Rosmarie Lukasser: Gespenstische Performance
Osttiroler Klänge verändern die Wahrnehmung der Terrakotta-Skulpturen im Atelier von Rosmarie Lukasser. Es sind leuchtenden Annäherungen an die digitale Welt. Sie verschieben Nähe und Distanz, lassen Wirklichkeiten ineinander verschmelzen. Draußen der Lärm des belebten zweiten Wiener Gemeindebezirkes, drinnen eröffnet sich eine andere Welt. Es ist die Welt der Rosmarie Lukasser. Eine Welt, die ihre Osttiroler Herkunft in die digitale Welt einbindet. In der gespenstischen Dunkelheit verändert sich die Wahrnehmung. Gestern und heute verschwimmen. Vor mir sitzt die Zitherspielerin in Osttiroler Tracht, einer schwarzen Tracht. Die Kopfbedeckung – ein Stück aus dem Erbe von Rosmarie Lukassers Großmutter - ziert eine Stirnlampe. Sie gibt nicht nur Licht, sondern zitiert die kleinen Lämpchen, die sich in den Ton-Skulpturen von Rosmarie Lukasser finden. Zeit und Raum verschwimmen. Eine performative Erzählung beginnt. Sie ist der Auftakt zur Ausstellung in der Gmunden Keramik, die am 12. Februar 2026 eröffnet wird. Rosmarie Lukassers war mit vier anderen Künstler:innen, im Sommer 2025, Artist in Residence in der Gmundner Keramik.
Die Academy of Ceramics Gmunden AoCG ist eine Initiative von Gmundner Keramik und OÖ Landes-Kultur GmbH. Sie fördert Austausch und Inspiration zwischen einem der ältesten Keramikstandorte Europas und zeitgenössischen Künstler:innen. Artist-in-Residence-Aufenthalte, Ausstellungen und Diskursformate stärken den Transfer von künstlerischem und handwerklichem Know-how. Die AoCG knüpft damit an die Tradition der Verbindung von Handwerk und Bildender Kunst an. Diese reicht bis zur Wiener Keramik aus Gmunden zurück. Kuratiert wurde die Ausstellung, die ab 12. Februar 2026 zu sehen ist, von Genoveva Rückert. Eröffnet wird sie von Sepp Schellhorn, Staatssekretär für europäische und internationale Angelegenheiten, Helga Rabl-Stadler und Simon Mraz, Artists Solidarity Program Europe, BMEIA. ASOP ist ein Programm, welches besonders Künstler:innen aus der Ukraine die Chance gibt, in Österreich zu arbeiten und sich zu vernetzen.
© Elisabeth J. Nöstlinger
In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden.
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