absurd sehen

00:09:35: Zum Beispiel einen Kunstwerk mit einem Staubwedel abzuwischen?

00:09:39: Ja, das waren die Füße von Kaiser Franz Josef.

00:09:44: Also es ging uns schon immer um diese Hierarchie, die aufgebaut wird.

00:09:48: Und der Alltag ist etwas, das sehr stark dazu in der Lage ist, Hierarchien zu etablieren.

00:09:53: Also Hierarchiene zwischen Mann und Frau.

00:09:55: Hierarchienen zwischen sozial höher gestellten, sozial tiefer gestellte Menschen.

00:09:59: Hierarchyen hinsichtlich Herkunft

00:10:01: usw.,

00:10:01: usw.

00:10:03: Der Geschmack ist etwas womit man Hierarchier aufbaut oder irgendeine absurde Sprachkompetenz einer Sprache, die schon längst ausgestorben ist.

00:10:11: aber damit stellt man klar, man ist besser als der andere.

00:10:14: Diese Hierarchien werden alle durch kleine Symbole manifestiert.

00:10:17: Und diese SymboLE äußern sich in unserem Alltag ständig, also ist diese Frage wie werden Werkzeuge gehandhabt und wer darf sie angreifen und wer nicht?

00:10:26: Die Bootsfrau darf das Kalb-Bell nicht angreiven und der Arzt nicht im Besen.

00:10:30: Mary Douglas zum Beispiel hat viel, viel darüber geforscht.

00:10:33: ja warum schüttelt man einem Hausmeister nicht die Hand weil man glaubt er ist schmutzig einem Arzt aber schon obwohl der vorher dreißig anderen Patienten in die Hand gegeben hat.

00:10:43: Also viel gefährlicher ist der Handschlag mit der Ärztin oder dem Arzt.

00:10:46: Hoffentlich die Hände sich gewaschen hat,

00:10:49: was man nie weiß!

00:10:50: Lassen wir das einmal unhinterfragt stehen und schauen wir nach Japan – in jenes Land, das zu den saubersten der Welt gehört.

00:10:58: Diese extreme Sauberkeit beruht auf tief verwurzelten kulturellen Prinzipien.

00:11:03: So gibt es beispielsweise keine öffentlichen Mülleimer.

00:11:07: Die Bevölkerung nimmt ihren Müll mit nach Hause.

00:11:11: Außerdem ist die Mülltrennung im kollektiven Verantwortungsbewusstsein fest verankert.

00:11:16: Das hat kulturelle Ursprünger und ist Teil der Erziehung auch religiösen, denn Sauberkeit ist in Japan eng mit Sintuismus und Buddhismus verknüpft.

00:11:27: Reinheit wird diesen leerengemäß nicht als lästige Pflicht angesehen sondern als Zeichen von Respekt und zur Vermeidung vom Unglück.

00:11:37: Hanni und Pané haben sich in diesem Land nach ihrem Studium an der Universität für angewandte Kunst aufgehalten.

00:11:44: Wir haben beide bei Professor Hans Hollein studiert, der bekanntlich gesagt hat alles ist Architektur.

00:11:50: Das großartige Studium war immer ein Anstoß in Richtung Kultur.

00:11:56: Er hat Architektor als Kultur verstanden Und er hat auch von uns eingefordert dass wir einen sehr breiten Kulturbegriff von einem sehr breites Kunstwissen haben und uns das immer mehr aneignen.

00:12:08: Er hat auch von uns gefordert, dass wir sehr viel recherchieren.

00:12:11: Und nach dem Studium sind wir nach Japan gezogen um dort zu arbeiten und sind mit dem Leben konfrontiert worden in dem Sinn, dass die japanische Kultur sehr, sehr viel anders macht aber nicht falsch.

00:12:25: Und dass Japanerinnen und Japaner wahnsinnig neugierig sind und dass die uns den ganzen Tag gefragt haben warum macht ihr das so?

00:12:36: Fällen wussten wir nicht, wieso wir das so machen und nicht so.

00:12:40: Wir haben so viele Akte in unserem Leben die wir für garantiert halten... ...die wir für Gott gegeben halten oder für die einzig richtige Methode.

00:12:50: Und in den meisten Fällen ist es das nicht.

00:12:51: Und ganz oft wissen wir auch nicht warum wir etwas zu machen?

00:12:54: Warum wir's machen?

00:12:55: Und das hat uns von Anfang an fasziniert.

00:12:57: Deswegen haben wir begonnen mit dem Projekt zum Thema Essen.

00:12:59: Deswegen habe ich begonnen, die Kulturgeschichte des Essens zu recherchieren.

00:13:03: Und wir haben sehr schnell festgestellt dass im Alltag sehr, sehr viel Politik versteckt liegt.

00:13:08: Also da ist ganz viele Würde und ganz viel Gleichheit und ganz für Freiheit und ganz die Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit vergraben.

00:13:17: Da ist ganz viel Nachhaltigkeit vergragen.

00:13:19: Und wenn man diesen Teppich-Puzent vielleicht ein bisschen in die Höhe hebt dann kommt man auf ziemlich viel drauf

00:13:26: Zum Beispiel zu gesellschaftspolitischen Themen wie Schmutz und Sauberkeit, Familie, Feminismus und Patriarchat, Migration, Konsum und Kapitalismus, Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

00:13:38: Die Hygiene wurde zur Triebfeder für die Entwicklung neuer Wohnideen – und natürlich für die Putzmittelindustrie.

00:13:46: Licht Luft und Sonne lautete bald das Diktatorstunde.

00:13:50: Realisiert wurde es im Rahmen gewaltiger Bau- und Designanstrengungen.

00:13:55: Oberflächen und Gebrauchsgegenstände, die einfach zu reinigen waren wurden produziert.

00:14:01: Fließendes Wasser Abwassersystemen Und Abfallbeseitigung wurde bis ins Detail geplant und umgesetzt.

00:14:09: Bis heute ist diese gestalterische Meisterleistung der moderne Maßstab für zeitgenössische Architektur.

00:14:16: Für das Architekten Dohr, Martin Hablisreiter und Sonja Stummerer war Japan ein Sehnsuchtsland um ihre Karriere zu starten.

00:14:26: Japan hat uns sehr inspiriert.

00:14:28: Wir waren sehr beeindruckt von der Tatsache dass Japanerinnen und Japaner sehr hinterfragt an den Alltag herangehen Dass sie wissen was sie essen, dass sie die Produkte kennen, die sie essen die Regionen kennen, aus denen etwas herkommt und dass sie auch mit einer großen Behutsamkeit an viele Themen des Alltags herangehen.

00:14:54: Wir kamen ganz knapp aus dem Studium raus sind nach Tokyo gegangen wollten eigentlich internationalist Architektinnen werden und haben uns mit diesen Themen beschäftigt und waren aber völlig überwältigt von dieser Kultur, die uns immer noch maßlos fasziniert.

00:15:12: Was wir allerdings schon gemacht haben, als wir dann begonnen haben zum Putzen zu recherchieren, haben wir uns schon mit gewissen Ebenen der japanischen Kultur auseinandergesetzt und wir haben auch zufällig eigentlich Herban besucht zu der Zeit.

00:15:27: Und haben sehr viel recherchiert und sehr viel versucht herauszufinden über die Alltagsprodukte, die in Herban verwendet werden, Haushalte zu reinigen.

00:15:35: Haben Sie auch schon in Tokio mit dem Österreichischen Kulturforum zu tun gehabt?

00:15:40: Ja, wir haben mit dem österreichischen Kultur-Forum in Tokia zu tun gehabt.

00:15:43: Wir hätten auch unseren Fotografen Daizke Akita ohne das österreichische Kultur-forum in Tokyo nicht und also wir hätten ihn nicht als Partner.

00:15:52: Wir haben Daizge Akita tatsächlich am sechsohnzwanzigsten Oktober zwei tausend eins in der österreichischem Botschaft in Tokiokennen gelernt.

00:15:59: Wir ham aber abgesehen von losen Kontakten Tokyo leider, wie ich sagen muss.

00:16:06: Noch nie zusammengearbeitet mit vielen anderen aber schon.

00:16:10: Zum Beispiel?

00:16:11: Wir waren vor vielen Jahren eingeladen damals noch als Teilzeitjournalistinnen an einer Theaterreise nach Rumänien teilzunehmen.

00:16:24: Also es war so ein sehr enger langjähriger Freund von mir hat einen Theater-Wettbewerb in Dimitri Svarra gewonnen und Der Preis war eine Inszenierung am Staatszertat Demischwara, das ist ewig her.

00:16:37: Das war, glaube ich, im Jahr und zwei Tausend Einsigen sowas... Und wir sind dann gemeinsam nach Demishwara gefahren und haben dort etliche Leute kennengelernt und aus dem heraus hat er dann diese Inszenierungen nach Bucharest gebracht.

00:16:54: dann gab es eine Reise nach Bucharest und der auch ein paar österreichische Journalistinnen und Journalisten teilnehmen durften.

00:17:00: Und wir haben das halt ein bisschen gedreht, dass wir da auch dabei sind.

00:17:05: Das hat glaube ich – das weiß ich nicht so genau – zumindest teilweise die österreichischen Kulturformen in Bucharest.

00:17:11: finanziert und damals haben wir den damaligen Direktor des Kulturforms Reiner Schubert kennengelernt.

00:17:17: Und Reiner schubert kam mit der Idee, ob wir einen Architekturwork Workshop an der Ionminco Universität in Bucharest machen wollen.

00:17:25: Das haben wir dann gemacht zwei Wochen lang und das war die erste Zusammenarbeit.

00:17:29: Das wurde nicht wiederholt aber neu aufgelegt zuerst in Istanbul und dann in Chennai in Indien und es waren immer sehr gute Zusammenarbeiten mit den österreichischen Kulturfohren Und da war dann im Prinzip auch schon eine gewisse Basis-Dat.

00:17:45: Dann haben wir ja auch als Journalisten mal den damaligen Chef der Auslandskultur interviewt, den Emil Briggs für die Wiener Zeitung damals noch und irgendwann kam halt eins zum anderen und dann war das natürlich so dass wir noch aus Marktzeiten den Christoph Dunholenstein kannten und sich da Ausstellungen ergeben haben.

00:18:05: dann in weiterer Folge.

00:18:07: Im Moment arbeiten wir sehr viel und gut mit den österreichischen Kulturforen zusammen.

00:18:12: Das Österreichische Kulturforum in London hat vor vier Jahren, glaube ich eine Solo-Ausstellung von uns präsentiert.

00:18:19: Wo rüber?

00:18:21: Also es war eine Solo Ausstellung über Sustainable Food Und das ist auch eine lustige Geschichte.

00:18:26: in a way Wir wurden im Jahr zwei tausend siebzehn am einundzwanzigsten Dezember vom Victoria & Albert Museum angerufen.

00:18:34: ob wir ... der neunundzwanzigsten Jänner eine Performance machen wollen.

00:18:40: Und das ist so ziemlich die unangenehmste Periode sozusagen, um eine Performance vorzubereiten weil zwischen den zwanzigßen Dezember und sechsten jänner bekanntlich nichts funktioniert... ... und dass Budget, was uns aus dem Victoria & Albert Museum eingeboten wurde hat nicht gereicht.

00:18:56: Also es hätte gereicht, um die Performance zu machen aber es hätte uns nicht nach London gebracht und uns auch dort nirgends untergebracht.

00:19:03: Und ich habe dann in London angerufen und mit einer bezaubernden Dame namens Vanessa Fuster gesprochen.

00:19:10: Ich habe das Problem geschildert, und sie gesagt, es gibt mir einen Auer.

00:19:12: Nach einer Stunde hat sie mich zurückgerufen und mir ein Angebot gemacht, dass wir das realisieren konnten.

00:19:18: Sie haben die Flüge finanziert und die Unterbringung und die Möglichkeit mit dem diplomatischen Kurier unsere Requisiten nach London zu bringen.

00:19:26: Das hat ermöglicht ... Performance in London realisieren konnten im W&A.

00:19:31: Und das war wirklich, wirklich ein ganz essenzieller Augenblick für uns weil diese Performance dann dazu geführt hat, dass uns das W&E ein zweites Mal gebucht hat und das zweite mal richtig.

00:19:43: Das war dann für eine große sehr, sehr gute Ausstellung im Victorian Robot Museum, die dann ein wahnsinniger Boost in unserer Karriere war.

00:19:50: aber wenn es wird er ruft kommt die ganze internationale Presse und das hat dann sehr viel gebracht in weiterer Zukunft.

00:19:57: Im bereits erwähnten Bandscleaninger Cultural Technik mit Fotos von künstlerischen Putz-Performances findet sich auch das Bild einer Performance im Wiktorien Orbert Museum.

00:20:10: Ein Tisch, der nicht abgeräumt wurde ist zu sehen und ein Stadt.

00:20:13: auf einem Tischtuch haben Honey & Bunny Teller, Tassen, Käser und Essen auf Erde platziert.

00:20:22: Treffen hier die Themen Essen und Putzen zusammen?

00:20:25: Das Foto, das Sie ansprechen, ist die erste Performance im Victoria & Albert Museum.

00:20:30: Ich habe das ja schon mehrfach angesprochen und es interessieren kulturelle Konnotationen ganz stark.

00:20:35: Also alles was man irgendwie auffindet erzählt uns implizit etwas.

00:20:40: Es erzählt uns ein Verständnis anderer Menschen zu ihrer Kultur.

00:20:44: Das meiste davon verstehen wir nicht Aber vieles verstehen wir eben schon.

00:20:48: Wir sind durch Postmoderne erzogen Und wir interessieren uns sehr dafür Was uns diese Elemente des alltäglichen Lebens jetzt sagen oder eben auch nicht.

00:20:57: Und wir folgen der dieser Idee, dass wir als Menschen ständig dazu tentieren alles was uns umgibt zu sortieren.

00:21:04: Also wir ordnen alles irgendwo ein, können was essen und nicht essen.

00:21:07: Ist es koscher oder ist es da?

00:21:09: Ist es schmutz oder sauber?

00:21:11: Und das ist ja auch eine Interpretationsfrage!

00:21:14: Und diese Interpretationfrage folgt einerseits natürlich der Forschung, der politischen Entwicklung

00:21:20: usw.,

00:21:21: also vor hundertfünfzig Jahren wusste man einfach nicht dass verschmutztes Wasser Krankheiten verursachen kann oder man hat's vielleicht geahnt und wollte es nicht wissen aber bis zur Entdeckung des Bakteriums war... Das Bakterium einfach kein Problem.

00:21:34: Antibakteriell hatte man nicht, solange man keine Bakterien kannte!

00:21:39: Und da gibt es viele sehr schöne Beispiele.

00:21:42: und dass sie ansprechen ist die Erde Denn die Erde ist ja das was uns das Leben hervorbringt.

00:21:47: Also Erde versorgt uns mit Nährstoffen.

00:21:49: Ohne Erde könnten wir nicht überleben aber wir wollen sie nicht in der Wohnung haben und schon gar nicht am Estisch Obwohl das Essen aus der Erde kommt.

00:21:56: Aber wie interpretieren Erde draußen als etwas Schönes?

00:22:01: Meistens Und in der Wohnung ist Schmutz.

00:22:03: Diese Anbivalenz ist extrem interessant und das kann man so weit treiben, dass man sagt für Kalien zum Beispiel waren noch vor zweihundert Jahren auch in Wien ein begehrtes Handelsgut weil ein wirklich wirklich wichtiger Dünger und sie wurden gesammelt und verkauft.

00:22:19: Also das war nicht etwas, was man irgendwie heimlich still und leise in Rohren, den man nichts sieht verschwinden hat lassen.

00:22:25: Es war ein ganz normaler Bestandteil des Alltags bis man eben draufgekommen ist dass Fekalienkrankheiten übertragen können.

00:22:32: Und da spielen so viele Dinge eine Rolle die für uns allesamt interessant sind aber wovon wir wahrscheinlich achtzig Prozent gar nicht kennen sagen wie werden diese Erzählungen um die Elemente die uns umgeben ständig neu gebaut?

00:22:44: Wie gehen wir damit um?

00:22:45: Antworten darauf finden Sie auch im Buch Cleaning a Cultural Technik von Sonja Stumacher und Martin Habelsreiter.

00:22:53: Ende Juni wird es im Kulturforum London präsentiert.

00:22:57: Wir freuen uns auf London, weil wir natürlich versuchen wollen die alten Kontakte wieder aufleben zu lassen und klar und knapp formuliert ist London nachher vor der Hotspot der internationalen Kunst- und Kulturszene und dort finden viele Debatten statt Allein auch wegen der medialen Kraft, die dort vorhanden ist und daher hoffen wir uns natürlich, dass wir die eine oder andere Möglichkeit finden mit Interessierten in Kontakt zu treten.

00:23:23: Das ist der Hauptgrund das zu machen jetzt abgesehen davon, dass die Menschen im Kulturföhrerinnenland arbeiten allesamt unglaublich nett und fähig sind.

00:23:31: Insofern freuen wir uns sehr auf die Diskussionen Und was auch ein grundsätzliches Element ist, dass wir eine Kultur vor uns erschätzen, ist das sie oft in der Lage und auch willens sind interdisziplinäre Situationen zu generieren.

00:23:46: Also wir haben zum Beispiel während unserer Ausstellung in Rom während der Eröffnung eine Debatte mit Vertreterinnen der FAO gemacht – die sitzt in Rom.

00:23:55: Die Power der Diplomatie war groß genug, dass dann hochreiche Vertreterinnen aus der FAO zu uns gekommen sind und mit uns diskutiert haben vor einem breiten Publikum.

00:24:05: Die Ausstellung ging ums Essen?

00:24:07: Genau!

00:24:07: Da ging es ums essen und da ist die FAO natürlich neiligend... Und in Landen ist es jetzt so, dass sie sagen okay das designen wir sehr meinen Landen, dass wir ein Ei, das sind große Sammlungen, die sich mit dem Alltag beschäftigen und da versuchen wir jetzt mit verschiedenen Strategien Menschen aus dieser Szene ins Kulturforum zu kriegen.

00:24:26: Und Hoffenheit sieht ganz gut aus, dass da dann sich weitere Kooperationen ergeben.

00:24:32: Erzählen Sie mir noch ein bisschen was über das Vorgängerprojekt über das Essen?

00:24:37: Das Vorgängerprojekt wird auch ein Nachfolge-Projekt sein – das Essen lässt uns nicht mehr los!

00:24:43: Also wir haben im Jahr zwei Tausend Fünfte mit begonnen und intensiv mit dem Thema Essen zu beschäftigen.

00:24:47: Anfanglich war das eine Interesse für die Kulturgeschichte des Essens und sehr schnell haben wir begriffen wie politisch und kulturell dominant das Essen eigentlich ist.

00:24:58: Und irgendwann kamen dann wirklich wichtige Themen, wie die Nahhaltigkeit, die Würde, die Biosphäre

00:25:04: usw.,

00:25:04: usw.

00:25:05: dazu...

00:25:05: Auch der Hunger?

00:25:07: Auch der hunger!

00:25:08: Obwohl es ein Thema ist mit dem ich mich sehr ungern beschäftige werde diese Grausamkeit erfassen könnte.

00:25:15: Der Hunger ist in den meisten Fällen von anderen Menschen gemacht,

00:25:19: d.h.,

00:25:19: der Hunger ist eine Waffe und das ist etwas... Was meiner Idee von Menschlichkeit so sehr widerspricht dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es Menschen gibt die das tun obwohl wir jetzt wieder mit diesen Menschen sehen, die den fruchtbarsten Boden der Welt einfach so zerstören um andere Menschen Hunger zu lassen.

00:25:35: Und aus dem heraus haben sich oder aus einem Interesse für das Essen als alltägliches Phänomen haben sich gewisse künstlerische Strategien entwickelt.

00:25:44: Und das eine ist, dass wir nach wie vor versuchen, so gut es geht zu recherchieren im Moment auch inwieweit die künstliche Intelligenz unser Essverhalten beeinflusst und vielleicht eines Tages dominiert.

00:25:56: Einerseits recherchiern wir, dokumentieren wir, setzen wir zum Urfall in Form von Fotografien und Videos mit diesem Thema auseinanderschreiben.

00:26:04: Nach wie vor unsere Bücher also.

00:26:05: das nächste wird wieder auf dem Thema Essen sein!

00:26:08: Aber wir haben auch festgestellt, weil das Essen so extrem reguliert ist.

00:26:11: Dass man Regeln bricht beim Essen, dass das Essen das interaktivste künstlerische Material ist, dass es gibt.

00:26:18: Wenn eine Gruppe von Menschen dazu bringt, dass sie gemeinsam essen und sich dann mit leichten Provokationen Grenzen überschreiten lässt, dann bilden die durch gemeinsame Grenzüberschreitungen ohne Alkohol kurzfristig Gemeinschaften – auch wenn Sie sich vorher nicht kennen oder Sie bauen Hierarchien ab für ein paar Momente Gemeinsam etwas tun, was sie normalerweise nicht tun.

00:26:41: Man kann Menschen am Boden sitzen lassen, man kann sich das Essen ausgraben lassen – aus Erde!

00:26:46: Man kann ihnen ein bisschen was zumuten, indem man in einem blaues Zuckerpulver aufs Essen streutet und dann sagt es ist glufosatmen... Man kann sich als Künstler vorher eingraben bis auf's Gesicht in der Erde und das Publikum bitten von mir runter zu essen.

00:27:01: ob so Gemüse da rundherum liegt dabei eher deine Frage zu stellen und so weiter.

00:27:05: Also, da gibt es unzählige Möglichkeiten!

00:27:08: Und dieser Moment wenn Hierarchien kurz zerfallen... ...und sich Gemeinschaften kurz bilden ist der Moment in dem Menschen bereit sind neue Inhäute aufzunehmen.

00:27:19: Das kann man dann nutzen und das machen wir am liebsten so, indem vielleicht sogar noch ein paar Wissenschaftlerinnen an Bord sind die diese Inhälte lossieren wollen.

00:27:27: Künstler, wir sind und bleiben Clowns.

00:27:29: Wir dürfen fast alles sagen aber Wir sind Hallekeine.

00:27:33: Was essen Sie am liebsten?

00:27:36: Kann ich Ihnen nicht sagen, weil das von meinem Tag abhängt.

00:27:40: Vom Tag der Gesellschaft zum Wetter vom Ort an dem ich bin... Ich würde in Indien nicht gerne Schnitzel essen.

00:27:48: Was Essen Sie heute Abend zu Hause vielleicht?

00:27:50: Heute Abend esse ich nicht Zuhause in Sofenweißigsen

00:27:52: nicht!

00:27:59: Martin Hables reiter vom Duo Hannient-Banni bei Wissensamt, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein über Sauberkeit als einen essentiellen Bestandteil von Zivilisation.

00:28:12: Und die Zusammenarbeit mit österreichischem Kulturfonds.

00:28:15: Wir putzen bei Ihnen zu Hause!

00:28:24: Sagt Elisabeth Juliane Nöstlinger.

Über diesen Podcast

wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint

von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

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