00:00:04: Peter Baldinger brennt für seine Sachen.
00:00:06: Agnes Hussein-Arko, Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin über den Künstler Peter Baldiger anlässt sich der Medissage im Danubianer Mollensdien Artmuseum in Bratislava.
00:00:19: Er macht das was er macht diese Low Resolutions Bilder und diese Riffelbilder wo man wie durch eine Scheibe schaut.
00:00:27: Die hat er sukzessive entwickelt.
00:00:29: Herzlich willkommen bei Wissensarzt.
00:00:30: im Podcast der Wissenschaft und Kunstverein, heißt sie Elisabeth Juliane Nöstlinger zu einem Gespräch mit den Künstlern Peter Baldinger und Jakob Gasteiger sowie der Künstlerin Andrea Bischoff.
00:00:43: Von sechsten bis dreißigsten Mai zeigen die genannten Werke in Palazzo Pisani Revedi'nin-Venedik rund um die diesjährige Bienale.
00:00:52: Zum Zeitpunkt des Gesprächs waren die Werke noch nicht im Palazzo und Peter Baldinger arbeitete noch an seiner Biscontis Suite, die er dort zeigen wird.
00:01:03: Ich habe ihn daher zum Gespräch in der Nubianermollens Tin Art Museum in Pratteslawer getroffen.
00:01:09: Dort sind Bilder aus unterschiedlichen Schaffungsperioden des Künstlers zu sehen.
00:01:15: Die Kunsthistorikerin, Museums- und Kulturmanagerin Agnes Hoslain Arco hat zur Medissage darüber gesprochen.
00:01:22: Zuerst waren diese eher realistisch Rückseitenbilder der Köpfe und dann kamen eben diese Würfeln und aufgelöst in Pixel eigentlich erst in kleinere, in größere.
00:01:34: Also er tut jedes Mal den Betrachter herausfordern
00:01:38: zu erkennen was
00:01:40: in dem Bild zu sehen ist.
00:01:42: Peter Baldinger's Malerei ist so vielfältig wie die Kunstgeschichte selbst.
00:01:47: Bei seinen Paraphrasen und Zitaten greift er immer wieder auf einen reichen Fundus meisterhafter Werke zurück, zum Beispiel auf Picasso- und Dekoning.
00:01:58: Wo ich mich also gewidmet habe der Frau in ihrer Situation aus der Sicht des Mannes Der Frau, die natürlich leidet.
00:02:09: bei Picasso, haben Frauen gelitten.
00:02:11: Er hat sie aber auch leider nicht enttagt, wobei das natürlich bei ihm auf die Gernica zurückgegangen ist und daher das Motiv kommt.
00:02:17: Ich bin unglaublich beeindruckt von dem Motiv und habe eine ganze Serie von Bildern wie Pink Women nach Pablo Picasso nicht weinend nach der Koning gemacht und da gab es früher Ausstellungen.
00:02:34: Und dass es hier in dieser Ausstellung jetzt auch Exemplare davon gibt, hat natürlich damit zu tun, dass man hier versucht hat also Kuratorien, Agnes Husten, erstens verschiedenen Sichtweisen darzustellen und zum zweiten dazu stellen was mich so wahnsinnig interessiert und das ist die Kunstgeschichte und das sind ikonische Kunstwerke früherer Meister, die ich hier nachtvoll ziehe.
00:02:57: Die Themen seiner Diffusil-Serienbilder wirken als See man sie durch mattes Glas mit niedriger Auflösung und übergroßen Pixeln.
00:03:07: Das verzerrt die Objekte bis zur Unkenntlichkeit.
00:03:10: Es ist ein permanenter Grenzkang zwischen realem Abbild und Abstraktion, der durch eine motivische Verunklehrung zum kritischen Hinterfragen animiert.
00:03:21: Schreibt beispielsweise Patrick Schuster im Magazin-News.
00:03:25: Mit einer Verunklerung nimmt Peter Baldinger anleibe Titian und malt einen Werk in zeitgenössischer
00:03:32: Bildsprache.".
00:03:34: Das ist ein Sündenfall!
00:03:35: Ein ganz bedeutender Adam und Eva.
00:03:37: Adam hängt hier gemütlich ab, Eva steht am Baum der Erkenntnis und greift zum Apfel.
00:03:43: Und es ist der legendäre Sündenfall von Tizian, den's auch von Rubens gibt!
00:03:47: Und lustigerweise beide Tizians und Rubens-Remake hängen im Prato nebeneinander... ...und haben genau dieses Format.
00:03:56: Also auch meine Version hat das Originalformat des Tiziam-Bills.
00:04:00: Wie kann ich es erkennen?
00:04:02: Indem du ganz weit zurück ist, hier am besten über die Donau hinaus Weil zurück ist einen größeren Abstand hast, dann ist diese Unschärfe multipliziert mit der Entfernung und du siehst wieder was da in etwa drauf ist.
00:04:17: Es gibt drei Methoden sag ich immer weit weggehen oder die Augen zusammengneifen oder ein Glas Wein zu viel trinken.
00:04:25: Oder vielleicht auch mit dem Handy zu arbeiten?
00:04:27: Das macht ja praktisch das Gleiche.
00:04:29: Wenn du eine Fotografie mit dem Telefon machst, hast du ja dann das Motiv auf ein paar Zentimeter verkleinert also praktisch den Abstand simuliert und in der Kleinheit siehst du dann wieder das Motive.
00:04:53: Definitiv, es gibt keine Kunst ohne darauf zu schauen wo sie herkommt was denn da früher gewesen ist.
00:05:00: Nachzublättern sind viele Arbeiten von Peter Baldinger in den Büchern die im Artbook-Verlage schienen sind.
00:05:06: Was früher gewesen isst bearbeitet Peter Baldiger auch für seine Ausstellung im Palazzo Pisani Revedin in San Marco in Venedig.
00:05:16: Da gibts eine sehr neue Serie von Arbeiten auf Papier die aus einem ganz bestimmten Grund, die Visconti-Suite heißt und es geht ausschließlich
00:05:27: um
00:05:28: Bilder so wie Standbilder praktisch.
00:05:31: Aus Visconte filmen in Venedig natürlich mit Hauptaugenmerk auf den ganz ganz wichtigen Film Tod in Venerik.
00:05:38: und bei Viscanti dem wunderbaren Regisseur der vor fünfzig Jahren genau weggestorben ist ist es so, dass in all seinen Filmen immer Dekadenz-Auflösung von Verhältnissen unter oder Niedergang gezeigt wird und das in opulent schönen Bildern.
00:05:57: Und die Auflösungen hat natürlich mit meiner Kunst rein optisch zu tun wie es konnte.
00:06:02: filmen liebe ich, Venedig bietet sich an und so sehen wir dann dort meine Auflöse seiner schönen Ästhetik.
00:06:10: Ist diese Auflöstung schon fertig?
00:06:13: Ich arbeite da rein, aber ich habe auch genug Zeit.
00:06:15: Mittlerweile sind die neuen Werke eingetroffen.
00:06:18: Jene im Mollenstein Art Museum in Bratislava sind abgehängt.
00:06:22: Mir bleibt die Erinnerung an einen wunderbaren Nachmittag in einem Museum das vom Wind umbraust und von Wellen umspült moderne Kunst beheimatet.
00:06:32: Japanische Kirschblöten blühender Goldregen und eben solche Tulpen säumen den Weg vom Parkplatz zum Eingang.
00:06:40: Vogelgezwitscher erheitert zusätzlich das Gemüt.
00:06:44: Im Dreiländerpreik, der Slowakei mit Ungarn und Österreich ließ der niederländische Kunstsammler und Medzén Gerald Mollensdien auf einer künstlich errichteten Landzunge des Museums erbauen.
00:06:56: Um etwa zwanzig zwölf schenkt er Esther Slowakei.
00:07:00: Seine außergewöhnliche Sammlung bunter, großformatiger Gemälde ist eine Leihgabe.
00:07:06: In einem Teil des Museums sind immer wieder Ausstellungen anderer Künstler zu sehen – so auch die Werke von Peter Baldinger.
00:07:14: Der ist allerdings schon an einem anderen Gewässer.
00:07:16: Gemeinsam mit Jakob Gasteiger und Andrea Bischoff baut er die Ausstellung im Palazzo Pisane Revedin am Campo Manini in Venedik auf.
00:07:25: Ich glaube, es ist wirklich eine ganz bewusste Entscheidung in welche Richtung man seine Kunst entwickelt.
00:07:35: Andrea Bischoff die radikale Impressionistin malt in leuchtenden Farben versprüht durch ihre Berge Leichtigkeit und Frosinn.
00:07:44: Ich habe auch für mich selber beschlossen ich möchte gerne diese Freude, diese Kraft, diese positive Lebensenergie in die Welt bringen.
00:07:53: Vom sechsten bis dreißigsten, neihe zwanzig, sechsundzwanzig können Besucher der Ausstellung im Palazzo Pisani Revedin diese positive Energie spüren.
00:08:03: Andrea Bischoff zeigt ihrem monumentales Werk Il Grandes Pettacolo in Gelo im Ersten der insgesamt fünf Ausstellungsräume – ein Werk wie geschaffen für eine Wand in einem venezianischen Palazzu erreichbar auch mit dem Boot oder einer Gonto.
00:08:21: Ja, das große Bildkran des Pettacolo in Cello.
00:08:24: Das jetzt doch zweieinhalb Jahre lang im Zwinger in Dresden in der Imeligalerie für Alte Meister zu sehen war.
00:08:34: Habe ich wieder hier in meinem Atelier in einer großen Rolle zusammengeholt und es geht auf Reisen nach Venedigen den Palazzo Pisani Revedin am Campo Manin sehr, sehr viel von meiner Vorbereitungszeit auch für dieses Bild mit aufreisen.
00:08:58: Denn zehn Jahre lang bin ich schon in Benedig in meinem Atelier und studiere dort die Venetianische
00:09:06: Malerei.".
00:09:07: Veronese, Tintoretto, Titian und Tiepolo befreuen Andrea Bischoff's Kreativität.
00:09:13: Vor allem die einzigartigen Venetianischen Wolken, die sie in Veroneses Bilder wiederfindet haben ist Andrea Bishof angetan.
00:09:21: Das stimmt!
00:09:22: Und das ist wirklich ein wunderbares Erlebnis gewesen diese Wolken auch auf einem Bild von Veronese zu entdecken.
00:09:29: Die sind nämlich ganz anders als unsere Wolken hier.
00:09:32: Das sind sehr streifenförmig und greifen so ineinander.
00:09:37: Der Himmel in diesen Bildern von Veronese und dann auch von Tintoretto natürlich, Titian der späten Renaissance Maler in Venedig ist einfach eine wunderbare Projektionsfläche für Abenteuer, für Bewegung, für Leidenschaften.
00:09:56: Spannende Dinge passieren dort im Himmel.
00:10:00: Dinge fliegen herum ja, Falben entwickeln sich verschwinden wieder Und diese spannenden Momente, die ich in dieser alten Kunst auch erlebe, transformiere ich in die Gegenwart.
00:10:15: Es werden abstrakte Bilder, die davon mitleben von diesen Ereignissen, von diesen früheren Eregnissen und von diesen Bildern, die schon gesehen
00:10:26: habe.".
00:10:27: Doch ganz anders als Peter Baldinger verunklärt Andrea Bischoff die Werke der Venezianer nicht, sondern schafft ein acht Meter langes fast zwei Meter siebzig hohes Ölgemälde das die einzigartigen Wolken Venedigs von Veronese auch aus der Nähe erkennen lassen.
00:10:45: Ein Farbenrausch betört die Sinne zieht den Betrachter in das Bild hinein regt die Fantasie an.
00:10:52: Ja,
00:10:52: das ist eben das Schöne an der abstrakten Malerei.
00:10:55: Dass jeder, der dazukommt und das Bild ansieht mit seinem ganzen Erlebnis etwas bemerkt, etwas sieht – es fällt ihm oder ihr, es fallen ihnen ganz verschiedene Dinge ein.
00:11:09: zu den Bildern.
00:11:10: Jeder hat seinen eigenen Erfahrungsschatz, der mitarbeitet dann beim Betrachten dieses Bildes.
00:11:17: Woher nimmt Andrea Bischoff diese Kraft?
00:11:20: diese Wirkungsmächtigkeit darstellen zu können.
00:11:24: Ich glaube, es ist für mich wirklich die Faszination während dem Malen in dieser Bildfläche einzutauchen.
00:11:31: Je größer die Bildflächen wird, desto schöner ist es sozusagen weil man wirklich als Malerin Teil dieses Bildes wird.
00:11:41: Wenn du ein kleines Bild mal alt hast, dann hast du immer eine gewisse Distanz dazu und Bei einem großen Bild bist du Teil davon, kann sich ausbreiten.
00:11:50: Es würde es wachsen auch in alle
00:11:52: Richtungen.".
00:11:57: Jakob Gaster ist der dritte Künstler, der im Palazzo Pisani Brevedin ausstellt – zwei Räume mit seinen Werken bespielt.
00:12:05: Das sind, wie Sie sagen, zwei Rräume.
00:12:07: Vielleicht werde ich thematisch diese beiden Räumen trennen und vielleicht gleich ... in einem Raum Ton, die zeigen und dem anderen rechtäckige und quadratische Bilder.
00:12:18: Mehr weiß ich noch nicht weil ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht habe was ich ausstellen werde.
00:12:22: Ich wäre immer bei meinen Ausstellungen ziemlich kurzfristig die Werke auswählen so welche Sachen Venedik machen oder für Venedick machen.
00:12:31: An Werken mangelt es nicht.
00:12:32: Davon durfte ich mich bei meinem Besuch in Jakob Gastegers Wohnartelle im siebten Wiener Gemeindebezirk überzeugen.
00:12:40: Inmitten von Grafiken, Bildern und Skulpturen mit Talspinden- und Tanzmasken aus Papua Neuginéa entstehen seine Grafikenskulpturen und seine spezielle
00:12:51: Molerei.".
00:12:53: Querschnitt der Arbeit in den letzten fünf Jahren.
00:12:57: Ähnliche Werkgruppen gibt es auch im Atelier im Weinfiertel zu sehen, ich werde im Weinviertel meine Werke auswählen und das wird so ein Querschnitz sein wie es hier zu sehen
00:13:07: ist.".
00:13:08: Es ist eine Malerei eines Diffusenübergangs von Bild zum Objekt vom Gemälde zum Relief zur Skulptur.
00:13:15: Wenn Sie hier schauen, gibt es ja sehr bunte Bilder mit den Nähunfarben.
00:13:18: Sehr aggressive Farben und wenn ich eine neue Serie nach einiger Zeit oder einem Jahr beginne dann geht das vielleicht in eine andere Richtung, keine Unfarbigkeiten schwarz oder weiß gerade strukturiert und dann geht es wieder in gekurftes.
00:13:32: Es geht mir so hin und her.
00:13:34: Wenn ich eine Serie abgeschlossen habe dann gibt es einen Arbeitspause und dann schaue ich wo ich wieder ansetzen kann bei einer Werkgruppe die irgendwann einmal beendet wurde und dann wieder fortgesetzt wird.
00:13:45: Und wie gestalten Sie diese Pause?
00:13:47: Ich habe nicht ununterwochen das Bedürfnis, Farbe an den Fingern zu haben und es gibt einfach Pausen wo ich Abstand zu meinen eigenen Arbeiten brauche um Betriebsblind zu werden.
00:14:00: Jakob Gasteiger galt in den neunzehnachtzigen Jahren als Ruhepol, inmitten der damals dominierenden neo-expressiven Malerei der neuen Wilden.
00:14:10: Er gilt als Erbe des Minimalismus und dessen radikaler Verweigerung von ikonen und symbolischer Bedeutung.
00:14:17: Gefragt zu Bildern, die in rein weißer Farbe gehalten sind und einem anderen das in gelb- und schwarz gehalten ist verweist er auf unser Gespräch anlässig der Ausstellung in der Wiener Albertina.
00:14:30: Wir haben ja in unserem ersten Gespräch über Farbe und Fahrtmaterial gesprochen.
00:14:34: Ich glaube ich habe damals gesagt es gibt diesen unterschiedlichen Paint & Color.
00:14:39: im englischen Color ist die Bundheit und Paint ist das Fahrt Material Und ich verwende Paint, also Farbe als Material.
00:14:48: Die Bundheit ist mir egal.
00:14:49: wenn ich ein blaues Bild mache dann transportiert es keinen Inhalt sondern das ist ein Bild das aus einem Material besteht dass im Blau ist.
00:14:57: Also ich könnte auch farbenblind sein.
00:14:59: Wenn Sie mir jetzt hundert Kilo gelb geben da mache ich ja alle gelbe Bilder.
00:15:06: damit keine bestimmte Aussage oder weiße Bilder sind nichts mit Hoffnung zu tun und der Blau nicht Keine Ahnung, was immer.
00:15:14: Wir ruhen ja, sollen das einfach ein blaues Bild?
00:15:17: Aber wenn Sie als Betrachterin dieses Blau sehen dann haben sie natürlich eine bestimmte Vorstellung von einem Blau gespeichert und assoziieren, aber es ist nicht von mir vorgegeben.
00:15:26: Ich gebe Ihnen sozusagen eine leere Produktionsfläche und Sie arbeiten dann weiter!
00:15:31: Wenn Sie nach Jahren ein Bild... Anschauen, dass Sie gemacht haben.
00:15:36: Sehen sie das dann mit einem anderen Blick?
00:15:38: Ich sehe es mit dem Blick aus der Zeit in der ich es gemacht habe.
00:15:41: Ich habe sehr viele frühe Bilder die für mich wichtig waren.
00:15:45: Man reinäußerlich sich nicht von denen, die ich jetzt noch groß unterscheiden.
00:15:49: Aber ich weiß ganz genau was das für eine Zeit für mich war und was damals passiert ist.
00:15:53: Auf Wissensart sind von allen drei Künstlern Gespräche über ihre Kunst nachzuhören.
00:15:59: Nach zu blättern, sind sie in den Büchern und Ausstellungskatalogen die bei Artbook erschienen sind – hier wie dort wird klar!
00:16:07: Bei aller Unterschiedlichkeit der Künstler teilen Sie übereinstimmend die Aussage von Frank Steller dass nur das was man sieht da ist What you see is what you see.
00:16:19: Das gilt auch für die Ausstellung im Palazzo Pisani Revedin, präsentiert von Artburg vom Sechsten bis Dreißigsten Mai.
00:16:28: Auf bald sagt Elisabeth Julianen das zu länger!