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Frieder Danielis: Ein Künstlerleben in Venedig

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Was ist wahr, was ist falsch, was ist Schein.
Diese Frage beschäftigte Frieder Danielis lebenslang. Er diskutierte sie mit dem Philosophen Martin Buber, dem Historiker Eric Hobsbawm und dem Schriftsteller Elias Canetti. Allesamt Geistesgrößen des 20. Jahrhunderts.
Wer waren diese Männer, die das Denken einer Generation prägten? Martin Buber, das war der große Denker, der wusste, dass sich das Ich am Du entfaltet, Eric Hobsbaum, war der marxistisch orientierte britische Universalhistoriker mit sozial- und wirtschaftshistorischen Schwerpunkten, der das deutsche Kaiserreich, das britische Empire, das Nazireich und schließlich auch das Sowjetreich überlebte und Elias Canetti, das war der bulgarisch, britische Schriftsteller, der 1981 den Literaturnobelpreis erhalten hat. Viele dieser Gespräche haben im Salon des österreichischen Diplomaten Ingo Mussi und seiner Frau Renate stattgefunden. Auch Georg Eissler, der österreichische Maler ging dort ein und aus. Was für ein Umfeld für die Entfaltung des malerischen Talents des Autodidakten Frieder Danielis. Aus Reichenhall war er als Bub nach Salzburg gekommen, um ins Gymnasium zu gehen. Bald jedoch faszinierten ihn die Bilder in den Auslagen der Galerie Welz. Er schmiss die Schule hin und arbeitete in der Buchhandlung und der Galerie Welz. Bald zog es ihn jedoch nach Venedig, Mailand, Udine, nach London und nach New York. Dort hatte er mit seiner geliebten Frau Susan Salm bis zu seinem Lebensende eine kleine Wohnung. Aber auch Venedig und Wien nannte er sein Zuhause. Empfing dort wie da Freunde, bekochte sie und genoss die Musik von Susan Salm, wenn sie am Cello übte. Stets war das Musikalische, das Leichte in seinen Arbeiten präsent, vor allem in jenen, die ich kenne, die in meinem Besitz sind.
"Mozart springt kopfüber über die Brücke", heißt eines davon, gemalt mit Farbkreide und Farbstiften. "Mein Quartett" heißen vier Pastellwerke in der Größe von 33 x 39 cm. Ganz besonders sind auch sechs Skizzen, die der Künstler mit Wasserfarben malte und die von der Rahmenhandlung Wohlleb in einem wunderschönen Rahmen zusammengefügt wurden.
Themen in Bildzyklen zusammenzufassen, war charakteristisch für Frieder Danielis. Sein Interesse galt der Veränderung und Abwandlung eines fortlaufenden Grundthemas. Innerhalb eines Bildzyklus entstanden durchdachte Kompositionen. Formen und Strukturen variierten - genauso Materialien und Techniken. So entstanden Pastelle und Gouachen auf Papier, sowie Eitemperaarbeiten auf Leinwand.
Vorwiegend bemalte Frieder Danielis die gesamte Fläche. Die exzellente Qualität des Papiers kommt dennoch zur Geltung. Meist erfreut ein bewegendes Leuchten in heller oder starker Farbigkeit das Auge. Manchmal sind es auch Pastelltöne. Unbeschwert und leicht. Es muss wohl so um das Jahr 1955 gewesen sein, da setzte der Knabe Frieder Danielis unbeschwert und leicht zu einem Sprung über die Mauer des Schlosses Leopoldskron in Max Reinhards Garten an.Dort fotografierte er mit der Kamera seines Bruders; fotografierte die kleinen Putti, Pferdchen und Statuen und fragte sich, was ist wahr, was ist falsch und was ist Schein.
Vieles lässt sich erahnen, denn kein Werk ist final, keine Linie zu Ende gezogen, so als warte es auf eine neue Interpretation. Macht das nicht neugierig? Nach Terminvereinbarung unter der e-mail wissensart@wissensart sind die Werke in der Salon Galerie zu sehen.

©Elisabeth J. Nöstlinger

Werke von Frieder Danielis befinden sich in öffentlichen Sammlungen, u. a. in Wien in der Albertina und im Wien Museum; im Rupertinum Salzburg; im Museo Civico Triest; im Lindau-Museum, Altenburg und San Franciso Museum of Modern Art, Kalifornien.


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von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

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