00:00:01: Kunst im Gespräch.
00:00:04: In Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion, im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:00:12: Ich glaube eine amerikanische Zeitung hat geschrieben, dass ich irgendwas wie ein Furiellen bin.
00:00:17: Sandip Kumar, österreichischer Filmemacher mit indischen Wurzeln, Schauspieler und Regisseur.
00:00:23: Ich liebe sozusagen in Wien zu drehen, zeige gerne die rote Straßenbahn oder für Hacker.
00:00:29: Ich kenne mich sehr gut in Wien aus, ich liebe auch sozusagen in den Außenbezirken zu drehen und alle meine Filme haben direkt oder indirekt schon mit Wien und Österreich zu tun.
00:00:42: Herzlich willkommen bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.
00:00:47: Und einer neuen Folge von Kunst im Gespräch.
00:00:50: heißen Sie diese Petule Anne Nöstlinger und Sandip Goma, der interkulturelle Brückenbauer der Österreich im Ausland mit seinen Austro-Bollywood Filmen vertritt.
00:01:01: Ich denke das Duschfilm wo für mich alle Kunstformen hineinschmelzen kann man das sehr effektiv machen und sehr auf sehr persönlichen Ebene machen von Person zu Person, weil jeder der ein Film sieht, sieht einen eigenen Film.
00:01:17: Und Zweifelmenschen sehen nie denselben Film, sondern jeder sieht einen anderen Film.
00:01:22: Das ist ein ständiger Austausch ob man will oder nicht von
00:01:26: Kulturen.".
00:01:27: Sandip Komar lebt in Österreich.
00:01:29: Ursprünglich hat er in Deutschland Technik- und Wirtschaft studiert, ging dann in die USA – und anschließend wieder nach Österreich.
00:01:38: seit fünfundzwanzig Jahren.
00:01:40: Ich denke, das dauert ein bisschen bis man Österreich für sich entdeckt und das war auch kein Liebe auf den ersten Blick aber eine Liebe dieser sozusagen langsam aber sehr stark dann so zu sagen sich durchgesetzt hat, etabliert hat.
00:01:55: Aber warum wollten Sie dann unbedingt nach Österreich?
00:01:58: Es gibt spannende Orte in den USA auch in Deutschland.
00:02:02: Sie sprechen ausgesprochen gutes Deutsch haben das wahrscheinlich auch schon damals gesprochen.
00:02:07: Warum denn dieses kleine Land?
00:02:09: Ja ich meine ja gutes Deutsch.
00:02:11: Meine Eltern waren beide Deutschlehrer in Indien.
00:02:13: mein Vater war Professor für Deutsch.
00:02:15: das heißt wir haben zu Hause schon mal als kleine Kinder Deutsch gelernt.
00:02:20: Später habe ich natürlich im Goethe-Institut, wo mein Vater unterrichtet hat, formal auch Deutsch gelernt und dann war ich in Deutschland.
00:02:27: Ja geplant war das nicht nach Österreich zu kommen.
00:02:30: aber wie meinen Vater immer sagte das Leben ist keine gerade Linie man weiß nicht wo man landet.
00:02:37: und da bin ich halt in Österreich gelandet.
00:02:40: und irgendwann habe ich auch gedacht ja lassen wir mal zu was das Leben zu bieten hat.
00:02:47: und später war meine Philosophie immer, was man plant.
00:02:50: Das kann man erreichen aber was man nicht plant davon lässt sich überraschen.
00:02:54: In Österreich nahm Sandip Kumar an diversen Schauspiel- und Filmworkshop-Style.
00:03:00: Er war Gasthörer bei Michael Harnhecker, und an der Filmakademie in Wien begann Dokumentar und Spielfilme zu drehen, eignete sich das Handwerk durch Learning by During an – und erfand Austria Bollewood!
00:03:13: Das ist ein krassoberes Bollywood & österreichischem Kino.
00:03:18: Sowohl im Film als auch im realen Leben verschwimmen für den in New Daily geborenen Inder mit österreichischer Staatsbürgerschaft die Kulturen?
00:03:28: Die Frage ist, wie man diese Kultur definiert.
00:03:30: Wenn ich mit ihnen jetzt rede und wir uns austauschen dann tauschen wir auch eine gewisse Maße in der Kultur mit meiner Kultur.
00:03:38: Ich glaube da sind wir ständig sowieso in einem Austausch zwischen Kulturens wenn man miteinander redet.
00:03:45: Ich bin mehr ein Österreicher als ein Inder würde ich mal sagen.
00:03:48: aber wenn ich in Indien österreicher treffe dann ist es einen gewissen Komfortlevel mit der eigenen Kultur, da weiß man worüber man spricht.
00:03:56: Wenn wir so über den Mundel sprechen dann sie und ich, wir wissen ganz genau wo man spricht.
00:04:00: aber wenn man über andere Kulturen das ist ein bisschen aus dem Komfortzorn herauskommen.
00:04:05: Aber da lernt man was Neues.
00:04:07: Sind Sie in Indien auch in einer anderen Sprache zu Hause?
00:04:12: extern sprich man natürlich Hindi Englisch Sie
00:04:15: sprechen Hindi?
00:04:16: Ja Hindi spreche ich kann auch Hindi schreiben Ich kann auch Punjabi und Urdu sind zwei weitere indische Sprachen.
00:04:22: Die kann ich auch sprechen und schreiben.
00:04:25: Wo man in Indien unterwegs ist, spricht man viel Englisch aber Deutsch ist irgendwie schon jetzt quasi meine Hauptkultursprache geworden.
00:04:33: Erstaunlicherweise auch das letzte Drehbuch also für den aktuellsten Film amerikanischen Filmen New York war alles auf Deutsch die Enddialoge.
00:04:42: Ich habe wie alle meine Drehbücher auf Deutsch geschrieben.
00:04:45: Das war von Anfang an so Also wo ich nach Österreich gekommen bin dass sich mich auf Deutsch am besten ausdrücken konnte Und ich schreibe dann sozusagen die erste Fassung auf Deutsch und ich mache die Sprache.
00:04:58: Ich finde, das hat sehr viele Facetten zum Ausdrucken.
00:05:01: Auch wenn ich in Indien bin – ich glaube, ich denke auf Deutsch!
00:05:05: Dann komme ich in eine andere
00:05:06: Sprache.".
00:05:07: Sandip Komas Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
00:05:12: Dazu gehört auch sein Kinofilm Mero Nisha.
00:05:16: Das ist die Geschichte von drei Frauen, aber die Hauptfigur ist diese achtundachtzigjährige Grande Dame des indischen Kinos, die schon seit fünfzehn Jahren in den Indischen Kino gearbeitet hat.
00:05:27: Aber immer Randrollen also Nebenrollen und das war ihre erste Hauptrolle wenn sie sich mal vorstellen mit achtundachzig.
00:05:35: und auch der letzte.
00:05:36: Und ich habe mich immer gefragt, wo sind diese alte Veteranen Schauspielerinnen, indische Schauspielerin diesen irgendwo zu sehen und warum kommen sie nicht als Zentralfigur?
00:05:47: So ist die Idee entstanden.
00:05:49: Machen wir eine achtundachtzigjährige Frau als Zentrale Figur!
00:05:53: Die Einzige, die mir im Kopf gekommen ist war Faruq Jaffa.
00:05:57: Sie war damals eine Ikrone, die mit allen großen Schausspielenregisseuren in Indien gearbeitet hat.
00:06:04: Ich bin zu ihr gegangen mit meinem Drehbuch, und sie scheint so ein geschwächter Figur zu sein.
00:06:11: Mit achtem nachzig damals, das war in dem Jahr zwei tausendachtzehn.
00:06:15: Und ich hab's gedacht, oh Gott wie werde ich denn schaffen mit dir den Film zu machen?
00:06:19: und sie hat das Drehbuch gehört.
00:06:21: Ich habe in zwei Stunden mit ihr das ganze Geschichte erzählt und dann hat sich gleich ja gesagt.
00:06:25: Dann war mein großes Problem.
00:06:26: Oh Gott!
00:06:27: Wie werden wir das jetzt auf die Beine stellen?
00:06:29: Also mit ihr dem ganzen Film zu drehen ein Monat in Indien zu sein mit einem österreichischen Crew.
00:06:34: Niemand von dem Crew war je in Indie.
00:06:37: Das ist auch nicht in Bombe wo dieses Zentrale ist, also das indische Hollywood sondern im Norden in einer Kleinstadt... eine sehr abenteuerliche Reise.
00:06:47: Aber ich glaube, das war sozusagen der wichtigste Film, den ich gemacht habe in meinem Leben.
00:06:52: Und
00:06:52: was ist der Inhalt des Films?
00:06:54: Da sind drei Frauen von einer Familie, in einem muslimischen Familie, drei verschiedene Generationen und wie sie mit dem Patrischat auf eigene Art und Weise kämpfen.
00:07:05: Für die alte Figur, mein Vorbild war wo ich neu nach Österreich gekommen bin wurde mir ein DVD-Band von.
00:07:12: Ein Echter Wiener geht nie runter Von dem Mundel, von dem Wienermundl.
00:07:16: Und der war immer laut und er ist immer so geschrien usw.
00:07:19: Die Fahrung Schaffer ist ein bisschen so... Sie schreit, nimmt keinen Blatt vor ihrem Mund aber im Film.
00:07:24: Sie heißt Mérunissa und ihr Mann, der halt sozusagen das ganze Leben lang unterdruckt hat sie wollte Schauspielerin werden konnte dass nicht werden weil Erde her sein wollte in einem Haus.
00:07:37: Und der ist jetzt, sie ist achtzig im Film und der ist gestorben.
00:07:41: Der war so ein Graf von wo alle sozusagen Trauen gekommen sind in ihrem großes Haus, feiert sich auf ihre eigene Art und Weise.
00:07:47: Sie geht in die ersten Szene, kauft sozusagen mit dem Mädchen von die Tochter von der Haushaltshilfe – sie geht mit dir sozusagen auf einen Rückscher in die Stadt Lachnau, kaufst eine große Achse und kommt nach Hause und zerschlägt das Bett!
00:08:01: Das Ehepät.
00:08:02: Und verbrennt das im Hinterhof, während sozusagen im Haus die Trauerfeiern gehen und Leute versammelt sind.
00:08:10: Die ganze Stadt denkt sie ist verrückt geworden.
00:08:12: was macht sie da?
00:08:13: So was macht man nicht!
00:08:15: Und ihre Tochter... und ihre Enkeln, wie sie mit der Situation umgehen haben in ihrem Leben auch ihren eigenen Kampf.
00:08:23: Und man sieht das, wie jede Generation von diesen drei Generationen, diese drei Frauen auf ihr eigener Art und Weise teilen es humorvoll weil sie halt sozusagen die Ältere so ist, mit dieser Situation um gehen und wie Sie dann da rauskommen.
00:08:38: Mero Nisha wurde auch bei der Diagonale gezeigt.
00:08:41: Ein Film über die weibliche Emanzipation in Indien, gedreht von einem Mann.
00:08:47: Ja!
00:08:47: Der Kern ist also wie ich als ein Mann ...die weiblichen Perspektive bekomme Und das auch die weibliche Perspektive nicht von einer Generation, sondern von drei Generationen und das auch in Indien.
00:08:58: Das war eine große Herausforderung für mich.
00:09:00: Ich habe über Monate mit sehr vielen Frauen hier in verschiedenen Altersgruppen gesprochen usw.
00:09:06: Viel Bescheid bin ich nicht geworden weil jede Frau hat lange geredet und dann hat sie am Ende gesagt naja aber eine andere Frau könnte anders denken.
00:09:14: da denke ich sind wir Männer sehr einfach gestrickt Und das macht die Sache unsso interessanter, weil die Frauen haben dann auch festgestellt waren sozusagen.
00:09:23: Die haben die Kulturen über Generation weitergegeben.
00:09:26: der Mann hat wenn man so sieht eine sehr untergeordnete Rolle gehabt weltweit eigentlich, weil in fruren Seiten war der Mann eigentlich wie eine Maschine, der es sozusagen hackern gegangen auf dem Land morgen früh den ganzen Tag auf dem Feld und ist nachts dann tot nach Hause gekommen.
00:09:41: Es waren die Frauen die den Kindern die Kultur weitergegeben haben, Sachen sozusagen die wichtig für das Leben waren nicht der Mann.
00:09:51: Es ist auch sehr komplex weil diese ganzen Traditionen oder auch Einschränkungen in vielen Ländern gelten dann hauptsächlich für die Frauen.
00:09:59: wie reagieren sie?
00:10:00: Manche haben sich daraus gelöst und manche sind dann noch drin.
00:10:03: es kann eine ältere Dame viel emanzipierter sein als ein junger usw.
00:10:08: Wie kommt man da?
00:10:09: und das war ein komplexes Thema
00:10:11: Das an.
00:10:11: Liebkommersfilme werden auch in Indien gezeigt.
00:10:14: Da kann es schon passieren, dass der ein New Daily Geborene als Österreicher vorgestellt wird?
00:10:21: Ja das war sehr interessant weil letztes Jahr im year of twenty-five fand das EU International Film Festival in Indianstadt und die haben aus allen EU Ländern einen Film ausgewählt.
00:10:33: Aus Österreich war Happy ausgewillt Und auf der Einladung von dem Österreichischen Kulturforum war ich persönlich in Indien, um in Delhi und Bangalore Happy selber zu präsentieren.
00:10:45: Und das Interessante war dass ich in Delhi auf die Bühne geholt wurde und so vorgestellt wurde als ein österreichischer Regisseur mit indischem Wurzeln und hat mich da ein seltsames Gefühl.
00:11:00: dann sozusagen habe ich bekommen Und das habe ich dann dem Publikum dort auch weitergegeben, dass es was anders war weltweit überall wo ich mit meinen Filmen hingehe als österreichischer Regisseur oder auch mit Zusatzösterreichischen Regisseure mit indischem Wurzelpreis vorgestellt zu werden.
00:11:18: Aber in Delhi hier ist es... Es hat ganz anders geklungen weil ich drei Kilometer von hier geboren wurde und jetzt steh' ich hier nach vielen Jahren als ein österreichischer Regisseur.
00:11:31: Aber ist es schön, dass man im Leben auch eine andere Kultur so angeeignet hat?
00:11:39: Dass man diese Kulturen in dem Ausland mit genauso viel Überzeugung präsentieren oder repräsentieren kann wie die eigene Kultur, wo man herkommt.
00:11:49: und so sehe ich das als was Besonderes und da bin ich halt sozusagen meinem Leben.
00:11:54: aber Österreich ist sehr dankbar, dass diese Möglichkeit mir gegeben wurde.
00:11:59: Sie vertreten Österreich im Ausland und arbeiten mit österreichischen Kulturforen zusammen – nicht nur in Indien.
00:12:06: Mein erster Verknüpfungspunkt Erfahrung mit Österreichischer Kulturinstitut war in New York.
00:12:12: Dort habe ich meinen ersten Kurzfilm in Manhattan gedreht.
00:12:16: In den letzten Jahren war das im Jahr zwei Tausendundachzehn.
00:12:18: Und da hat der Kulturinstitut uns auch unterstützt und gebraucht.
00:12:23: Da bin ich dahin gegangen, und für mich dieses wunderbare Gebäude mal kennengelernt.
00:12:30: Und dann steckte halt sehr viel Geschichte dazu.
00:12:33: Alle die mit Österreichischen Kulturforum wissen was für eine besondere Struktur es ist!
00:12:39: Und das war meine erste Begegnung mit Österreichs Kulturforum und danach war London, glaube ich.
00:12:45: Ja, meine Filme wurden auch in anderen Kulturforen gezeigt und Indien natürlich.
00:12:50: wenn man die Filme macht, die mit Indien zu tun haben dann werden sie auch natürlich in Indien gezeigt.
00:12:57: und in den letzten Jahren habe ich viel mit dem Österreichs Kulturforum in Neudehle auch zu tun gehabt.
00:13:03: Wo sind die Austro-Bolle, wo Filme entstanden?
00:13:05: sind es österreichische Produktionen?
00:13:08: Meine Filme sind alle österreichischen Produktion.
00:13:11: Weil ich bin österreichischer Staatsbürger mit Überzeugung und alle Filme, die ich drehe also das jetzt gerade mein letzter Film war der achte Spielfilm.
00:13:21: Wir werden vor allem Maustern auch gezeigt Und sie haben immer mit Österreich viel zu tun Ist
00:13:28: ist der Film happy.
00:13:29: Nicht nur Happy.
00:13:30: Happy haben wir hier gedreht, aber auch die Filme
00:13:33: davor.".
00:13:34: Den Film Happy hat San Diebkouma in dem Jahr zwanzig zweiundzwanzig zwanzigh dreieunzwanzigt getreten unter anderem mit Liliane Klebow, Roland Düringer und Kerstin Kathrin Butt.
00:13:45: dieser gesellschaftskritische Film thematisiert eine besondere Beziehung zwischen Vater und Tochter.
00:13:51: obwohl die drohende Abschiebung des Vaters in nahezukunft ansteht versucht er seiner Tochter ein normales Leben vorzutäuschen.
00:14:00: Happy wurde kürzlich beim österreichischen Filmpreis, zwanzig sechsundzwanzig in den Kategorien bester Hauptdarsteller und beste Musik nominiert.
00:14:10: Ja diese Auszeichnungen, Awards usw.
00:14:13: freut sich wenn man das bekommen hat aber ich bin nicht so ein Fan davon.
00:14:18: Ich versuche auch öfters da ein bisschen fern zu bleiben weil ich eine andere Überzeugung habe.
00:14:24: Die
00:14:24: da wäre?
00:14:25: Das
00:14:25: Kunst eigentlich nicht im Wettbewerb gehört.
00:14:28: Also man kann zum Beispiel ein Marathon bemessen.
00:14:32: Man kann einen hundert Meter Lauf, kann man in Zeit bemessen und kann mal feststellen wer zuerst an der Schlusslinie kommt.
00:14:39: wie macht man das mit Kunst?
00:14:41: Auf Englisch sagt man the beauty lies on eyes of the beholder Das heißt dass sich je nachdem wer sich das anschaut und das ist eine sehr sehr subjektive Meinung Und ich denke viele von meinen Kollegen und Kolleginnen die viel Erfolg gehabt haben wo er filmen kann war oder auch sogar im Oscar, die waren depressiv und das habe ich nicht verstanden weil das will jeder haben.
00:15:03: Und man hört auch von Ja!
00:15:05: War das alles wofür ich mich sozusagen so viel geopfert habe?
00:15:10: Deshalb ist es nicht das Ziel sondern der Weg dahin und das muss man nur fühlen.
00:15:14: Die Preißverleihung der höchsten Auszeichnung, die in Österreich für einen Film vergeben wird ist im Juni.
00:15:27: Ja, also den nächsten Film haben wir in New York gedreht.
00:15:30: Das ist auch über das Leben weil ich glaube dass es wahrscheinlich in dem Gespräch schon offensichtlich wieviel ich über das leben nachdenke... ...das ist über die Sinnlosigkeit des Lebens.
00:15:41: Es ist ein Kamerspiel inmitten in Manhattan zwischen zwei Männern Ein alter Mann Mit der Siebzig und einem jungen Menschen Anfang zwanzig, die ohne viel zu verraten in einer Wohnung sich befinden.
00:15:55: Und aufeinander prallen unter seltsamen Umständen.
00:16:01: Dann kommen sie in ein Gespräch und wie es dann sozusagen sich entwickelt für einen, der halt sozusagen in das Leben hineinkommt.
00:16:11: Für den anderen, der das ganze Leben hinter sich hat ... Da muss ich was Interessantes erzählen.
00:16:17: Wo ich dann so zu ein Kind war, hab ich immer gedacht die Erwachsenen kennen sich aus.
00:16:23: Die wissen wo es lang geht.
00:16:25: Wo's langsam dann erwachsen geworden bin und jetzt auch festgestellt, keiner hat eine Ahnung.
00:16:31: Die wissen zwar in ihren Bereichen wie sie an gewisse Sachen machen aber was das Leben wirklich ist.
00:16:37: da stellt sich ein Achtzigjähriger genau dieselben Fragen wie einen Fünfzehnjähriger und der hat das ganze Leben gehabt.
00:16:44: Aber womit war er beschäftigt?
00:16:45: Ja, genau.
00:16:46: Wir sind mit irgendwelchen Sachen beschäftigt die am Ende des Lebens für uns keine Rolle spielen aber die grün legenden Fragen, die wir gehabt haben.
00:16:55: Wir haben nie die Zeit genommen eine Antwort dafür zu finden.
00:16:58: Aber alle Filme, die außer dieser letzten Film was wir in den USA gemacht haben ein Spielfilm jetzt davor ein Kurzfilm und einen anderen Film vor Happy, Maronissa.
00:17:11: Den haben wir in Indien gedreht aber sonst sind alle sozusagen in Österreich gedrehte auch nicht nur österreichische Produktionen und ich drehe sehr viel in Wien.
00:17:20: Wie
00:17:20: kann man sich einen Tag von Ihnen vorstellen?
00:17:25: Ein Tag von mir!
00:17:26: Oh das ist eine sehr gute Frage weil es nie der gleiche Tag ist.
00:17:30: also zwei Antworten geben zu dieser Frage.
00:17:34: Also eine Antwort wäre sehr pragmatisch, die andere wäre sozusagen ein bisschen nachdenklich-spirituell.
00:17:40: Ich fange mir den zweiten an.
00:17:42: Ein Tag von mir ist mit sehr vielen Fragen, die in meinen Kopf kommen.
00:17:46: Das fängt schon morgen früh an – was ist das Leben und wie ist dieser Tag anders als Gästen?
00:17:54: Gibt es überhaupt einen Gästchen?
00:17:56: Was ist das jetzt?
00:17:58: Wer bin ich?
00:17:59: Was ist die Umgebung, was für neue Erfahrungen mache ich heute?
00:18:03: Also so fängt mein Tag an und dann geht man auf die Suche nach diesen Antworten am Tag.
00:18:09: Gut da sieht ja keiner von draußen das ist ein Innenleben aber ansonsten halt Vorbereitung.
00:18:15: was macht man sozusagen als nächstes?
00:18:19: Ich versuche am tag einige Begegnungen zu haben mit Menschen die ich noch nicht kenne dass es immer meinen mein Ziel
00:18:26: Wie organisieren Sie das?
00:18:28: Das ist überhaupt nicht organisiert, weil das kann man nicht organisieren.
00:18:31: Organisieren kann man nur wenn man Freunde trifft oder Bekannte und ich finde ohne wertschätzend oder sowas zu agieren sage ich mal Die Leute, die man kennt oder Freunde hat, das ist schön.
00:18:44: Das ist gut für zum Entspannen aber das Lernen kommt von unbekannten Menschen und deswegen wenn ich am Anfang nach Österreich gekommen bin haben die Leute eher den Eindruck erweckt sie wollen mit anderen nichts viel zu tun haben und dann habe ich mehr und mehr den Leuten immer versucht zu überzeugen und darauf einzugehen dass genau das sozusagen wo man was lernen kann Planen kann man das nicht, aber es kann sozusagen einfach ein spontanes Gespräch in der Sauna mit einem Mensch den man gar nicht kennt und da kommt irgendwie was sehr tiefgründiges raus.
00:19:21: Weil ich die Überzeugung bin und deshalb habe ich mal überall gesehen ob ich in USA bin oder Japan oder sowas wenn man mit fremden Leuten redet dann überspringt man diese ganzen Formalitäten und Grenzen.
00:19:32: Und man kann innerhalb von einer Stunde oder innerhalb von eine halben Stunde über sehr tiefgründige Sachen reden, weil da die Gefahr oder die Angst nicht ist Beurteil zu werden oder dass der andere dann sozusagen ein Urteil bildet.
00:19:46: also das es öfters unter Freundinbekanntschaften in den Freundenkreis ist man eher sehr vorsichtig Und ich bin der Überzeugung, dass man sowieso sehr viel Schaus spielt im Leben.
00:19:57: Man hat irgendeine Maske auf – das ist seine Persönlichkeit wie die Gesellschaft einen kennt und so versucht man auch zu weg.
00:20:04: Ein Arzt ist ein Arzt und er ist die ganze Zeit ein Arz.
00:20:07: Ein Lehrer ist ein Lehrer, ein Beamter ist ein Beamter und diese Maske vergisst man sozusagen wegzulegen wenn man in Freizeit oder Zuhause ist.
00:20:17: Und ich frage mich, wann ist man dann wirklich sich selbst?
00:20:20: Sind Sie Filmemacher?
00:20:22: Die Frage ist wie das gestellt.
00:20:25: Ich bin ein Student des Filmes, sage ich immer weil ich immer was Neues lernen will.
00:20:30: Mir macht es Spaß, Filme zu machen.
00:20:32: Ich wollte immer Geschichten erzählen seitdem ich ein Kind bin und ich habe alle Facetten des Films mal kennengelernt.
00:20:40: Ich hab in der Schule geschaut spielt im Theater Shakespeare und so weiter Englisches Theater als independent Film angefangen.
00:20:47: Ich habe Kamera gemacht, ich habe geschrieben und die Kostüme selber ausgewählt.
00:20:52: Ich hab Castings gemacht usw.
00:20:54: Das ist was mir Spaß macht!
00:20:56: Und das lerne ich mit jedem Film, was ich mache – und ich würde sonst nichts anderes machen.
00:21:02: Aber das ist ein sehr, sehr umfangreiches Spektrum, was nicht in einem Wort Filmemacher... Also das passt da nicht rein in einfach so einen Begriff.
00:21:12: Ja, ich bin ein Filmemacher.
00:21:14: Aber eigentlich bin ich viel
00:21:16: mehr.".
00:21:16: Es ist eine sehr taffe Branche!
00:21:18: Wie haben Sie sich durchgesetzt?
00:21:20: Wie setzen sie sich
00:21:21: durch?".
00:21:22: Ja in dem ich mich gar nicht durchsetze.
00:21:24: Ich habe da sozusagen immer meine Sache gemacht.
00:21:28: Also vor Zeitern, im Jahr zero acht, wo ich nach Österreich gekommen bin, habe ich sehr viele Kurzfilme gemacht und dann irgendwann habe ich gedacht, ich mache jetzt meinen ersten Langspielfilm.
00:21:40: Da bin ich zu viele Produzenten gegangen, da habe ich ein Drehbuch geschrieben mit der neuen Genre OSTRO BOLLYWOOD.
00:21:46: Und die Produzentinnen haben einfach mich geschaut und gesagt, was soll das?
00:21:51: Ja, da ist ein Prozess und man muss in ein System hineinkommen.
00:21:56: Dies und das gibt es für das System, dies ist also eher abgeschreckt.
00:22:01: Also ich muss sagen, es war nicht so dass die Türen sozusagen für mich geöffnet wurden.
00:22:07: Ja kommen sie mal rein und machen sie einen Film.
00:22:09: aber das ist nicht nur meine Geschichte also das ist von jedem mit dem ich dann spreche.
00:22:14: ein sehr bekannter Filmemacher hat mir denn einmal auch gesagt Es ist nicht die Verantwortung anderer Menschen deine Geschichten zu erzählen Das ist deine Verantwortung Und erzählt die egal was die anderen sagen.
00:22:26: Das heißt auch wenn du keine Mittel hast einfach just do it.
00:22:31: Und das habe ich beim ersten Film auch gemacht.
00:22:32: Also, ich hab praktisch alle Produzenten die nahmhaft sind.
00:22:36: zu denen bin ich hingegangen und überall habe ich gehört ja man braucht zehn bis fünfzehn Jahre auch die Leute die von Filmakademie kommen.
00:22:45: Ich meine ich habe ja bei dem Filmakademie ein Jahr lang Workshops mit Hannike gemacht aber regulär Student von Film Akademie weiß nicht weil ich einfach der Überzeugung bin dass man keine Schule brauchen soll um Filmemacher so werden.
00:23:01: Ein sehr bekannter Filmemacher auch aus Indien hat gesagt, nimm die vier Jahre und bereise die Welt.
00:23:08: Weil dort lernst du die Geschichten... Man muss eine tiefgrundige Erfahrung machen im Leben oder Erfahrungen machen damit man was erzählen kann.
00:23:17: Die Technik kommt von sich selbst.
00:23:19: Die Techniken kann man lernen wenn man sozusagen das machen möchte aber ohne diese tiefgrundigen Erfahrung kann man nicht schreiben.
00:23:28: Ansonsten, wenn man genau die Sachen schreiben, die der eigene Professor auch geschrieben hat.
00:23:33: Und mit dieser Einstellung habe ich gedacht am Anfang, ich habe ein tolles Buch und dann gehe ich zu Produktzentern.
00:23:38: Das wird gleich gemacht aber das war nicht der Fall.
00:23:41: Alle haben gesagt es dauert die Ade usw.
00:23:43: Ich wollte in sechs Monaten drehen.
00:23:46: Dann habe ich das selber in die Hand genommen und in dem Jahr zwei Tausendneuen habe ich einfach angefangen selbst zu drehen!
00:23:52: Ich habe ein großes Team zusammengestellt von über hundert Menschen die Filme machen wollten und den Film hatte ich sowieso fertig gehabt im Kopf.
00:24:01: Und da habe ich gedacht, das muss ich nur realisieren.
00:24:04: Keiner versteht was ich wie ich das machen möchte.
00:24:07: Ich hab nichts nachzuweisen und den ersten Film muss ich selber machen und so habe ich es gemacht.
00:24:12: Sandip Kumar lebt, wie schon erwähnt.
00:24:14: Seit Jahren in Österreich.
00:24:16: Hineingeboren wurde er in eine andere Kultur.
00:24:20: Seine Filme überschreiten die Grenzen der unterschiedlichen Lebensanschauungen.
00:24:25: Welche Lebensüberzeugung verfolgt er persönlich?
00:24:28: Was jetzt passiert – das ist es!
00:24:31: Wenn ich nur an die Sachen konzentriere, was ich jetzt gerade mache und das ist alles für mich.
00:24:36: Und nicht ein Auge drauf habe, was da morgen passieren wird mit dem aus welchem Festival sich der Erfolg hat oder nicht
00:24:42: usw.,
00:24:42: dann kann ich es heute nicht genießen weil morgen könnten zwei Sachen sein entweder passiert das Leben so wie ich mir vorgestellt hatte Dann bin ich für kurze Zeit glücklich Oder die Wahrscheinlichkeit dass sie nicht so passiert und dass mich unglücklich macht ist viel größer Und dieser ständige Kampf und Unzufriedenheit auf ein besseres Leben für morgen.
00:25:03: Von dem muss ich wegkommen, und möchte das heute – und jetzt wirklich phänomenal
00:25:28: machen!