wissensART

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00:00:01: Kunst im Gespräch.

00:00:04: In Zusammenarbeit mit der Auslandskultursektion, im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.

00:00:19: Faltenwürfe zeichnen Muster, die schön und verführerisch sind – das kann man gar nicht beschreiben!

00:00:27: Faltenwirfen sind was Großartiges.

00:00:30: Ein Hingebauch von einer Stoffwanne zur Furchte-Landschaft.

00:00:32: ein vom Alter gezeichnetes Gesicht.

00:00:35: Elfi Semodan, die Grand-Dame der Fotografie hält mit der Kamera fest was ihr scharfes Auge sieht.

00:00:41: Mehr sehen als andere.

00:00:43: Umgebung und Menschen anders

00:00:45: betrachten –

00:00:46: das konnte Elfi SEMODAN schon immer!

00:00:55: Zwanzig vierundzwanzig waren viele Ortsarbeiten von Starfotografen zu sehen zum Beispiel in Oberösterreich woher sie stammt im Burgenland wohin Sie mit ihrem ersten Mann Kurt Kocherscheid und den beiden Söhnen Ivo und August zog und in New York dem Hotspot des Lebens.

00:01:14: Dort zeigte das österreichische Kulturforum von Mai bis September zwanzig vierundzwanzig eine umfassende Auswahl ihrer Fotografien.

00:01:23: Es war nicht das erste Mal, es war auch nicht meine erste Ausstellung da.

00:01:27: Herzlich willkommen bei Wissensart, dem Podcast.

00:01:30: der Wissenschaft und Kunstverein heißen sie die Sobiet Juliane Nöstlinger und Elfe Semmertan.

00:01:43: Die österreichische Starfotografin Elfi Semodan macht den Beginn der neuen Künstler- und Künstlarenengespräche gehe ja durch alle Genres.

00:01:52: Es werden alle zur Wortkommen, die Male und Malerinnenartoren und Artorinnen, Musiker und Musikerinnen, Tänzer und Tänzaren, die Performancekünstler sowie die Fotografen und Fotografinnen.

00:02:06: Es sind Gespräche über Kunst, die künstlerische Arbeit und das Leben schlechthin.

00:02:11: Dieses Gespräch wurde inspiriert durch die schon erwähnte Ausstellung im österreichischen Kulturforum New York.

00:02:17: Mit dem Titel Inspiration Comes From Everyday Life, Inspiration kommt vom täglichen Leben.

00:02:25: Es war eine Gemeinschaftsausstellung mit Nina Hallein der Architektin, die Modedesignerin

00:02:30: wurde.

00:02:30: Das hat nichts zu tun gehabt miteinander aber dann doch

00:02:34: Erzählen Sie uns ein bisschen was?

00:02:35: Ja,

00:02:36: das kann ich gerne erzählen.

00:02:38: Also zuerst sollte es eine Ausstellung zusammen mit Sarah Mohn sein und es hat sich dann geändert.

00:02:43: Dann sollte es einfach eine Ausstellung in New York sein, dann kam Nina Hollein dazu... ...dann hat sich das Ganze natürlich wieder ein bisschen geändert weil ich finde man kann nicht einfach zwei sehr verschiedene Positionen.

00:02:59: Sie macht ja Kleider!

00:03:01: Und ich fote, man kann das nicht einfach nebeneinander hängen und sagen so.

00:03:06: Das muss passen!

00:03:07: Sondern man muss sich damit beschäftigen und muss schauen dass das visuell zusammenkommt, zusammen miteinander spielt, miteinander harmoniert.

00:03:19: Haben Sie teilgenommen?

00:03:21: welche Fotos ausgestellt wurden?

00:03:23: Natürlich

00:03:24: habe ich das.

00:03:25: Ich hab sie ausgesucht.

00:03:27: Man musste genau sein.

00:03:28: Was ich dazu nehme und manchmal war es einfacher, weil es visuell irgendwie richtig harmoniert hat.

00:03:37: Und bei Abendkleidern, beim Langen habe ich dann ein Foto aufgehängt.

00:03:41: das ist ein ganz extremes Querformat war also sozusagen Whitescreen.

00:03:47: Das war eine Ansicht von Libyen in der Wüste Und es sah aus wie fast ein Telefon, das da herunter hing.

00:03:58: Ein kleines mechanisches Ding im Auto windshield und dann die Abendkleider daneben.

00:04:05: Das war sehr schön!

00:04:07: Auf engstem Raum schwebten die Kleider in Bronze wie Skulpturen und haben so dem österreichischen Kulturforum einen besonderen Reiz gegeben.

00:04:16: Es ist ein sehr schmales Gebäude, welches der Architekt Raimund Abraham seinerzeit auf einer Grundstücksbreite von sieben Metern hochgezogen hat.

00:04:25: In den Stiegenfluchten und Räumen trafen also bei dieser Ausstellung die Gerald Matt korratierte Die Amerika- und Modefotografien von Elfi Semodan Nina Hollein und eröffneten einen neuen Dialog.

00:04:40: Man musste genau sein!

00:04:41: So wenn es auch von Inspiration comes from everyday life, kam alles was in der New Yorker Kunst- und Modeszene Rang und Namen hat – die Chefredakteurin der Vogue einer Windtour beispielsweise und der Künstler Jeff Kunz.

00:04:56: Das hat aber nicht nur mit mir, sondern vor allem mit dem Max Holland zu tun.

00:05:02: Der natürlich Direktor des Metropolitan Museums ist und ich glaube wenn der auftaucht dann kommen ohnehin alle.

00:05:15: also das war wirklich ein wunderbarer Zufall an dieser Ausstellung war und sicher das sehr viel ausgemacht hat.

00:05:31: Also ich würde sagen, es war ein gutes Paar!

00:05:34: Ja, das war wunderbar.

00:05:35: Nein, es ist wunderbar!

00:05:36: Wir können uns nicht feststellen was?

00:05:39: Es sind so viele Leute gekommen die auch lange eben nicht gesehen haben.

00:05:44: Das war sehr schön.

00:05:45: Ich habe das sehr genossen.

00:05:47: Sie gingen dann, nach dem Tod ihres ersten Manneskurt Kocherscheid mit ihren beiden Söhnen Ivo und August nach New York.

00:05:56: War das eine bewusste Entscheidung oder wollten sie einfach weg aus Wien?

00:06:00: Nach New York zu gehen war es ja wohl eine bewuste Entscheidung.

00:06:04: Das war nach dem Kurt gestorben ist und dann ein-, zwei Jahre, die waren kompliziert sehr schwierig hier.

00:06:13: Da habe ich mir gedacht ... ist eigentlich nichts mehr für mich zu machen.

00:06:18: Ich muss woanders hin, in Paris war ich schon normal.

00:06:21: dann gehe ich nach New York und das hat sehr gut funktioniert ähnlich wie mit Paris.

00:06:28: also ich habe nicht Modehäuser

00:06:30: angerufen.".

00:06:32: Nach Paris sind sie nachdem Sie die Modeschule Hetzendorf absolviert hatten, wann damals zwanzig Jahre alt noch unbekannt.

00:06:40: Als sie nach New-York gingen, hatten sie sich schon einen Namen als Modefotografin gemacht.

00:06:45: Außerdem hatte ich einen sehr guten Freund, der schon in New York war.

00:06:49: Was mir geholfen hat und vor allem auch mein Agent war ein Wiener, der nach New York gegangen ist.

00:06:59: Ein junger Mann den ich als Photomodell verwendet habe, der dann auf meine Empfehlung nach Paris und nach New-York ging sehr gut angekommen ist, Geld gemacht hat dann Filmproduzent wurde und dann Fotoagent.

00:07:16: Und das war natürlich schön für mich und sehr viel angenehmer für mich zu jemandem nach New York zu gehen, den ich schon kannte.

00:07:25: Insofern wurde mir das sehr viel leichter gemacht mit dem Freund, dem Agenten.

00:07:32: Das war schon eine gewisse Basis die sich

00:07:35: dann

00:07:35: verbreitet hat

00:07:37: Und bis heute ein Grundpfeiler ihres Erfolges ist.

00:07:40: Ein anderer wurde in Oberüsterreich gelegt.

00:07:44: In Wels geboren, wollten sie mit zehn Jahren wegkauften sich eine erste Klasse-Ticket sowie einen Schundromann und Fuhren mit dem Zug nach Wien.

00:07:54: Ab ihrem vierzehnten Lebensjahr besuchten Sie die Modeschule Hetzendorf, schlossen diese neunzehnsechzig ab – und wie schon gesagt zog es sie bald noch Paris!

00:08:03: Für Mode habe ich mich ja immer schon interessiert und aber auch festgestellt, dass ich besser sehen kann als meine Mutter und meine Schwestern.

00:08:15: Ich hab gesehen wenn etwas schön ist oder nicht schön ist.

00:08:20: Oder ich hab mir eingebildet ich sehe es und die sehens nicht.

00:08:24: also vielleicht hatten sie das selber empfinden aber das war nicht so.

00:08:31: Meine Schwester hatte natürlich andere Qualitäten, aber sehen konnte ich sicher besser.

00:08:38: Und das sehen war für mich auch ganz wichtig weil eigentlich niemand mit uns geredet hat oder uns Dinge erklärt hat.

00:08:48: Ja meine Mutter war nicht da und mein Vater auch nicht und mit meiner Stiefmutter wollten wir nicht reden Und die hat sich auch gar nicht als Mutter oder irgendwie verpflichtet gefühlt, uns auf irgendetwas aufmerksam zu machen.

00:09:01: Also geredet hat niemand mit uns.

00:09:04: Also da sind Sie durch diese Sozialisation zum Schauen gekommen und zum Sehen und zum Erkennen der Welt unter Dingen?

00:09:12: Genau!

00:09:12: Das Schau, das Sehen war sicher für mich das Allerwichtigste und damit konnte ich mir die Welt auch erklären.

00:09:20: Damit habe ich sie auch verstanden...

00:09:22: Für eine Modeschule gehört ja eine Handfertigkeit.

00:09:28: Die Handfertigkeit hatte ich, das war überhaupt kein Problem und das hätte ich auch noch lernen können dort.

00:09:34: aber die Modeschulle war ja zum Teil nehme ich jetzt an auch eine Kunstschule.

00:09:41: wir hatten Akzeichen ein Farbenlehre Alle diese Dinge, die mich sehr interessiert hat.

00:09:48: Hetzendorf hat sicher viel übernommen von der Kunstakademie, nämlich dass man sich auskennt mit Farben, dass man Proportionen sieht und dass man einfach das Auge schult Und das war sehr gut.

00:10:05: Was damals, glaube ich am wenigsten gut war, war die Mode ... Die Mode in der Modenschule!

00:10:12: Aber das ist ja nicht erstaunlich wie ich dann selbst festgestellt habe, wie ich fertig war mit der Schule.

00:10:18: Es gab gar keine Mode in Österreich.

00:10:21: Ich hab mich dann gedacht, ich würde gerne weiterarbeiten eben als Designerin entwerfen.

00:10:27: Ich war dann drei Tage bei einer Firma – ich sag jetzt nicht mehr welche, das waren Und bin nach drei Tagen weggegangen, weil ich mir gedacht habe und wenn ich hundert wäre würde ich das nie anziehen was wir entwerfen sollen.

00:10:42: Und dann hab' ich mich mal umgeschaut.

00:10:44: es gab ja keine Modezeitschriften.

00:10:47: die einzige die es gab war Film und Frau aus Deutschland.

00:10:53: Dann gab er seine Fotografin sehr groß und sehr alt Die Frau Reylang auch eine deutsche.

00:11:00: Bei uns gab es einfach Reporter, Zeitungsreporter.

00:11:04: Also Fotografen, die einfach Fotos für die Zeitungen gemacht haben je nachdem was Notwendig war.

00:11:10: Die haben dann auch Mode fotografiert das heißt uns bei den Mode schauen und so.

00:11:16: Und das war alles sehr konservativ.

00:11:19: Dann war ich bei der Frau Höchstmann.

00:11:20: ja sie hat mich genommen und da habe ich eigentlich was die Mode betrifft Alles gelernt was sich in der Schule sogar vermisst habe, obwohl ich nicht wusste eigentlich was sich vermissen sollte.

00:11:35: Trotzdem hab' ich einfach so präzise Überlegungen von Frau Höchsmann und Farbenstoffe.

00:11:45: Stoffe hatten wir ja natürlich nur, dass sie mir geschenkt bekommen.

00:11:48: Das ist normal das verstand ich aber da gab es eben wunderbare Stoffenmuster.

00:11:55: dann was ich natürlich auch nicht wirklich wusste dass es ganz, ganz wichtig ist welchen Stoff man für welches Kleid verwendet.

00:12:05: Klar macht man einen Wintermantel nicht aus Muslimen aber trotzdem ist es ganz ganz wichtig sich zu überlegen was dieses Material macht und ob es überhaupt für die Entwürfe die wir dann ganz lässig hingeschmissen haben Wir haben ja nicht gewusst wie man das wirklich machen Und das hat uns leider auch niemand beigebracht, weil es gab zu wenig Mode.

00:12:33: Es gab wirklich zu wenig mode und zu wenige raffinierte Schnitte.

00:12:39: Wahrscheinlich

00:12:39: gab's auch nicht die Figuren.

00:12:41: Das ist noch was anderes als diese neun Monate, die ich bei Frau Höchsmann war.

00:12:46: Sie hatte ja Kollektionen gemacht und war dann immer ganz traurig, weil die Figuen waren nicht für die Kollektion geeignet!

00:12:56: Und ich habe sie aber immer probiert und hab dann gesehen, wie schön, wie raffiniert.

00:13:02: Wie man probiert, wo man da hinkrieft.

00:13:06: Das ist nicht das was man denkt, das ist etwas anderes.

00:13:09: Dann weiß man, wie etwas geschnittenes, wo die Naht ist... macht man das dort und nicht immer an der Schulter, weil das hilft nicht so.

00:13:20: Also ich habe ganz viel bei ihr gelernt aber eben besonders viel über die Gedanken, die man sich macht wenn man eine neue Kollektion macht.

00:13:29: für sie war da sicher auch eine Mischung aus der Gesellschaft diese Kante und wusste wer bei ihr einkauft und was sinnvoll ist einfach um ihren Ruf zu entsprechen.

00:13:45: Ja, das ist natürlich auch wichtig.

00:13:47: Es gab ja auch den Adel Müller.

00:13:49: Das war sozusagen der Wiener Versace nicht?

00:13:52: Das war ganz was anderes.

00:13:54: also das waren glaube ich zwei komplett verschiedene Gruppen von Menschen.

00:13:59: Wie war das?

00:14:03: Ich habe dann sofort zum Telefon gegriffen wirklich kaum hatte ich mein Hotelzimmer betreten und habe alle Otkotiersalons angerufen, um herauszufinden ob mich jemand brauchen könnte weil ich hatte ja kein Geld.

00:14:18: Ich hatte es ihm hundert Schillingen.

00:14:20: Ich wusste mit dem kann ich's nicht lange aushalten!

00:14:24: Na gut, die Hotelzimmer waren billiger aber sehr lang.

00:14:29: also über eine Woche hätte ich sie nicht geschafft.

00:14:31: und Lanvin hat gesagt kommen Sie doch?

00:14:34: Und die haben mich auch genommen, also war ich mal gerettet und dann habe ich mich weiter organisiert.

00:14:41: Ich habe aber sehr schnell gesehen bei Launevoir dass sich mit meiner Ausbildung da gar nichts machen kann.

00:14:48: Die sind ganz woanders schon.

00:14:51: Aber ich habe auch als Fotomodell sehr viel gelernt weil ich habe erstens viel gesehen.

00:14:58: Ich hab viel von dem Runtherum verstanden.

00:15:02: Es war mir klar, was man nicht machen sollte.

00:15:05: Man sollte die Leute nicht allein lassen, wenn man sie fotografiert – ganz egal wer es ist.

00:15:11: ja!

00:15:12: Nicht Sie aufordern irgendwas zu zeigen weil….

00:15:16: Was soll man zeigen?

00:15:17: Man ist sowieso verunsichert.

00:15:20: Ganz egal ob man jetzt Fotomodelle ist oder nicht und man braucht Verbindung, man braucht irgendeine Rückmeldung, irgendein Bestimmen weiß er nicht wie man ausschaut.

00:15:33: Es geht darum, die Leute von den Ängsten um sich selbst zu befreien und sie in Situationen, in denen Sie sich nicht wohlfüllen zu entspannen und sie vergessen zu lassen dass sie fotografiert werden

00:15:49: das können sie ja besonders gut.

00:15:51: Ja, also das kann ich schon gut.

00:15:53: Ich kann es auch deswegen gut weil ich es so oft erlebt habe dass sich allein gelassen wurde mit diesen Dingen und man braucht einfach eine Verbindung.

00:16:02: die kann vielfältig sein.

00:16:05: Die kann alles mögliche sein.

00:16:07: Glaubt es Situationen wo sie einfach dem Draht zum anderen nicht zu gut gekriegt haben?

00:16:13: Und haben Sie's dann gelasset?

00:16:15: Natürlich glaubst du dass.

00:16:16: das gab es auch ganz viele mit Schauspielern zb die es sehr genau wussten, wie und von welcher Seite sie gut aussehen.

00:16:28: Oder in Amerika war es auch sehr oft so dass die Schauspieler einem Schauer zugeteilt waren ja?

00:16:37: Und dieses Schauer sollten Sie dann irgendwie verkörpern entweder den schüchternen Büro angestellten oder dem Tausendsassau oder ich weiß nicht.

00:16:48: Und dann hatten sie auch Kleidung, die zu dieser Richtung gepasst hat und Sie haben sich auch dementsprechend benommen.

00:16:57: Als Fotografin sehen Sie das Modell auch anders als dass das Model sich selbst sieht.

00:17:02: Sie wollen für das Foto auch Ihrer Idee einbringen müssen aber auch die Vorstellung eines Auftraggebers einbeziehen oder beispielsweise eines Arztdirectors in der Werbefotografie.

00:17:13: Ihnen war bei der Arbeit immer wichtig den Menschen die Würde zu lassen!

00:17:18: Genau, man musste Menschen seine Würde lassen und ganz besonders den Frauen die ja in der Mode präsenter sind als die Männer zumindest damals auf jeden Fall waren.

00:17:28: Heute hat sich das ein bisschen geändert aber... Das war ein sehr wichtiger Aspekt!

00:17:36: Der mir sehr wichtig war im Paris und dann auch in New York mit dem ich aber eigentlich immer Schwierigkeiten hatte.

00:17:47: Ich hatte immer interessante Ideen, wie ich meine Serien gestalten falls ich Mode fotografiere.

00:17:55: Die mir dann aber erlaubt haben das zu tun was ich wollte ja?

00:18:02: Das war aber eigentlich sehr oft eingeschmuggelt!

00:18:06: Das war durchaus nicht im Sinne der gängigen Modefotografie und ist es heute bis zu einem gewissen Grad präsent, aber wenn sie sich die Mode hüftet anschauen und durchaus nicht immer.

00:18:24: Für mich war das immer ganz

00:18:26: wichtig.".

00:18:27: Als Sie in Paris als Fotomodell arbeiteten, lernten Sie den aus Kanada stammenden Fotografen- und Filmemacher John Cook kennen – ein professioneller Fotograf in der Werbe und Modebranche.

00:18:38: Es heißt er wollte lieber Filme machen und versuchte daher in den Fotostreckengeschichten zu erzählen.

00:18:45: Das haben sie später in der Werbefotografie auch gemacht und in Österreich die Werbe fotografie so revolutioniert.

00:18:53: Der John Cook kam zu einem Zeitpunkt, wo ich eigentlich schon mehr als bereit war was anderes zu machen vielleicht fotografieren aber das war noch ein offener Wunsch.

00:19:07: also da war ich noch mehr in der Mode Aber die Fotografie erschien mir dann eigentlich das Ideal dass ich vollkommen beherrschen konnte, weil ich sehen kann.

00:19:19: Und den Hintergrund und das was das nötige Werkzeug hat mir wirklich dort schon guckt verschafft.

00:19:25: in der Küche ja.

00:19:43: Mit Jean-Couc ging Elfi Semmoudan in den letzten Jahren zurück nach Wien.

00:19:48: Gemeinsam arbeiteten beide bei Cooxfilm, der Film mit dem Titel Ich schaff's einfach nicht mehr zusammen galt bald auch für das Paar und seine Beziehung.

00:19:59: In den ersten Jahren herratete Elfysemmoud an den Künstler Kurt Kocherscheidt.

00:20:04: Mit ihm und den Söhnen Ivo und August wurden sie in den vergangenen Jahren im Jahr dwaundachzig geboren – zog sie auf einem Bauern.

00:20:12: Hof in Burgenland, ein paar Kilometer von Jennersdorf entfernt.

00:20:17: Kurt Kocherscheitz Freund Peter Handge hatte damals ganz in der Nähe seinen Roman die Angst des Turmans beim Elfmeter geschrieben.

00:20:25: Andere Künstler zogen ebenfalls aufs Land, siedelten sich im Neumarkt an der Raab an – eine Künstlerin stand.

00:20:34: Dort sollten Elfi Semotans und Kurt-Kocherscheids Kinder aufwachsen, das Leben in der Natur genießen!

00:20:41: Irgendjemand hat ja gesagt, die ersten drei Jahre glaube ich sind die Allerwichtigsten.

00:20:46: Aber dann bis sechs und zehn sind auch sehr wichtig.

00:20:49: Die habe ich alle in Oberösterreich verbracht und ich hab sie alle sicher damit verbracht ganz viel Zeit verbracht einfach draußen zu sein in der Wiese an der Laodach in den Wäldern soweit sie nah genug waren damals.

00:21:07: Das ist für mich sehr wichtig, diese Möglichkeit zu haben.

00:21:11: hinauszugehen in den Wald zu gehen draußen zu

00:21:14: sein.".

00:21:15: Der Salzburger Fotohof zeigte im Sommer zwanzig zweiundzwanzig den privaten Kosmos von Elfi Semodangut Kocherscheid und deren Kindern in den Räumlichkeiten der Galerie Foto

00:21:26: Hof.

00:21:27: Titel der Ausstellung All Personal

00:21:30: Ja Aber nicht nur die Fotos von den kleinen Kindern.

00:21:34: So viele Fotos, von meinen kleinen Kindern waren auch nichts, sondern einfach die Fotoste, die nebenbei entstanden.

00:21:41: eine Busfahrt nach Italien um eine Ausstellung zu sehen.

00:21:47: Alles Mögliche eben auch schon Landschaften natürlich und Bekanntschaften Freunde in Italien Urlaube also wirklich alles was Ein persönliches Leben ist sozusagen.

00:22:04: Haben Sie diese Fotos auch mit Ihrem professionellen Blick gemacht?

00:22:09: Ich glaube, ich kann nur so schauen.

00:22:12: Ich kann gar nicht anders schauen!

00:22:14: Ich ertappe mich manchmal wenn ich auf der Straße gehe und mir Dinge anschaut... Das es mich einfach interessiert wie etwas zusammenspielt, wie es konstruiert ist ob da irgendwelche Schatten eckt oder Pfosten von einem Gerüst.

00:22:32: Es kann alles sein, es kann wirklich alles

00:22:34: sein.".

00:22:35: Ihre unkonventionellen Perspektiven, ihr spezieller Blick, Ihr präzises Timing, ihre Intuition für den entscheidenden Moment mit Licht und Schatten machen sie unverwechselbar und in der Welt der Fotografie – einzig Artik heißt das im Katalog zur Ausstellung.

00:22:56: Besondere Aufmerksamkeit erzielten die Werbekampagnen für Palmas und Römerquelle abplexen.

00:23:04: Die Palmas-Kampagne mit dem Slogan Traudig macht sogar ein Skandal!

00:23:09: Der Werbegrafiker Christian Satek hatte sich drei Plakate entworfen, zu sehen waren eine Blondine im Danga, einer in gelübften Schlafrock und auf dem dritten Plakat sah man eine Blondeiner in schwarzer Spitzenunterwäsche.

00:23:23: Bei der Römerquelle-Werbung war das Besondere, dass die drei dargestellten Personen immer eine Geschichte erzählten.

00:23:31: Man musste sich überlegen welche Leute und es gab ja auch einen Artdirektor mit dem ich sehr gut zusammen gearbeitet habe und es gibt einige Leute, die richtig gut waren und da waren Besprechungen und alles Mögliche.

00:23:46: Was waren damals die Quellen ihrer Inspiration?

00:23:49: Die Quelle meiner Inspiration waren einfach die Menschen.

00:23:54: Es waren eben sehr viele meiner bekannten Tata, fast alle Beatfuhrer, war auch drauf schön mit zarten hellen Gesicht und rotem Lacken.

00:24:06: wunderbar natürlich.

00:24:09: man kann nicht Fotomodelle fotografieren, die dann Künstler darstellen irgendetwas darstellen was sie nicht sehen wird.

00:24:17: dann sind sie einfach drei Photomodellen entleitzelt Und alle diese Leute waren einfach grandiose und hatten so viel eigenen Charakter- und Ausstrahlung.

00:24:29: Und das, glaube ich, ist einfach nie mehr wieder passiert in dieser

00:24:33: Form.".

00:24:34: Sie haben für Wolfgang Schüssel die Werbekampagne fotografiert – auch für andere Parteien.

00:24:41: würden sie für Parteien noch arbeiten wollen?

00:24:45: Also, ich habe Wolfgang Schüssel fotografiert und dann hab' ich auch Warnitz gefotografiert.

00:24:51: Was mir sehr viel Vergnügen bereitet hat – obwohl es komplizierter war!

00:24:57: Weil ihn hat das nicht interessiert und das hat lange gedauert bis das so funktioniert hat wie er sein sollte.

00:25:06: Und heute finde ich das schon sehr schwer.

00:25:10: Ich hab mich das schon überlegt... Wolfgang Schüssel war damals vor dieser Koalition.

00:25:19: Das wäre vielleicht schwieriger geworden und heute würde ich das gar nicht machen.

00:25:25: Ich fotografiere auch Personen, die ich einfach nicht fotografieren will aus den verschiedensten Gründen.

00:25:32: Sie haben für die internationalen Magazinen wie Vogue, Ellis, Quarry, Marie Claire, Harpers Passat und New Yorker gearbeitet.

00:25:39: Und wurden außerdem mit Reisedokumentationen und Künstler Portrés beauftragt.

00:25:45: Portrés?

00:25:46: Interessieren sie ja noch immer!

00:25:47: Ja, Portrés ist das ewige Thema, dass sich nie abnützen wird.

00:25:52: Denn wir sehen alle so verschieden aus, dass man gar nie aufhören muss, Portrés zu machen.

00:26:00: In einem Interview haben sie einmal erzählt, Sie wussten sehr früh dass sie in die Künstler und Künstlerinenszene eintauchen wollten.

00:26:08: Ihre beiden E-Männer Kurt Kocherscheidt und Martin Kippenberger waren bedeutende Kunstschaffende.

00:26:14: Haben ihre Männer sie in ihrer Arbeit beeinflusst?

00:26:17: Wenn ich jetzt gefragt worden bin wie jung war, sehr jung, ich meine fünfzehn, sechzehn in welchem Milieu ich sein wollte.

00:26:28: Das habe ich mir nämlich überlegt, weil natürlich alle Leute aus allen verschiedenen Milieus gekommen sind, die ich kennengelernt haben.

00:26:37: Alles, alles hat es gegeben und ich war sicher mit Sechzehn ganz sicher dass ich am allerliebsten im Künstler Kunstmilieu bin, weil das hat mich am meisten Freiheit gelassen.

00:26:51: Es war immer Freiheit!

00:26:54: Es war Freiheit.

00:26:55: Und es war natürlich ganz wichtig, mit wem ich zusammenlebe – aber das war nicht weil die mich irgendwo hingeführt haben.

00:27:05: Natürlich haben sie mich beeinflusst!

00:27:08: Wir haben uns gegenseitig beeinflußt.

00:27:10: Das ist ja ganz klar, wenn man mit jemandem zusammen lebt und wenn man dessen Arbeit auch noch schätzt und liebt dann schaut man das an, überlegt sich wie der.

00:27:23: Aber Malerei und Fotografie ist sehr verschieden.

00:27:26: da gibt es nur Grundhaltungen die ähnlich sind.

00:27:31: aber man kann lernen auch von einer Freiheit zu malen und von einer anderen Freiheit oder Wichtigkeit von Überzeugungen wie man ein Bild und warum man ein bild machen sollte oder von Impulsen, also da gibt es so wahnsinnig viele verschiedene wege.

00:27:58: Und ich glaube man kann nicht jemanden wirklich imitieren weil ein Bild zumal das besteht aus so wahnsinnig vielen Bestandteilen einer Persönlichkeit

00:28:12: Das Milieu, das sie schon so früh faszinierte war das Milieu der Wiener Gruppe.

00:28:16: rund um die Literaten hat sie atmen.

00:28:19: Oswald Wiener, Friedrich Achleitner, Konrad Bayer, Gerhard Röhm und Oswald wiener.

00:28:24: zu dieser Gruppe gehörten auch Elfriede Gerstle, Ernst Jandel, Fridericke Meiröcker und andere.

00:28:30: Ein zweites Milieu war das der Wien-Aktionisten.

00:28:33: Zu ihnen gehörte Arnold Freiner, Adolf Frauner, Günter Proso, Tom Möhler, Hermann Nietzsch und Rudolf Schwarzkogel.

00:28:41: Diese Künstler nahmen die amerikanische Happening und Fluxusbewegung auf und setzten sie auf provokante Weise um.

00:28:48: Sie wollten durch das Brechen von Tabus eine nur am Konsum orientierte Gesellschaft provozieren.

00:28:54: Sie wandten sich gegen repressive gesellschaftliche Zustände und suchten bewusst die Konfrontation

00:29:01: mit staatlicher

00:29:02: und kirchlicher Autorität.

00:29:04: Malle Export führte den auf allen viren griechenden Peter Weibel, mit der Hundeleine durch die Wiener Innenstadt – diese Aktion Mann als Hund am Gängelband der Frau hatte viel Beklemmung und Irritation hervorgerufen.

00:29:19: Auch andere Happenings waren für viele erschreckende, fürchterliche Aktionen.

00:29:25: Es ist vielleicht so wie mit mir – die schauen viel schrecklicher aus als sie sind!

00:29:34: Das war zu Anfang meiner Fotografie.

00:29:38: Es sind zwei Männer gekommen, die mit mir arbeiten wollten oder etwas diskutieren.

00:29:46: Und das haben wir dann auch gemacht und dann sind sie weggegangen.

00:29:50: Ich wollte ihnen eigentlich nachlaufen, habe ich gehört wie Sie beim Hinuntergehen gesagt haben ja sie ist ja gar nicht so schrecklich wie man immer glaubt!

00:30:01: Da habe ich natürlich nichts mehr nachgerufen, sondern hab die Tür leise zugemacht und da habe ich gedacht ja anscheinend.

00:30:08: Obwohl wie gesagt selber sieht man sich eher als Rehe im Wald alles scheu ist.

00:30:14: aber diesen Eindruck mache ich glaube nicht.

00:30:18: Es gibt ja auch vorwiegend Fotos auf denen sie ernst schauen – Nicht lächeln.

00:30:22: Die ernsten Fotos sind vielleicht weil das Lächeln immer bevorzugt wird, besonders von älteren Frauen.

00:30:31: Das masche ich schon mal gar nicht!

00:30:33: Da schaue ich lieber zum Furchten aus... Aber wie weibel und Wally-Export waren?

00:30:41: Das war nämlich ... ... einundsechzig bis siebzig, einundsiebzig zweiundsebzig.

00:30:48: Da waren alle diese Dinge.

00:30:49: da habe ich zwar davon gehört Ich habe auch von den Happenings gehört und bin in Paris im amerikanischen Projekt.

00:30:59: Um das zu sehen, aber ich hab gehört gegen die Happenings in Wien ist das überhaupt kein Vergleich!

00:31:06: Aber das hab' ich jetzt gar nicht so eins-zu-eins genommen.

00:31:12: Es war schon sehr interessant für mich nämlich was da an der Öffentlichkeit kam Aber für mich persönlich war das ja schon immer wichtig.

00:31:24: Und ist es auch heute noch, ich musste gar nicht so speziell abweichen oder darauf reagieren?

00:31:32: Also ich habe mir das jetzt nicht wirklich zum Vorbild genommen.

00:31:37: Ich kann nur sagen dass natürlich was damals passiert ist einfach wichtig war weil es einfach mal alle diese Dinge an die Öffentlichkeit gebracht hat Und man musste sie wahrnehmen, ob man das jetzt wollte oder nicht.

00:31:54: Wenn man konnte nicht sagen, dass stimmt nicht und es existiert nicht.

00:31:58: Also ich habe zum Beispiel wie ich einundzwanzig zwanzig war den dringenden Wunsch meiner Freundinnen oder Bekannten nach Ehe- und Kind auf keinen Fall geteilt.

00:32:12: Das war für mich eine schreckliche Idee mit zwei an zwanzig ein Kind zu haben.

00:32:18: Ich hab mir gedacht, ich weiß nichts, ich habe nicht ... Ich hab keine Ahnung vom Leben und kann doch jetzt nicht ein Kind haben!

00:32:26: Da kann ich ja überhaupt nichts mehr machen.

00:32:29: Das war meine große Sorge.

00:32:32: Und Kurt Kocherscheidt war der einzige, mit dem ich mir vorstellen konnte, dass das möglich wäre.

00:32:39: Ja?

00:32:40: Und das war auch möglich.

00:32:42: Nach dem Tod ihres Mannesgurt-Kocherscheid gingen sie nochmals eine Ehe ein und zwar mit dem Maler, Aktionskünstler, Performancekünstlern und Fotografen Martin Kippenberger.

00:32:53: Ihnen war nur ein gemeinsames Jahr gegönnt – der Künstler starb in einem Nachhof am Leben.

00:33:03: Bei ihnen füllte er sich aufgehoben.

00:33:05: Sie arbeiteten auch mit ihm.

00:33:07: Es entstanden Mehrere Fotostrecken.

00:33:10: Jetzt denken Sie daran, ein Buch zu machen.

00:33:13: Das ist ja eher lustig.

00:33:14: dann!

00:33:17: Ich will jetzt einen Book machen und dass Martin und ich gemeinsam machen wollen.

00:33:23: Martin hat vorgeschlagen wir müssen ein Book machen.

00:33:26: Und ich habe mir gedacht wie machen wir ein Buch?

00:33:29: Wie geht das?

00:33:30: macht er Martin Bilder und ich fotografiere sie.

00:33:34: Das is aber nicht sehr lustig für mich.

00:33:38: oder fotografiere ich den Martin.

00:33:41: Oder wie machen wir es gemeinsam?

00:33:44: Und Martin hat dann vorgeschlagen, er hat gesagt ja wir machen ein Buch und wir machen nur Fotos die du nie verwenden würdest weil du sie eigentlich wegwirfst und das fand ich grandios!

00:34:00: Weil so haben wir beide etwas gemacht aber beide nicht genau das, was wir sonst maschen.

00:34:10: Das heißt, es ist ein sehr interessantes

00:34:13: Projekt.".

00:34:14: In der Kunst hatte die Malerei und Bildharerei immer einen höheren Stellenwert als die Fotografie.

00:34:21: In Österreich gab es eine lange Diskussion um ein Musee unter Fotografien

00:34:26: etc.,

00:34:26: Es ist gar nicht lange her, dass auch die Fotographie der Kunst gleichgestellt wird.

00:34:32: Die Albertina beispielsweise zeigt jetzt auch immer wieder Fotoastellungen.

00:34:36: Warum hat das so lange gedauert?

00:34:38: Weil wir konservativ sind.

00:34:41: Wir wurden vorgewarft immer mal, aber sie haben ja Mode fotografiert und ich habe mir gedacht na was haben denn die berühmtesten Fotografe in Amerika gemacht?

00:34:52: Die mussten auch leben!

00:34:53: Die haben alle Mode fotografieren, aber sehr gut es kommt hier drauf an was man nie macht nicht?

00:35:00: Die haben die Modefotografie zu einem Status erhoben den sie wahrscheinlich vorher nicht hatte, aber das wurde mir hier zum Vorwurf gemacht noch vor ein paar Jahren.

00:35:36: Leben, wie Sie sagen.

00:35:37: Nicht Stil!

00:35:38: Leben.

00:35:39: Gab es hier ähnliche Herangehensweisen?

00:35:41: Wie bei Ihrer Ausstellung im Kulturforum New York?

00:35:44: Das war ganz anders insofern als New York im Vergleich zu dem Kunsthaus sehr viel kleiner war denn das Kunsthaus ist riesig.

00:35:55: Das waren mit zwei Stockwerken.

00:35:58: Das war unglaublich viel und damals also im Kunsthaus war eben Bettina Leidel und eine wunderbare Kuratorin noch, die meine Fotografie, die Serien, die ich vorgeschlagen habe.

00:36:14: Wir haben sie dann gemeinsam ausgesucht Und dann haben Sie gesagt, Sie würden das gerne ohne mein Zutun aufhängen.

00:36:23: Das finde ich eigentlich immer ganz spannend.

00:36:27: Außerdem hatte ich wirklich das Gefühl dass die beiden das unbedingt machen wollten.

00:36:33: Sie waren unglaublich engagiert und ich habe mich sehr sicher gefühlt.

00:36:38: Und hab gesagt, sie sollen's doch wirklich machen!

00:36:41: Denn manchmal ist es gut wenn man nicht selber immer die Zusammenhänge herstellt, die man liebt oder die man auch kennt.

00:36:52: Vielleicht ist es viel besser das macht mal jemand der das ganz neu sieht.

00:36:58: Dann gibt es auch wieder neue Eindrücke für mich und das haben sie gemacht.

00:37:03: Und, es war gut!

00:37:05: Sie haben das wirklich super gemacht.

00:37:09: Es war viel Arbeit... ...und natürlich noch etwas was wichtig war.

00:37:14: Es ist überhaupt nicht chronologisch gehängt.

00:37:18: Das war ganz wichtig.

00:37:20: Gleichzeitig war es sowieso nicht wirklich möglich zu sagen, welche Fotos alt oder neu sind.

00:37:28: Das

00:37:28: ist ja für ein Lebenswerk wunderbar!

00:37:31: Fünfzig Jahre Fotografie mehr als fünfzig Jahre Photografie und man kann dann den Unterschied nicht,

00:37:37: ne?

00:37:37: Man kann das nicht wirklich sagen.

00:37:39: Ich meine von meinen allerersten schwarz-weiß Fotos kann man es vielleicht schon sagen aber auch nicht von allen.

00:37:46: Aber ich glaube dass macht Das macht es schon aus, dass mir die Menschen immer wichtiger waren als die Mode zu fotografieren.

00:37:57: Also ich wusste wenn ich keine Präsenz habe und keinen interessanten Menschen auf dem Foto hab dann ist das Foto uninteressant.

00:38:09: Und die Mode kann zwar schön sein aber das Fotto als Foto ist nicht sehr viel wert!

00:38:15: Das ist ganz wichtig dass man einfach eine Stimmung hat, eine Persönlichkeit, die interessant ist und einfach interessant bleibt.

00:38:24: Das Kleid ist für irgendwann mal sehr altmodisch.

00:38:29: Wenn man das wie

00:38:34: ein Kind ist!

00:38:35: So ist es!

00:38:43: T. Nullark, in Glamour Birkenwald, der aber künstlich hergestellt wurde, war tonangebend für die Themen dieser Ausstellung.

00:38:52: Gezeigt wurden Experimente mit Modefotografie und die Überschneidung von kommerzieller Arbeit- und künstlerischen Interventionen.

00:39:01: Es wurden auch Fotografien aus der Zusammenarbeit mit Helmut Lang ihrem langjährigen Freund auch in schweren Tagen in New York gezeigt.

00:39:10: Es sind Fotos, die einige Momente vor dem Laufstegauftritt wiedergeben.

00:39:15: Während der gesamten Ausstellung wurde das Publikum auf und herausgefordert Details der Fiktion zu enttüllen und parallelen zwischen Natur Kunst und den menschlichen Körper zu entdecken.

00:39:28: Diese Schau war wiederum ein Schaffensbogen ihres Lebens.

00:39:32: Eine Anerkennung war auch der große Landespreis für Kultur und Fotografie, der ihnen von Landeshauptmann Thomas Stelzer übergeben wurde.

00:39:41: Schließt sich hier ein Lebenskreis?

00:39:43: Naja ich hatte ja noch meine Großmutter eine Zeit lang in Oberösterreich die ich sehr geliebt habe wie die Fels in der Brandung meiner Jugend war Und jetzt bin ich wieder öfter dort.

00:40:01: Ich weiß nicht, was das heißen soll.

00:40:03: Es gab einfach oder es gibt noch immer, dass Salzkammer gut, dass wichtig wurde.

00:40:10: Oberösterreich wurde so wichtig und hat wahrscheinlich auch Künstler gesucht, die etwas mit diesem Land zu tun haben um sie auszustellen, um zu zeigen... Wir sind da, wir haben Leute die das machen was man jetzt braucht und dann habe ich ja noch dazu die Bürgermeister dieses Territoriums fotografiert.

00:40:37: Was sich wirklich sehr gern gemacht habe und zwar einfach sehr gerne gemacht habe weil ich mir gedacht hab Ich bin aus Oberösterreich Und die sind sicher nicht alle ganz unkompliziert Und nachdem ich jetzt mich wahrscheinlich nicht einmal bemühen muss, die oberösterreichische Mentalität zu verstehen mache ich das.

00:40:59: Wobei

00:40:59: die Salzkammergut Bürgermeister noch einmal speziell sind?

00:41:03: Ja vielleicht sind sie speziell aber ich bin auch speziell oder sagen wir mal kompliziert wenn es sein muss.

00:41:11: Das ist für mich wahrscheinlich ganz natürlich.

00:41:14: Und das hat alles wunderbar geklappt und das hat mir wirklich Spaß gemacht.

00:41:18: Das war für die Salzkammergut Kulturhauptstadt, der Jahr zwanzig vierundzwanzig?

00:41:22: Ja genau!

00:41:23: Ich war ja jetzt wieder in Oberösterreich und habe dann so das Gefühl ich muss jetzt einmal schauen ob wir uns alle ein bisschen ähnlich schauen oder ob ich ausschauen werde eine Oberösterreicherin Und habe dann meinen Sohn gefragt und er hat gesagt, das kann man wahrscheinlich nicht sagen.

00:41:45: Aber es gibt hier so eine Stimmung – das war bei der Preisverlang – so einer Energie die da ist!

00:41:53: Die hast du auch!

00:41:54: Das ist vielleicht wirklich oberösterreichisch.

00:41:58: Das haben sie sich behalten, obwohl sie schon mit zehn Jahren weggegangen sind?

00:42:02: Ich war dann allerdings noch sehr lange in den Schulferien immer bei meiner Großmutter.

00:42:08: Einer starken, schönen Frau haben Sie einmal in einem Interview gesagt?

00:42:12: Haben Sie Ihre Schönheit und Stärke von der Großmütter geerbt?

00:42:17: Ihre Schönheid habe ich nur auf Fotos gesehen aber die Schönheit meiner Mutter hab' ich immer gesehen und die war auch stark und schön!

00:42:25: Also vielleicht sind das einfach die Frauenbärze.

00:42:29: Mussten sie sich von diesen starken Frauen

00:42:31: emanzipieren?!

00:42:32: Also ich hatte nie das Bedürfnis oder die Notwendigkeit, mich in dieser Zeit zu emanzipieren.

00:42:41: Ich hatte immer großen Bedarf an Freiheit – Freiheit!

00:42:47: Ich brauchte Freiheit und das kann man vielleicht genauso gut mit Feminismus, Emanzipation oder sonst etwas verwenden weil es ist einfach die Freiheit, man selbst zu sein und sich selbst behaupten zu wollen, zu müssen, zu wollen.

00:43:04: Waren Sie ein wildes Kind?

00:43:06: Ein wildes Mädchen?

00:43:07: Das

00:43:07: kann man natürlich selbst sehr schwer sagen aber meine Schwester würde sagen ja ich war ein ungeduldiges Kind.

00:43:17: Sie waren ein Kind das immer mehr gesehen hat als alle anderen und perfektionierten das.

00:43:23: Ihr intuitiver Blick, ihr kreativer Umgang mit Licht, dass er kennen faszinierender Blickwinkel und die Fähigkeit.

00:43:30: Im richtigen Augenblick den entscheidenden Moment festzuhalten – all das hat sie zu gerade an der Modefotografie gemacht!

00:43:38: Häufig fangen Sie auch das Zufällige ein und verwandeln diese Momente in fesselnde Kompositionen bei denen es Ihnen gelingt, die Grenze zwischen Kunst- und Modephotografie zu verwischen.

00:43:51: Wie wichtig waren Ihnen dabei Kunst und Kunstgeschichte als Inspirationsquelle?

00:43:57: Die Kunstgeschicht ist ohnehin sehr präsent in meinen Fotos, das hat mich immer interessiert und es hat mich auch immer fasziniert wie Mahler die Bilder von Menschen gestaltet haben und was darin alles verborgen ist.

00:44:17: Hinweise, der Finger zeigt auf den Boden oder irgendwo.

00:44:21: Und man sieht das gar nicht wenn man nicht aufpasst oder gewisse Gegenstände.

00:44:26: also es gibt so unglaublich viele Dinge zu entdecken.

00:44:31: ich habe ja mal auch beneidet haben wir gedacht die können nach fünfzig Menschen machen und alle sehen interessant aus weil sie alle an irgendetwas denken, eine Gesichtsausdruck haben.

00:44:45: Der Einverstanden ist mit dem Motiv oder nicht oder mit der Person.

00:44:50: Also das ist ein very fine Tube.

00:44:53: bringt man mit fünfzig Menschen auf einmal nichts so zusammen.

00:44:58: Sie haben unterrichtet.

00:44:59: hat ihnen den Spaß gemacht mit jungen Menschen zu arbeiten?

00:45:02: Ich mache gerne immer wieder einen Workshop aber ich möchte nicht unterrichten weil mir das einfach zu viel Zeit nimmt und da müsste ich mich zuviel damit beschäftigen.

00:45:16: Weil, da fühle ich mich verantwortlich wenn ich das weitergeben muss.

00:45:19: Elfie

00:45:20: Semot dann ohne Kamera ist unvorstellbar?

00:45:24: Für mich nicht aber... Nein!

00:45:27: Sie meinen überhaupt dass ich es aufgebe?

00:45:30: Na ja nein warum sollte ich das?

00:45:39: Elfie Semotan, die Garde an der Fotografie bei Wissensart dem Podcast der Wissenschaft und Kunstverein.

00:45:46: Inspiriert durch Austria Kultur International im österreichischen Kulturforum New York und den Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich.

00:45:59: Auf bald sagen die Musikerin Jelena Poproschann und Elisabeth Juliane Nöstlinger, die sie durch das Gespräch geführt hat.

Über diesen Podcast

wissensART der Podcast, der Wissenschaft und Kunst vereint

von und mit Elisabeth J. Nöstlinger-Jochum

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