00:00:01: Kunst
00:00:02: im Gespräch.
00:00:04: Im Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion, im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:00:12: Teilweise würde ich mich schon als Nerd bezeichnen weil auch eine Zeit lang Mathematik studiert und dann Philosophie studiert ganz lange und das ist schon eher so sehr nischige Themen sind.
00:00:21: Elias Hirschl, österreichischer Meister in Poetrislem Musiker- und Autor mehrerer Bücher über seine Leidenschaft sich in Themen und Projekte zu verkaben
00:00:31: Irgendwie auch so philosophisch-matematische Logik.
00:00:34: Also das ist glaube ich dann schon ein bisschen nördmäßig, weil da jetzt die Zielgruppe eher gering ist glaub ich.
00:00:39: aber ja kann man sich schonmals gut eingraben in so Themen.
00:00:43: Philosophische Logi den Wiener KS entsprechend?
00:00:46: Genau alles was zwischen Sprachphilosophie und Mathematik liegt so etwas war so dann so Spezialgebiete auf der Uni genau.
00:00:53: Herzlich willkommen bei Wissensatsch dem Podcast.
00:00:55: der Wissenschaft und Kunstverein.
00:00:57: heißen sie diese Petule Anne Nöstlinger und Elias Herzschlau.
00:01:01: Im folgenden Kunst im Gespräch geht es um das Multitalent Elias Hirschl und seine Performance zum Erfolg.
00:01:08: Erst kürzlich hat der Autor seinen Roman Schleifen vorgestellt, Es
00:01:32: geht um die Suche nach der perfekten Sprache, also um den Versuch eine Weltsprache zu erfinden, die dann alle Menschen sprechen sollen und die alle Probleme der Menschheit lösen soll.
00:01:43: Und es geht halt vor allem um eine fiktionale Wiener Autorin- und Sprachwissenschaftlerin, die sich eben in den Kopf gesetzt hat.
00:01:50: sie muss das finden und erschaffen und das ist so ihre komplette Lebensaufgabe des zu machen genau und die dann in der Folge immer wahnsinniger wird.
00:01:58: Franziska denkt, die Protagonistin wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit.
00:02:07: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie – und zwar sofort!
00:02:13: Die zweite wichtige Figur ist Otto Mandl, ein genialer Mathematiker.
00:02:17: In ihm findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten.
00:02:21: Sie lernen sich mit Wörtern aus Totensprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren.
00:02:27: Daher dreht sich also alles um die Macht der Sprache, um ihre Großartigkeit wie auch um Ihre Grossamkeit.
00:02:35: Vieles kehrt in Schleifen wieder – angefangen vom Kreisverkehr über Bücherverbrennungen bis hin zum Verschwinden und Wiederauftauchen von Figuren!
00:02:45: Die mathematische Form der Möbioschleife, die ein endloses Gebilde darstellt ist darin formal aber auch thematisch
00:02:53: entscheidend.".
00:02:54: So spielt die Idee der Unendlichkeit im Roman eine wichtige Rolle.
00:02:59: Es ist die Vorstellung, dass der Mensch die Fähigkeit hat sich immer wieder neu zu erfinden und damit die Endlichkeit herausfordern kann.
00:03:08: Elias Hirschl versucht dies vielleicht durch seine vielen Talente... ...und seinen Arbeitseilfer!
00:03:14: Der nineteen-vier-neunzig geborene Poetress Lämmer Musiker und Autor hat bereits mehrere Romane geschrieben.
00:03:47: Bei Schleifen ist jetzt wirklich die Ausnahme, weil das sehr lange gedauert hat.
00:03:51: Also das hat, glaube ich die ältesten Stellen daraus sind von zwei tausendsechzehn.
00:03:55: Und was ja auch nie heißt dass ich das dann wirklich so durchgearbeitet habe.
00:03:58: aber das lag dann ein paar Jahre einfach nur rum.
00:04:00: dann hab' ich's wieder mal angefangen.
00:04:02: Salonfig und Content waren zum Beispiel jeweils ungefähr zwei bis drei Jahre bis sie dann fertig waren und bei Schleifen sind es jetzt wirklich weiß ich nicht je nachdem wie man rechnet also von vorne nach hinten.
00:04:12: zehn Jahre Aber aktive Arbeit wahrscheinlich dann auch so drei vier oder so.
00:04:17: Wohin Elias Hirschl gerade seine Aufmerksamkeit legt, ist schwer einzuschätzen.
00:04:22: Zu vielfältig sind seine Interessen – zu situationselastisch sein Befinden.
00:04:28: Früher hat er begonnen Geschichten zu erzählen.
00:04:31: Seit twenty-fünfzehn veröffentlicht der Sprachkünstler Bücher.
00:04:35: Viele Projekte kommen ihm stets in den Sinn.
00:04:38: Wie schafft er das alles?
00:04:41: Schwank, Konstanzwissen, Überarbeitung und dann ist mir auch wieder schnell sehr langweilig.
00:04:46: Und dann habe ich wieder sehr schnelle neue Projekte.
00:04:47: Ich glaube so passiert das dann?
00:04:49: Was
00:04:49: heißt langweillig?
00:04:51: Dass ich einfach sehr gerne mich in sehr nischige Themen eingrabe und dann sobald ich damit einem Projekt durch bin eigentlich sehr schnell das nächste schon wieder finde... Einfach durch!
00:05:01: zufällige internetrische Asche oder auf dem Kino irgendwie, dass man dann wieder auf Themen kommt die man vorher nicht so im Kopf hatte.
00:05:07: Genau!
00:05:07: Die finden sich ganz schnell.
00:05:09: Wann hat das Geschichten erzählen begonnen?
00:05:11: Dass du dich auf den Weg gemacht hast und gedacht hast was in meinem Kopf ist, das möchte ich anderen auch erzählen.
00:05:17: Das ist schon relativ früh.
00:05:19: also ich glaube so Gymnasium unterstufe irgendwie Ich meine so relativ simple Gründe Also einfach immer relativ gute Deutschlehrerinnen gehabt Und irgendwie Eltern die es sehr viel vorgelesen haben dass einfach sehr früh mir das sehr viel Spaß gemacht hat, genau.
00:05:32: Also es liegen Gott sei Dank auch noch so paar unveröffentlichte Schubladen rum, die ja nie an die Öffentlichkeit kommen.
00:05:37: aber ein bisschen so Probebücher schon mal und das war eigentlich schon immer ein Wunsch des zu machen bis es dann tatsächlich so als Job realistisch geworden ist hat's dann noch länger gedauert vielleicht so zweitausend.
00:05:53: Sie
00:05:53: ist ja nicht nur der Schreiben, sondern du bist ja auch Musiker und hast vor der Matura schon Auftritte gehabt bei FMV.
00:06:00: Und hast doch eine Band gegründet sofort nach der Matur oder währenddessen sogar?
00:06:05: Ich glaube zwischen zwei... ...zwei tausend neun und zwartausend zwölf.
00:06:08: ungefähr hieß die Band Hirschl.
00:06:10: genau die hat sich dann wieder aufgelöst nach der Schule und aktuell gibt es die Band eingespänzt mit Christopher Hütmannsberger zusammen Genau, so zwei Leute Band und die ersten live auf den Erfahrungen waren eben genau beim fmv.
00:06:24: protest Song Contest ist es wo man irgendwie mit Protestgliedern einreichen konnte.
00:06:28: Und gegen wen hat sich der Protest gerichtet?
00:06:31: Das war unterschiedlich.
00:06:32: ich glaube das allererste das ist Gegenwerte dass was bisher schwammig das ging irgendwie gegen.
00:06:37: ich glaub einfach so bisschen so Wohlstands Gesellschaft oder Wohlstandsverwahrlosung in die Richtung.
00:06:42: Dann gab es eins, ein sehr polemisches Lied gegen das Landleben eigentlich und dann ich glaube das allerletzte hieß Blumen im Haar.
00:06:48: Das haben wir jetzt auch noch mal mit der eingespenst Band nochmal umgeschrieben und nochmal neu rausgebracht.
00:06:54: vor zwei drei Jahren da ging's um Ich glaub so Bisschen die Althippe Bewegung und wie sich diese zur Richtung Schwurblatum entwickelt hat zum Teil und so ein bisschen problematisch geworden ist.
00:07:06: Du
00:07:06: giltst mittlerweile als Liebling der links-intellektuellen, freut dich das?
00:07:12: Ist es so?
00:07:13: Weiß ich jetzt... naja, ja freut einen dann!
00:07:17: Wo
00:07:17: würdest du dich selbst politisch verorten?
00:07:19: Ja schon auch links einfach her.
00:07:21: Elias Hirsch liest aber kein Protest-Schreiber.
00:07:24: Er greift aktuelle Probleme auf, bringt sie sprachgewaltig zu Papier.
00:07:29: Also generell bin ich schon ein politischer Autor würde ich sagen, aber ich habe dann bei Romanen auch immer so das Gefühl dass sich das gar nicht so wahnsinnig gut eignet.
00:07:38: Das ist ja kein Manifest oder es ist ja nichts mit dem man jetzt sofort irgendwelche Leute zu irgendwas bewegen kann oder sowas.
00:07:43: Aber ich glaube, wofür es sich schon gut eignet ist halt so gesellschaftliche Entwicklungen einfangen und ja verdichtet einzufangen was so passiert irgendwie.
00:07:51: Und in dem Fall war's ein bisschen... Ich glaub' ich hab paar Jahre vorher American Psycho gelesen von Brad Easton Ellis und da beschreibt er vor allem wie sich Wall Street Leute immer menschlicher und unempatischer werden und ich habe das Gefühl gehabt dass konservativen oder so neokonservativem Politik seiner ähnliche Entwicklung gibt, dass alle immer unepathischer werden.
00:08:11: Dass alles immer so abstrakter wahrgenommen wird also das man immer mehr sehr entmenschlichende Begriffe verwendet wenn man jetzt irgendwie auf Flüchtlinge zu sprechen kommt, dass man das dann wie eine Welle beschreibt oder wie so ein Naturgewalt die alles zerstören kann oder so.
00:08:24: genau deshalb mich interessiert also vor allem so gewalttätiger Sprachgebrauch der dann aber so smooth und im Anzug daherkommt und dann wird es nicht als gewalt tätig wahrgenommen obwohl die Folgen halt sehr gewalt tätig sind.
00:08:36: Die Slim-Fitt-Politiker-Generation scheint sehr liebevoll miteinander umgegangen zu sein.
00:08:42: In Chats wurden Liebesbekundungen ausgetauscht, wie passt das mit der Analyse zusammen dass die Folgen sehr gewalttätig seien?
00:08:50: Also es würde ich auch nicht unbedingt sagen dass das liebevoll ist sondern dass das dann auch wieder so eine weiter Sch… Bindung ist von dieser Empathie-Losigkeit.
00:08:58: Also das mich dann auch interessiert, wie Leute sich gegenseitig als Mittel zum Zweck verwenden und eigentlich die ganze Zeit mitbedenken.
00:09:05: okay wenn ich jetzt mit dir rede bringt mir das eine Aufstiegschancen.
00:09:09: kann ich mir da irgendwas rausschlagen dadurch?
00:09:11: Und das ist natürlich nichts was nur diese Parteien alleine haben.
00:09:16: Das ist auch etwas was in der Kultur Szene passiert.
00:09:19: Aber ich habe halt schon das Gefühl, dass es sich dann in manchen Szenen so mehr verdichtet und dass es eben einfach eine sehr traurige und extrem egozentrische Weltsicht ist.
00:09:28: Dass irgendwie bringt mir dieser Sozialkontakt jetzt was oder nicht?
00:09:31: Bringt mir das jetzt etwas auf diese Party zu gehen oder
00:09:33: nicht?".
00:09:34: Und genau dass das auch seine Unmenschlichkeit ist.
00:09:36: Elias Hirschl hat bereits mehrere Preise erhalten unter anderem den Reinhard Prüsnitzpreis.
00:09:48: Was bedeuten dir diese Preise?
00:09:50: Klar, es ist total schön wenn das dann gewürdigt wird.
00:09:52: Da bach man preis insgesamt.
00:09:54: ich find's irgendwie sehr interessant weils auf eine Art halt eine extrem stressige Veranstaltung ist weil es da aufzutreten hat wirklich extrem anstrengend ist wo alles live im Fernsehen ist und dass halt auch passieren kann dass man dann irgendwie live einen kompletten Verriss kriegt von den Jurorinnen und gleichzeitig bin ich jetzt jedes Jahr zum Zuschauen und zum Berichterstatten hingefahren weiß mir schon auch sehr Spaß macht dazu zu schauen.
00:10:17: Der Roman-Content ist das Resultat eines Aufenthaltes in Dortmund.
00:10:21: Ein Stadtschreiberstipendium führte Hirschl für ein halbes Jahr zu den Ruinen des Kohleabbaus im Ruhrgebiet, dort schlägt er in der inzwischen beinahe entvölkerten, einstigen Industriemetropole – das Hauptquartier des Konzerns.
00:10:36: ... wo
00:10:38: ich mich so ein bisschen auf gut Glück beworben habe.
00:10:44: Und ich hab so ein paar Leute dort aus der Literatur-Szene schon gekannt, aber jetzt die Gegend nicht gut genau und das war super weil ich noch nie so direkt vor Ort für einen Roman recherchieren konnte... ...und dann halt wirklich Leute interviewt haben, die da irgendwie entweder verwandte hatten,... ...die selber in einer Kohlindustrie gearbeitet haben oder... ...leute aus dem Stadtarchiv einfach generell so ein bissel die Gegende also eingefangen.
00:11:07: Das war schon super!
00:11:09: Weil es gibt immer wieder mal so kurze Aufenthaltsstipendien auch, wo man dann irgendwie so einen Monat irgendwo ist und dass das einfach keine Zeitspanne die lang genug ist um eine ganze Gegend in irgendeiner Form einzufangen.
00:11:19: Und reicht da natürlich eh auch nicht.
00:11:21: aber so ein halbes Jahr ist schon super, dass man einen Eindruck
00:11:23: kriegt.".
00:11:24: Im Buch Salon wird eine junge Politiker-Generation an der Macht beschrieben und im Buch Content eine sterbende Gegend.
00:11:32: Gibt es denn noch einen Zusammenhang?
00:11:35: Was ich so ein bisschen durchziehe, ist diese Frage nach der Menschlichkeit und wie die Figuren untereinander noch solitäritätsgefühle zueinander kriegen.
00:11:44: Und bei Content geht es dann eher darum dass alle von ihrer Arbeit gestresst sind und alles ausgebrannt sind.
00:11:52: eigentlich schon das sie nicht mehr wirklich zustande kriegen sich umeinander zu kümmern obwohl sie das eigentlich wollen wie das zu einer kompletten Vereinsamung von allen führt.
00:12:02: Ist es in Dortmund auch dir passiert, dass du dich einsam gefühlt hast?
00:12:06: Das jetzt direkt nicht.
00:12:08: Bisschen vielleicht schon, da ich dann so lange aus Wien weg war aber nein!
00:12:12: Es ist eher als positives Gegenbeispiel.
00:12:14: Es spielt ja auch nicht offiziell in Dortmond sondern eben an einer fiktionalen Gegend namens Staublunge.
00:12:18: und das ist auch nicht nur ein Trick quasi, sondern das ist wirklich deswegen so weil es im Buch halt viel dystopischer zugeht als es jetzt im Urgebiet der Fall ist.
00:12:27: Und dort gibt es supernette, unabhängige Kulturvereine.
00:12:31: Überall Theatergruppen und eben auch das Kulturbüro in Dortmund oder das Literaturhaus Dortmunds.
00:12:37: Es war einfach saun nett mit denen zusammenzuarbeiten.
00:12:39: Also so schnell vereinzelt man da
00:12:41: nicht.".
00:12:41: Man könnte sich auch in Wien einsam fühlen?
00:12:43: Wie setzt man sich in dieser Stadt als junger Künstler erfolgreich
00:12:47: durch?
00:12:47: Ich glaube, in erster Linie entdehm man sie nicht!
00:12:50: als sowas empfindet, dass man sich da durchsetzen muss.
00:12:53: Sondern wie man mit anderen Leuten zusammenarbeiten kann war auch immer meine Wahrnehmung.
00:12:58: Dass man jetzt nicht gegen irgendwelchen kämpfen muss um irgendeinen Platz zu kriegen sondern das es halt sehr nette niederschwellige Angebote gibt aufzutreten.
00:13:05: Es gibt im Café Anno jeden Donnerstag und Sonntag Lesungen.
00:13:10: Und es ist halt ehrlich gesagt nicht wahnsinnig schwierig eine Lesung zu kriegen einfach weil das auch dahingehend ausgelegt ist dass man Leute halt einfach eine Bühne bieten will.
00:13:18: Das ist ja eigentlich das Coole an Wien, dass es sehr viele Angebote gibt die man einfach nutzen kann ohne dass dadurch ein komisches Konkurrenzgefühl entsteht.
00:13:27: Sondern mit anderen Leuten zusammenarbeiten im besten Fall.
00:13:31: Bist
00:13:31: du eine Rampensau?
00:13:32: Nein!
00:13:33: Also dahingehend nicht weil's mir extrem Stress macht ich mir dann genau überlegen muss wie oft ich das mache und wann und wo.
00:13:40: Und wenn ich auf der Bühne bin dann machts mich schon auch sehr viel Spaß voll.
00:13:43: Aber es ist immer so ein bisschen abwägen, wie viel davon verkraftet man gerade.
00:14:00: Das ist schon sein Grundantrieb.
00:14:01: oder in der Recherche dass ich das jetzt meistens nicht einfach nur ein Thema recherchiere sondern vor allem die spezifische Sprache von irgendeiner Szene recherchiere.
00:14:10: Und eben bei Salonweg war das ganz viel so Politritorik.
00:14:13: und dann grabe ich mich halt wirklich auch ein in so wie Redenpolitiker, welche Rhetorik-Sachen werden angewendet.
00:14:18: Zum
00:14:18: Beispiel bei Slimfig?
00:14:20: Einfach so sehr leere Phrasen.
00:14:22: Sehr nichtige Antworten um irgendwie halt Zeit zu überbrücken oder um keine Antwort geben zu müssen.
00:14:27: eigentlich ja genau.
00:14:28: also jetzt genaue Phrase weiß ich es gar nicht mehr.
00:14:30: Bei Content war's dann bisschen ähnliche Sprache aber eher Bezug auf Marketing.
00:14:35: da war ganz viel... die Ausschreibungstexte von Livarando oder so.
00:14:39: was mich dann doch das durchgeklickt habe, was großartige Texte sind.
00:14:43: Also Livaranto hat auf der Website für jede einzelne Startin, in der sie arbeiten gibt es halt eigene Stellenausschreibungstexte, die so leer und so nicht sagen sind dass ich mir sicher bin, dass er seine Person geschrieben hat, die halt nie in diesen Städten war.
00:14:56: Sowas fasziniert mich dann, weil ich mich dann immer frage wer das geschrieben hat wie ist der Person geht, die das geschrieben wird?
00:15:01: Und für wen da's da is?
00:15:02: Weil das liest hier niemand ernsthaft.
00:15:04: Ich hab dann immer das Gefühl, ich bin die einzige Person, die so diese Leertexte liest.
00:15:07: Weil es braucht ja niemand!
00:15:09: Genau da war's so dass das liebe Nix schaure und als ich dann so eingetaucht bin waren Gründermüten.
00:15:14: also wenn Firmen sich selber so Geschichten überlegen... Dass McDonalds sich irgendwie überlegt.
00:15:19: ursprünglich war das ein kleines Familienunternehmen und deswegen ist uns XY so wichtig oder sowas.
00:15:24: Und das sind auch immer so komplett leere Geschichten die für niemanden da sind.
00:15:30: Weil niemand, der zu McDonalds geht, denkt sich ah ich lese jetzt diesen Text und das überzeugt mich dann von irgendwas.
00:15:35: Und trotzdem hat sich für den Mühe gemacht es zu schreiben und das finde ich halt irgendwie dann bespannend dass diese Sprache existiert obwohl die eigentlich niemand verwendet.
00:15:42: Schreibst
00:15:42: du für ein bestimmtes Publikum eine bestimmte Leserschaft?
00:15:46: Ja und nein?
00:15:47: also so ich bin mir sicher, dass ich eine bestimmten Lesershaft habe aber ich darf mir da beim schreiben keine Gedanken drum machen sonst würde ich nichts mehr schreiben.
00:15:54: wenn ich mich da schon frage wer das denn lesen könnte kümmern sich Gott sei Dank der Verlage dann drum, dass man das dort irgendwie bewirbt und dann an die Leute kommt, denen das auch gefallen.
00:16:03: Aber das darf ich beim Schreiben nicht mitdenken weil sonst schreibe ich gar nix
00:16:06: mehr.".
00:16:07: Im Herbst-Zwanzig-Fünfundzwanzig war die Auslandskultur Wiedergast auf der Buch Wien und hat dort das Buchschreibort vorgestellt.
00:16:15: Elias Hirschel beschreibt darin eines seiner Liese Reisen.
00:16:18: Welche Erfahrungen kann man als Poitreslemmer und Autor durch die Auslandskultur und die österreichischen Kulturvoren machen?
00:16:27: Das ist wirklich einfach ein relativ kurzer Reisetext, der entstanden ist auf einer sehr seltenen Tour zuerst durch England und dann durch die Schweiz.
00:16:36: Ich glaube, der ist auch großteilig.
00:16:38: im Zug und im Flugzeug entstand in der Texte.
00:16:40: Das war vorher mit dem Österreichischen Kulturforum in London aber auch mit dem Ingeborg-Bachmann Übersetzungszentrum in Oxford, die zusammen mit meiner Lesung in London organisiert haben aus Content wo dann sie die ersten zwei Kapitel von Content auch auf Englisch übersetzt worden sind.
00:16:56: Und wie hieß das?
00:16:57: von New Books in German?
00:16:59: Ich glaube, ich heiße das wo die dann halt immer so Testübersetzungen haben.
00:17:03: Von den ersten paar Kapiteln um sie dann glaub' ich eben englischen Verlagen anzubieten.
00:17:07: Das war super!
00:17:09: Das war vor allem mit Deutsch Studierenden aus, ich glaub' vor allem aus Großbritannien und Irland, die da extra hingefahren sind.
00:17:16: Vorher noch zwei Tage Aufenthalt in London.
00:17:19: In der Schweiz war es gar nicht offiziell mit dem Kulturfaum zusammen, aber das waren dann Lesungen in verschiedenen Buchhandlungen im Zürich und in Alten aus sich hier mich jetzt.
00:17:31: Aber desto gerne mit Kulturfohren zusammen mit Austria-Kultur international?
00:17:36: Das ist immer super eigentlich.
00:17:37: Also da gab es jetzt auch schon wirklich einige, das war jetzt ich glaub... ...zwei tausenden neunzehn wahrscheinlich in Bulgarien mal in Ruße.
00:17:45: Ich glaube das ist der Elias Kanetti-Haus, dass dann zusammen mit dem Kulturforum zusammenhängt.
00:17:49: und es gab zwei längere Reisen nach Ostasien die ich mir mit dem Wiener Autonmusiker Jimmy Brainless irgendwie organisiert habe.
00:17:57: Zwei Tausend siebzehn und zweitausend neunzen wo dann auch vor allem die Kulturfahren involviert waren neben Botschaftsschulen und zum Teil auch einfach so privat Art Space, die wir irgendwie gefunden haben.
00:18:08: Und das war... ...zw.
00:18:10: in Taiwan, China und den Philippinen und z.B.
00:18:14: noch zusätzlich in Südkorea.
00:18:17: Genau!
00:18:17: Großteils Reiseförderung von den Kulturfahren.
00:18:21: Das war wirklich eine ganz viele Mischungen aus Lesungen, Poetry Slam Texten und Wiener Singer Songwriting.
00:18:28: In dem Fall vor allem Songs vom Jimmy.
00:18:31: Und das sind dann schon Sachen, die sich dann auch länger niederschlagen.
00:18:34: Also eben wie gesagt.
00:18:35: also man kann jetzt natürlich nicht das komplette Land recherchieren in der Zeit aber man kann ja schon subjektiv die Reiseerfahrungen halt irgendwie aufschreiben.
00:18:42: und beim Jimmy ist unter anderem dann ein Doppel Roman entstanden im Schein der Pfütze wo es um seine Familienhälfte in Taiwan geht.
00:18:52: Bei mir ist davon einiges in Schleifen jetzt gelandet, wo auch so die Taiwan-Eindrücke da irgendwie mit reingewandert sind.
00:18:57: Genau früher gab es noch... In Rom gab's sein Übersetzungsprojekt, das die Elke Azzler mit dem Germanistikprofessor Giovanni San Paolo gestartet hat.
00:19:07: Da gab's glaube ich auch drei Bücher, wo Auszüge von österreichischen Romanen auf italienisch gemacht wurden vom Deutschstudierenden in Italien Genau, da war ich glaube auch ein-zwei Mal irgendwie dort voll.
00:19:18: Also super Projekte vor allem wenn es eben so um Übersetzungen geht und dann bisschen österreichische Literatur im Ausland halt präsentieren auch genau.
00:19:26: Trittst
00:19:26: du da auch mit deiner Band auf?
00:19:27: Musikierst Du in den Kulturformen?
00:19:30: War bisher also mit der aktuellen Band nicht.
00:19:32: Eben mit Jimmy Brainless zusammen haben wir dann doch so Zusammenmusik gemacht.
00:19:36: Ich glaub ein zwei Lieder von mir waren dabei aber das waren speziell für die Tour zusammengestellte Songs einfach mit Akustikgitarre weil jetzt auf so lang Strecken reisen Wahnsinnig viele Instrumente mitnehmen, auch ein bisschen Schwieriges.
00:19:48: Also ein Gespenstkonzert im Ausland steht noch
00:19:50: an.".
00:19:50: Doch heißt wahnsinnig viel?
00:19:52: Wie wichtig ist das für deine
00:19:53: Inspiration?".
00:19:54: Also vor allem eben jetzt für den neuen Romanverschleifen ist es sehr wichtig.
00:19:57: da sind ganz viele Eindrücke aus Rom drin und aus Taiwan eben auch.
00:20:01: Vor allem auch aus Japan was in dem Fall jetzt leider nichts mit der Kultur vor uns zu tun hat weil's da bisher noch keinen Auftritt gab.
00:20:07: aber genau das waren Privatreisen vor etlichen Jahren ja immer wichtig.
00:20:12: Vor allem auch so längere Aufenthalte sind für mich eigentlich wichtig.
00:20:15: dann und ich schreibe dann doch ganz gerne Sachen, die ein bisschen über Wien hinausgehen oder die jetzt nicht nur mit Österreich zu tun haben weil man das auch auf Dauer ein bisschen ermühtend erscheint.
00:20:25: Also ich glaube so nur auf österreichische Politik wenn ich das nur dessen schreiben würde wird es mich auch sehr schnell deprimieren glaub ich
00:20:31: Wie gut wir deine Reise vorbereitet?
00:20:33: In den Fällen war's jetzt immer super weil die dann vor Ort halt auch irgendwie Bücher organisieren und alles also jetzt man muss nicht wahnsinnig viel mitschleppen.
00:20:39: Das ist schon der Vorteil von literarischen Lesungen im Gegensatz zu Bandauftritten, dass man nicht wahnsinnig viel Equipment braucht.
00:20:45: Ich habe einen sehr kleinen Rucksack und hab inzwischen die Fähigkeit alle meine Sachen innerhalb von fünfzehn Minuten zusammenzuräumen.
00:20:54: Man gewöhnt sich dann schon dran, vor allem auch wenn es wieder so auf Lese reisen geht im Frühling.
00:20:58: Alles immer sehr schnell beisammen!
00:21:00: Elias Hirschl bei Wissensarztem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein in einem Kunst-im-Gespräch in Zusammenarbeit mit der Auslandskultur des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten.
00:21:15: Zum Abschluss erzählt Eliass Hirschll, der für Radio FMV auch Hörspiele schreibt und aufnimmt bis ein Tag abläuft.
00:21:24: Guter Arbeitstag wäre einfach ab Vormittag zum Café irgendwie arbeiten dann irgendwann gehe ich dann schwimmen Und dann kriege ich irgendwann Hunger, machen wir was zu essen und vielleicht am Nachmittag nochmal ein bisschen.
00:21:34: Und im besten Fall abends irgendwelche Freunde treffen, weil ich meistens sehr viel recherchierte Sachen alle im Kopf habe und dann die ganzen Fun Facts auslassen muss.
00:21:43: Wenn man es uns durchdreht, wenn man das alles nur alleine in sich rein arbeitet.
00:21:48: Einfach Gespräche mit Freunden ist wichtig bei Oman-Arbeit auch, dass man das gespiegelt kriegt oder diese Themen bespricht mit Leuten und oft für Input, weil Leute ganz andere Sichtweisen drauf haben oder andere Perspektiven nochmal.
00:22:05: Im nächsten Kunst im Gespräch wirft Marie Gammelschek ihr Auge auf die Auslandskultur und erzählt über ihre Erlebnisse in österreichischen Kulturforen.
00:22:17: Auf Baren sagt Elisabeth Julianen Nöstlinger