wissensART

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00:00:01: Kunst

00:00:02: im Gespräch.

00:00:04: In Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion, im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.

00:00:12: Für mich ist ganz wichtig La Poulaison also dass Kunst eine Bedeutung einen Sinn haben muss.

00:00:19: Ruth Matthäus Beer Zeitgenössischer österreichische Künstlerin Wissenschaftlerin Universitätsprofessoren an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

00:00:30: Ich finde es total in Ordnung, wenn Leute sagen La Prolaris genauso gleichwertig wichtig.

00:00:35: Ich sage nur für mich ganz persönlich ist es wichtig dass meine Form der künstlerischen Auseinandersetzung und auch in der Lehre einen Sinn machen soll für die Gesellschaft.

00:00:44: weil wozu sind wir denn hier auf dieser Welt um nicht Dinge zu kommunizieren die wichtig sind?

00:00:50: Und das macht Ruth Matthäus Beer im Inn und Russland.

00:00:54: Kürzig war ihre Ausstellung mit dem Titel die Pflanze, das Gedächtnis und wer im österreichischen Kulturforum in Rom zu sehen.

00:01:02: Dabei ging es auch um Verhandlungstaktiken für den Weltfrieden.

00:01:07: Mir geht es hier um die Biodiversität.

00:01:08: Das heißt ich habe mich an der roten Liste von bedrohten Pflanzen in Italien orientiert.

00:01:14: in diesem Fall Und da geht es ja darum dass man Gesellschaftlich ein Bewusstseinschaft, dass man sich um diese Pflanzen kümmern muss.

00:01:23: Mit diesen Pflanzen eine Beziehung aufbauen muss.

00:01:25: und wie baue ich eine Beziehung auf?

00:01:27: indem ich Geschichten erzähle?

00:01:30: Wir begehen jede Beziehungen auch zwischen Menschen.

00:01:32: Man erzählt sich Geschichten und ich versuche durch diese Bilder und auf diesen Bildern Geschichten zu erzählen die ich interessant finde relevant find lustig find aber durchaus auch politisch.

00:01:43: Herzlich willkommen bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein und einer Folge der Reihe Kunst im Gespräch der Auslandskultur.

00:01:51: Heißen Sie diese Petulianen Nöstlinger und Ruth Matthäus Beer?

00:01:55: Also ursprünglich bin ich immer ein großer Fan gewesen von der Marise Biele-Mehre haben die genau diese Pflanzenbilder gemalt hat und als erste Frau überhaupt in die Kunstgeschichte eingegangen ist, die eben Pflanzenbilder und die Zusammenhänge mit den Raupen und den Schmetterlingen untersucht hat.

00:02:13: Und meine eigene Arbeit ist entstanden zu dem Pflanzen weil ich Pflanzen immer schon sehr geliebt habe auch inspiriert war von der Pflanzensammlung der besonderen seltenen Pflanzen meiner Tochter immer gerne schon Pflanzen dargestellt und gemalt habe.

00:02:43: erkundete.

00:02:44: Sie war Botanikerin, Naturforscherin und eine herausragende Künstlerin ihrer Zeit.

00:02:50: In ihren Arbeiten verbannte die Malerin Wissenschaft und Kunst auf ganz besondere Weise miteinander.

00:03:07: Er forschte.

00:03:13: Kaum einer hatte das bis dahin gewagt, erst recht keine Frau!

00:03:17: Maria Sibylla Merian blieb dort zwei Jahre.

00:03:21: Noch heute kennen wir ihre filigranen und detailreichen Zeichnungen – hängen Ihre Kunstdrucke auf.

00:03:28: Bekannt wurde sie auch als Wegbereiter in moderner Insektenkunde.

00:03:33: Maria Sybilla Merian lebte von sixteenhundertsieben und vierzig bis siebzehundertsevente.

00:03:39: Ruth Matthäus Beer hat die Sammlung seltener Pflanzen ihrer Tochter immer bewundert, auch selbst Pflanzen dargestellt und

00:03:48: gemalt.

00:03:49: Der Bezug zu jetzt ist Biodiversität und Klimawandel – das Thema ist für mich sehr wichtig!

00:03:57: Dazu habe ich mir gedacht, es sei spannend... das klassische Stilleben, also Stilebenmalerei aufzugreifen und zu zitieren.

00:04:06: Und hier Geschichten zu erzielen.

00:04:09: Weil ich durch die Auseinandersetzung mit natürlich auch Donna Haraway und Avananda Ski war aber auch Karim Barat als Quantenphysikerin für mich so ein tolles Beispiel ist.

00:04:23: wenn ich mit Menschen darüber rede was mir Pflanzen bedeuten Sag ich, es geht uns heute oder sollte und solltet nicht darum gehen dass wir sagen da drüben gibt's einen Baum oder eine Pflanze um die man sich kümmern sollte.

00:04:35: Sondern Karin Barat sagt existence is not an individual affair Und das bedeutet alles hängt miteinander zusammen.

00:04:43: und wenn ich sag' ich habe eine Beziehung mit diesem Baum da draußen oder dieser Pflanzen da draußen dann hab ich eine andere Verantwortung.

00:04:50: Und diesbezüglich hab ich übrigens auch allen meinen Pflanzen einen großen Namen gegeben.

00:04:55: Einige dieser Namen klingen fast wie Beschwörungsformeln, so als würden sie nicht nur Pflanzen benennen sondern Beziehungen darauf beschwören und sei es jene zu dünn Tieren.

00:05:06: Es gibt eine Blume die heißt verpistich Dackel und diese Blume hat einen bestimmten Duftstoff der Katzen und Hunde daran hindert dass sie einen Stoffwechsel dort vollziehen möchte ich sagen Und dieses Bild habe ich gemalt und gleichzeitig habe ich es auch in der Ausstellung im Kulturforum in Rom, gehängt auf Augenhöhe eines Hundes.

00:05:30: Weil ich damit auch politisch diskutieren möchte wer kann in Ausstellungen gehen und sich diese ansehen?

00:05:39: oder wer geht überhaupt in Ausstellungen?

00:05:42: Wer versteht diese Ausstellung?

00:05:45: Wie könnte man den Besuch und die Erkenntnis, die Literacy von Bildern klarmachen?

00:05:53: Mit scheinbarer Leichtigkeit gelingt es Ruth Matthäus Beer in ihren neuesten Arbeiten Verbindungen herzustellen, die ohne ihr kreatives Denken kaum sichtbar würden, schreibt die Direktoren des österreichischen Kulturforums in Rom Teresa Instein im Katalog zur Ausstellung Die Pflanze, das Gedächtnis und wir.

00:06:13: Was lege dabei näher als Valentino dem römischen Modedesigner in zwei Bildern zu gedenken?

00:06:20: Eine wunderschöne Frau malt Ruth Matthäus Beer dafür in Öl auf Leinwand und wählt die Witwenblume für das Dekolltee.

00:06:28: Diese Pflanze, die jetzt hier angesprochen ist, da habe ich den Kosenamen gegeben, Cacna Fleise Nummer zwei.

00:06:36: Es gab im Italien die berühmten Frauenpatrese von Pierro del Polai Yulo Die im fünften Jahrhundert beide gemalt haben.

00:06:45: Man nimmt an dass das eben vom Pierro war und nicht von seinem Bruder Und das wurde damals dargestellt als die Schönheit der Frau in dieser Zeit.

00:06:55: Also, das war das Schönheitsideal und ich habe da sehr interessant gefunden auch die Haartracht und habe jetzt diese Dame eigenwillig kopiert und habe ihr einen leichten schwarzen Trauerschleuer um die Haare gesponnen.

00:07:12: eine große Blume.

00:07:14: Diese Witwenblume zieht auch ihr Dekolletee und das Kleid ist nachempfunden einem Entwurf von Valentino.

00:07:23: Auch Valentino selbst wurde auf einem Bild in der Ausstellung im Kulturform in Rom gezeigt.

00:07:29: Die stille konzentrierte Komposition zeigt das Porträt eines elegant gekleideten Mannes, er trägt eine ornamental gestaltete rote Krawatte und ein passendes Einstektuch.

00:07:41: Eingefasst ist das Portrait von einem leuchtend gelben Rahmen.

00:07:46: Rechts davon steht ein schlichtes Glas Wasser, indem sich einzelne lilafarbene Witwenblumen befinden.

00:07:53: Sie sind im Portrait zugewandt, ein roter Strohhalm durchquert das Glas diagonal.

00:08:00: Der dunkle Hintergrund isoliert die Elemente und lässt sie wie auf einer Bühne

00:08:04: erscheinen.".

00:08:05: Genau!

00:08:06: Das StrohhALM ist gehalten in Rot-Weiß und natürlich das berühmte Rot von Valentino aber auch die violette lielane Farbe oder Farbspielereien der Witweblume.

00:08:18: Aus ökologischer Sicht kommt der bedrohten Pflanze eine große Bedeutung zu, denn sie bietet durch ihre lange Blütezeit – sie dauert von Mai bis September – zahlreichen Bestäuberne eine verlässliche Nahrungsquelle.

00:08:32: Die flachen leicht zugänglichen Blütenstände ermöglichen auch Insekten mit kurzenrüsselndem Zugang zum

00:08:39: Nektar.

00:08:40: Dadurch ist sie besonders wertvoll für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

00:08:45: Auf dem besprochenem Bild steht sie im Wasserklaas und blickt zum Porträt von Valentino.

00:08:51: Warum Valentino?

00:08:52: Auf der einen Seite will ich in Rom ausstellen, auf der anderen Seite muss ich dazu sagen dass je nachdem wo ich meine Ausstellung mache in welchem Land spezifische Pflanzenbilder vom diesem Land entwickeln.

00:09:05: Ich habe allein für Rom mehr als dreihundert Seiten recherchiert mit Text und Bild.

00:09:13: Und natürlich bin ich da gestoßen auf Valentina, dass er in Rom gestorben ist – das war für mich auch der Bezug mit der Witwenblume.

00:09:22: Also ich habe verschiedene Abhandlungen gemacht.

00:09:26: diese Frau, was hat die für ein Kleid an?

00:09:29: In welchem Kleid möchte ich sie

00:09:31: gestalten?".

00:09:32: Und da bin ich eben auf Valentino gekommen.

00:09:35: Im Kleid selber hat sie wohl mehr violette und traurige Ansätze aber das Rot trinkt auch durch.

00:09:41: ja und das ist der Bezug also meiner Recherche d.h.

00:09:44: Ich recherchiere sehr viel bevor ich in der Umsetzung mit dem Allerei beginne.

00:09:49: Pino, Elopo, Pinien und Wolf ist ein weiteres symboldrechtiges Bild, das Ruth Matthäus Beer für die Ausstellung im Kulturforum Rom machte.

00:09:59: Hier trifft Naturgeschichte auf Mötos, Bedrohung auf Ursprung, Verlust auf Weitergabe.

00:10:05: Vor einem pastelligen grau blauen Hintergrund erhebt sich eine Pinie, deren feine Krone sich wie eine fragile Silhouette in den Bildrahmen einschreibt.

00:10:15: Hinter ihr tritt ein Wolf mit gefletschten Zähnen hervor, wachsam und achreisch zugleich.

00:10:22: In seinem Blick bündeln sich Ambivalenzen von Gefahr, Schutz und ursprünglicher Kraft.

00:10:27: Er erscheint nicht nur als Tier sondern als Träger kultureller Erinnerung – also Figur des Anfangs!

00:10:35: Die Pinie ist in Italien zunehmend vom Aussterben betont.

00:10:39: Sie isst für Ruth Matthäus Berti Zeugein einer Landschaft, deren fragile ökologische Balance Und

00:11:05: das ist auch noch ein Bild sozusagen.

00:11:08: ein Übergangsbild ist.

00:11:09: Ich sage, warum?

00:11:10: Weil ich habe die Serie ursprünglich begonnen in sehr reduzierten Farbtönen und zwar mit Schwarz- und Neapelgelb und bin immer bunter geworden.

00:11:21: Und dieses Bild zeigt noch die Pflanze im Neapellgelb.

00:11:24: Warum neapel gelb?

00:11:26: Weil für mich das die Farbe ist, die die Pflanzen bekommen bevor sie sterben wo sie kein Chlorophyll mehr erzeugen Obwohl sie bei mir immer noch sehr aufrecht und stolz und selbstbewusst in den Wasen stecken.

00:11:41: Und letztendlich sind ja die Stilleben auch immer ein Vanitas- Symbol gewesen, und ein Memento Mori – und in diesem Fall geht es nicht darum, Mensch bedenke das zu sterblich wirst sondern wir beginnen einmal mit der Pflanze!

00:11:55: Wenn wir uns um die Pflanzen nicht kümmern dann... sind auch wir bedroht.

00:11:58: Erzählen uns die einzelnen Pflanzen etwas, sind sie Symbol für etwas?

00:12:04: Können wir etwas von innen lernen?

00:12:06: Denken wir beispielsweise an die Mimose.

00:12:08: Die Mimosa ist ein ganz besonders interessantes Beispiel und das ich sehr gerne mag übrigens auch in Italien also ein wichtiges Element verschenkt wird.

00:12:18: Allerdings ist das eine andere Sorte der Mimose.

00:12:21: Wenn ich jetzt sage, Mimosa und Erinnerung, Gedächtnis möchte ich vor allem über die Mimosenart reden, die alle von uns kennen.

00:12:29: wenn man sie berührt ziehen sich die Blätter zusammen Und da gibt es eine spannende Geschichte dazu, die Stefano Mancuso ausgegraben hat und zwar muss man sich immer bildlich vorstellen.

00:12:40: Im achtzenden Jahrhundert hat ein Professor seinen Assistenten mit der Pferdekutsche durch Paris geschickt mit ein paar Hundert Pflänzlein-Mimosenpflänzen oben und hat gesagt jetzt beobachte wie oft sie sich schließen und wieder öffnen.

00:12:55: Und das Interessante war dass damals schon festgestellt wurde dass die Pflanzen irgendwann einmal sich nicht mehr schließen.

00:13:03: Woraufhin der damalige Professor davon ausgegangen ist, vielleicht haben ja Pflanzen auch ein Gedächtnis oder einen Gehirn, sozusagen ein Pflanzengehirn.

00:13:12: Das wurde dann lange wieder vergessen weil das auch nicht modern war, weil er uns die Tierwelt immer wichtiger schien als die Pflanzenwelt.

00:13:20: und dann hat Stefan Oman Kuso Diese Studie vom Archivar verkauft wurde wiedergefunden, aufgegriffen und hat die Studie wiederholt.

00:13:30: Interessanterweise mit einer Meeresbiologin und dabei haben sie festgestellt dass die Pflanzen nach Erschütterungen tatsächlich sich erinnert.

00:13:39: Sie kann sich insgesamt vierzig Tage nach so einem Trauma könnte man sagen an die Situation erinnern und das ist eigentlich länger als Insekten ein Gedächtnis besitzen und vielleicht auch manche anderen Tiere.

00:13:51: Ott-Matthäus Beers Forschungsinteressen sind breit gestreit.

00:13:55: So inskribierte und studierte sie neben ihrer künstlerischen Ausbildung an der Universität für angewandte Kunst, Sozialkunde-, politische Bildung angestigt und Kunstgeschichte an der Uni Wien sowie Kunstpädagogik.

00:14:10: Geworden ist sie malerin Konzeptkünstlerin auch in der Schnittstelle von Kunst & Design Und es wäre nicht Ruth Matthäus Beer.

00:14:19: Mitmitte, sie sich auch nicht gesundheitlichen Problemen unserer Zeit.

00:14:24: Sie beschäftigt sich mit Demenz.

00:14:26: Jährlich erkranken etwa fünfundfünfzig Millionen Menschen an dieser Krankheit.

00:14:31: In einem vom FWF geförderten Forschungsprojekt setzte sie sich mit ihren Studierenden von zwei tausendsechzehn bis zwanzig vierundzwanzig mit dieser Krank- künstlerisch auseinander.

00:14:44: Da gibt es eben auch einen Zusammenhang zwischen dem Pflanzen der Erinnerung und Demenz, weil Stefano Mancuse festgestellt hat beispielsweise durch die Erinnerungsfähigkeit einer Mimose.

00:14:57: Wo es auch einen sehr interessanten Hintergrund gibt nämlich inwiefern sich diese Prion entfalten.

00:15:02: also ich bin keine Biologin aber für ein interdisziplinäres Forschungsprojekt wäre das durchaus interessant mehr vielleicht über Erinnerunsfähigkeiten des Menschen zu entwickeln oder zu erfahren.

00:15:14: Im Zuge dessen haben wir unterschiedliche künstlerische Arbeiten entwickelt.

00:15:18: Auf der einen Seite um das Thema Demenz in die Gesellschaft ins Museum hineinzubringen, dass man nicht ausschließlich über die Künstlerinnen spricht sondern über die Sache und auch um dem schweren Thema Dements mit ein bisschen Leichtigkeit und Humor zu begegnen.

00:15:35: Das habe ich eigentlich gelernt von Menschen mit Demenz Weil mir eine Interviewpartnerin mit früher die Mensch gesagt hat, sie hält nicht aus wie Designer und Designerinnen Sie ansprechen sowohl grafisch als auch im Industrie-Design.

00:15:48: Sie hat immer das Gefühl alles ist vorbereitet dafür dass sie stirbt Und das hat mich sehr schockiert und wir eingeladen waren im Künstlerhaus unsere Ausstellung auszurichten Und uns gesagt wurde, ihr könnt gerne die Wände behängen mit Arbeiten und einen Screen haben für Filme.

00:16:05: Aber alles was am Boden steht muss beweglich sein.

00:16:09: Habe ich kombiniert die Information der Dame in Bezug auch auf den alten Menschen, der ja zumeist einen Rollator verwenden muss – zumindest das ... manchmal, wenn er gefährdet ist zu stürzen und haben dann diese Rollatoren entwickelt.

00:16:25: Also erst gerendert gezeichnet die denen entwickelt und habe sie dann gemeinsam mit meiner Mitarbeiterin und Forschungskollegin Pia Schala umgesetzt.

00:16:35: und da haben wir uns zum Teil auf biografische Dinge konzentriert.

00:16:38: das heißt jemand war zum Beispiel früher mal ein Percussionist oder hat gerne in seiner Freizeit Schlagzeug gespielt oder hat zum Beispiel Jan gegadelt.

00:16:47: Da gibt es einen Rollator, der so ausschaut wie wenn man mit dem Hochbild spazieren geht und der wurde auch dankenswerterweise in Kooperation.

00:16:56: also das Kulturforum in Rom hat da einen ganz fantastischen.

00:17:01: die Frau Eigner hat einen ganz Fantastischen nach genauer Anleitung von uns für uns umgesetzt.

00:17:08: Genau und damit macht man aufmerksam, dass die Gestaltung für den älter werdenden Menschen sich verändern muss.

00:17:15: Das nennt man auch Critical or Speculative Design.

00:17:17: es geht nicht darum das wirklich so ausschauen muss weil natürlich kann ich mich nicht einsetzen wenn da ein Hochbeet vor mir ist statt dem Sessel.

00:17:24: Es geht einfach drum, dass man die Dinge anders gestalten muss, dass sie besser angenommen werden.

00:17:29: Was interessiert Sie persönlich an Zwitschern zwischen Design, zwischen Leeren?

00:17:36: Sie haben ja auch eine Lehre an der Angewandten.

00:17:40: Sie waren Vorsitzende des Senats und haben sich für Bildung ganz stark eingesetzt und ihren eigenen künstlerischen Dasein.

00:17:48: Die Leidenschaft!

00:17:49: Die Leitenschaft für die Inhalte – für mich ist ganz wichtig La Paulecent also das Kunst eines Bedeutung einen Sinn haben muss.

00:17:59: Ich finde es total in Ordnung, wenn Leute sagen Lar Pro Lar ist genauso gleichwertig wichtig.

00:18:04: ich sage nur für mich ganz persönlich ist es wichtig dass meine Form der künstlerischen Auseinandersetzung und auch in der Lehre einen Sinn machen soll für die Gesellschaft weil wozu sind wir denn hier auf dieser Welt um nicht Dinge zu kommunizieren die wichtig sind Gleichzeitig aber natürlich auch französisch l'arpolisson, ihr heißt natürlich auch für die Sinne.

00:18:24: Also das heisst der multisinnliche Zugang zu verschiedenen Themen und ich beschäftige mich gern mit unterschiedlichsten Themen.

00:18:31: insgesamt habe ich festgestellt dass diese Themen sehr oft im Bereich der Gesundheit liegen.

00:18:37: sie sind aber sehr weit gefasst zu gehen also eben wie zu Biodiversität Klimawandel Bayonics Demokratie sehr viele unterschiedliche Themen die genauso wie meine Play-Design-Syncing Lab, den ich in anderer Form weiterführe.

00:18:54: In der Lehre da einen Platz haben und die SDGs also die Social Development Goals, die Ziele, die wir versuchen als Gemeinschaft auf dieser Welt einzuhalten werden wir ihnen nicht so ganz schaffen leider.

00:19:08: Das sind mir auch ein großes Anliegen und habe mich schon zu vielen davon gearbeitet oder dazu gearbeitet und auch mit Studierend Projekte dazu durchgeführt.

00:19:18: Beispielsweise im Projekt in Rom habe ich dann NABA, das ist die Nueva Academia di Beliati eine ganz große sehr ausgezeichnete italienische Privatuniversität Kunst Universität.

00:19:32: Ich habe diese angeschrieben von einem Rollatorenprojekt, unserem Rollatorenprojekt erzählt und die haben mich dann gleich sofort spontan eingeladen.

00:19:41: Die machen in letzter Zeit so interdisziplinäre Workshops in einer Woche.

00:19:47: Letztes Jahr im Herbst gab es dazu insgesamt siebzig verschiedene Angebote für Studierende aller Fächer und für mein Thema haben sich achtundzwanzig Studierenden der unterschiedlichsten Nationalitäten und Departments gemeldet Zwei Tage dazu gearbeitet, wobei ich sagen muss mit Vortrag und Präsentationen sagen wir mal.

00:20:07: die Studierenden haben genau einen Tag Zeit gehabt.

00:20:09: Und ich war fasziniert von ihrem Einsatz, ihrem Engagement und der Umsetzung der Bereitschaft.

00:20:15: also ich habe drei D-Modelle gekriegt in der Präsensation und dafür dass sie nur einen Tagzeit gehabt haben und eigentlich noch eine Nacht.

00:20:22: wirklich Hochachtung wie Sie gearbeitet haben Und das wollte ich natürlich auch ausstellen und da sind zum Beispiel auch entstanden, naja wie würde ein Rollator für eine typische Meiländerin im Design einer Meilanderin aussehen?

00:20:35: Und da fallen allen von uns bestimmte Muster ein.

00:20:39: Elemente und ein anderer Rollator zum Beispiel, der hat sich damit auseinandergesetzt mit der Einsamkeit des alten Menschen.

00:20:46: Dass man wenn man die Stange... Wenn man sich vorschlägt so wie eine Lenkstange, wenn man sie auszieht könnte man niemandem da gehen also wenn der Gehsteig breit genug ist auch in Rom natürlich vorausgesetzt.

00:20:57: Wie hilfreich war das österreichische Kulturforum?

00:21:01: Wir waren überhaupt die Erlebnisse mit dem österreichischen Kulturforums

00:21:06: unglaublich beeindruckend.

00:21:08: Das erste für mich war, dass das österreichische Kulturforum auch einen Schwerpunkt hat im Bezug der Sensibilität und Fürsorge und Care for Plants.

00:21:18: Und in der Zusammenarbeit habe ich das so beeindruckend gefunden diese Hilfestellungen nämlich auch sofort weil... Meine erste Idee war ja, ich gehe mit meinem Gärten-Rollator.

00:21:30: Mit Hochbeet besteige ich ein Flugzeug.

00:21:33: Das können zwei Dinge passieren.

00:21:34: Eigentlich müssen sie mich nehmen weil wenn ich eine Beeinträchtigung, eine Inklusive habe und deswegen mit Rollator das Flugzeug besteigen müssten Sie mich auch eigentlich mitnehmen.

00:21:42: allerdings wäre der Verdacht dass irgendetwas mit mir nicht stimmt vielleicht auch gegeben.

00:21:47: Und darum war dann die Idee nein es wird einen Rollator besorgt und da wurde ein Rollator ausgesucht der dem Rollator in Wien also den jeder In Österreich jeder auf Krankenkasse bekommt er einfachste, der simpelste und auch der leider am schwergängigsten und beweglichen.

00:22:03: Und der wurde dann nach exakter Vorgabe unglaublich umgesetzt und ist auch wieder eine neue Variante weil die Farben wurden diesmal von mir angepasst an die Farbe meiner Bilder.

00:22:16: Und darum hat er sich da ein bisschen verändert und dann wurden noch echte Pflanzen gesetzt.

00:22:21: Auch dabei haben wir zum Beispiel sehr großen Wert gelegt auf den Geruch, weil wenn ich z.B.

00:22:27: Alzheimer-Demenz habe kann ich zwar nichts mehr riechen aber bei allen anderen Demenzformen oder überhaupt im Alter freut man sich vielleicht, wenn der Frühling beginnt und wenn man in Hochbett die Blumen des Frühlings riecht.

00:22:40: das ist ja gerade Frühling.

00:22:43: Das war sehr toll und der Transporterbild.

00:22:45: Und was mich auch sehr beeindruckt hat, war ich wollte jetzt keinen gewöhnlichen Vortrag irgendwie halten.

00:22:52: Ich habe einen Text geschrieben und den geschickt als Form eines performativen Interviews.

00:22:59: Den hat dann eine Assistentin im Kulturforum umgearbeitet für eine Lesung zuviert die ich mit Theresa N. Jane und den anderen noch gemeinsam vorgetragen habe, und ich glaube das war auch eine andere Form, Inhalte dem Besucherinnen zu geben über den Inhalt der Ausstellung.

00:23:21: Wie war das Publikum zusammengesetzt?

00:23:24: Das war ganz unterschiedlich zusammengesetzt.

00:23:26: Ich glaube es gibt ein Publikuum Immer wieder ins Kulturfahrung kommt, das sind Kunst und Kulturinteressierte Italiener und Rinnen.

00:23:34: Es waren auch sehr viele KünstlerInnen dabei – auch ein paar Österreichische, die mir aufgefallen kannten, Österreichs ganz gut vertreten.

00:23:42: Ja es war eine Gruppe von unterschiedlichsten Personen.

00:23:45: ich habe ein ganz besonders tolles Gespräch geführt Mit einem Researcher, also einem Forscher.

00:23:52: Es ist ja dort in Rom eine unglaublich riesige Bibliothek – die größte Bibliotek der Kultur fahren glaub ich weltweit mit über hunderttausend Beständen und ein Besucher war ein jünger Österreicher, der dort als Jurist Forschungen betreibt zum Römischen Recht und der sich unglaublich interessiert hat für meine Geschichten der Bilder Ja, wo wir eigentlich wahrscheinlich noch Stunden hätten darüber sprechen können.

00:24:19: Und das war auch ein besonders schönes Erlebnis aber auch Feedback von Besucherinnen die in kurzer Zeit eigentlich begriffen haben worum es bei den Bildern geht und mir das als Feedback gegeben haben.

00:24:34: Und einige Leute haben auch rückgemeldet dass das Bilder sind die sie sich gerne aufhängen würden zu Hause.

00:24:41: also es war jetzt in dem Sinn keine Verkaufsaustellung die kommt dann in Wien.

00:24:44: Aber von dieser Rückmeldung konnte man sich auch ein gutes Feedback einholen.

00:24:49: Die meisten Bilder der gezeigten Ausstellung haben das Format A-III, ein paar sind quadratisch, das eine oder andere hat einen A-IV-Format und ein bis zwei größere Bilder gibt es auch.

00:25:02: Zu sehen sind die Bilder beispielsweise auch in der zweiten und dritten Septemberwoche Und kaufen?

00:25:15: Kann man sie dann auch.

00:25:17: Die Ausstellung in Rom ist aber für Ruth Matthäus Beer keineswegs die einzige Erfahrung mit österreichischen Kulturforen, wie die Künstlerin erzählt.

00:25:26: Ja es gibt eine ausgezeichnete Erfahrung mit der Auslandskultur in Wien.

00:25:32: auf der einen Seite habe ich schon unterschiedlichste Berührungen und Ausstellungen durchführen dürfen Ganz zu Beginn, vor einigen Jahren war das Passwortprojekt Passwort Project.

00:25:43: Das war ein Projekt, das mir übergeben wurde vom Vier Künstlerinnen und Anderem Heide-Infeld und Friedrich Moser und noch anderen, die mir das Projekt Jahrzehnte vier übergeben hatten.

00:25:56: Und dieses Projekt passierte darauf dass Dichter Literaten eingeladen wurden Texte zu widmen, das waren meistens kurze Texte und die Künstlerinnen haben darauf reagiert.

00:26:06: Das heißt es war auf der einen Seite Text dann Bild, dann digitale Kunst aber auch musikalische Interpretationen und Live-Performances Und in jedes Land, in das wir gefahren sind und dort ausgestellt haben – das war also Kolumbien Wir waren in Washington, wir waren in verschiedensten Orten dieser Welt Aber auch zum Beispiel im Seven Nine Eight District in Peking haben wir diese Arbeiten dann auch ausgestellt.

00:26:32: Man darf sich das nicht vorstellen wie bei einem reiner Bild, wo es um Übermalungen geht und wo das ursprüngliche Bild verloren geht sondern wir hatten auf unserer Homepage einen Matrix, in dem man die einzelnen Interaktionen der Künstlerinnen sehr gut nachvollziehen konnte.

00:26:47: Das haben wir auch im Mailand mit einer Live-Performance ausgestellt, das war ein sehr schönes Erlebnis.

00:26:54: Das waren die Erfahrungen mit dem Passwortprojekt.

00:26:57: Dann sind gefolgt beispielsweise eine Arbeit, die ich gemacht habe mit der Laszlo Mollinotsch-Universität in Kooperation.

00:27:05: Da haben wir zum Thema Coability und Inklusion gearbeitet – mit der Zielgruppe von Menschen mit multiplen Beeinträchtigungen.

00:27:15: aber ausgehend davon, dass wir alle im Prinzip eine Inklusion haben und diese in der Gemeinschaft überwinden können, jeder von uns hat irgendwo ein Defizit.

00:27:27: Und da gab es wunderschöne Arbeiten dazu von den Studierenden die interdisziplinär gearbeitet haben also ungerische Studierende mit unseren.

00:27:35: und dann durften wir das im Kulturforum in Budapest ausstellen.

00:27:40: und dann kam Covid und Lockdown Und wir haben es aber geschafft.

00:27:44: Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, wir waren das erste Kulturforum, dass sozusagen eine Broadcast Ausstellung gemacht

00:27:52: hat.".

00:27:52: Rot-Matthäus Bär arbeitet auch mit Calliope Scheun-Werdotz zusammen.

00:27:57: Das ist ein Frauenförderprogramm der Auslandskultur und des Frauenmuseums Hittissau.

00:28:03: Herzstück des Projekts ist die Webseite Calliophe AT.

00:28:08: Darauf findet sich eine Auswahl an inspirierenden und spannenden Frauen, die Österreich heute prägen.

00:28:15: Es ist ein Projekt das sich ständig weiterentwickelt.

00:28:18: Da bin ich ganz stolz und auch besonders sehr dankbar, dass ich da Teil davon sein darf.

00:28:23: Was bringt diese Vernetzung sowohl im Innen- als auch im Ausland für eine Künstlerin?

00:28:28: Für die Künstlerin Ruth Matthäus Beer?

00:28:31: Was mir das bringt!

00:28:32: Naja es ist unglaublich schön sich mit einem ganz wichtigen Thema unserer Zeit nämlich des Klimawandels und der Biodiversität auseinanderzusetzen.

00:28:42: Das ist ein politisches Anliegen Und das darf ich in jedem dieser Länder, wo ich eingeladen bin und ausstellen kann oder ausstellen darf zeigen.

00:28:52: Ich darf mich mit verschiedenen Kulturen aber auch die unterschiedlichen Kulturens dazu einladen sich mit diesen florilegischen Narrationen auseinanderzusetzen und dadurch auch einen Gefühl zu bekommen für die Pflanzen, die ihren Ländern gefährdet sind.

00:29:08: Das ist mir ein großes Anliegen und es ist einfach toll wenn man immer wieder sich mit anderen Spezies in dem Fall auseinandersetzen kann, die immer unterschiedlich sind und man lernt ja auch so viel dazu wie diese Pflanzen aussehen was diese Pflanzen für eine Geschichte haben.

00:29:26: Was sie für eine Mythologie haben.

00:29:29: dieser Narrationsreichtum ist etwas das mich überwältigt und mir selber ganz viel Resilienz in einer sehr schwierigen Zeit

00:29:36: gibt.

00:29:41: Ruth Matthäus beher die vielseitige Künstlerin bei Wissensart, dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.

00:29:47: Den Zusammenarbeit mit der Auslandskultur des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten.

00:30:04: Kuma über seine Austro-Bollywood Filme, die Zusammenarbeit mit dem Kulturforum in Indien und seinen Nominierungen für den österreichischen Filmpreis twenty sechsundzwanzig.

00:30:17: Auf bald sagt Elisabeth Julian Nöstlinger.

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wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint

von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

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